Samstag, 19. März 2022

Filmtipp

Les Miserables. Eine Film-Empfehlung von Justus Baumgarte, 6b.





Ich empfehle euch einen Film namens Les Miserables (2012). Dieser Film handelt über die französische Revolution. Es ist ein Musical-Drama-Romantik-Film. Es geht um den Gefangenen Jean Valjean, der in Gefangenschaft kommt, weil er für seine Familie Brot stiehlt. Er wird sein ganzes folgendes Leben von dem bösen Inspektor Javert gejagt. Es kommt auch noch dazu, dass er ein kleines Mädchen aufnimmt, dessen Vater ihre Mutter verlassen hat und dessen Mutter gestorben ist. Später, als die kleine Cosset älter ist, verliebt sich der Barrikadenkämpfer* Marius unsterblich in sie und sie sich in ihn. Es entsteht eine große Schlacht hinter der Barrikade, an der Marius beteiligt ist. Doch bevor er stirbt, rettet Jean Valjean ihm das Leben, weil er weiß, dass seine Tochter unsterblich in Marius verliebt ist.


Bild vom Filmset.

Altersempfehlung

12 (die französische Revolution war sehr brutal, deshalb sterben manche Charaktere auch sehr brutal).

Für wen geeignet?

Ich empfehle den Film besonders Menschen, die Geschichte mögen.

Schauspieler/innen

Hugh Jackman (Jean Valjean),
Anne Hathawy (Fantine),
Eddie Redmayne (Marius),
Helena Bonham Cater (Madame Thénadier)

Worterklärung

* Die einfache Bevölkerung baute aus Möbeln eine Wand auf der Straße als Schutz bei Straßenkämpfen (meist reich gegen arm).


Bildquellen

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Les_Miserables_film_set.jpg
https://de.wikipedia.org/wiki/Les_Mis%C3%A9rables_(2012)#/media/Datei:Les_miserables_logo.png





























Freitag, 18. März 2022

Stoppt den Krieg!

Glaubt Putin seine eigenen Lügen? Anna Lenja Epp, Jg. 12, berichtet von der Friedensdemo in Braunschweig




Es ist Samstag, der 26. Februar 2022. Als ich auf dem Platz der deutschen Einheit ankomme, ist es kurz nach 13 Uhr. Die Demo von ver.di hat bereits begonnen, der Versammlungsleiter bittet die Menschen, für einen Moment innezuhalten. Ich suche mir einen Platz in der Menge und krame in meinem Rucksack nach dem Demoplakat, dass ich tags zuvor gebastelt habe. Das Plakat trägt die Farben der Ukraine, „STOP WAR“ steht darauf. Den gleichen Spruch sehe ich so oder ähnlich auch auf mehreren anderen Plakaten der umstehenden Menschen. Dazu noch Peace-Zeichen, Friedenstauben, Ukraine-, EU- und Regenbogen-Flaggen, Karikaturen von Putin.


Ruhig, aber fassungslos


In der Menge finden sich Menschen jeden Alters, auch Kleinkinder. Die Demo füllt den gesamten Platz bis zur gegenüberliegenden Straßenseite, die Straße wurde abgesperrt. Einige Leute unterhalten sich, doch die meisten hören den Reden zu, die über ein Mikrofon vor dem Rathaus gehalten werden. Die Stimmung auf der Demo ist relativ ruhig, aber fassungslos. Die Leute stehen beisammen und erinnern entfernt an Bilder von 80er-Jahre-Friedensdemos.

Krieg gegen die Demokratie


Es gibt heute einige Redner*innen, die die Situation in der Ukraine erklären, ihre Meinungen sagen und sich größtenteils einig sind. Nach ein paar Beiträgen werden die Redner*innen jedoch spontaner, um Themenüberschneidungen zu vermeiden. Statt erneut die schreckliche Situation zu beschreiben, in der sich die Ukraine befindet, gehen sie dazu über, ihre Gefühle auszudrücken. Die meisten sind sich einig: Es kämpft nicht Russland gegen die Ukraine. Putin bekämpft die Demokratie. Die Gründe für sein Handeln kann niemand nachvollziehen. Immerhin regiert er das flächengrößte Land der Erde, doch seine ungeheure Machtgier scheint dort nicht genug Platz zu haben.

Diktator, Aggressor, Kriegsverbrecher


Mehrere Redner*innen rufen dazu auf, Putin nicht als Präsidenten zu bezeichnen. Stattdessen wird er an diesem Tag benannt als Diktator, Autokrat, Despot, Aggressor, Kriegsverbrecher.

Die Leute sind fassungslos. Sie können und wollen nicht verstehen, was Putin will. Mehrfach betonen die Redenden die Absurdität der von Putin angeführten Gründe. Sie sind geschockt von der Propaganda, die Putin verbreitet. Wie kommt Putin dazu, Selenskij als Nazi zu bezeichnen? Glaubt Putin seine eigenen Lügen?


Alle wollen, dass der Krieg aufhört. Jetzt und sofort. Und niemand will, dass Putin gewinnt. Eine Rednerin betont, dass niemand wisse, was in diesem Fall passieren würde, jemand anderes zeichnet das Bild einer Diktatur in der Ukraine.


Helfen, so gut es geht


Auch auf mehreren anderen Demonstrationen in den folgenden Tagen wird die große Solidarität mit der Ukraine deutlich. Menschen versuchen, die schreckliche Situation zu verstehen. Doch während sie in den ersten Tagen nach Kriegsbeginn noch ohnmächtig vor Schock dastanden, fangen sie nun an, zu handeln, und versuchen, zu helfen so gut es geht. Menschen sammeln Spenden, organisieren Transporte, nehmen Geflüchtete auf.

Doch die Lage ist weiterhin katastrophal.

Menschen in Russland möchten sich gegen Putin wenden, haben aber nicht ohne weiteres die Möglichkeit dazu. Es gibt immer weniger Informationsquellen, denen sie vertrauen können, die keine Propaganda verbreiten. Selbst soziale Medien sind gesperrt.


Menschen in der Ukraine müssen ihr Zuhause verlassen, fliehen durch ihre zerstörten Wohnorte, wenn sie denn die Möglichkeit dazu haben. Sie werden im Schlaf von Bomben überrascht, verlieren ihre Angehörigen, werden selbst verletzt oder sterben.

Sie und alle anderen brauchen Frieden. Der Krieg muss aufhören!


Fotos: A. L. Epp


Siehe auch:



Weitere Artikel von Anna Lenja Epp:










Donnerstag, 10. März 2022

24. Winterolympiade

„Sport ist nicht politisch“ – oder doch?! Amelie Adomat erklärt, warum es bei Olympia schon lange nicht mehr nur um Sport geht.




Erst große Hoffnungsträgerin und strahlende Siegerin, später traurige Berühmtheit und ein Bild, das um die Welt geht: Kamila Walijewa, fünfzehnjähriges Eiskunstlauftalent aus Moskau, wird wohl vielen Sportfans noch lange in Erinnerung bleiben. Als jüngste Olympia-Teilnehmerin bei den diesjährigen Spielen in Peking und mögliche russische Dopingkandidatin patzte sie im letzten Lauf des Frauen-Eiskunstlaufwettbewerbs und wurde so ungewollt zur traurigen Symbolfigur für vieles, was beim aktuellen System Olympia und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) um dessen Vorsitzenden Thomas Bach im Moment falsch läuft.

China keine Wintersportnation


Doch von Anfang an: In der Nähe der chinesischen Hauptstadt Peking (in Englisch: Beijing) ist vor kurzem die wohl seltsamste Winterolympiade zu Ende gegangen. Über zwei Wochen wurden unter strengsten Corona-Bedingungen, der ebenso strengen chinesischen Staatskontrolle und enormer Geldgier die sportlichen Wettkämpfe ausgetragen. Ort des Spektakels war mit China dabei ein Land, das mit Wintersport eigentlich absolut gar nichts zu tun hat. Unmengen an Geld wurden aufgewendet, um in der chinesischen Pampa, teils in Naturschutzgebieten, riesige Wettkampfstätten zu bauen. Diese wird nach den Spielen so aber kaum jemals wieder nutzen. China ist keine 
echte“ Wintersportnation wie die nordischen oder Alpen-Länder, daran werden auch die vergangenen Spiele wenig ändern können. Aber das Schicksal, dass Sportstätten ungenutzt zurückbleiben, hat in den letzten Jahren leider viele ehemalige Olympia-Orte und Sportstätten ereilt. Mit Nachhaltigkeit haben die Olympischen Spiele, egal ob sie im Winter oder Sommer stattfinden, also schon seit Längerem nicht mehr viel zu tun.

Überwachung statt Friedenfest


Doch auch sonst war diese Olympiade kein „Friedensfest“ des Sports. Abgesehen vom strengen Handeln der chinesischen Staatsführung um Präsident Xi Jinping und den fatalen Menschenrechtsverbrechen an Minderheiten in China (beispielsweise den Uiguren), über die außer ein paar mutigen Athleten oder kritischen ausländischen Journalisten niemand spricht, herrschte im olympischen Dorf vor allem Überwachung. Sportler waren verpflichtet, sich eine App mit erheblichen Datenlücken herunterzuladen. Diese machte es möglich, sie während der gesamten Spiele „abzuhören“ und Daten über ihren Gesundheitszustand abzusaugen. Die „My 2022“ App ist damit ein sehr anschauliches Beispiel dafür, dass bei diesen Spielen nicht nur der Sport im Vordergrund stand.

Dabei hätte Olympia ein Zeichen werden können. Ein Zeichen für das, wofür der Sport doch eigentlich steht: Nationen und Menschen zu verbinden. So ein Weltevent kann aufmerksam machen und den Finger in die chinesischen, aber auch die strukturellen Wunden legen. Doch das IOC (Internationales Olympisches Komitee) sagt bewusst: „Sport und Politik haben nichts miteinander zu tun“. Ein fataler Fehler. Gerade sie als Vertreter aller teilnehmenden Athleten und Organisatoren der Spiele müssen die Sportler schützen und den Austragungsort auch in ihrem Sinne wählen. Das ist hier nicht geschehen und Peking aufgrund von finanziellen Interessen und Bachs vermutlicher Verbindung zu Xi Jinping ausgewählt worden.

Ziel jahrelanger Arbeit


Ich habe es trotzdem geguckt, mich fast täglich vor den Fernseher gesetzt und den internationalen Athleten zugesehen. Es ist ihr Highlight der Saison und die Teilnahme für jede/n Sportler/in ein Lebenstraum. Oft ist es auch die einzige Möglichkeit, sich und ihren/seinen Sport zu präsentieren. Allein deshalb sollte man sie aus dieser Diskussion über einen sportlichen Boykott heraushalten. Dieses Event findet nur alle vier Jahre statt und ist das Ziel nach jahrelanger Arbeit und Vorbereitung, da kann man nicht verlangen, dass sie die Spiele boykottieren und einfach so an sich vorbeiziehen lassen.

Jedoch gerade deshalb lassen die folgenden Worte der russischen Eiskunstlauftrainerin Eteri Tutberidse, die an das fünfzehnjährige Eiskunstlauftalent Kamila Walijewa gerichtet waren, aufhorchen.

Warum hast du alles so aus den Händen gegeben? Warum hast du aufgehört zu kämpfen? Erklär mir das!“

15-jährige öffentlich vorgeführt


So oder so ähnlich lassen sich die Worte aus dem Russischen übersetzen. Sie sind an die anfangs genannte Kamila Walijewa gerichtet, die bei ihrer Kür kurz zuvor gepatzt und somit auch noch den letzten Funken Rückhalt von ihrer Trainerin verloren hat und vor der Weltöffentlichkeit bloßgestellt wird. Es waren harte Tage für die minderjährige Sportlerin. Nach einer verspäteten positiven Dopingprobe, die erst nach dem gewonnen Teamwettbewerb im Eiskunstlauf öffentlich wurde, stand sie plötzlich im Mittelpunkt unzähliger Debatten und Diskussionen. Schutzlos konfrontierte man sie mit Anschuldigungen und Mutmaßungen über ihre Person und ihr sportliches Umfeld, setzte sie so enormem Druck aus. Ihr zerrüttetes Team und der Trainerstab um Trainerin Tutberidse waren für das Mädchen vermutlich keine große Stütze. Russland platzierte zwar große Banner in den Städten ihrer Heimat, plakatiert mit dem Motto „Kamila, wir sind bei dir“, setzte aber sonst nicht viel daran, die 15-jährige angemessen und ausreichend zu schützen. Nach längerem Hin- und Her, entgegen vieler ausländischer Stimmen, ließ man sie erneut starten und führte sie so öffentlich vor.

Es war traurig, sie auf dem Eis so zu sehen. Das Wunderkind und Ausnahmetalent zerbrach förmlich am Druck und dem starken Aufsehen um ihre Person. Sie verließ völlig geknickt und den Tränen nah das Eis, wo auch schon Eteri Tutberidse mit ihrem empathielosen Kommentar wartete. Nicht angemessen für ein Kind, das allein und in dieser Situation bei einem sportlichen Weltevent aufgetreten war. Keine Umarmungen, keine Unterstützung hat Walijewa in dem Moment ihrer eigenen Niederlage erfahren. Traurige Szenen, die wieder neue Fragen in Richtung IOC und dem Herkunftsland des Mädchens, also Russland, werfen.

Illegale Strukturen in Russland


Erinnern die Szenen einer skrupellosen Trainerin doch eher an das vergangene Jahrhundert und die harten Trainingsmethoden in DDR und Sowjetunion. Der positive Dopingtest macht stutzig, liegt das vergangene russische Staatsdoping von Sotchi doch erst ungefähr acht Jahre zurück. Das Land nutzt den Sport immer wieder als politisches Mittel und das schon seit Jahren. Dass jetzt ein junges Mädchen auch öffentlich und leicht erkennbar darunter zu leiden hat, ist diesmal eine Ausnahme – denn oft passiert so etwas unbemerkt in den Trainingszentren dieser Länder. Das IOC muss gerade deswegen hart gegen die illegalen Strukturen Russlands im Hintergrund vorgehen, um sowohl die Sportler als auch den fairen Wettkampf zu schützen. Der Kurs, den das Komitee die letzten Jahre gefahren ist, ist dabei zu wenig. Das russische Vorgehen zeigt eindrücklich, dass Sport gezwungenermaßen politisch und ein Umdenken und Aufwachen des IOC unbedingt nötig ist.

Jetzt über die Erhöhung des Mindestalters auf 18 Jahre für eine Teilnahme bei Olympischen Spielen zu debattieren, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, den ich sehr begrüße. Schicksale wie das der Kamila Walijewa müssen in jeder Weise für andere Sportlerinnen und Sportler verhindert werden. Nur so können auch die nächsten Spiele 2024 in Paris und 2026 im italienischen Mailand-Cortina ein Erfolg werden.




Mittwoch, 2. März 2022

Ukraine II

Der Krieg in Begriffen erklärt – was ihr jetzt wissen müsst. Von Jakob Schöll, 5a

 

Am 24. Februar 2022 marschierten russische Truppen in die Ukraine ein. Seither wird in vielen Städten gekämpft, aber die Hauptstadt Kiew wurde noch nicht vollständig eingenommen (Stand: 2.3.). Die NATO-Staaten unterstützen die Ukraine.

 

NATO (North Atlantic Treaty Organzation): eine internationale Organisation, in der sich 30 nordamerikanische und europäische Staaten zu einem Verteidigungsbündnis zusammengeschlossen haben. Sie helfen sich gegenseitig politisch und militärisch, wenn ein Mitgliedsstaat angegriffen wird.

 

Die westlichen Staaten der NATO liefern Waffen an die Ukraine, aber greifen nicht mit eigenen Soldaten ein, weil die Ukraine nicht Mitglied der NATO ist. Aber sie versuchen, Russland mit wirtschaftlichen Sanktionen zum Rückzug zu bewegen.

 

Sanktionen: Maßnahmen, meist auf wirtschaftlichem Gebiet, die ergriffen werden, um einen anderen Staat zu beeinflussen.

 

Im Moment versucht auch die Europäische Union (EU), Russland durch Wirtschaftssanktionen dazu zu bringen, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. Sie kauft Rohstoffe (z.B. Gas, Öl) nicht mehr bei Russland, sondern in anderen Ländern. Aber es gibt auch Verbote für russische Medien, z.B. russische Fernsehsender, in Europa oder russische Sportlerinnen und Sportler werden von Wettkämpfen ausgeschlossen.

Das Vermögen reicher russischer Oligarchen, die Putin nahestehen, wird bei europäischen Banken ‚eingefroren‘, d.h., der Besitzer kann nicht mehr auf das Geld zugreifen.

 

Oligarch: Jemand, der in der Wirtschaft arbeitet und durch seinen immensen Reichtum große politische Macht hat, ohne dass er demokratisch gewählt wurde.

 

Im Moment fliehen sehr viele Menschen vor dem Krieg aus der Ukraine, aber diejenigen, die kämpfen können, dürfen das Land nicht verlassen. Doch viele Ukrainer schließen sich freiwillig der Armee an. Manche stellen sich sogar unbewaffnet den russischen Panzern entgegen.

Das sind nur einige der vielen Informationen zu diesem Krieg, der hoffentlich bald beendet wird. Vor allem die Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, brauchen jetzt unsere Hilfe!


 Siehe auch:

Ukraine мир

Stoppt den Krieg!

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 25. Februar 2022

Freitag, 11. Februar 2022

Schulleiter-Interview

Lieblingsfarben Blau und Gelb. Romy Freiberg, Cindy Gu, Isona Ibanez, Clara Kuhle und Emma Stiepel sprachen mit dem Schulleiter Herrn Ovelgönne.


Wir haben den Schulleiter Herrn Ovelgönne gefragt, wie viele Kinder am Wilhelm-Gymnasium Latein haben, und unser Ergebnis ist: 355. Insgesamt melden sich am WG pro Jahr ungefähr 120 Schüler/innen an.

Selfie mit unseren Reporterinnen.

Außerdem haben wir gefragt, wie viele Schüler/innen und Lehrer/innen die Schule hat. Herausgefunden haben wir, dass es ungefähr 1100 Schüler/innen sind und 110 Lehrer/innen.

Bei unserer nächsten Frage stellten wir fest, dass Herr Ovelgönne zwei Fächer an dieser Schule unterrichtet, und zwar die Fächer Englisch und Latein. Als wir den Schulleiter fragten, warum er an dieser Schule Schulleiter werden wollte, sagte er, dass er die Schule für Lehrer/innen und Schüler/innen kreativ mitgestalten wollte.

Dann wollten wir wissen, wie viele Kinder er hat, und wir erfuhren, dass er zwei Jungs im Alter von elf und 13 hat. Die nächste Frage, die wir stellten, war, ob Herr Ovelgönne Haustiere hat, und seine Antwort war, dass er welche hatte. Leider hat Herr Ovelgönne seine Haustiere verloren. Er hatte mit seiner Familie zwei Kaninchen, die aber von einem Fuchs gefressen worden sind.

Das Alter des Schulleiters ist 52. Er wohnt in der Nähe der Riddagshäuser Teiche.

Herrn Ovelgönnes Hobbys sind Sport (Fußball, Tennis, Fußball schauen), Musik (Klavier, Gitarre). Außerdem ist seine Lieblingsmusikrichtung Progressive Metal.

Herr Ovelgönne ist Shakespeare-Fan.

Und wusstet ihr, dass Herr Ovelgönne zwei Geschwister hat? Und zwar einen Bruder und eine Schwester. Außerdem ist in seiner Familie jeder als Schulleiter oder als Lehrer tätig. Er selbst war vor dem Wilhelm-Gymnasium auf diesen Schulen: als Schüler auf der Grundschule St. Amandus in Aschendorf, der Orientierungsstufe Aschendorf und dem Gymnasium Papenburg, als Fremdsprachenassistent in Kent/England (Swanley School, Hextable School und Meopham School), als Feuerwehrlehrer am Kreisgymnasium Halle (Westfalen), als Referendar am Gymnasium Ricarda-Huch-Schule und als Lehrer am Humboldt-Gymnasium Gifhorn und am Gymnasium Ricarda-Huch-Schule. Am WG ist Herr Ovelgönne seit vier Jahren Schulleiter.

Die Tiere Walhai, Panda und Känguru mag er am liebsten. Seine Lieblingsessen sind Teriyaki-Burger und Käsefondue. Seine Lieblingsfarben Blau und Gelb – so wie in dem Fanlied von Eintracht Braunschweig „Zwischen Harz und Heideland“, das er uns vorgesungen hat.

Zum Abschluss fragten wir ihn, wie viele Mails er pro Tag bekommt, und fanden heraus, dass er ungefähr 25-30 Mails am Tag bekommt.



Als Herr Ovelgönne vor vier Jahren als neuer Schulleiter ans WG kam, befragten ihn Justina Dai und Valea Elß; Der neue Chef.







Donnerstag, 27. Januar 2022

Glaubwürdigkeit

„Ihr könnt mir glauben“. Warum uns Männer immer die Welt erklären wollen. Von Anja Lenja Epp



„Postfaktisch“ war das Wort des Jahres 2016. Es beschreibt die Abkehr von Fakten zugunsten von subjektiven Meinungen und Emotionen. Obwohl die Frage bleibt, wann denn das faktische Zeitalter gewesen sein soll, ist es alarmierend, dass echte Fake News die vermeintliche Lügenpresse übertönen. Was sind das überhaupt für Worte? Und was ist los mit der Glaubwürdigkeit? Was können wir noch glauben und was nicht?

Etwas glauben, das heißt, etwas für richtig zu befinden – und das ohne Beweise. Existieren diese Beweise, dann wissen wir etwas. Theoretisch macht das Sinn, doch praktisch verschwimmen hier oftmals die Grenzen. So kommt es dazu, dass Menschen glauben, was offensichtlich gelogen ist (siehe Verschwörungstheorien), oder leugnen und nicht wahr haben wollen, was nachweisbar richtig ist. Dabei scheinen auffällig oft die gesellschaftliche Stellung der Person, die das Gesagte in die Welt gesetzt hat, und die Emotionen, die es hervorruft, eine Rolle zu spielen. Meinungen und Fakten werden so zu einem undurchsichtigen Wollknäuel, dass es zu entwirren gilt.

Der ganze Spaß fängt bereits beim Zuhören an. Während einige auf Durchzug schalten, horchen andere auf. Das mit dem Durchzug passiert besonders deutlich, wenn die Redenden FINTA*s sind. Wahrscheinlich haben an dieser Stelle auch schon einige Menschen aufgehört, diesen Artikel zu lesen. Derartiges führt im Folgenden häufig zu Aussagen, die lustig sein könnten, wenn sie nicht so blöd wären und patriarchale Denkmuster offenlegen würden. Teilweise werden Vorschläge von FINTA*s ignoriert und kleingemacht, um kurz darauf von cis-männlichen Mitstreitern wieder aufgenommen und als eigene Einfälle präsentiert zu werden. Dann werden sie natürlich angenommen, ist ja klar.

Teilweise werden FINTA*s auch grundsätzlich für inkompetent gehalten, ganz einfach aus dem Grund, dass sie FINTA*s sind. Dies führt zu einem gewissen Phänomen namens Mansplaining. Der Begriff setzt sich zusammen aus „man“ und „explaining“ (engl. für „Mann“ und „erklären“) und beschreibt eine Begebenheit, in der ein cis-Mann einer FINTA*- Person etwas erklärt. So weit, so unspektakulär. Die Besonderheit beim Mansplaining und damit der Unterschied zum einfachen (respektvollen) Erklären ist jedoch, dass es unnötig und von der zuhörenden Person ungewollt ist und nur auf der Grundlage geschieht, dass der cis-Mann sich aufgrund seiner cis-Männlichkeit irgendwie überlegen fühlt und meint, alles auf der Welt besser erklären zu können, als die FINTA*-Person ihm gegenüber. Das wird besonders dann absurd, wenn der cis-Mann in Wirklichkeit keine Ahnung hat, wie die Essayistin Rebecca Solnit, auf die der Begriff „Mainsplaining“ zurückgeht, in der Einleitung ihres Buches „Wenn Männer mir die Welt erklären“ beschreibt. In der von ihr geschilderten Situation war sie als Gast auf einer Party den ununterbrechbaren Schilderungen eines Mannes ausgesetzt, der über ein Buch sprach. Dass Rebecca Solnit die Autorin dieses Buches war und damit weit besser darüber Bescheid wusste als der Mann, der lediglich eine Buchkritik hierzu gelesen hatte, fiel diesem erst nach mehreren Hinweisen auf.

Natürlich ist diese Situation ein Beispiel von extremem Mansplaining, jedoch kein Einzelfall. Dabei wäre es gewiss nicht sonderlich schwer für cis-Männer, sich vor dem Start von endlosen Erklärungsversuchen zu fragen, ob diese wirklich gewollt sind und weiterhelfen oder doch nur aufgrund eines ungerechtfertigten Überlegenheitsgefühls erfolgen. Notfalls hilft das Vertrauen darauf, dass FINTA*s auch ohne diese Erklärungen auskommen.

Damit wären wir wieder bei der Glaubwürdigkeit. Was jedoch im Fall von Mansplaining vor allem nervig ist, wird bei der Aufklärung von Verbrechen, insbesondere von Missbrauch, zum weitreichenderen Problem. Denn wenn die Stimme eines Opfers weniger zählt als die des Täters, ist klar, wie der Prozess ausgeht. Besonders angesichts des Hasses, der einem Opfer von Missbrauch, das diesen Missbrauch öffentlich macht, entgegenschlägt, ist es sehr unwahrscheinlich, das es gelogen hat. Was hätte es auch davon? Letztendlich spiegelt sich hierin wie auch in vielem anderen eine patriarchalische Struktur wieder, die FINTA*-Stimmen bewusst überhört und gerne hätte, dass diese insbesondere bei unbequemen Themen verstummen. Natürlich ist das totaler Quatsch – immerhin sind Menschen unterschiedlicher Gender gleichermaßen fähig, die Wahrheit zu sagen.

In diesem Bereich, in dem die Wahrheit um ein Vielfaches wahrscheinlicher ist, wird sie also einfach nicht geglaubt. Leichter scheint es einigen Menschen zu fallen, an Verschwörungstheorien zu glauben. Egal, was die Wissenschaft sagt, Manche bevorzugen anscheinend die Vorstellung einer Weltverschwörung, in der irgendwelche nicht existierenden Kreaturen die Macht innehaben. Wie kommt man denn auf sowas?

Eine Gemeinsamkeit dieser beiden Fälle ist die Bequemlichkeit, die mit dem Nicht-Akzeptieren der Wahrheit einhergeht. Wenn es Ungerechtigkeit, wenn es Corona gibt, muss mensch handeln. Wenn nicht, dann nicht. Das Problem ist, dass Menschen bei Ignoranz der Wahrheit nicht handeln, obwohl es das Problem gibt. Einfach so zu tun, als ob jegliche Probleme nicht existieren würden – seien es das Patriarchat und seine Auswirkungen, Corona oder der Klimawandel – lässt diese Probleme nicht verschwinden, sondern vielmehr noch umfangreicher werden. Und dann wird es richtig unbequem.

Aus purer Bequemlichkeit in seiner eigenen Filterblase hocken zu bleiben, nur um nicht akzeptieren zu müssen, dass die Welt nun mal kompliziert ist, bringt also rein gar nichts. Es ergibt auch keinen Sinn, mit einem Schutzschild durch die Welt zu laufen und alle Fakten mit einem bloßen „Nö“ oder „Da bin ich anderer Meinung“ abzuwehren. Doch genau das tun Leute, wenn sie „Lügenpresse“ schreien, sobald ihnen ein Artikel nicht gefällt. Letztendlich wäre allen geholfen, wenn Menschen aus ihrem gedanklichen Ohrensessel aufstehen und das Ignorieren von Fakten sein lassen würden. Dann hätten sie am Ende wahrscheinlich sogar mehr Zeit. Zum Beispiel, um Bücher zu lesen. Science-Fiction oder so. Ist teilweise sogar fundierter als manche Verschwörungstheorie.



Begriffserklärungen


FINTA* kurz für Frauen, Intersexuelle, Nichtbinäre, Transpersonen und Agender

Gender englisch für Geschlecht; Beschreibung der Identität in Abgrenzung vom biologischen Geschlecht

cis-Mann Mensch, dem bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, und der sich damit identifiziert

Patriarchat ungerechte Gesellschaftsform, die cis-Männer aufgrund ihres Geschlechts bevorzugt und FINTA*s benachteiligt




Bilder: A. L. Epp


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Freitag, 10. Dezember 2021

Wählen mit 16

Jede Stimme zählt! Anna Lenja Epp, Jg. 12, über die Herabsetzung des Wahlalters bei Bundestagswahlen.



Die Bundestagswahl ist mittlerweile zwei Monate her, das neu gebildete Bündnis aus SPD, Grünen und FDP hat zuletzt seinen Koalitionsvertrag vorgestellt. Darin enthalten ist auch die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre für die Wahlen zum Europäischen Parlament und zum Deutschen Bundestag. Das heißt, dass in Zukunft alle Menschen ab 16 die Berechtigung haben sollen, zu diesen Wahlen ihre Stimme abzugeben.

Bisher ist das Wahlrecht noch an die mit 18 Jahren erreichte Volljährigkeit gekoppelt, weshalb bei der letzten Bundestagswahl auch nur Menschen im Alter von 18 und älter wählen durften. Ich selbst war zum Zeitpunkt der Wahl erst 16 Jahre alt, durfte also nicht wählen gehen, obwohl ich dies sehr gern getan hätte. Meine Stimme blieb dadurch ungehört.

Doch was wäre passiert, wenn auch jüngere Menschen, die nicht zur Wahl berechtigt waren, hätten wählen dürfen? Und ist es überhaupt legitim, das Wahlalter an die Vollendung des 18. Lebensjahres zu koppeln?


Dass das Wahlalter auf Bundesebene auf 18 Jahre festgelegt ist, liegt vor allem daran, dass mit diesem Alter die Volljährigkeit und damit die Mündigkeit einhergeht. Gegen eine Herabsetzung des Wahlalters spricht demnach, dass Jugendlichen wie mir weder zugetraut wird, sich wirklich für Politik zu interessieren, noch, auf Basis ihres bisher erworbenen Wissens eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Doch nehmen wir mal an, ich wäre zur Bundestagswahl wahlberechtigt gewesen, hätte allerdings kein Interesse daran gehabt, wählen zu gehen. Wahrscheinlich wäre ich einfach zu Hause geblieben, genauso wie es auch Nichtwähler*innen über 18 tun. Es tut folglich nicht not, allen Menschen im Alter von 16 oder 17 Jahren das Wählen zu verbieten, nur weil manche angeblich uninteressiert sind. Vielmehr sollten wir doch selbst entscheiden können, ob wir wählen gehen möchten oder nicht.

Des Weiteren ist es wahrscheinlich, dass das Interesse an der Wahl bei einer Wahlberechtigung zunimmt. Weshalb sollten sich Menschen, die nicht berechtigt sind, ihre Stimme abzugeben, auch zwangsläufig schon mit sämtlichen Themen der Politik auseinandersetzen?


Überhaupt macht es keinen Sinn, die Jugend an sich als homogene Gruppe in der Gesellschaft wahrzunehmen. Genau wie andere Altersgruppen haben auch wir unterschiedliche Meinungen, die wir zum Ausdruck bringen möchten. Insbesondere über Themen, die unsere Zukunft betreffen, sollten wir doch selbst entscheiden dürfen. Es gibt keinen Grund, weshalb wir nicht selbst mitentscheiden dürfen. Insbesondere, wenn man sich die Altersverteilung bei der letzten Bundestagswahl ansieht, fällt auf, dass ältere Generationen sowieso schon deutlich stärker vertreten sind: Von 60,4 Millionen Wahlberechtigten waren laut Bundeswahlleiter nur 8,7% unter 30, aber 12,8% über 70. Dies führt dazu, dass insbesondere Themen wie der Klimawandel, die die Zukunft betreffen, unter den Tisch fallen. Dabei müsste besonders hier schon jetzt gehandelt werden!

Wenn Jugendliche ab 16 wählen dürfen, müssen auch die Wahlprogramme mehr an den Interessen von Jugendlichen ausgerichtet werden. Eine Partei kann also in Zukunft nicht mehr ausschließlich die Interessen Älterer wiedergeben und darauf setzen, trotzdem den gleichen Anteil an Stimmen zu bekommen. Sie muss sich mit Jugendlichen als Gruppe von Wähler*innen auseinandersetzen. Denn erst wenn wir wählen können, können wir nicht mehr überhört oder übersehen werden. Dann muss uns die Politik wahrnehmen.


Wir sehen also, dass das Wahlrecht ab 16 ein wichtiger Schritt dazu ist, die Meinungen von Jugendlichen stärker zu repräsentieren und zu respektieren. Schließlich wartet die Zukunft nicht, bis wir 18 sind!


Bildquelle: pixabay.com


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Montag, 6. Dezember 2021

Psychologie-Akademie

Freu‘ dich des Lebens - ein Erfahrungsbericht über die Psychologie-Akademie von Iman Sibai.





„Wie werden wir Menschen glücklich? Wie können wir unsere Emotionen verstehen und beeinflussen? Welche Kreativtechniken sind am besten, um neue Ideen zu generieren? Wie nutzen wir unsere Stärken besser? Wie können wir uns jeden Tag inkrementell* verbessern? Wie führen wir bessere Gespräche? Welche Überzeugungstechniken funktionieren wirklich? Haben wir Willensfreiheit? Woher kommt das Bewusstsein des Menschen?“ (Psychologie Akademie 2021)

In den Herbstferien nahm ich an einem Online-Seminar der Psychologie-Akademie für Schüler und Studierende teil. Das Seminar wurde über unsere Schule durch Herrn Dr. Nowak an uns vermittelt.

Rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die über ein Bewerbungsverfahren ausgewählt wurden, fanden sich zuvor am Abend des 22. Oktobers zu einem Kennenlernen im Rahmen eines Zoom-Meetings zusammen.

Verschiedene international agierende, junge, aber sehr erfahrene Experten aus den Bereichen der Psychologie, Philosophie und den eng verwandten Neurowissenschaften und der Psychotherapie sowie der Ökonomie, Politik, Linguistik und Mathematik referierten über zwei volle Seminartage. Wir Teilnehmenden wurden interaktiv, unter anderem durch Breakout-Sessions (Gruppenarbeit), eingebunden, in denen wir zum Beispiel ein möglichst erfolgreiches Start-Up gründen mussten oder darüber debattierten, wie man eine dankbare und zufriedene Lebenseinstellung erreichen kann.

Die Psychologie ist die Lehre des Geistes. Basierend auf dem Akronym** „GEIST“ beschäftigten wir uns insbesondere mit der Psychologie des Glücks, der Emotionen, der Ideen, der Stärke und der Transformation. Neben theoretischen Grundlagen, wie dem Zusammenhang zwischen der Psychologie und Philosophie beziehungsweise Politik, lernten wir die Anwendung der Psychologie im Alltag kennen, wie man beispielsweise wirksame Überzeugungstechniken anwendet oder die Psyche eines Menschen analysiert.

Ganz besonders hat mich die Psychologie der Ideen angesprochen, wo wir vor dem Hintergrund weiterer Disziplinen, zum Beispiel Mathematik oder Philosophie, erarbeitet haben, welche Faktoren Einfluss auf die Entwicklung von Ideen haben. Das haben wir auch anhand von Rätseln oder Aufgaben angewandt, die kreatives und originelles Denken erfordern. Eine bestand darin, einen grammatikalisch logischen Satz aus den Anfangsbuchstaben des Alphabets in chronologischer Reihenfolge zu bilden.

Mein Satz lautet:
Alle Bären campen dank einiger flinker, grünkohlliebender Hasen, indem Jazz knatternd laufend musiziert, nachdem ohne Panik Quallen restliches Sushi tiefkühlen und vogelartige Wachteln xylophonspielende Yaks zerfleischen.

Was wäre Eure Idee dazu?

Ziel des Seminars ist es, eine Community junger, an der Psychologie interessierten Menschen europaweit aufzubauen, die sich regelmäßig austauscht.

Durch die Psychologie-Akademie ist mir umso mehr bewusst geworden, wie vielfältig und lebensnah die Psychologie ist und wie sehr wir ihre Techniken und Lehren in unserem Alltag, wenn auch meist unbewusst, anwenden. Ich selbst habe mir nach dem Seminar vorgenommen, mich jeden Tag persönlich ein Stück zu verbessern.

Ich freue mich schon sehr auf das Präsenztreffen im kommenden Frühling!


* schrittweise
** aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildetes Kurzwort


Bild: https://psychologie-akademie.com/

Freitag, 26. November 2021

Kurzgeschichte: die berühmteste Sängerin

Wie ich zur berühmtesten Sängerin der Welt wurde. Eine kurze Geschichte von Lona Ma.


Name: Scarlett Theodora Taylor
Geburtsdatum: 20.02.1987
Herkunft: Großbritannien (London), USA (Freetown City)
Hobbys: Klavier, singen, Gitarre, Schlagzeug, Saxophon, Bücher schreiben, Basketball, Fußball, sich für Gerechtigkeit und die Umwelt einsetzen
Beruf: Sängerin, Beraterin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Aussehen: Dunkelbraune, lange, Wellige Haare mit blonden Strähnchen, dunkelblaue Augen, leicht gebräunt
Zitat: „Egal, wer du bist, egal, wie du bist, du bist etwas besonderes“
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Wer bin ich? Na klar. Das arme Mädchen, das keine Freunde hat.
Dachte ich zumindest.
Dann änderte sich alles schlagartig. Wie? Das erzähle ich euch jetzt.

Wie alles Anfing

Hi, ich heiße Scarlett Theodora Taylor. Ich bin 26 Jahre alt, wohne in New York und bin sozusagen die berühmteste Sängerin der Welt. Meine Eltern heißen Sarah Cruise-Taylor und Oliver Taylor. Wir waren früher eine arme Familie, aber das machte mir nichts aus. Es störte mich nur, dass meine Mitschüler mich deswegen mobbten. Ich dachte, mein Leben wäre schrecklich, und wir würden für immer arm bleiben. Aber es gab eine Sache, die ich gut konnte und die mir Spaß machte: Singen. Bei allen drei Singwettbewerben gewann ich. Nur einmal war es ganz knapp zwischen mir und Lousianne DeLaFleur. Sie kommt aus Frankreich, war Schülersprecherin und das reichste Mädchen der Schule. Aber zurück zum Thema. Eines Tages änderte sich für mich alles. Und wie das passieren konnte, das erzähle ich euch jetzt.

Erster Schultag nach den Sommerferien

Ich wachte auf und die Sonne blendete mich. Als ich auf die Uhr schaute, war es 7:20. Moment, was?! ,,Oh nein, ich bin zu spät!“, schrie ich. Dann stand ich schnell auf, zog mich an und putzte mir die Zähne. Ich band meine Haare noch schnell zu einem unordentlichen Dutt und fuhr mit meinem Fahrrad zur Schule. Auf dem Weg traf ich Mike. Er war seit dem Kindergarten mein bester Freund. Als wir in der Schule ankamen, sah ich schon Michael, Kenneth und Jax.
Die drei nennen sich die drei „Rockstars“, aber der Name „Die drei Vollidioten“ würde besser zu ihnen passen. Jax ist der Chef von allen, ist aber immer voll durchgedreht. Kenneth ist der, mit den meisten Muskeln, aber er hat außer in Sport in allen Fächern eine sechs. Und Michael ist der Schlimmste von allen. Er ist total sozial-inkompetent und spricht in einer Sprache, die ich persönlich nicht deuten oder verstehen kann, obwohl ich meistens erkennen kann, welche Sprache jemand spricht. ,,Hilu, Schkalit! Hüt sest ti gott eis“, sagte er. Ich ignorierte ihn einfach und ging weiter.
Erst jetzt fielen mir die ganzen komischen Plakate auf, die in den Fluren hingen und alle redeten irgendwie etwas von „Wird Scarlett diesmal wieder gewinnen?“ oder so. Moment, was? Scarlett? Das bin doch ich! In der Klasse angekommen setzte ich mich auf meinen Platz. Auf einmal bemerkte ich auf meinem Tisch einen Flyer und kapierte alles. „Oh ja, ich werde gewinnen, dachte ich, ,,Das kann ich euch garantieren“.



Freitag, 5. November 2021

Bewerbung: „Die beste Klasse Deutschlands“



Die 7a hat sich bei 
„Die beste Klasse Deutschlands“ beworben. Von Isabella Cuber.

Wie fast jedes Jahr gib es wieder „Die beste Klasse Deutschlands“ auf Kika. Und dieses Mal (2022) bewirbt sich erneut eine Klasse des WGs*. Und zwar die jetzige 7a. In den letzten Wochen (vor den Ferien) hat die Klasse ein Bewerbungsvideo aufgenommen. Am 5.11.21 ist es fertig geworden und die Klasse hat sich das fertige Video angeschaut. In den nächsten Tagen wird die 7a es zu den Moderatoren der Firma von „Die beste Klasse Deutschlands“ schicken. Ob die Klasse angenommen wird oder nicht, könnt ihr in meinem nächsten Artikel zu „Die beste Klasse Deutschlands“ lesen.


*2016 war die damalige 6c bereits dabei.

Ferienerlebnis: Musical-Workshop

Stage Perform - mein fünftägiges Sommerferien-Schauspielerlebnis. Ein Bericht von Lona Ma.


Wir fuhren nach Hannover, während alles an mir kribbelte, denn ich hatte noch nie an so einem Workshop teilgenommen. Als wir ankamen, hielten wir vor einem roten Altbaugebäude. Davor standen bereits viele aufgeregte Kinder und Petra, unsere Schauspiellehrerin. Schließlich, als sie uns alle begrüßt hatte, gingen wir rein. Mit uns kam Isa, sie war unsere Gesangslehrerin. Mit ihr übten wir die Songs, die wir vierzehn Tage vor dem Workshop bekommen hatten. Im Schauspielunterricht verteilten wir die Rollen und übten schon mal die ersten Szenen von „Grease“ ein. So heißt der Film, den wir am fünften und letzten Tag aufführen würden. In dem Film geht es um ein Mädchen und einen Jungen, die sich in den Ferien ineinander verlieben. Auf der Highschool treffen sie sich dann wieder, aber Danny, so heißt der Junge, beachtet das Mädchen Sandy gar nicht mehr. Und deshalb plant sie Rache …
Aber zurück zum Workshop. Ich spielte die Ex-Freundin von Danny und bei einem Song war ich zur Abwechslung mal ein Junge.

(Fun-fact Nr. 1: Es gab in dem Workshop NUR Mädchen, deshalb wurden die Proben oft von Lachanfällen unterbrochen, weil die Mädels, die Jungs spielen sollten, nicht wussten, wie sich ein Junge in dieser Situation verhalten würde).

Am nächsten Tag kam der Tanzunterricht hinzu. Unser Lehrer hieß Oliver, aber wir nannten ihn immer Olli.

(Fun-fact Nr. 2: In meiner Klasse gibt es auch einen Oliver, dessen Spitzname Olli war. Als ich meinen Bericht der Klasse vorgelesen habe, mussten alle an dieser Stelle lachen).

Olli (der Tanzlehrer, nicht der Mitschüler) hat professionell Musical studiert und ist auch ein ziemlicher Perfektionist, deshalb waren die Stunden mit ihm ziemlich streng. Nichtsdestotrotz hat der Unterricht sehr viel Spaß gemacht und die Zeit verging wie im Flug – egal ob mit Petra, Isa oder Oliver. Dann endlich kam der Tag der Aufführung.

(Fun-fact Nr. 3: Erstens: Während der Generalprobe rutschte mir der Rock runter – zum Glück hatte ich eine kurze Hose drunter ... Zweitens: Ein Mädchen sollte eigentlich sagen, dass die Pizza mega ist, aber stattdessen sagte sie: Die mega ist Pizza. Drittens: Danny sollte eigentlich sagen „Ich weiß nur noch, dass sie Sandy heißt“. Aber er hat „Ich weiß nur noch, dass sie Danny heißt“ gesagt. Und das vor LAUFENDER KAMERA).

Nach zwei Proben war es Punkt dreizehn Uhr. Petra und Olli stellten sich vor der Kamera vor und dann begannen die ersten Szenen. Abwechselnd kam unsere Gruppe von 10-18 Jahren dran und die jüngere Gruppe von 6-9 Jahren dran. Das Anstrengendste war nicht das Schauspielern, nicht das Tanzen und nicht das Singen. Es war das Umziehen. Während der Show musste ich mich ungelogen acht Mal umziehen. Und man stand immer sehr unter Zeitdruck, denn man durfte nicht zu spät zur nächsten Szene kommen. Nach der Show saßen wir mit Gummibärchen, Schokolade und Marshmallows vor dem Beamer und sahen uns die Aufführung an.

Das war der letzte schöne Moment bei „Stage Perform“. Schade, dass fünf Tage so schnell vergangen waren. Es hat sich nur wie zwanzig Minuten angefühlt. Aber ich werde auf jeden Fall nächstes Mal wieder zu „Stage Perform“ zurückkommen.


Sonntag, 26. September 2021

Abi – und nun?

Das Abi in der Tasche – und jetzt ein Auslandsjahr? Von Valea Elß.


Artikel Nr. 1

Hallo! Ich bin Valea. Ich habe 2021 am WG mein Abitur gemacht und arbeite jetzt als „Teaching and Boarding Assistant“ an dem Londoner Internat „St Margaret’s School“. Das bedeutet, dass ich als Assistenzlehrkraft den Unterricht und das Internatsleben aktiv mitgestalte, zum Beispiel indem ich selbst Deutschunterricht gebe, die Lehrer*innen in weiteren Fächern unterstütze, Ausflüge und Projekte organisiere und noch vieles mehr.
Hier im Blog der WGtarier-Schulzeitung möchte ich euch in meinen Arbeitsalltag mitnehmen und euch so einen Einblick in die englische Kultur und das Leben an einem britischen Internat verschaffen. Wenn du dir vorstellen kannst, selbst einmal ein Auslandsjahr nach dem Abitur zu absolvieren, dich für das Leben in England interessierst oder einfach neugierig bist, ob es an einem Londoner Internat tatsächlich so aussieht wie bei Harry Potter, dann begleite mich doch auf meiner besonderen Reise durch das englische Schuljahr!

Wenn wir zur Schule gehen, dann fühlt es sich manchmal so an, als würden wir für immer Schülerin oder Schüler bleiben. Doch auch wenn dreizehn Jahre wie eine unendlich lange Zeit erscheinen mögen, schneller als man denkt liegen selbst die Abiturprüfungen hinter einem – und vor einem liegt: das „richtige“ Leben.

Was nun? Womit füllt man seine Zeit, wenn nicht mit Unterricht, Hausaufgaben und Klassenarbeiten? Vielleicht sollte man gleich anfangen zu studieren oder eine Ausbildung machen? Oder vielleicht doch erst ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr?

Ich habe schon in der zweiten Klasse entschieden, dass ich Lehrerin werden wollte, und das ist bis heute mein großer Traum geblieben. Trotzdem wusste ich in der dreizehnten Klasse noch nicht, ob ich wirklich sofort mit dem Studium beginnen wollte. Viele meiner älteren Freundinnen, die jetzt bereits mitten im Studium stecken, hatten vorher ein Jahr im Ausland verbracht. War das nicht vielleicht auch etwas für mich? Auf einer langen Autofahrt nach Rügen in den Herbstferien 2020 machte ich mich deshalb an die Arbeit und schrieb eine Liste: (Warum) lohnt es sich, ein Auslandsjahr nach dem Abitur zu machen?

1. Sprachliche Erfahrungen sammeln

Das erste Argument für ein Auslandsjahr liegt wohl auf der Hand: Egal ob es nach Amerika, Asien oder Australien geht – wenn man für ein Jahr in ein anderes Land zieht, muss man sich wohl oder übel mit den Menschen im Ausland verständigen können. Auf diese Weise trainiert man das Hörverstehen, die Aussprache, Vokabular und Grammatik ganz automatisch – und häufig sogar effektiver, als würde man stundenlang im eigenen Zimmer Vokabeln auf Karteikarten vor sich hin pauken. Insbesondere wenn man einen Beruf anstrebt, in dem Englischkenntnisse gefragt sind (und das ist heutzutage nicht selten der Fall), wird das Auslandsjahr zu einer Erfahrung, von dem man sein ganzes Leben lang profitiert.


2. Eine neue Kultur kennenlernen


Neben der Sprache erfährt man bei der Kommunikation mit Einheimischen natürlich auch viel über deren Kultur. Und nicht nur das: man erlebt sie auch noch hautnah. Hierzu ein kleines Beispiel: Im Herbst 2019 nahm ich am China-Austausch hier am WG teil. Im Vorhinein hatte ich viel über die berühmten chinesischen Tee-Zeremonien gelesen und unser chinesischer Fremdenführer hatte mir exakt geschildert, wie er gemeinsam mit seiner Familie fast wöchentlich eine solche Tee-Zeremonie abhielt. Nichtsdestotrotz war es etwas ganz anderes, als ich dann tatsächlich selbst in einem gemütlichen Tee-Stübchen mitten in Shanghai saß und der berühmten Zeremonie persönlich beiwohnte. Ich fühlte mit den Fingerspitzen die kleine Tasse, die ich in der Hand hielt, ich roch den intensiven Duft verschiedener Teesorten, schmeckte das heiße Getränk auf meiner Zunge und hörte der freundlichen Chinesin zu, die uns mehr und mehr Teesorten mit Begeisterung präsentierte. Diese lebendige Erfahrung kann kein schriftlicher oder mündlicher Bericht jemals ersetzen. Und wenn ich kurz die Augen schließe, dann habe ich heute noch immer den intensiven Duft der Teeblätter in meiner Nase.


3. Neue Freunde finden


„Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie nicht immer sehen, aber du weißt, sie sind immer für dich da.“ Wer kennt ihn nicht, den Spruch, der mittlerweile auf jeder Tasse, jeder Geburtstagskarte und jedem Frühstücksbrettchen steht? Und auch wenn dieser Satz aufgrund seiner Popularität ziemlich abgenutzt ist, so ist er doch weiterhin wahr: Die Freundschaften, die man während seines Auslandsjahres sammelt, halten häufig ein ganzes Leben lang, auch wenn nach der Rückkehr ins eigene Heimatland hunderte von Kilometern getrennt ist und sich nicht jeden Tag sehen kann. Ich habe in Österreich beim Wandern eine junge Frau aus Tschechien kennengelernt, mit der ich mich auf Anhieb gut verstanden habe. Wir schreiben heute noch und ich kann mir sicher sein, dass ich sie jederzeit anrufen kann, falls ich mich mal im Urlaub in Prag verlaufen sollte.



4. Wachsen

Stellt euch vor, ihr steht in der Londoner U-Bahn und seid gerade auf dem Weg zurück zu eurer Einsatzschule, in der ihr wohnt und die etwas außerhalb der Stadt liegt. Plötzlich fängt es an zu gewittern und nach erschreckend kurzer Zeit erhaltet ihr die Nachricht, dass alle U-Bahnen und Busse zu eurer Schule aufgrund des Unwetters ausfallen. Was nun? Mama und Papa sind zwei Flugstunden von euch entfernt, ebenso wie die besten Freunde in der Heimat. Dieses Szenario ist meiner Freundin während ihres Auslandsjahres wirklich passiert. Und auch wenn die Vorstellung, alleine in der Londoner U-Bahn zu stehen und nicht nach Hause zu kommen, schrecklich klingt, Erfahrungen wie diese machen einen stärker. Während eines Auslandsjahres lernt man, einen kühlen Kopf zu bewahren, Herausforderungen anzunehmen und Probleme zu lösen. Und später erinnert man sich an Erlebnisse wie diese zurück und kann über die eigene Unsicherheit lachen. Meine Freundin ist an diesem Abend übrigens mehrere Meilen nach Hause gelaufen.


5. Abenteuer erleben


Wünschen wir uns das nicht alle irgendwann einmal? Einfach in einen Flieger zu steigen und niemals wiederzukommen, einfach nur, um dem immer gleichen Alltag zu entfliehen? Wir verfolgen als Schülerinnen und Schüler einen ganz bestimmten Tagesablauf, der sich wöchentlich wiederholt und thematische Einheiten im 45-Minutentakt strukturiert. Da bleibt wenig Zeit für Unerwartetes. An der Universität oder während der Ausbildung verläuft es meist ähnlich. Aber warum von einer Routine in die nächste springen? Warum nicht etwas Neues ausprobieren, hinaus in die große weite Welt reisen und unbekannte Orte entdecken? Das Studium läuft nicht weg – auch nächstes Jahr kann man noch an seiner Lieblingsuni seinem beruflichen Traum nachgehen. Das Auslandsjahr wird einem so viel Wissen, Kontakte und Erinnerungen bescheren, von denen man sein ganzes restliches Leben lang profitieren wird.

As wir nach einer stundenlangen Autofahrt endlich auf Rügen angekommen waren, stand meine Entscheidung fest: Ich möchte nach dem Abitur ein Jahr im Ausland verbringen. Und ich würde auch jedem anderen dazu raten, der Freude am Reisen und am Kennenlernen neuer Kulturen, Menschen und Sprachen hat, der sich selbst finden und weiterentwickeln will. Falls ihr zu denjenigen gehört, die jetzt begeistert nicken oder zumindest mit einem kleinen Lächeln heimlich an sich selbst denken, dann bleibt doch dran und lest auch weiterhin meine Berichte. Auf diese Weise erfahrt ihr, was für eine Art von Auslandsjahr zu euch passen könnte, wie ihr eurer Auslandsjahr organisiert und was ihr von einem Auslandsjahr in England uns speziell an einem Londoner Internat erwarten könnt. Bis zum nächsten Artikel!


Fotos: Valea Elß.

Freitag, 24. September 2021

Unglück am Morgen

Der Unfall. Ein Bericht von Isabella Cuber.


An einem schönen Montagmorgen - aber das ist Ansichtssache - fuhren zwei unschuldige WG- Schülerinnen mit dem Bus zur Schule. Auf einmal hörten sie ein Geräusch, wenige Sekunden danach stellten sie fest, dass die Bustür komplet zerstört war und nur noch aus tausend Glasteilen bestand. Beim genauen Betrachten des Geschehens sahen sie, dass der Bus kurz vor der Haltestelle einen Autospiegel mitgenommen hatte. Da die Tür des Busses jetzt kaputt war, mussten alle Passagiere aussteigen. Die Mädchen kamen mit einem Schrecken davon, mussten nun aber zu Fuß weiter gehen. Trotz der Geschehnisse kamen sie noch pünktlich am WG an. Die Bustür und der Autospiegel aber waren Schrott. Ob das die Versicherung zahlt? Und wer war überhaupt schuld? Das wussten sie leider nicht, weil sie zur Schule mussten.

 

Dienstag, 14. September 2021

Comic: Goldene Regel

Was du nicht willst ... Hadi Sibai zur Anwendung der Goldenen Regel bei der Schulbuchausleihe. Aus dem WN-Unterricht Jg. 5.





Donnerstag, 12. August 2021

Kommunalwahl 2021: Volt-Partei

„Gemeinsame Schule von Klasse 1 bis 10“. Die Volt-Partei antwortet auf die Fragen von Louis Ostrowski.


Am 12. September 2021 wird in Braunschweig gewählt: die oder der Oberbürgermeister:in, der Rat der Stadt und die Stadtbezirksräte. Alle, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, sind wahlberechtigt. Um euch bei der Entscheidung zu unterstützen, veröffentlichen wir in loser Folge Interviews, in denen die Parteien ihre Standpunkte erklären können. Die Texte erscheinen in der Reihenfolge, wie sie bei uns eingegangen sind.


1. FDP
4. BIBS
5. AFD
7. Volt
8. CDU, Die Grünen, SPD: Diese drei Parteien haben wir mehrfach angeschrieben. Antworten auf unsere Fragen haben wir leider nicht erhalten.



Beschreiben Sie Ihre Partei in höchsten zwei Sätzen.
Die paneuropäische Partei Volt will sich mit einem neuen Politikstil für ein klimafreundliches, sozialverträgliches sowie liberales Europa einsetzen und die Einheit der europäischen Staaten stärken. Kernelement unserer politischen Strategie ist es, funktionierende Lösungsansätze aus anderen europäischen Kommunen als sogenannte Best-Practice-Beispiele umzusetzen, wodurch wir eine lösungsorientierte Politik erreichen wollen. Kurz: paneuropäisch, progressiv, pragmatisch

Was ist das wichtigste aktuelle Ziel Ihrer Partei?
Uns ist wichtig den Zusammenhalt innerhalb der europäischen Union nicht nur zu sichern, sondern auch zu vertiefen. Dafür halten wir Reformen der europäischen Institutionen für sehr wichtig. So soll das Europäische Parlament etwa, das aus unseren direkten Vertreter*innen besteht, Gesetze vorschlagen dürfen. Die EU muss direkter, transparenter und bürgernäher werden Europa bietet aber auch Vorbilder, welche wir aufgreifen und in unserem Stadtrat einbringen möchten. Fahrradfahren wie in Kopenhagen, möchten wir auch hier in Braunschweig umsetzen. Schulen vernünftig auf die Digitalisierung vorbereiten? Estland macht es vor. Europas Kreativität auf lokaler Ebene anwenden, das wollen wir für Braunschweig!

Wie setzen Sie sich für Bildung ein?
Inmitten gewaltiger gesellschaftlicher Veränderungen rund um Klimawandel und Digitalisierung lernen wir weitgehend noch immer wie vor 100 Jahren. Das muss sich ändern. Unsere Vision von Schule ist nicht in Schulformen, Klassenstufen und Fächer gegliedert, sondern nach individuellen Neigungen und Begabungen. Wir streben nach dem Vorbild der skandinavischen PISA-Vorreiter eine gemeinsame Schule von Klasse 1 bis 10 an, in der Schüler*innen individuell gefördert werden: Das kann zum Beispiel bedeuten, dass sie ein Projekt zum Thema "Werbung" auf einem einfachen Leistungsniveau bearbeiten, eines zum Thema "Energie" dagegen auf einem anspruchsvollen. Es kann auch bedeuten, dass sie im Energie-Projekt mit einer Lerngruppe arbeiten, in der die meisten Schüler*innen schon etwas älter als sie selbst sind. Wir finden: Nicht die Schüler*innen sollten sich dem Unterricht anpassen, sondern umgekehrt. Das gilt auch und gerade für Schüler*innen mit Beeinträchtigungen. Noten und Sitzenbleiben finden wir weniger wichtig, als dass Schüler*innen lernen, ihr Lernen selbstständig zu organisieren und ihre Lernentwicklung zu reflektieren - und zwar nicht nur bis zum gewünschten Schulabschluss, sondern lebenslang.

Moderner, flexibler Unterricht erfordert moderne, flexible Schulgebäude mit Nebenräumen für wechselnde Kleingruppen und verstellbaren Wänden. Wir setzen uns daher für ein Programm ein, mit dem nicht nur Selbstverständlichkeiten finanziert werden - wie Sanierungen oder eine zeitgemäße Sporthalle -, sondern mit dem nach und nach alle Braunschweiger Schulen modernisiert werden.

Für unsere Reformvorhaben wollen wir die Ausgaben für Bildung im Bundeshaushalt deutlich erhöhen und dem Bund mehr Zuständigkeiten in der Bildungspolitik verschaffen. Eine Bundesbildungskommission aus Abgeordneten der Länder und Wissenschaftler*innen soll bis 2031 den Wandel hin zu einem einheitlichen, vergleichbaren Bildungssystem gestalten.

Ein weiteres Ziel von Volt ist es, Bildung sozial gerechter zu machen. In keinem Land der EU hängt der Erfolg von Kindern so stark von der Herkunft ihrer Eltern ab wie in Deutschland. Der Distanzunterricht hat sozial benachteiligte Familien besonders stark getroffen. Wir wollen, dass eine Schule je 150 Schüler*innen eine*n Sozialarbeiter*in beschäftigt. Dafür wollen wir die Zahl der städtischen Sozialarbeiter*innen erhöhen. Denn Schule ist viel mehr Ort als nur eine Lehranstalt. Ganztagsangebote wiederum sind wichtig, z.B. damit zugewanderte Kinder Sprachförderung erhalten oder damit Schüler*innen aus allen gesellschaftlichen Schichten Sport treiben oder musizieren können. Wir wollen daher den Ausbau von Ganztagsangeboten beschleunigen und auf weiterführende Schulen ausdehnen.

Die Digitalisierung von Schulen geht ja ziemlich langsam voran. Was möchten Sie ändern, um die Digitalisierung voranzutreiben?
Wir wollen digitaler Bildung den Stellenwert einräumen, den sie in den letzten Jahren nicht erfahren hat. Dazu brauchen wir, was z.B. in Dänemark längst Standard ist: Breitbandanschlüsse in jeder Schule, einheitliche digitale Endgeräte für Schüler*innen und Lehrkräfte, die von der Stadt gestellt und gewartet werden, und einen Unterricht, an dem man über datenschutzkonforme Lernplattformen teilnehmen kann, egal wo man gerade ist - ob im pandemiebedingten Distanzlernen oder in Kroatien im Rahmen eines Online-Projekts mit der dortigen Partnerschule.

Manches, wie den Netzausbau, muss die Stadt endlich anpacken. Anderes hat der Bund schon heute im Rahmen des Digitalpaktes finanziert, z.B. die Anschaffung von Endgeräten. Aber die Bürokratie überfordert Lehrkräfte und Schulleiter*innen, sodass sie die Mittel nicht abrufen können. Wir finden: Eine Service-Stelle der Stadtverwaltung sollte auf die Schulen zugehen und alles organisieren, was nötig ist, um die Vorstellungen der Schulgemeinschaft von digitaler Bildung zu verwirklichen.

Inhaltlich sollten in unserer Schule der Zukunft digitale, alltägliche Themen eine größere Rolle im Unterricht spielen, z.B. Fake News und Deep Fakes, die Funktionsweise von Algorithmen oder Cybermobbing. Dafür setzen wir uns auf Komunal-, Bundes- und bald auch Landesebene ein.

Wie steht Ihre Partei zum Klimawandel/wie wollen Sie die Erderwärmung bekämpfen?
Wir erkennen die Klimakrise als größte Herausforderung unserer Zeit an und wollen aktiv daran arbeiten, dass alle europäischen Staaten das Pariser Klimaabkommen erfüllen. Wir möchten, dass Europa bis 2040 die Klimaneutralität erreicht. Um dieses Ziel möglich zu machen, müssen wir die anstehende Transformation in allen Lebensbereichen umsetzen (z. B. Industrie, Bauen, Verkehr).

Konkret wollen wir in Braunschweig ein 356 € Ticket einführen. Zudem wollen wir für Fahrradwegenetz anlegen, um das Fahrradfahren bequemer, schneller und sicherer zu machen. Wir glauben, wenn es wirklich sinnvolle Alternativen zum motorisierten Individualverkehr gibt, werden die Menschen gerne umsteigen.

Was möchten Sie in Zukunft in der Politik ändern?
Die Demokratie lebt von der politischen Beteiligung ihrer Bürger*innen. Um den Bürger*innen eine Teilhabe an politischen Prozessen zu ermöglichen, muss diese transparenter und zugänglicher werden. Wir wollen politische Teilhabe fördern, indem wir bestehenden politischen Hürden (wie z.B. fehlende finanzielle Mittel, politische Bildung) aktiv entgegenwirken. Wir wollen eine diverse, vielfältige und bunte Politik, in der jeder Mensch die Möglichkeit hat, sich über Wahlen hinaus an der Demokratie zu beteiligen.

Was möchten Sie speziell in Braunschweig machen/ändern?
Auf lange Sicht soll Braunschweigs Innenstadt, innerhalb des Rings autoarm werden. Um dies zu erreichen muss zunächst die Fahrradinfrastruktur enorm ausgebaut werden. Wir wollen wie in Kopenhagen die Ausgaben für die Fahrradinfrastruktur auf 35 € pro Einwohner erhöhen. Für Menschen die außerhalb von Braunschweig wohnen und nach Braunschweig kommen um zu arbeiten, zur Schule zu gehen und einkaufen zu gehen, müssen wir frühzeitig Infrastruktur aufbauen die es ihnen ermöglicht dies auf Klimafreundlichen Weg zu tun. Dies gelingt anderswo bereits durch eine Vielzahl an Park&Ride-Möglichkeiten, wo Menschen ihre Autos  parken können und durch günstige Leihräder, Bus und Bahn in die Innenstadt gelangen.

Zudem wollen wir eine moderne und bürger*innennahe Kommunalpolitik, die auf digitale, nachvollziehbare und verständliche Prozesse setzt, an denen sich die Braunschweiger*innen beteiligen können. Jeder Gang zur Behörde (z. B. Personalausweis beantragen) sollte auch online möglich sein. In Kasper Haller sehen wir einen digital-kompetenten Kandidaten, der unsere Forderungen umsetzen kann.

Was zeichnet Ihre Partei im Gegensatz zu den anderen Parteien aus?
Volt ist eine paneuropäisch Partei. Die meisten Probleme lassen sich nicht national lösen, sondern nur gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn. Weshalb wir als Bewegung in 29 Ländern aktiv und in 17 Ländern als Partei registriert sind. Neben zahlreichen deutsche Kommunen sind wir auch in Italien und Bulgarien in Stadträten vertreten. Seit dem März 2021 auch mit 3 Mandatsträger*innen im niederländischen Parlament. Dabei verfolgen wir den Ansatz uns die Lösungen anderer Städte und Länder für unsere Probleme anzuschauen und zu prüfen, inwiefern wir diese übernehmen können.