Sonntag, 16. August 2026

Liebe

„Wie kann ein Mensch zugleich Wunde und Pflaster sein?” Ein Essay von Halla Naameh (11b).



 

In Liebesgeschichten, romantischen Filmen und auch im echten Leben hört man oft den Satz: „Ein Mensch kann sowohl die Wunde als auch das Pflaster sein.“

Doch ich habe mich gefragt, wie kann eine Person gleichzeitig Schmerz und Heilung sein? Wie kann es sein, dass man sich jemandem so nah fühlt und gleichzeitig innerlich so weit entfernt? Sind es vielleicht einfach die falschen Menschen, die uns glücklich machen und uns am Ende doch mit einem schlechten Gefühl zurücklassen? Und wenn ja, warum? Warum schmerzt unser Herz manchmal so sehr und wir machen trotzdem weiter?

Wenn man sagt, ein Mensch könne gleichzeitig Wunde und Pflaster sein, klingt das zunächst romantisch. Wir konzentrieren uns auf das „Pflaster“ und vergessen dabei oft, warum die Wunde überhaupt entstanden ist. Die Vorstellung, dass eine Person gleichzeitig Problem und Lösung sein kann, wirkt beinahe schön. Doch die Realität ist deutlich komplizierter.

Ein Grund dafür liegt vielleicht auch in der Welt, in der wir heute leben. Social Media setzt uns nämlich selbst in der Liebe unter Druck. Jeder zweite Beitrag, jedes zweite Reel vermittelt dieselbe Botschaft: Antworte nicht zu schnell, schreib nicht zuerst, gestehe niemals zu viele Gefühle und zeige bloß nicht zu viel Interesse. Geduld wirkt plötzlich wie Schwäche, obwohl sie in einer Zeit vor Social Media oft als Zeichen echter Liebe galt.

Dadurch sind wir an einem Punkt angekommen, an dem viele Menschen Angst davor haben, ihre echten Gefühle zu zeigen. Aus Angst vor Zurückweisung verstecken wir Emotionen lieber, statt offen zu sein. Missverständnisse verstärken diese Unsicherheit zusätzlich, bis wir uns irgendwann selbst darin verlieren. Es wirkt fast so, als gäbe es eine bestimmte Form, in die Liebe hineinpassen muss und wenn sie anders aussieht, sei sie nicht „richtig“.

Dabei bringt uns Social Media kaum noch bei, Menschen einfach auf ihre eigene Art zu lieben. Stattdessen lernen wir ständig Regeln darüber, wie man wirken soll. Doch Liebe entsteht nicht durch Spielchen oder vorgeschriebene Verhaltensweisen. Sie entsteht zwischen zwei Menschen. Wenn einer von beiden ein falsches oder unrealistisches Bild von Liebe entwickelt, kann das den anderen verletzen oder unter Druck setzen.

Oft merken wir gar nicht, dass wir uns dadurch in einem Teufelskreis befinden. Wir verlieren langsam die Fähigkeit, ehrlich zu fühlen, weil andere für uns definieren, was Liebe angeblich sein soll. Dabei gibt es keine allgemeingültige Definition von Liebe. Dies zeigt sich etwa bei dem Philosophen Erich Fromm, der Liebe nicht als eine feste Empfindung, sondern als eine Kunst auffasste, die jeder Mensch auf seine eigene Weise verwirklicht. Jeder Mensch liebt auf seine eigene Weise. Trotzdem versuchen wir immer häufiger, alle Gefühle in dieselbe Form zu pressen und vergessen dabei, dass echte Liebe gerade durch ihre Unterschiede entsteht.

Doch gesellschaftliche Einflüsse allein erklären nicht, warum Liebe uns so tief berührt. Ein Blick auf die biologischen Prozesse zeigt, dass auch unser Körper eine wichtige Rolle spielt. Verliebtsein mag oft wie etwas Magisches erscheinen, biologisch betrachtet ist es jedoch ein komplexes Zusammenspiel aus Gehirn, Hormonen und Nervensystem. Sobald wir jemanden attraktiv finden, aktiviert unser Gehirn das Belohnungssystem. Dabei spielt Dopamin eine zentrale Rolle. Es sorgt für Glücksgefühle, Motivation und Energie. Viele kennen dieses Gefühl, wenn man etwas erreicht, worauf man stolz ist. Beim Verlieben passiert etwas Ähnliches nur deutlich intensiver. Deshalb denken Verliebte oft ständig an die andere Person.

Gleichzeitig wird Noradrenalin ausgeschüttet. Dadurch gerät der Körper in eine Art angenehmen Alarmzustand. Das Herz schlägt schneller, man ist aufgeregt, die Hände zittern vielleicht und dieses berühmte Kribbeln im Bauch entsteht. Parallel dazu sinkt häufig der Serotoninspiegel. Das kann dazu führen, dass wir uns stark auf eine Person fixieren und sie kaum noch aus dem Kopf bekommen.

Außerdem arbeitet der Bereich im Gehirn, der für kritisches Denken zuständig ist, während der Verliebtheitsphase weniger aktiv. Deshalb sehen wir die andere Person oft durch die sogenannte „rosarote Brille“. Schwächen werden ausgeblendet oder wirken plötzlich unwichtig. Wenn die Gefühle später schwächer werden, fragen wir uns  manchmal: „Wie konnte ich mich nur in diese Person verlieben?“

Dabei hat sich die Person vielleicht gar nicht verändert nur unsere Wahrnehmung.

Wenn aus Verliebtheit eine tiefere Bindung entsteht, kommt ein weiteres Hormon ins Spiel: Oxytocin, auch bekannt als Bindungs- oder Kuschelhormon. Es sorgt für Vertrauen, Nähe und Sicherheit. Mit der Zeit wird aus intensiver Verliebtheit eine ruhigere, stabilere Verbundenheit. In unserem Körper passiert also unglaublich viel, wenn wir lieben

Doch die eigentliche Frage bleibt: Wie kann eine Person gleichzeitig Wunde und Pflaster sein?

Vielleicht liegt die Antwort gar nicht nur in der anderen Person, sondern auch in uns selbst. Vielleicht fühlt es sich deshalb so an, als könne ein Mensch zugleich Wunde und Pflaster sein. Je wichtiger uns jemand wird, desto größer ist die Chance, Geborgenheit und Nähe zu erfahren, aber auch das Risiko, verletzt zu werden. Nähe schafft Vertrauen, macht uns jedoch gleichzeitig verletzlich. Genau deshalb entstehen Trost und Schmerz oft aus derselben Verbindung. Heilung entsteht durch Nähe, Geborgenheit und gemeinsame schöne Momente. Schmerz hingegen entsteht, wenn wir jemanden lieben, der uns nicht guttut oder nicht wirklich zu uns passt. Vielleicht ist das „Pflaster“ also gar nicht die Person selbst, sondern das, was sie in uns auslöst: Hoffnung, Gefühle und das tiefe Bedürfnis nach Nähe. Die Wunde hingegen entsteht oft dann, wenn die Realität nicht mit unseren Vorstellungen übereinstimmt. Man könnte es mit einem Glassplitter vergleichen: Das Glas verursacht die Verletzung, doch das Pflaster kommt von uns selbst. Heilung beginnt nicht außerhalb von uns, sondern in unserem eigenen Umgang mit Gefühlen.

Genau hier entsteht auch die Gefahr, Liebe mit Selbstverlust zu verwechseln. Soziale Medien romantisieren oft ungesunde Beziehungen. Aussagen wie „Für die Liebe würde ich alles aufgeben“ oder „Eine Person kann gleichzeitig Wunde und Pflaster sein“ klingen tiefgründig und romantisch, können aber gefährlich sein. Liebe sollte nicht bedeuten, sich selbst zu verlieren.

Wie oft haben Freunde schon gesagt:

„Pass auf, du gibst gerade alles für diese Person auf.“

Und trotzdem wollten wir es nicht hören, weil wir dachten:

„Aber das ist doch Liebe.“

Wenn wir dieselbe Situation bei jemand anderem beobachten, erkennen wir oft sofort, dass sie nicht gesund ist. Bei uns selbst fällt das deutlich schwerer. Vielleicht gerade deshalb, weil Liebe unsere Sicht verändert.

Am Ende bleibt vielleicht nicht die Frage, ob ein Mensch gleichzeitig Wunde und Pflaster sein kann. Vielleicht sollten wir uns vielmehr fragen, warum wir manchmal erwarten, dass jemand anderes heilt, was in uns verletzt wurde. Ein Mensch kann uns Nähe schenken, uns auffangen und begleiten. Doch die eigentliche Heilung entsteht nicht durch ihn, sondern durch unseren Umgang mit dem, was wir fühlen. Liebe kann uns Halt geben, aber sie sollte nicht zur Bedingung dafür werden, dass wir uns selbst wertvoll fühlen. Denn Liebe wird nicht dadurch größer, dass wir uns selbst verlieren. Sie wird größer, wenn wir uns selbst treu bleiben. Ein Mensch kann ein Teil unseres Weges sein, aber niemals unser ganzer Weg. Vielleicht geht es also gar nicht darum, ob jemand Pflaster oder Wunde ist. Vielleicht geht es vielmehr darum, ob wir uns selbst bewahren können, während wir lieben. Denn echte Liebe sollte uns nicht kleiner machen, sondern wachsen lassen.


Bild: Hello Cdd 20 Pixabay


Mittwoch, 1. Juli 2026

Wehrpflicht

Gesellschaftsjahr oder Bundeswehr? Halla Naahmeh und Linus Seiffert (10m1) berichten über die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht, evaluieren Umfrageergebnisse und zeigen Einzelstatements.




Aktuell gibt es in Deutschland keine Wehrpflicht, dennoch erfreut sich das Modell seit jüngsten Diskussionen wieder größerer Beliebtheit. Richtig abgeschafft wurde die Wehrpflicht nicht, sie wurde lediglich ausgesetzt. Der Bundestag könnte sie also theoretisch ohne großen Aufwand wieder einführen, praktisch ist das aber eher unwahrscheinlich.

Die Welt hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert – und das leider nicht nur zum Besseren. Weltweit nehmen Konflikte zu, die Anzahl der Demokratien sinkt und autoritäre Systeme treten wieder stärker auf. Spätestens mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 schwand auch in Europa das Gefühl von Sicherheit. Was tun, wenn Russland uns angreift und die USA uns nicht unterstützen? In der Folge proklamierte der damalige Bundeskanzler Scholz eine militärische „Zeitenwende“, welche umfassende Investitionen sowie Reformen für die Verteidigungspolitik bedeutete. Damit wurde der Grundstein für die politische Ausrichtung bis heute gelegt. Verteidigungsminister Boris Pistorius betont, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden, möglichst bis zum Ende des Jahrzehnts. Er strebt an, die Truppenanzahl deutlich zu erhöhen. Aktuell liegt sie bei etwa 180.000 Soldaten und Soldatinnen, langfristig werden rund 260.000 bis 280.000 angestrebt.

Seit Kurzem gibt es ein neues, attraktiveres Wehrdienstmodell, welches zunächst auf Freiwilligkeit basiert. Männer eines Jahrgangs erhalten mit dem Erreichen der Volljährigkeit Post von der Bundeswehr und sollen Angaben zu ihrer Bereitschaft machen. Das Verteidigungsministerium betont, dass es zunächst darum geht, einen Überblick über potenziell verfügbare Kräfte zu bekommen. Dadurch ist die Debatte über die Wehrpflicht erneut aufgeflammt, welche nicht nur die Gräben zwischen politischen Lagern, sondern auch zwischen den Generationen vertieft. Während konservative Kräfte und besonders ältere Generationen die Wiedereinführung einer Wehrpflicht für sinnvoll erachten, sprechen sich progressive Kräfte und junge Menschen überwiegend dagegen aus. Diese Annahme wollten wir testen und haben in der Folge eine Umfrage in unserer Altersgruppe zum Thema Wehrdienst / Wehrpflicht durchgeführt.


Umfrage in unserer Altersgruppe

Zwar sind die Meinungen gemischt, jedoch sprechen sich die meisten (67 %) für eine Erhöhung aus.



Bei dieser Kernfrage äußert sich eine klare Mehrheit von etwa 71 % kritisch gegenüber einer Wiedereinführung.


Eine Mehrheit von etwa 67 % spricht sich für eine solche geschlechtliche Parität aus.


Zwar sind auch hier zahlreiche Meinungen vorhanden, besonders hervor sticht jedoch, dass mehr als ein Drittel (35 %) auf jeden Fall zustimmt.

 

Einzelstatements zu der Thematik

Lina Koppe, 10m1

„Meiner Meinung nach sollte es, wenn es zu einer Pflicht kommen sollte, einen Wehrdienst nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen geben. So kämen nicht nur Männer in Berufe der Bundeswehr, sondern auch Frauen, welche so vielleicht ein zu ihnen passendes und bisher unbekanntes Berufsfeld entdecken könnten. Deswegen spreche ich mich für eine Gleichstellung der Geschlechter bei einem Wehrdienst, ob verpflichtend oder nicht, aus. Jedoch sollte auch alternativ die Möglichkeit für ein soziales Pflichtjahr bestehen bleiben. “

Martino Rossi, 11c

„Menschen im Kriegsfall zum Töten oder zur Beihilfe zum Töten zu verpflichten, widerspricht aus meiner Sicht jeglichem moralischen Grundsatz. Beim Bund zu dienen, heißt aber genau das: im Kriegsfall Menschen zu töten – ob im Schützengraben, im Flugzeug, im Lager oder im Büro. Egal, wo man eingesetzt wird: Man tötet Menschen oder hilft dabei. Dazu kann man keinen Menschen zwingen!“

Linus Seiffert, 10m1

„Meines Erachtens stellt die Wiedereinführung einer Wehrpflicht keinen sinnvollen Ansatz dar. Eine Pflicht erzeugt zwar kurzfristig Zahlen, jedoch kein dauerhaftes Engagement und keine Identifikation mit dem Dienst. Junge Menschen wie wir sehnen uns nach Selbstbestimmung – und dieses Streben ist keineswegs verwerflich. Gleichzeitig wäre es Augenwischerei zu behaupten, die Sicherheitslage habe sich nicht verändert. Deshalb bedarf es moderner Anreize statt einer bloßen Rückkehr zur Pflicht.“


Foto: Regina Ratke, IPPNWCC BY-NC-SA 4.0, Bildausschnitt verkleinert.











Mittwoch, 17. Juni 2026

Weltmeister 2026: Lehrer:innentippspiel

Frankreich vor Deutschland. Das meint das Kollegium des Wilhelm-Gymnasiums im WM-Tippspiel.
















Auswertung der Antworten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Kollegiums-Tippspiel.

Samstag, 13. Juni 2026

Weltmeister 2026: Tipp der Außenstelle

„Viele haben Hoffnung dieses Mal“. Ayham Haj Hammadeh (6a) mit einer Umfrage an der Außenstelle des Wilhelm-Gymnasiums zur Weltmeisterschaft 2026.




Befragt wurden 97 Schülerinnen und Schüler.

Freitag, 5. Juni 2026

Lieblingslehrer Außenstelle

Umfrage am WG zum Lieblingslehrer in der Außenstelle. Von Andy Butty, Julius Kahl und Karl Schöll (7c).



 

Wir haben an der Außenstelle des WGs eine Umfrage zu den Lieblingslehrern und Lehrerinnen gemacht. Insgesamt haben wir 100 Stimmen der Schüler/innen gesammelt. Die Grafik zeigt die Ergebnisse ab zwei Stimmen. Außerdem haben wir nach einer Begründung gefragt.

Das sind die Platzierungen:

1.     Platz:

Frau Sommer (20 Stimmen)

2.     Platz:

Herr Conrad (8 Stimmen)

3.     Platz:

Frau Gemmer (5 Stimmen)

Frau Hahnemann (5 Stimmen)

Frau Zager (5 Stimmen)

Frau von Kölln (5 Stimmen)

Herr Öztürk (5 Stimmen)

  

Lieblingslehrer: wieso?







Donnerstag, 28. Mai 2026

Kommentar

„Bring back 9€-Ticket!“. Martino Rossi (11c) kommentiert das Krisenmanagement der Bundesregierung in der Energiekrise.

 

Deutschland steckt mitten in einer der größten Energiekrisen in der Geschichte unseres Landes – und das schon seit Monaten. Das liegt aber nicht am Krieg, nicht an Iran und nicht an Trump. Sondern an uns!

Keine Unbekannte ist seit Jahren, dass fossile Energieträger Abhängigkeiten zu anderen Ländern schüren, die vor allem in den heutigen konfliktreichen Zeiten problematisch sein können. Dies zeigt sich ja gerade in sehr besonderer Weise durch massive Preisanstiege in Verbindung mit dem Konflikt in Iran.

Wir hätten seit Jahren die Chance gehabt, durch ausreichende Investitionen komplett auf erneuerbare Energien und Elektro-Antriebe umzusteigen und damit nicht nur Abhängigkeiten abzubauen, sondern auch das Klima zu schützen.

Nun aber stecken wir mittendrin in der Krise. Daher ist es wichtig, langfristige Ziele wie den kompletten Umstieg auf erneuerbare Energien und Elektro-Antriebe voranzutreiben, aber vor allem kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen, die zu 100% den Bürger*innen zugutekommen und keine negativen Auswirkungen auf das Klima haben.

Der Tankrabatt ist dabei das falsche Instrument. Denn er entlastet nur Autofahrer*innen und schadet dadurch nicht nur dem Klima, sondern auch den Menschen, die eben kein Auto fahren. Noch viel schlimmer ist, dass von den 17 Cent Ermäßigung pro Liter nur 4 Cent wirklich bei den Verbraucher*innen ankommen und die restlichen 13 Cent in den fetten Taschen der Konzerne landen, wie eine ifo-Studie belegt.

Viel wirksamer wäre daher ein 9€-Ticket in Verbindung mit einer Taktverdichtung im ÖPNV. Dieses würde nicht nur Bahnfahrer*innen, sondern auch Autofahrer*innen entlasten, da diese mit dieser Maßnahme ernsthaft zum Umstieg motiviert werden könnten, was positive Auswirkungen auf das Klima hätte, die dringend notwendig sind. Deshalb: Bring back 9€-Ticket!

Darüber hinaus sollte über größere Prämien für E-Autos und einen Rückzug vom Rückzug der Solarförderung für private Balkone nachgedacht werden.

Wenn Deutschland das alles konsequent berücksichtigen würde, dann wären wir nicht abhängig von anderen Ländern und auch einen Schritt weiter auf dem langen Weg zur Klimaneutralität!

 

Dienstag, 26. Mai 2026

Lehrerinnen-Interview

 „Pasta geht immer“. Sila Almousilly und Skadi Presch (5a) im Interview mit Frau Hahnemann.



 

Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Ich glaube, weil ich gerne mit Kindern zusammenarbeiten wollte und schon ganz viel als Nachhilfelehrerin gearbeitet hab. Dann lag das irgendwie auf der Hand, dass ich das als Beruf machen will, was mir Freude macht.

Warum unterrichten Sie die Fächer, die Sie jetzt unterrichten?

Weil sie mir Spaß machen.

Welche Fächer wären das denn?

Deutsch und Geschichte. Ich hatte beide früher selbst als Leistungskurs in der Oberstufe. Und ich würde sagen, das waren früher schon in der Schule meine Lieblingsfächer.

Was genau macht Ihnen denn an Deutsch Spaß?

An Deutsch mag ich es gerne, wenn wir Bücher lesen.

Und was gefällt Ihnen am meisten an Geschichte?

An Geschichte finde ich cool, wenn ihr erkennt, was das Thema aus der Vergangenheit mit unserem Jetzt zu tun hat.

Was lieben Sie an Ihrem Job?

Ich glaube, dass der jeden Tag anders ist. Ich finde es immer spannend, hier zu sein. Man weiß vorher nie genau, wie so ein Tag läuft, dadurch ist es nie langweilig. Man kann nicht voraussehen, was passiert. Wenn ich eine Akte aufschlagen würde und die abarbeite, dann weiß ich ziemlich genau, was mich an dem Tag erwartet. Aber hier ist ganz viel spontan.

Was mussten Sie für Ihr Job tun? Von der Ausbildung her?

Nach dem Abitur musste ich erst Mal studieren. Das habe ich in Heidelberg gemacht. Fünf Jahre lang.

Und wie lange ging das Abitur?

13 Jahre. Dann war ich 18 und bin zum Studieren für fünf Jahre nach Heidelberg gegangen. Danach habe ich mein Referendariat gemacht. Ihr habt ja auch manchmal Referendare.

Was sind Referendare?

Die machen eine Ausbildung zum Lehrer. Die sind mit dem Studium fertig und üben dann noch ein bisschen, vor der Klasse zu stehen und Stunden zu halten. Das habe ich auch noch einmal anderthalb Jahre gemacht. Und seitdem bin ich Lehrerin. Ich habe zuerst in Celle gearbeitet und bin jetzt hier.

Was sind Ihre Hobbys?

Ich lese natürlich gerne und sehr viel. Und ich mache auch Sport. Ich bouldere  gerne. Joggen mag ich nicht so gerne, aber ich mache es, weil ich weiß, dass es gut für den Körper ist. Und ich treffe mich mit Freunden.

Wie lange sind Sie schon Lehrerin?

Seit 2011. Seit 15 Jahren.

Warum sind Sie hier am WG und nicht an einer anderen Schule?

Ich hatte zuerst, als ich mit dem Referendariat fertig war, eine Stelle an einer Oberschule in Celle gehabt. Die ist von hier ca. 45 Minuten entfernt. Das war okay, als ich noch keine Kinder hatte. Aber als dann meine Tochter geboren wurde, wollte ich gerne in der Nähe unterrichten, falls irgendwas im Kindergarten ist, und weil ich mir einfach die Fahrzeit spare. Als dann mein Sohn geboren wurde, hat es geklappt, dass ich hierher kommen konnte. Es ist ein bisschen kompliziert als Lehrer, die Stelle zu wechseln. Ich brauchte mehrere Anläufe. Dann bin ich ans WG gekommen, weil die mich brauchten. Da bin ich auch ganz froh drüber.

Was ist Ihr Lieblingskleidungsstück?

Ich glaube, ich mag Blazer ganz gerne.

Bevor Sie Lehrerin waren, was wollten Sie werden?

Ich wollte lange Zeit Sportjournalistin werden, weil ich gerne Sport gucke und das immer spannend finde. Und ich schreibe auch gerne. Deswegen dachte ich, das kann ich cool kombinieren und über die Fußball-Weltmeisterschaft oder so berichten.

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Lasagne. Mögt ihr die auch?

Ich bin auch so auf der Seite der Nudeln.

Pasta geht immer.

 

Dienstag, 12. Mai 2026

Fremdsprachen: Französisch

„Französisch ist eine tolle Sprache, die sehr schön klingt“ – Elin Schindler und Linus Seiffert aus der 10m1 befragen Frau Gebensleben zum Fach Französisch.

 


Hier geht es zu den anderen Interviews unserer Mini-Serie:

LateinSpanisch

Französisch gilt als elegant und klangvoll und ist gleichzeitig eine bedeutende Weltsprache. Doch was steckt wirklich dahinter? Viele Schüler werden nächstes Jahr am WG das erste Mal Französisch in der Schule haben. Deswegen gehen wir heute in unserer Reihe „Steckbrief der Fremdsprachen“ dem Fach Französisch auf den Grund.

 

Wo spricht man überall Französisch?

Natürlich in Frankreich, aber das ist nicht das einzige Land. In Kanada und in vielen Ländern Afrikas ist Französisch zwar oft nicht die alleinige Landessprache, aber eine wichtige Amtssprache. Dort wird es besonders in Verwaltung und Bildung eingesetzt. Außerdem wird auch in der Schweiz und in Luxemburg viel Französisch gesprochen.

Was macht man im Französischunterricht?

Das, was man in jedem Sprachunterricht macht: Texte lesen, darüber sprechen, Vokabeln lernen, Grammatik lernen und vor allem viel kommunizieren. Ziel ist es, so zu lernen, dass man sich später auch im Austausch wirklich verständigen kann. Das hat man beim diesjährigen Frankreichaustausch vor den Osterferien auch ganz gut gesehen. Die meisten waren in der Lage, sich auf Französisch zu verständigen. Genau darauf zielt der Unterricht ab: Kommunikation möglich zu machen.

Was macht aus Ihrer Sicht Französisch sinnvoll oder hebt es von anderen Sprachen ab?

Sinnvoller ist schwer zu sagen, da alle Sprachen grundsätzlich sinnvoll sind. Französisch ist aber eine sehr schöne Sprache mit einem tollen Klang. Dazu kommt die deutsch-französische Freundschaft nach dem Zweiten Weltkrieg - nach langen Jahren und Jahrhunderten von Konflikten -, die zeigt, dass Völker auch wieder zueinander finden können. Gerade mit Blick auf die aktuelle Weltlage ist das ein sehr starkes Beispiel dafür, wie wichtig Zusammenarbeit ist. Deutschland und Frankreich müssen eng kooperieren und miteinander kommunizieren. Neben der Tatsache, dass es eine schöne Sprache ist, ist das einer der wichtigsten Gründe, warum Französisch heute so bedeutsam ist.

Wie schwer ordnen Sie Französisch ein?

Ich persönlich empfinde es nicht als besonders schwer. Auch im Vergleich zu Spanisch ist es ziemlich ähnlich. Viele grammatische Strukturen sind vergleichbar. Latein unterscheidet sich deutlich stärker, da es nicht gesprochen wird und die Grammatik komplexer ist. Insgesamt ist es, glaube ich, eine Sprache, die man gut lernen kann, wenn man aus unserer Sprachfamilie kommt. Es ist ja nichts völlig Fremdes, sondern gehört zur gleichen Sprachfamilie.

Warum haben Sie selbst Französisch gewählt?

Ich fand Frankreich schon immer toll und war auch als Kind bereits dort. Bevor ich überhaupt Französisch gelernt habe, habe ich über unsere Gemeinde an einem kleinen Austausch teilgenommen. Das fand ich sehr schön und habe dadurch auch Französisch gelernt. Dabei war ich offenbar recht gut und bin dann dabei geblieben.

Was ist das ausschlaggebende Argument für Schüler, Französisch zu wählen?

Wie schon gesagt: Es ist in Europa wichtig, sich auch auf Französisch verständigen zu können. Außerdem ist es einfach eine schöne Sprache, die viel gesprochen wird. Kanada ist zum Beispiel auch ein interessantes Ziel, wo man Französisch gut gebrauchen kann.

Gibt es ein Argument, das gegen Französisch spricht?

Da fällt mir keins ein.

Was bringt einem Französisch insgesamt im Leben?

Man lernt eine andere Kultur kennen - wie bei jeder Sprache. Außerdem kann man sich in einem gut erreichbaren und sehr vielseitigen Nachbarland verständigen: Von der Bretagne bis zum Mittelmeer gibt es viele Möglichkeiten zu reisen und sich zurechtzufinden. Darüber hinaus gibt es auch berufliche Chancen, etwa in deutsch-französischen Kooperationen.

Wollen Sie den 5.-Klässlern noch etwas sagen?

Französisch ist eine tolle Sprache, die sehr schön klingt. Frankreich ist ein vielseitiges Land mit vielen Möglichkeiten. Es lohnt sich wirklich, die Sprache zu lernen und ein Stück in diese Kultur einzutauchen.

  

Freitag, 24. April 2026

Lehrerinneninterview

Eine Beziehung aufbauen und nicht nur stumpf Wissen vermitteln. Adele Arnold und Kyra-Amelie Fischer (5b) im Interview mit der Referendarin Frau Lüpkes.


Wieso haben Sie sich für das WG entschieden?

Für das Wilhelm-Gymnasium? Das ist eine lustige Frage. Wir Referendare haben kein Mitbestimmungsrecht. Wir können nur sagen, wir möchten bitte, bitte an das oder das Studienseminar, wo wir ausgebildet werden, und dann werden wir der Schule zugewiesen. Also, ich hatte leider gar kein Mitspracherecht.

Was macht man in Ihrem Job?

Als Lehrer arbeiten wir mit Kindern zusammen und jungen Erwachsenen. Ihr werdet groß und wir begleiten euch auf eurem Weg dahin. Dann vermitteln wir natürlich unsere Fächer und im Idealfall auch die Begeisterung dafür. Ich habe ja Latein und Griechisch und hatte Latein selbst in der Schule und meine Lehrer haben es ganz wunderbar gemacht, diese Begeisterung mit mir zu teilen. Aber was sie auch gut gemacht haben, was ich auch hoffentlich auch gut mit meinen Schülern mache, ist, dass wir auch eine Beziehung zueinander aufbauen. Wo ich sage, das ist vielleicht eine Vertrauensperson, jemand, zu dem ich gehen kann, und jemand, der nicht nur stumpf Wissen vermittelt. Sondern jemand, der sich für uns interessiert, dem können wir erzählen, was wir heute gemacht haben, oder: Wir hatten gerade eine Arbeit, können wir bitte heute was Lustiges machen. Also Kontakt zu Kindern, sie beim Aufwachsen begleiten und Wissen vermitteln natürlich auch.

Bleiben Sie Lehrerin am WG?

Ich schätze, dass das nicht möglich ist. Ich habe ja Latein und Griechisch, und das Problem ist, dass Griechisch nur wenige Schüler wählen. Es gibt nur wenige kleine Kurse. Außerdem haben wir am WG schon viele Lateinlehrer und die haben ihre festen Stellen hier und ich nicht. In anderthalb Jahren, so lange dauert das Referendariat, muss ich wohl gehen. Ich wohne eigentlich auch in der Nähe von Göttingen und fahre jeden Tag hierher. Deshalb gibt es hier für mich leider keinen Platz.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

An meinem Beruf? Auf jeden Fall ihr, die Kinder. Das Interesse, mit euch zusammenzuarbeiten, junge Menschen mit ihren Charakteren kennenzulernen und mit ihren Interessen, mit ihren Stärken und Schwächen, und euch dabei zu helfen. Und dass ihr mich kennenlernt in dem, was wir zusammen machen. Auch bei Ausflügen natürlich, das finde ich ganz toll, und die Begeisterung teilen. Zusammen das machen, was mir Spaß macht und eventuell euch auch dafür zu begeistern.

Gefällt Ihnen das WG?

Total. Es ist eine so tolle Schule. Das Kollegium ist wirklich toll. Meine Latein- und Griechisch-Kurse sind total lustig. Ich habe zwei ganz alberne Kurse. Wir haben viel Spaß. Wir lachen super viel. Sie sind so kreativ. Das Kollegium, ich kann es nicht oft genug betonen. Ich arbeite hauptsächlich mit Herrn Conrad, Herrn Graf, Frau Greve-Sawla zusammen. Die sind alle super nett, sehr zugewandt den Schülern gegenüber und ganz tolle Vorbilder, was das Lehren angeht. Es ist wirklich so, dass ich sagen kann, ja, hier lerne ich gerne.

Wollten Sie eine schon immer Lehrerin werden?

In der Grundschule schon. Da mussten meine besten Freundinnen mit mir nachmittags immer Schule spielen. Ich stand dann da und hatte einen Text und habe gesagt: Wir schreiben jetzt ein Diktat. Dann haben die mitgeschrieben und das bei mir abgegeben und dann ich habe das zur Korrektur gelesen. Ich fand das total klasse. Also, ich wollte auf jeden Fall schon immer Lehrerin werden.

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

Lila. Auf jeden Fall.

Gibt es Nachteile an ihrem Beruf?

Schwierig. Ich glaube, das Schwerste ist, dass man nicht allen helfen kann. Ich möchte mich schon mit den Schülern verstehen und Beziehungen aufbauen und sagen, hey, wir sind hier alle nett zueinander und wir haben Spaß. Der Klassenraum ist immer eine ruhige Atmosphäre. Aber manchmal haben es Kinder nicht so leicht und ich glaube, das ist das Schwierigste.

Welche Hobbys haben Sie?

Ich gehe gerne ins Fitnessstudio. Ich mache Sport mit meinem Verlobten zusammen. Wir gehen ganz fleißig immer trainieren. Ich lese super gerne. Ich höre auch gerne, weil ich gerade so viel Auto fahre, Hörbücher. Also viel Fantasy. Ich weiß nicht, ob ihr schon alt genug dafür seid, aber Percy Jackson finde ich total klasse und Harry Potter. Außerdem habe ich einen Hund und Gassigehen dauert natürlich immer. Deswegen würde ich sagen, große Gassi-Runden gehen und nebenbei Hörbuch hören, ist auf jeden Fall eines meiner größten Hobbys.

Warum haben Sie diese Hobbys?

Bewegung. Ich finde Bewegung super wichtig im Alltag. Und Gassigehen ist ganz einfach. Bei gutem Wetter darf ich raus, bei schlechtem Wetter muss ich raus, weil mein Hund ja leider nicht auf die Toilette geht. Und Hörbücher hören geht eigentlich immer. Schnell Kopfhörer ins Ohr und noch mal ein bisschen in die Geschichte eintauchen und mir Probleme oder schöne Sachen von anderen anhören. Und Fitnessstudio ist einfach für die Ästhetik. Ich mag es, muskulöse Arme zu haben. Und ich mag es, Stühle hochheben zu können, ohne mir zu denken, oh, das ist jetzt bestimmt ganz schwer. Oder meinen schweren Einkauf selbst reinzutragen. Und dass ich mich im Alter auch noch bücken kann. Für Kinder ist das eher ein langweiliges Hobby.

Okay, vielen Dank für das Interview.

 

Freitag, 17. April 2026

Fastenbrechen

Im Ramadan entwickelte Fähigkeiten und Gewohnheiten beibehalten. Gemeinsames Iftar am WG. Ein Bericht von Rukayya Mostafa (6c) und Interviews mit Gästen von Ayham Haj Hammadeh (6a).



Am 16. März fand im Remter des WGs das dritte gemeinsame Iftar statt. Das Programm begann mit einer Einleitung des Schuldirektors, Herrn Bartsch. Während seines Vortrags wurde noch einmal deutlich, wie vielfältig die Gruppe der Teilnehmenden war, denn auf Nachfrage stellte sich heraus, dass etwa die Hälfte der Besucher nicht dem Islam angehörte.

Anschließend lauschten die Zuhörer gespannt einem Vortrag über den Ramadan. Sicherlich konnten dabei viele etwas dazulernen.

Zum Beispiel, dass „Iftar“ ein arabischer Begriff ist. So nennt man das Fastenbrechen im Monat Ramadan, nachdem man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet hat. Vor Sonnenaufgang kann man aufstehen und ein Frühstück (Suhur) einnehmen. Muslime verrichten danach das Morgengebet (Fajr) und beginnen anschließend mit dem Fasten. Das bedeutet, dass man in dieser Zeit weder isst noch trinkt und sich noch stärker auf seinen Glauben konzentriert.

Das ist jedoch bei Weitem nicht alles, denn man versucht ebenfalls, Taqwa (Gottesbewusstsein, Gottesfurcht und Achtsamkeit gegenüber Gott) zu erlangen. Nach dem Ramadan bemüht man sich natürlich, die in diesem gesegneten Monat entwickelten Fähigkeiten und Gewohnheiten beizubehalten. Das Ende des Ramadan wird durch das Īd al-Fiṭr (Fest des Fastenbrechens oder oft auch „Zuckerfest“ genannt) gekennzeichnet. Hierbei kommen Familie und Freunde zusammen und feiern gemeinsam mit der muslimischen Gemeinschaft.

Beim gemeinsamen Iftar beehrte uns des weiteren Anette Rueß vom Sozialreferat der Stadt Braunschweig mit einem interessanten, aber auch traurigen Vortrag über ihre Arbeit im Bereich der Kinderarmut. Die Besucher verfolgten den Vortrag gespannt.

Im Anschluss gab es noch eine Fragerunde, und danach konnte das Fastenbrechen beginnen: Die Lehrer standen an den Essensausgaben und verteilten den bereits hungrigen Besuchern Tas Kebab, einen türkischen Fleischeintopf, der – so wie im letzten Jahr – vom Restaurant Urfa zubereitet wurde.

Pünktlich zum Abendgebet war es an der Zeit, das Fasten zu brechen. So wie der Prophet Muhammad es vorlebte, brachen die meisten ihr Fasten mit einer Dattel und/oder Wasser. Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Zentralrats der Muslime in Deutschland, kündigte den Adhan, den Gebetsruf, an. Alle lauschten den schönen Worten respektvoll.

Nachdem der Adhan verklungen war, begaben sich die Besucher zum leckere Buffet. Als Nachtisch gab es ein vielfältiges Kuchenbuffet, welches von den anwesenden Schüler/innen vorbereitet wurde. Auch hier konnte man die Diversität der Veranstaltung gut erkennen, da es viele verschiedene Desserts gab, zum Beispiel Atayef (aus Syrien), Schokoladenkuchen und viele weitere Spezialitäten.

Als Verbesserungsvorschlag könnte man beim nächsten Mal noch einen Gebetsraum oder eine Ecke für diejenigen, die das Abendgebet (Maghrib) verrichten wollen, zur Verfügung stellen. So haben viele ihr Gebet im Flur verrichtet. Trotzdem war die Stimmung sehr gut und es war den ganzen Abend über eine angenehme Atmosphäre.

Organisator der Feier war Burak Öztürk, Lehrer am WG. Sein Fazit für das Iftar war:

Insgesamt bin ich mit dem gesamten Abend sehr zufrieden gewesen. Neben dem Vortrag über Kinderarmut von Frau Rueß war ich besonders beeindruckt von der Stimmung während der gesamten Veranstaltung. Es war ja zu sehen, dass sehr viele Menschen anwesend waren, die nicht muslimisch sind. Ich habe einen sehr rücksichts- und verständnisvollen Umgang, aber auch eine gelassene und fröhliche Stimmung innerhalb der Schulgemeinschaft beobachtet, was mich sehr erfreut hat. Aus meiner Sicht war das ein rundum gelungener Abend!“


Auch der Schuldirektor Wolfram Bartsch war anwesend:

Unsere gemeinsame Iftar-Feier war auch in diesem Jahr wieder eine gesellige, fröhliche und zugleich lehrreiche Veranstaltung. Ich fand es interessant von Schüler*innen zu hören, welche Traditionen im Ramadan in vielen Familien unserer Schulgemeinschaft gepflegt werden. Spannend aber auch etwas beklemmend fand ich den Bericht von Frau Rueß zu ihrer Arbeit im Sozialreferat der Stadt Braunschweig und insbesondere zum Bereich Kinderarmut. Es war interessant zu erfahren, welche Unterstützung Betroffene, Gefährdete und Ratsuchende dort bekommen. Beim gemeinsamen Fastenbrechen in unserem Remter hat mir die familiäre Atmosphäre gefallen und die Verbundenheit mit unserer Schulgemeinschaft, die dort zu spüren war. Es hat mich gefreut, dass neben vielen muslimischen Familien auch zahlreiche Mitschüler*innen, Eltern, Kolleg*innen, Ehemalige und Freund*innen dabei waren, die ansonsten keinen Bezug zum islamischen Fasten haben. Der Abend war ein Ausdruck einer vielfältigen, aufgeschlossenen und aneinander interessierten Schulgemeinschaft.“


Den beiden können wir – und viele der anwesenden Schüler/innen - uns nur anschließen, auch aus unserer Sicht war es einer toller Abend und wir haben uns als Muslime am WG sehr wertgeschätzt gefühlt. Wir hoffen solche Veranstaltungen werden in Zukunft weiterhin stattfinden und zu einem guten Miteinander beitragen.

 

Stimmen von Gästen

 

Warum bist du zu dieser Veranstaltung gekommen?

Aktor (5b): Weil ich es cool finde.

Tom (6a): Ich hatte hierzu Lust, ich wollte es ausprobieren.

Zyan (5c): Ich bin Muslim und finde es gut, dass wir in einem christlichem Land ein muslimisches Fest in einer Schule feiern können. Darum wollte ich ausprobieren, wie das hier ist. Und ja, es war super.

Zain Haj Hammadeh: Ich bin gekommen, damit mein Kind nicht alleine hingehen muss.

 

Und was fandest du gut?

Aktor: Dass es sehr viel Spaß gemacht hat. Und die Veranstaltung davor in der Aula war auch toll.

Tom: Alles, es gab nichts, was ich schlecht fand.

Olli Bock (Toms Vater): Weil wir letztes Jahr schon hier waren. Das ist eine total tolle Veranstaltung. Nette Leute hier, nettes Beisammensein, viele Kulturen.

Zyan (5c): Ich finde es super, wie die Stadt Braunschweig dieses Projekt über Armut macht.

Zain Haj Hammadeh: Ich finde es toll, dass viele Kinder gekommen sind, um über eine andere Kultur etwas zu erfahren.

Olli Bock: Die Vorträge auf jeden Fall, auch der über Kinderarmut. Das war sehr interessant zu sehen. Das glauben die meisten Kinder ja nicht, die in diesem Wohlstand leben. Wir haben ja Luxus. Das sehen viele gar nicht, das ist für die normal. Ich sage unserem Sohn immer, es ist nicht normal, dass wir jeden Tag einen vollen Teller haben. Das ist ihm hier auch mal klar worden.

 

Fandest du das Essen lecker?

Zyan (5c): Ja, das war gut. Es war auch von einem guten Restaurant.

 

 

Fotos: Ayham