Freitag, 24. April 2026

Lehrerinneninterview

Eine Beziehung aufbauen und nicht nur stumpf Wissen vermitteln. Adele Arnold und Kyra-Amelie Fischer (5b) im Interview mit der Referendarin Frau Lüpkes.


Wieso haben Sie sich für das WG entschieden?

Für das Wilhelm-Gymnasium? Das ist eine lustige Frage. Wir Referendare haben kein Mitbestimmungsrecht. Wir können nur sagen, wir möchten bitte, bitte an das oder das Studienseminar, wo wir ausgebildet werden, und dann werden wir der Schule zugewiesen. Also, ich hatte leider gar kein Mitspracherecht.

Was macht man in Ihrem Job?

Als Lehrer arbeiten wir mit Kindern zusammen und jungen Erwachsenen. Ihr werdet groß und wir begleiten euch auf eurem Weg dahin. Dann vermitteln wir natürlich unsere Fächer und im Idealfall auch die Begeisterung dafür. Ich habe ja Latein und Griechisch und hatte Latein selbst in der Schule und meine Lehrer haben es ganz wunderbar gemacht, diese Begeisterung mit mir zu teilen. Aber was sie auch gut gemacht haben, was ich auch hoffentlich auch gut mit meinen Schülern mache, ist, dass wir auch eine Beziehung zueinander aufbauen. Wo ich sage, das ist vielleicht eine Vertrauensperson, jemand, zu dem ich gehen kann, und jemand, der nicht nur stumpf Wissen vermittelt. Sondern jemand, der sich für uns interessiert, dem können wir erzählen, was wir heute gemacht haben, oder: Wir hatten gerade eine Arbeit, können wir bitte heute was Lustiges machen. Also Kontakt zu Kindern, sie beim Aufwachsen begleiten und Wissen vermitteln natürlich auch.

Bleiben Sie Lehrerin am WG?

Ich schätze, dass das nicht möglich ist. Ich habe ja Latein und Griechisch, und das Problem ist, dass Griechisch nur wenige Schüler wählen. Es gibt nur wenige kleine Kurse. Außerdem haben wir am WG schon viele Lateinlehrer und die haben ihre festen Stellen hier und ich nicht. In anderthalb Jahren, so lange dauert das Referendariat, muss ich wohl gehen. Ich wohne eigentlich auch in der Nähe von Göttingen und fahre jeden Tag hierher. Deshalb gibt es hier für mich leider keinen Platz.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

An meinem Beruf? Auf jeden Fall ihr, die Kinder. Das Interesse, mit euch zusammenzuarbeiten, junge Menschen mit ihren Charakteren kennenzulernen und mit ihren Interessen, mit ihren Stärken und Schwächen, und euch dabei zu helfen. Und dass ihr mich kennenlernt in dem, was wir zusammen machen. Auch bei Ausflügen natürlich, das finde ich ganz toll, und die Begeisterung teilen. Zusammen das machen, was mir Spaß macht und eventuell euch auch dafür zu begeistern.

Gefällt Ihnen das WG?

Total. Es ist eine so tolle Schule. Das Kollegium ist wirklich toll. Meine Latein- und Griechisch-Kurse sind total lustig. Ich habe zwei ganz alberne Kurse. Wir haben viel Spaß. Wir lachen super viel. Sie sind so kreativ. Das Kollegium, ich kann es nicht oft genug betonen. Ich arbeite hauptsächlich mit Herrn Conrad, Herrn Graf, Frau Greve-Sawla zusammen. Die sind alle super nett, sehr zugewandt den Schülern gegenüber und ganz tolle Vorbilder, was das Lehren angeht. Es ist wirklich so, dass ich sagen kann, ja, hier lerne ich gerne.

Wollten Sie eine schon immer Lehrerin werden?

In der Grundschule schon. Da mussten meine besten Freundinnen mit mir nachmittags immer Schule spielen. Ich stand dann da und hatte einen Text und habe gesagt: Wir schreiben jetzt ein Diktat. Dann haben die mitgeschrieben und das bei mir abgegeben und dann ich habe das zur Korrektur gelesen. Ich fand das total klasse. Also, ich wollte auf jeden Fall schon immer Lehrerin werden.

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?

Lila. Auf jeden Fall.

Gibt es Nachteile an ihrem Beruf?

Schwierig. Ich glaube, das Schwerste ist, dass man nicht allen helfen kann. Ich möchte mich schon mit den Schülern verstehen und Beziehungen aufbauen und sagen, hey, wir sind hier alle nett zueinander und wir haben Spaß. Der Klassenraum ist immer eine ruhige Atmosphäre. Aber manchmal haben es Kinder nicht so leicht und ich glaube, das ist das Schwierigste.

Welche Hobbys haben Sie?

Ich gehe gerne ins Fitnessstudio. Ich mache Sport mit meinem Verlobten zusammen. Wir gehen ganz fleißig immer trainieren. Ich lese super gerne. Ich höre auch gerne, weil ich gerade so viel Auto fahre, Hörbücher. Also viel Fantasy. Ich weiß nicht, ob ihr schon alt genug dafür seid, aber Percy Jackson finde ich total klasse und Harry Potter. Außerdem habe ich einen Hund und Gassigehen dauert natürlich immer. Deswegen würde ich sagen, große Gassi-Runden gehen und nebenbei Hörbuch hören, ist auf jeden Fall eines meiner größten Hobbys.

Warum haben Sie diese Hobbys?

Bewegung. Ich finde Bewegung super wichtig im Alltag. Und Gassigehen ist ganz einfach. Bei gutem Wetter darf ich raus, bei schlechtem Wetter muss ich raus, weil mein Hund ja leider nicht auf die Toilette geht. Und Hörbücher hören geht eigentlich immer. Schnell Kopfhörer ins Ohr und noch mal ein bisschen in die Geschichte eintauchen und mir Probleme oder schöne Sachen von anderen anhören. Und Fitnessstudio ist einfach für die Ästhetik. Ich mag es, muskulöse Arme zu haben. Und ich mag es, Stühle hochheben zu können, ohne mir zu denken, oh, das ist jetzt bestimmt ganz schwer. Oder meinen schweren Einkauf selbst reinzutragen. Und dass ich mich im Alter auch noch bücken kann. Für Kinder ist das eher ein langweiliges Hobby.

Okay, vielen Dank für das Interview.

 

Freitag, 17. April 2026

Fastenbrechen

Im Ramadan entwickelte Fähigkeiten und Gewohnheiten beibehalten. Gemeinsames Iftar am WG. Ein Bericht von Rukayya Mostafa (6a) und Interviews mit Gästen von Ayham Haj Hammadeh (6a).



Am 16. März fand im Remter des WGs das dritte gemeinsame Iftar statt. Das Programm begann mit einer Einleitung des Schuldirektors, Herrn Bartsch. Während seines Vortrags wurde noch einmal deutlich, wie vielfältig die Gruppe der Teilnehmenden war, denn auf Nachfrage stellte sich heraus, dass etwa die Hälfte der Besucher nicht dem Islam angehörte.

Anschließend lauschten die Zuhörer gespannt einem Vortrag über den Ramadan. Sicherlich konnten dabei viele etwas dazulernen.

Zum Beispiel, dass „Iftar“ ein arabischer Begriff ist. So nennt man das Fastenbrechen im Monat Ramadan, nachdem man von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet hat. Vor Sonnenaufgang kann man aufstehen und ein Frühstück (Suhur) einnehmen. Muslime verrichten danach das Morgengebet (Fajr) und beginnen anschließend mit dem Fasten. Das bedeutet, dass man in dieser Zeit weder isst noch trinkt und sich noch stärker auf seinen Glauben konzentriert.

Das ist jedoch bei Weitem nicht alles, denn man versucht ebenfalls, Taqwa (Gottesbewusstsein, Gottesfurcht und Achtsamkeit gegenüber Gott) zu erlangen. Nach dem Ramadan bemüht man sich natürlich, die in diesem gesegneten Monat entwickelten Fähigkeiten und Gewohnheiten beizubehalten. Das Ende des Ramadan wird durch das Īd al-Fiṭr (Fest des Fastenbrechens oder oft auch „Zuckerfest“ genannt) gekennzeichnet. Hierbei kommen Familie und Freunde zusammen und feiern gemeinsam mit der muslimischen Gemeinschaft.

Beim gemeinsamen Iftar beehrte uns des weiteren Anette Rueß vom Sozialreferat der Stadt Braunschweig mit einem interessanten, aber auch traurigen Vortrag über ihre Arbeit im Bereich der Kinderarmut. Die Besucher verfolgten den Vortrag gespannt.

Im Anschluss gab es noch eine Fragerunde, und danach konnte das Fastenbrechen beginnen: Die Lehrer standen an den Essensausgaben und verteilten den bereits hungrigen Besuchern Tas Kebab, einen türkischen Fleischeintopf, der – so wie im letzten Jahr – vom Restaurant Urfa zubereitet wurde.

Pünktlich zum Abendgebet war es an der Zeit, das Fasten zu brechen. So wie der Prophet Muhammad es vorlebte, brachen die meisten ihr Fasten mit einer Dattel und/oder Wasser. Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Zentralrats der Muslime in Deutschland, kündigte den Adhan, den Gebetsruf, an. Alle lauschten den schönen Worten respektvoll.

Nachdem der Adhan verklungen war, begaben sich die Besucher zum leckere Buffet. Als Nachtisch gab es ein vielfältiges Kuchenbuffet, welches von den anwesenden Schüler/innen vorbereitet wurde. Auch hier konnte man die Diversität der Veranstaltung gut erkennen, da es viele verschiedene Desserts gab, zum Beispiel Atayef (aus Syrien), Schokoladenkuchen und viele weitere Spezialitäten.

Als Verbesserungsvorschlag könnte man beim nächsten Mal noch einen Gebetsraum oder eine Ecke für diejenigen, die das Abendgebet (Maghrib) verrichten wollen, zur Verfügung stellen. So haben viele ihr Gebet im Flur verrichtet. Trotzdem war die Stimmung sehr gut und es war den ganzen Abend über eine angenehme Atmosphäre.

Organisator der Feier war Burak Öztürk, Lehrer am WG. Sein Fazit für das Iftar war:

Insgesamt bin ich mit dem gesamten Abend sehr zufrieden gewesen. Neben dem Vortrag über Kinderarmut von Frau Rueß war ich besonders beeindruckt von der Stimmung während der gesamten Veranstaltung. Es war ja zu sehen, dass sehr viele Menschen anwesend waren, die nicht muslimisch sind. Ich habe einen sehr rücksichts- und verständnisvollen Umgang, aber auch eine gelassene und fröhliche Stimmung innerhalb der Schulgemeinschaft beobachtet, was mich sehr erfreut hat. Aus meiner Sicht war das ein rundum gelungener Abend!“


Auch der Schuldirektor Wolfram Bartsch war anwesend:

Unsere gemeinsame Iftar-Feier war auch in diesem Jahr wieder eine gesellige, fröhliche und zugleich lehrreiche Veranstaltung. Ich fand es interessant von Schüler*innen zu hören, welche Traditionen im Ramadan in vielen Familien unserer Schulgemeinschaft gepflegt werden. Spannend aber auch etwas beklemmend fand ich den Bericht von Frau Rueß zu ihrer Arbeit im Sozialreferat der Stadt Braunschweig und insbesondere zum Bereich Kinderarmut. Es war interessant zu erfahren, welche Unterstützung Betroffene, Gefährdete und Ratsuchende dort bekommen. Beim gemeinsamen Fastenbrechen in unserem Remter hat mir die familiäre Atmosphäre gefallen und die Verbundenheit mit unserer Schulgemeinschaft, die dort zu spüren war. Es hat mich gefreut, dass neben vielen muslimischen Familien auch zahlreiche Mitschüler*innen, Eltern, Kolleg*innen, Ehemalige und Freund*innen dabei waren, die ansonsten keinen Bezug zum islamischen Fasten haben. Der Abend war ein Ausdruck einer vielfältigen, aufgeschlossenen und aneinander interessierten Schulgemeinschaft.“


Den beiden können wir – und viele der anwesenden Schüler/innen - uns nur anschließen, auch aus unserer Sicht war es einer toller Abend und wir haben uns als Muslime am WG sehr wertgeschätzt gefühlt. Wir hoffen solche Veranstaltungen werden in Zukunft weiterhin stattfinden und zu einem guten Miteinander beitragen.

 

Stimmen von Gästen

 

Warum bist du zu dieser Veranstaltung gekommen?

Aktor (5b): Weil ich es cool finde.

Tom (6a): Ich hatte hierzu Lust, ich wollte es ausprobieren.

Zyan (5c): Ich bin Muslim und finde es gut, dass wir in einem christlichem Land ein muslimisches Fest in einer Schule feiern können. Darum wollte ich ausprobieren, wie das hier ist. Und ja, es war super.

Zain Haj Hammadeh: Ich bin gekommen, damit mein Kind nicht alleine hingehen muss.

 

Und was fandest du gut?

Aktor: Dass es sehr viel Spaß gemacht hat. Und die Veranstaltung davor in der Aula war auch toll.

Tom: Alles, es gab nichts, was ich schlecht fand.

Olli Bock (Toms Vater): Weil wir letztes Jahr schon hier waren. Das ist eine total tolle Veranstaltung. Nette Leute hier, nettes Beisammensein, viele Kulturen.

Zyan (5c): Ich finde es super, wie die Stadt Braunschweig dieses Projekt über Armut macht.

Zain Haj Hammadeh: Ich finde es toll, dass viele Kinder gekommen sind, um über eine andere Kultur etwas zu erfahren.

Olli Bock: Die Vorträge auf jeden Fall, auch der über Kinderarmut. Das war sehr interessant zu sehen. Das glauben die meisten Kinder ja nicht, die in diesem Wohlstand leben. Wir haben ja Luxus. Das sehen viele gar nicht, das ist für die normal. Ich sage unserem Sohn immer, es ist nicht normal, dass wir jeden Tag einen vollen Teller haben. Das ist ihm hier auch mal klar worden.

 

Fandest du das Essen lecker?

Zyan (5c): Ja, das war gut. Es war auch von einem guten Restaurant.

 

 

Fotos: Ayham

 

Sonntag, 12. April 2026

Haus der Musik

„Das Haus der Musik ist in seiner jetzigen Form ein Schlag ins Gesicht aller Braunschweiger Steuerzahler*innen!“ Martino Rossi (11c) zu einem kommunalen Skandal.

Hier soll es rein: in das ehemalige Karstadt-Kaufhaus am Gewandhaus.

In Braunschweig braucht es eine neue Musikschule – so viel ist klar! Denn die aktuelle Lösung ist aufgrund der zwei weit auseinander liegenden Standorte und deren Gebäudezuständen keine Option für die Zukunft mehr. Es braucht eine Musikschule, die zentral an einem Standort liegt, einen modernen Konzertsaal aufweist, der bisher fehlt, und einen „Dritten Ort“* für alle Menschen in dieser Stadt bietet, der offen zugänglich, niedrigschwellig und konsumfrei ist.

Doch das, was die Stadt sich jetzt als Lösung ausgedacht hat, ist nicht tragbar und ein kommunaler Skandal. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Braunschweiger Steuerzahler*innen – jedenfalls in seiner jetzigen, miserablen Form. Die gesamten Baukosten betragen 120 Mio. Euro. Davon bezahlt die Stadt 49 %, New Yorker 51%. Das Haus der Musik soll von einem Stiftungskuratorium verwaltet werden, indem New Yorker eine absolute Mehrheit haben würde. Wenn man die Baukosten dazu als einzigen Posten miteinbezieht, klingt das fair.

So verkauft es die Stadt, aber so ist es massiv verkürzt, denn: Erstens müssen jegliche Mehrkosten von der Stadt getragen werden und zweitens kauft die Stadt das Grundstück für 10 Mio. Euro von einer Tochterfirma New Yorkers und überlässt es dann kostenfrei dem Gesamtkonzern. Dass die Stadt bei so einer üblen Masche mitmacht, ist ein kommunaler Skandal. Natürlich ist das Haus der Musik wichtig – aber nicht zu diesem Preis. Es ist keine Lösung, sich als Stadt so erpressen zu lassen.

Die Mehrheitsverhältnisse im Stiftungskuratorium müssten bereinigt dieser Posten eigentlich bei 59 % für die Stadt und 41 % für New Yorker liegen. Ich fordere die Stadt auf, diese Mehrheitsverhältnisse einzufordern und der unverschämten Erpressung New Yorkers nicht zu verfallen.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Gestaltung des Hauses der Musik, die sich im laufenden Prozess immer weiter verschlechtert hat. Das Haus der Musik braucht einen echten „Dritten Ort“, der konsumfrei, niedrigschwellig und offen zugänglich ist. Dieser „Dritte Ort“ fehlt in den Planungen – er ist einem Luxus-Café zum Opfer gefallen. Das passiert, wenn man Milliardären die Planung überlässt. Aber das darf nicht so sein.

Und auch der riesige Konzertsaal für 2000 Menschen sollte längst nicht gesetzt sein. Die Musikschule braucht einen neuen Konzertsaal. Doch wie zahlreiche Musikschüler*innen berichten, ist längst keiner in dieser Größe von Nöten. Diese Dimension des Konzertsaals ist und bleibt ein Prestige-Projekt der Firma New Yorker.

Außerdem ist zu erwähnen, dass, so perplex es auch ist, die Stadt sogar noch die Räume für die Musikschule, in die sie selbst investiert, teuer von New Yorker mieten muss. Wie man sich als Stadt so dermaßen abziehen kann, erschließt sich mir nicht.

Was aus meiner Sicht klar ist: Die Stadt darf sich nicht erpressen lassen! Es braucht eine Musikschule für alle – nicht für wenige! Die Stadt muss die Mehrheit im Stiftungskuratorium besitzen und tragfähige Entscheidungen treffen!

 

* In der „Bedarfs- und Potenzialanalyse“ von 2023 heißt es zum „Dritten Ort“: „Öffnung und Belebung des Gebäudes und Quartiers, Ganztagsbespielung und Niedrigschwelligkeit, Erschließung neuer Zielgruppen, Verstärkung soziale Interaktion und Zugehörigkeit.“


Foto: By TeWeBs - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=153091102


 

Sonntag, 5. April 2026

Lehrerinnen-Interview

„Der beste Beruf der Welt“. Frau van Berkel im Gespräch mit Adele Arnold, Kyra Fischer (5b), Luisa Hanke und Viktoria Palazzo (5a).



Englisch oder Mathe? Für Frau van Berkel kommt es ganz auf das Thema an. Seit 2016 unterrichtet sie am WG und erzählt im Interview, warum sie schon immer Lehrerin werden wollte, was sie an ihrem Beruf besonders liebt und wie sie Schule, Familie und Freizeit unter einen Hut bekommt.

Frau van Berkel, welche Fächer unterrichten Sie?

Das kann ich ganz schnell beantworten: Ich unterrichte Englisch und Mathematik.

Haben Sie ein Lieblingsfach?

Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Ich unterrichte beide Fächer total gerne. Es hängt oft davon ab, welches Thema gerade dran ist.

Ich bin beispielsweise ein großer Analysis-Fan. Funktionen und ihre Eigenschaften zu untersuchen macht mir einfach Spaß. Geometrie fesselt mich hingegen nicht immer, was zum Teil aber wohl auch daran liegt, dass ich mich zu Beginn meiner Lehrerkarriere häufiger mit dem Tafelzirkel und oder -geodreieck gepikst habe. Übung macht wohl doch den Meister. In Englisch arbeite ich besonders gerne mit Lektüren oder Textauszügen und lasse die Schüler:innen dabei gerne kreativ werden.

Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?

Ja, tatsächlich schon sehr früh. Schon in der Grundschule war Lehrerin mein Traumberuf. Nach dem Abitur habe ich direkt mit dem Studium begonnen. Am Anfang wusste ich nur noch nicht genau, welche Fächer es werden sollten.

Warum haben Sie sich letztlich für den Lehrerberuf entschieden?

Weil es für mich der beste Beruf der Welt ist. Es macht unglaublich viel Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und sie ein Stück ihres Lebens zu begleiten. Besonders schön finde ich die Momente, wenn Schüler plötzlich etwas verstehen – gerade in Mathe. Diese „Aha-Momente“ sind einfach toll.

Bleibt neben dem Beruf noch Zeit für das Privatleben?

Manchmal ist das schwierig. Das kommt sehr auf die Phase an. Wenn zum Beispiel das Abitur ansteht, bleibt kaum Zeit für Privates. Dann merken das auch meine Kinder. In ruhigeren Zeiten versuche ich aber bewusst, mir Zeit für Familie und mich selbst zu nehmen.

Mochten Sie Mathematik schon in Ihrer eigenen Schulzeit?

Ja, absolut. Ich habe Mathe schon immer geliebt.

An welchen Schulen waren Sie früher selbst Schülerin?

Ich bin öfter umgezogen und war daher an mehreren Schulen. Eine Zeit lang war ich in Schöningen, mein Abitur habe ich in Helmstedt gemacht. Davor habe ich sogar eine Zeit lang in München gelebt.

Was essen Sie besonders gern?

Ich liebe italienisches Essen, vor allem Pasta in allen Varianten – Lasagne ganz klassisch zum Beispiel.

Und was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ich tanze sehr gerne und habe während meines Studiums sogar als Zumba-Trainerin gearbeitet. Außerdem schwimme ich gern. Leider kommen meine Hobbys seit der Geburt meiner Kinder etwas zu kurz. Ein Hobby, das ich aber immer noch intensiv betreibe, sind Brettspiele.

Brettspiele sind quasi ein Familien-Hobby. Mein Mann und ich spielen regelmäßig statt beispielsweise vor dem Fernseher zu sitzen. Wir lieben kooperative Spiele wie Spirit Island, können aber auch verbissen konkurrieren, wie zum Beispiel bei „Brass Birmingham“ oder „Arche Nova“. In unserer neusten Errungenschaft wandeln wir in den Fußstapfen von Marie Curie - ich liebe die Abwechslung, die solche Spiele bieten; nicht nur von der Mechanik, sondern auch thematisch.

Wie haben Sie sich für die Fächer Englisch und Mathe entschieden?

Ich hatte mehrere Möglichkeiten: entweder nur Naturwissenschaften wie Mathe und Chemie oder nur Sprachen wie Englisch und Französisch oder Spanisch. Am Ende fand ich die Mischung aus Sprache und Naturwissenschaft am spannendsten – so bin ich bei Englisch und Mathe gelandet.

Wie lange sind Sie schon am WG?

Ich bin seit 2016 am WG tätig.

Vielen Dank für das Interview!

Sehr gerne!