Sonntag, 27. November 2022

Jugendpressetag

„Ich hatte einen Abischnitt von 2,3“. Bundesbildungs- und Forschungsministerien Bettina Stark-Watzinger auf dem Jugendpressetag am 18. November 2022 in Berlin zwischen Realität und Zukunftsvisionen. Von Jan-Marten Kleine-Besten (Jg. 12).



Beim Lesen des Titels „Bundesbildungs- und Forschungsministerin“ müssten den meisten Menschen direkt Fragezeichen in den Kopf geschossen sein. Liegt die Organisation der Bildung nicht in der Zuständigkeit der jeweiligen Bundesländer? Welche Entscheidungen kann die Bundesregierung überhaupt bezüglich Bildungsthemen treffen? Und einigen kommt vielleicht auch die Frage auf, wer ist eigentlich die aktuelle Bundesministerin für Bildung und Forschung? Und welche Ziele und Maßstäbe setzt sie in der aktuellen Legislaturperiode?

Als die E-Mail zum diesjährigen Jugendpressetag in meinem Postfach auftauchte, gingen mir ähnliche Fragen durch den Kopf. Doch nach einer kurzen Internetrecherche bekam ich bereits auf einige meiner Fragen eine Antwort: Die aktuelle Bundesministerin für Bildung und Forschung heißt Bettina Stark-Watzinger, ist gebürtige Hessin, Mitglied der FDP und Ende des Jahres 2021 zur Bundesministerin ernannt worden. Die Organisation des Tages lag in der Hand des „Jugendmedienzentrums Deutschland e.V.“ aus Essen. Am Jugendpressetag sollten sich knapp 50 junge Reporterinnen und Reporter auf den Weg in die Hauptstadt machen, um Antworten auf ihre zahlreichen Fragen zu erhalten.

Anreise im Fernbus.
Auch für mich ging es am Freitagmorgen früh los. Durch das Unglück zweier Güterzüge bei Gifhorn gestaltete sich die Anreise für viele von uns als eine kleine Forschungsexpedition. Der Vorsitzende des Jugendmedienzentrums Deutschland e.V. und Organisator der Veranstaltung Christian Kolb brachte es in seinen Begrüßungsworten später auf den Punkt: „Ich habe heute einige neue Orte kennengelernt, von denen ich zuvor nicht einmal wusste, dass es sie gibt“.

Für mich begann die Anreise pünktlich dank eines Fernbusses in Richtung Berlin. Es glich fast einem Wunder, dass die beiden Fahrer trotz des erheblichen Staus vor den Toren der Hauptstadt den Busbahnhof mit einer geringen Verspätung erreichen konnten. Der etwas außerhalb von der Innenstadt gelegene Haltepunkt ermöglichte mir eine spontane Stadtrundfahrt vorbei an vielerlei bedeutsamen Orten Berlins. Am Zoologischen Garten, Tiergarten und Schloss Bellevue entlang ging es bis zum Hauptbahnhof.

Das Ministerium befindet sich in unmittelbarer Sichtweite zum Hauptbahnhof und wirkt von außen eher unscheinbar, es scheint in der Silhouette der benachbarten Gebäude etwas unterzugehen.

Nachdem wir den gründlichen Sicherheitscheck passiert hatten, wurden wir am Herzen des Ministeriums entlang in einen großen Konferenzraum begleitet. Dort standen bereits vorbereitete Tische mit Getränken und einem Mittagssnack bereit. Mit der Zeit füllte sich der Konferenzraum mit jungen Reportern und Reporterinnen aus ganz Deutschland. Es waren neun Bundesländer vertreten und zu meinem Erstaunen kamen die meisten Teilnehmer aus Bayern, wie sich beim späteren Gruppenfoto zeigen sollte.


Kurz nachdem wir uns untereinander bereits ein wenig austauschen konnten, durften wir das knapp 100 m entfernte Zukunftsmuseum „Futurium“ besichtigen. In einer wechselnden Ausstellung werden dort zu vier verschiedenen Themenbereichen Aspekte zu unserem Leben in der Zukunft behandelt.

Besuch im „Futurium“.
Da wir alle von unserem künftigen Leben unterschiedliche Vorstellungen haben und verschiedenste Schwerpunkte setzen wollten, bekam jeder Teilnehmer ein Armband mit einem kleinen weißen Chip von unserem Guide ausgehändigt. Alle Besucher konnte sich auf diesem Chip Texte, Schaubilder und Versuche an den jeweiligen Stationen zu verschiedenen Themengebieten speichern. Vor dem Verlassen des Museums konnte sich jeder eine kleine Karte mit einem individuellen Code ausdrucken lassen, womit man seine Reise durch Museum später auf der Internetseite des Museums nachvollziehen kann.

Nach knapp einer Stunde begaben wir uns wieder zurück in den Konferenzraum des Ministeriums, wo die Ministerin bereits auf uns wartete. Nach einer kurzen Begrüßung der jungen Reporter und Reporterinnen ging es direkt mit unserem Fragen los.

Fragerunde im Konferenzraum.
Direkt zur ersten Frage streckten sich mehr als ein Dutzend Arme junger Reporter und Reporterinnen in die Luft. Im Wesentlichen beschäftigte die meisten die Themen Schulbildung, Digitalisierung in Bildung und Forschung sowie die Finanzierung eines Studiums. Aber auch direkte Fragen an die Ministerin über ihren Abiturdurchschnitt oder zur Legalisierung von Cannabis wurden gestellt.


Für Stark-Watzinger steht fest, dass Digitalisierung „keine Modeerscheinung“ ist, sie müsse stärker in den Fokus genommen werden. Dabei mahnte sie auch zur Vorsicht, dass ein übermäßiger Gebrauch auch schädliche Folgen haben könnte und ein Schulranzen nicht durch ein digitales Gerät zu ersetzen sei.

Im Hinblick auf eine verlässlichere Finanzierung eines Studiums ist aus Sicht der Ministerin eine angestrebte Reform des „BAföG“ unabdingbar. Sie möchte den Fokus in Zukunft bereits stärker auf die Bildung in Kindergärten legen und Kinder aus einkommensschwächeren Familien bei ihrem Bildungsweg unterstützend unter die Arme greifen.

Etwas verwunderlich schien für einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Ausweichen auf die Frage nach Finanzierung- und Entlastungsmöglichkeiten für den Erwerb eines PKW-Führerscheins. Sie verwies darauf, dass ein Führerschein eine „Extra-Leistung“ sei und für sie nicht im klassischen Sinne unter dem Gesichtspunkt der Bildung fällt.

Es wurde deutlich, dass die Themenbereiche Bildung und Forschung in Deutschland einen großen Stellenwert einnehmen, viele Detailfragen allerdings weiterhin im Zuständigkeitsbereich der einzelnen Bundesländer liegen. Daher verwies Frau Stark-Watzinger meistens auf eine bessere finanzielle Unterstützung der Bundesländer für bestimmte Projekte durch den Bundeshaushalt. Fragen zur konkreten Umsetzung wich sie meistens aus.

Die jeweiligen Fragen spalteten sich größtenteils in zwei verschiedene Lager. Zum einen bewegten viele junge Menschen ihre zukünftigen Möglichkeiten im Hinblick auf Bildung. Der zweite große Teil der Fragen behandelte Probleme aus dem Alltag junger Menschen und warf einen unverzerrten Blick auf alltägliche Probleme und Herausforderungen.

Im Anschluss an die Fragerunde bekamen wir die Möglichkeit, einige Fotos mit der Ministerin festzuhalten.

Bildungsministerin Stark-Watzinger (li.).
Neben der Möglichkeit, inhaltliche Fragen an Stark-Watzinger zu stellen, brachte der Jugendpressetag insgesamt betrachtet spannende Einblicke hinter die Kulissen von politischen Prozessen und der täglichen Arbeit in einem Ministerium. Die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzten und unterschiedliche Formen von Jugendredaktionen kennenzulernen, war eine schöne Erfahrung. Besonders die Wertschätzung des Ministeriums gegenüber uns jungen Menschen und die ausgereifte Organisation hat mich sehr beeindruckt.

Eine Aussage wird vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sicherlich noch länger im Gedächtnis bleiben: Um Bundesminister oder Ministerin zu werden, braucht es nicht unbedingt einen 1,0er Abiturdurchschnitt.



Bilder:
Bundesministerin für Bildung und Forschung
Jan-Marten Kleine-Besten

Kurze Geschichte

Der Hotelgast. Von Isabella-Marie Cuber (8a)


Der blasse Mann an der Anmeldung gab mir wortlos meinen Zimmerschlüssel. Ich sah mich um und fühlte mich sofort eingeschüchtert, die roten Wände erschienen bedrohlich. War da oben jemand auf der Treppe? Aus Zimmer 12 drang ein gedämpftes Licht. Mir wurde unheimlich zumute, ich traute mich kaum, den hohen düsteren Gang zu betreten, um zu meinem Zimmer zu gelangen. Es schien ins schwarze Nichts zu führen. Ich musste aber, um in Zimmer 20 zu kommen, um in mein Zimmer zukommen. Mir blieb wohl keine andere Wahl. Okay! Mit einem Schritt vor den anderen ging ich verängstigt durch den Gang, 16, 17, 18, 19 … 20. Langsam schloss ich zitternd die Tür auf. ,,Puh, sieht doch gar nicht so schlecht aus“, sagte ich ironisch. 
Plötzlich bemerkte ich, dass schon ein Schlüssel am Schlüsselbrett war und Schuhe auf dem Boden lagen. War etwa noch jemand in meinem Zimmer? Was war hier los? Ich wollte einfach nur hier raus! Aber das konnte ich nicht, denn es war schon spät und ich war müde. So blieb mir nichts anderes übrig, als eine Nacht hier zu bleiben, am Morgen würde ich mir ein neues Hotel suchen. So packte ich also meine Sachen grob aus und legte mich schlafen. Plötzlich hörte ich ein Geräusch. Ich hatte vergessen, dass jemand in meinem Zimmer war.

Fortsetzung folgt.



Bildquelle: Pixabay




Mittwoch, 23. November 2022

Sport

Beliebte und seltsame Sportarten. Eine Übersicht von Ida Neugebauer (6c).


Sport, viele Menschen spielen oder betreiben gerne Sport. Ich selber spiele sehr begeistert Tennis. Es gibt aber nicht nur Tennis sondern sehr viele verschiedene Sportarten, ich glaube, dass Fußball eine der beliebtesten Sportarten ist. Aber welche Sportarten gibt es noch? Was sind die verrücktesten Sportarten der Welt?

Angefangen bei den vier beliebtesten Sportarten weltweit:

1. Fußball
2. Cricket
3. Feldhockey
4. Tennis

Als zweites die vier meiner Meinung nach verrücktesten Sportarten:

Matschfußball so ...

... oder so.

1. Unterwasser-Hockey
2. Matsch-Fußball
3. Gummistiefelweitwurf
4. Bürostuhlrennen
5. Die Frau im Gewicht.  Bei dieser Sportart müssen Männer ihre Frau über einen Hindernis-Parcour auf dem Rücken tragen.

Die älteste Sportart der Welt ist (vermutlich):

Ringen

Es gibt noch viele andere verrückten Sportarten, die aber zum Teil zu anstößig sind, um sie hier zu schildern.


Quellen:






Freitag, 11. November 2022

Videospiele

Macht zocken wirklich so „DUMM“? Erfahrungen und Argumente von Bohao Zheng (5c)


Viele Eltern denken, dass Zocken „dumm“ macht! Stimmt das denn? NEIN! Jetzt würden viele Eltern denken: „Aber es wird doch so viel geschossen, deswegen sterben die Gehirnzellen ab!“ Das stimmt so pauschal nicht! Es gibt viele Spiele, die auch helfen, sich in der Gesellschaft einzumischen oder zu lernen. Ich möchte ein paar Beispiele nennen:

„Animal Crossing: New Horizons“, ein Single-/Multiplayerspiel. Das Spiel kann man allein oder mit bis zu acht Personen spielen!

Oder auch „Big Rain Academy: Kopf an Kopf“, ein Spiel, wo man Quizze und Gedächtnisrätsel lösen muss. Auch dieses Spiel ist ein Single-/Multiplayer.

Die Ego-Shooter-Reihe: „Batlefeld“, „Call of Duty“ oder „Counter Strike“ Abgekürzt: BF2024 / BF5 usw., COD oder CSGo usw. Diese Spiele sind zwar ein wenig „brutal“, aber man kann gut seine Reflexe „üben.

Aber: Zeit ist das Wichtigste. Man sollte festlegen, wie lange man an einen Tag spielen darf, denn wenn man zu lange zockt, ist es wirklich ein wenig schädlich. Hier sind zwei meiner Argumente gegen zu viel Zocken:

- Augenschaden
- keine Zeit für die Schule → deshalb auch schlechte Noten

Aber: Zocken kann auch viel Gutes bringen. Im Folgenden habe ich Meinungen aus dem Netz zu dem Thema zusammengestellt:


PRO:

- räumliche Vorstellungskraft trainieren
- Fantasie fördernd
- kann für Entspannung sorgen
- macht auch kreativer

KONTRA:

- bereits bestehende Aggressionen vergrößern sich
- es entstehen Suchtprobleme → Man hat häufig keine Zeit, um zu lernen
- einen schlechte Schlaf haben

Zuletzt ein Umfrageergebnisergebnisse von „gutefrage“ zur Frage, ob Zocken dumm macht:

Nein 52% 
Ja 48%


Quellen:



Donnerstag, 3. November 2022

Maskenpflicht

Mit oder ohne? Isabella-Marie Cubers Umfrage zur Maskenpflicht.


Meine Umfrage zur Maskenpflicht hat ergeben, dass die Mehrheit der befragten Schüler/innen ihre Maske ab und zu oder sogar fast durchgehend tragen. Allerdings gaben nur 17,1 % an, dass sie die Aufhebung der Maskenpflicht schlecht finden, ganze 82,9 % finden die Aufhebung ok bis super, sprich, dem Großteil der Befragten ist es egal, ob es eine Maskenpflicht gibt oder nicht. Sie tragen aber weiterhin ab und zu bis durchgängig ihre Maske.
In der Umfrage habe ich unter anderem noch gefragt, ob sich die SuS auch in den Öffentlichen Verkehrsmitteln die Aufhebung der Maskenpflicht wünschen. Die Minderheit der SuS war dafür, dicht gefolgt von den SuS, die total dagegen waren. "Ja" haben 16,4 % angegeben und "vielleicht" 21,9 %. Die größten Anteil hatten mit 34,4 % die SuS, die gegen die Maskenpflicht-Aufhebung in den Öffentlichen Verkehrsmitteln sind.
Daraus kann man schließen, dass die Mehrheit der befragten SuS die Aufhebung der Maskenpflicht ganz "ok" findet und die Maskenpflicht in den Öffentlichen Verkehrs also weder abschaffen noch bestehen lassen will.
Die Umfrage wurde zwar schon vor den Sommerferien 2022 durchgeführt, dürfte aber im Ergebnis weiter aktuell sein. Insgesamt wurden 183 SuS befragt.





Freitag, 8. Juli 2022

Diskriminierung: Umfrage

Ich bin geschockt. Anna Lenja Epp fragt: Welche Diskriminierungserfahrungen machen Schüler*innen am Wilhelm-Gymnasium?


Dieser Frage wollte ich schon seit längerem nachgehen. Zunächst befragte ich Menschen persönlich, fand aber schnell heraus, dass das nicht allzu gut funktionierte. Schließlich entschied ich mich für eine Umfrage, an der ihr alle anonym teilnehmen konntet. Am Samstag, dem 14. Mai, wurde der Link zur Umfrage um 11:00 Uhr auf die Startseite des schulinternen IServ gestellt. Montagmorgen sah ich nach den ersten Ergebnissen. Ich hatte mit ein paar wenigen Antworten gerechnet, nicht mehr als zehn, immerhin hatte die Schulwoche noch nicht richtig angefangen und am Wochenende würde sich ja wohl niemand mit einer Umfrage beschäftigen. Da hatte ich mich deutlich getäuscht. Am Montagmorgen waren es bereits über 50 Antworten.

Einerseits freute ich mich, dass Menschen an der Umfrage teilnahmen, andererseits war ich schockiert von den Beschreibungen, die ihr von euren Diskriminierungserfahrungen abgegeben habt. Die Umfrage lief einen Monat, am Ende waren es 92 Antworten.


Danke an alle, die an dieser Umfrage ernsthaft teilgenommen und ihre Erfahrungen geteilt haben!

Und an alle, die die Umfrage verwendet haben, um sinnlose Scherz-Antworten zu verbreiten: Euer Ernst? Habt ihr wirklich nicht kapiert, dass Diskriminierung auch hier am WG ein echtes Problem ist?

Arten von Diskriminierung

In den ernsthaften Antworten werden verschiedene Diskriminierungsformen beschrieben. Es geht hierbei um Rassismus, Sexismus, Bodyshaming und Queerfeindlichkeit, darunter Homophobie und Transphobie. Außerdem wurden mehrere Mobbingfälle angegeben. Auch wenn Mobbing an sich nicht unmittelbar mit Diskriminierung zu verbinden ist, zählt es in dieser Statistik dazu.

[Anm. der Redaktion: Die Detailergebnisse der Umfrage sind hier aktuell nicht einsehbar. Wir stehen im Austausch mit dem Schulleiter, wie damit umzugehen ist]. Ich möchte betonen, dass diese Umfrage ausdrücklich nicht dem Zweck dient, die beschriebenen Aussagen und Handlungen an sich weiterzuverbreiten und damit deren diskriminierende Inhalte zu unterstützen.

Stattdessen soll es in diesem Artikel darum gehen, die Situation am Wilhelm-Gymnasium abzubilden und sichtbar zu machen, welche Scheiße Menschen hier erleben (anders kann ich es nicht formulieren). Nur wenn wir wissen, was hier abgeht, können wir damit umgehen.

Die Umfrage ist dabei bewusst auf Erlebnisse innerhalb dieser Schule begrenzt. Was in dieser Umfrage beschrieben wird, ist an dieser Schule passiert und muss von uns als Problem anerkannt werden. Das heißt noch nicht, dass das Wilhelm-Gymnasium beim Thema Diskriminierung schlechter oder besser dasteht als andere Schulen. Es heißt einfach nur, dass Menschen an dieser Schule die Verantwortung tragen, um Diskriminierung zu bekämpfen.

53 % mit Diskriminierungserfahrungen

Unter den Teilnehmenden der Umfrage sind besonders die Jahrgänge 8 bis 10 sowie 11 bis 13 vertreten, die jüngeren Schüler*innen machen nur etwa ein Viertel aus. Von den Teilnehmenden geben über die Hälfte, genauer gesagt 53 % an, Diskriminierungserfahrungen am Wilhelm-Gymnasium gemacht zu haben. 53 Prozent.


Auch wenn sich an dieser Umfrage wahrscheinlich vor allem Schüler*innen mit solchen Erfahrungen beteiligt haben, ist es dennoch erschreckend, wie viele es sind. Noch deutlicher wird das Ausmaß der Diskriminierung an dieser Schule, wenn wir uns die Selbsteinschätzungen der jeweiligen Häufigkeit der gemachten Erfahrungen ansehen. Während 47 % der Schüler*innen angeben, keine Diskriminierungserfahrungen zu machen, sind es nur 30 %, die von sich sagen können, nie etwas Derartiges zu erleben. Diese deutliche Diskrepanz lässt darauf schließen, dass für einige Menschen die Hemmschwelle, bei einer Frage nach der selbst erlebten Diskriminierung mit ja zu antworten, zu hoch ist, obwohl sie diese Erfahrungen machen. Das ist problematisch, denn es verdeutlicht, wie schwer es ist, das Thema Diskriminierung anzusprechen. Davon, dass wir dieses Problem ignorieren, wird es nur leider nicht kleiner.


Lehrer: unbedachte Scherze

Immerhin geben insgesamt 39 Schüler*innen an, von ihren Mitschüler*innen diskriminiert worden zu sein, und 33 sagen dies über ihre Lehrkräfte. Bei Lehrer*innen beziehen sie sich dabei nicht selten auch auf die Notengebung, die sie als ungerecht und von diskriminierenden Faktoren abhängig beschreiben. Meiner Meinung nach ist es wirklich traurig, sich nicht sicher sein zu können, ob die eigene Note nur auf Basis der tatsächlichen Leistung zustande gekommen ist. Allgemein fällt auch auf, dass sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen teilweise wahrscheinlich unbedachte Scherze mit diskriminierenden Inhalten machen, die Menschen verletzen. Denn auch wenn Aussagen „nicht so gemeint“ waren, können sie ähnliche oder gleiche Wirkungen haben, wie bewusste Diffamierungen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns mit Diskriminierung auseinandersetzen und reflektieren, welche Verantwortung wir dabei selbst tragen.


Eigentlich sollte die Schule ein Ort sein, an dem wir alle gemeinsam lernen können. Doch wie sollen wir in Ruhe lernen, wenn wir uns permanent Gedanken darüber machen müssen, wie wir mit etwaigen Diskriminierungen umgehen? In der Schulordnung steht dazu unter dem Punkt „1.05 Grundsätze unserer Schule“ folgendes:

„Schüler, Lehrer und Eltern verpflichten sich zur vertrauensvollen Zusammenarbeit, damit unsere Schule ein Lern- und Lebensraum ist, in dem sich alle wohlfühlen und in dem sich gut leben und lernen lässt.“*

Diskriminierung wird in diesem Zusammenhang und nach meinem Kenntnisstand auch in der sonstigen Schulordnung nicht explizit erwähnt. Eine spezielle Anlaufstelle gibt es hierfür ebenfalls nicht, auf Nachfrage wurde mir jedoch mitgeteilt, dass der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen in den Aufgabenbereich des Beratungs- und Unterstützungsteams fällt. Dazu gehören das Mobbinginterventionsteam, die Sozialpädagoginnen und die Vertrauenslehrer*innen beziehungsweise Beratungslehrer*innen des Wilhelm-Gymnasiums. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euch also gern an diese Stellen wenden.

Nicht unter den Teppich kehren

Jedoch müssen wir beachten, dass es sich bei den in der Umfrage beschriebenen Situationen nicht um Einzelfälle handelt. Dahinter steckt ein System, das bestehende Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft aufrechterhält und fördert. Dieses System ist natürlich nicht auf unsere Schule begrenzt, doch trotzdem müssen wir hier vor Ort unseren Beitrag leisten, um dagegen vorzugehen. Dabei kann es nicht sein, dass Diskriminierung unter den Teppich gekehrt wird, um Einzelpersonen oder das Image der Schule zu schützen. Was für ein Image soll das sein? Das einer Schule ohne Diskriminierung?

Leider ist das eine utopische Vorstellung. Natürlich wäre es super, wenn niemand an dieser Schule diskriminiert werden würde. Doch bis zu diesem Punkt ist es noch ein sehr langer Weg. Wenn wir uns selbst als frei von Diskriminierung sehen, bewirkt das nicht automatisch, dass wir das auch werden. Vielmehr verleitet es uns dazu, die Augen vor Diskriminierung zu verschließen und nichts gegen sie zu unternehmen. Deshalb ist es auch noch nicht ausreichend, wenn sich Menschen bloß gegen Diskriminierung oder einzelne Diskrimierungsformen aussprechen, solange sie nicht aktiv dagegen wirken.

Um gegen sie vorgehen zu können, müssen wir Diskriminierung benennen und gemeinsam über Gegenmaßnahmen beraten. Wir müssen diskutieren – aber nicht darüber, ob Diskriminierung existiert (denn das tut sie und das wissen wir auch), sondern darüber, wie wir sie bekämpfen können.


Mittwoch, 6. Juli 2022

TU Braunschweig: Literaturfestival

Ideen vor dem Einschlafen & Gedichte auf Instagram. Jakob Josef Schöll (5a) sprach mit den Kinderbuchautor*innen Tamara Bach und Nils Mohl.



Am 24. Juni 2022 veranstaltete die Technischen Universität Braunschweig auf dem Campus Nord ein Literaturfestival. Es fand unter freiem Himmel statt, es gab Lesungen von Schriftsteller*innen, dazwischen Musik, Popcorn und Essen. Und man konnte die Bücher kaufen, aus denen gelesen wurde, und sich die Bücher nach der Lesung signieren lassen.

Das Festival begann mit den Lesungen zweier Kinder- und Jugendbuchautor*innen: Tamara Bach las aus ihrem aktuellen Roman „Das Pferd ist ein Hund“ (ab 10 Jahren). Nils Mohl hat aus einem Roman vorgelesenen, der noch gar nicht erschienen ist: „Henny und Ponger“ (ab 14 Jahren).

Nach den Lesungen und dem Signieren hatte ich Gelegenheit, die beiden Autor*innen zu interviewen und ihnen ein paar interessante Fragen zu stellen.


Unser Autor (li.), die beiden Autor*innen
sowie Karl Schöll und Paul Kahl.


TAMARA BACH


Guten Tag, Frau Bach, und schon am Anfang: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview nehmen! Meine erste Frage: Warum schreiben Sie für Kinder und Jugendliche und nicht für Erwachsene?
Oh, ich schreibe auch für Erwachsene, nur wollen die nichts lesen (lacht). Nein, ich finde es spannend, für Kinder zu schreiben. Ich habe auch lange Kinderliteratur gelesen, denn ich finde, da passiert ganz viel in wenigen Jahren, und das ist eine sehr spannende Zeit.

Interessant. Woher wissen sie, was sie schreiben wollen und welche Figuren in ihren Texten vorkommen sollen?
Das ist selten klar, die tauchen irgendwann auf und sagen: Erzähl mal meine Geschichte! Und dann folge ich ihnen einfach. Es ist plötzlich eine Idee da, gerne vor dem Einschlafen, wenn man gerade so in den Schlaf reinsackt.

Lesen Sie auch Bücher von andern Kinderbuch-Autoren oder nur Bücher für Erwachsene?
Nein, ich lese alles, auch Bücher für Kinder. Ich lese Comics und Graphic Novels, wenig Krimis und Theaterstücke. Manchmal Lyrik.

Ok, gut zu wissen. Wissen sie, wie ihre Bücher bei den Lesern ankommen und wenn ja, woher wissen sie das?
Das weiß ich selten, außer ich habe Leuten das Buch direkt in die Hand gedrückt und die haben mir das danach gesagt. Wenn ich Lesungen halte, haben die Leute das vorher noch nicht gelesen, weil ich viel an Schulen lese. Dann guck ich, ob sie an den richtigen Stellen lachen – und manchmal lachen sie. (lacht)

Da haben sie die nächste Frage ja schon fast erraten: Mögen sie Lesungen?
Manchmal und dann manchmal nicht. Das kann sehr, sehr unterschiedlich sein. Es gibt Lesungen, da könnte ich noch stundenlang weiter lesen; und dann gibt es Lesungen, da denk ich: nee …

Sie haben ja schon viele Preise für Ihre Bücher bekommen. Wie ist es, wenn man Literaturpreise bekommt, und über welchen Preis haben Sie sich am meisten gefreut?
Oh, ich habe mich über alle gefreut, das ist echt ganz toll. Das ist auch sehr unterschiedlich, beim Deutschen Jugendliteraturpreis zum Beispiel, da weiß man gar nicht, dass man den Preis bekommt. Da weiß man nur, dass man nominiert ist, und dann wird der eigene Namen aufgerufen. Das ist schon – aufregend! Bei den anderen wird man dann angerufen und die sagen einem, dass man den Preis bekommt. Das ist sehr schön, doch man bekommt bei der Preisverleihung wenig mit. Das ist dann so, als hätte man Geburtstag, und der ist plötzlich vorbei und man denkt so: Wie kam das jetzt?

Vielen Dank nochmal für das Interview und dass Sie sich die Zeit genommen haben.



NILS MOHL


Lieber Herr Mohl, ich danke ihnen, dass Sie Zeit haben für das Interview. Legen wir direkt los mit der ersten Frage: Schreiben sie lieber Gedichte oder Romane?
Ich freue mich, dass ich beides schreiben darf. Das Tolle an Gedichten ist, dass man schneller fertig ist, und wenn mal eins daneben geht, ist es nicht so schlimm. Bei einem Roman, da arbeitet man so lange dran und will dann auch nicht, dass etwas schief geht.

Beides ist gut. Wie kamen Sie auf die Idee, Gedichte auf Instagram zu veröffentlichen?
2020 sollten zwei Gedichtbände von mir erscheinen, und ich habe gedacht, ein bisschen Werbung vorab kann ja nicht schaden! Das hat mir dann viel Spaß gemacht und seither veröffentliche ich Gedichte auf Instagram, die dann einigen Leuten gefallen, die dann vielleicht auch die Bücher kaufen. Irgendwie bin ich süchtig geworden und konnte dann gar nicht mehr aufhören, Gedichte zu schreiben. (Anmerkung: Nils Mohl postet jede Woche ein Gedicht auf Instagram.)

Glauben Sie, dass Gedichte eine passende Form von Literatur sind, um auf Instagram veröffentlicht zu werden?
Instagram ist ja eigentlich eine App für Bilder, und das ist nicht so ganz einfach, denn es müssen sehr kurze Gedichte sein, damit sie in einen Bilderrahmen passen. Und ja, ich glaube, das passt gut, weil sie so kurz sind. Man braucht nicht lange, um sie zu lesen.

Interessante Theorie. Haben Sie viele Follower?
Ich habe über 1200, das finde ich schon viel (lacht).

Und wie viele Likes kriegen Sie?
Das ist total spannend, weil man jede Woche direkt erfährt, wie das Gedicht bei den Lesern ankommt. Es gibt gerade so um die hundert Likes pro Gedicht.

Wie ist es, wenn das eigene Buch verfilmt wird? (Anmerkung: Nils Mohls Roman „Es war einmal Indianerland“ wurde 2017 verfilmt.)
Ich war an der Verfilmung beteiligt, und es hat sich so lange hingezogen – von der ersten Idee zur Verfilmung bis zum Kinostart waren es fünf Jahre! Das heißt, das kam nicht von heute auf morgen. Das tollste war, glaube ich, als die Dreharbeiten angefangen haben und als ich das erste Mal ans Set gegangen bin. Und da standen dann Lastwagen rum und verkleidete Schauspieler, da dachte ich: Vor ein paar Jahren saß ich alleine an meinem Schreibtisch, und jetzt laufen da Hunderte von Menschen rum, um einem Film draus zu machen. Toller Moment!

Hunderte Menschen? Cool! Wer hat den Roman für den Film umgeschrieben?
Das habe ich zusammen mit einem Freund, Max Reinhold, zusammen gemacht und wir beide haben auch immer wieder mit dem Regisseur darüber gesprochen, İlker Çatak. Wir beide haben's geschrieben, mit der Hilfe vom Regisseur ist es fertig geworden.

Haben Sie das Gefühl, berühmt zu sein?
(Lacht). Nein, das ist auch ganz, ganz gut so. Wirklich berühmt zu sein, ist anstrengend. Das würde mein Leben, glaub ich, ändern, und das ist nicht so toll.

Im Internet steht, dass Sie Leuten das Schreiben beibringen. Können Sie auch Kindern und Jugendlichen beibringen, wie man schreibt?
Die meisten können schon Lesen und Schreiben (lacht). Ich kann ihnen helfen, Geschichten zu erfinden. Natürlich habe ich im Laufe der Jahre ein paar Tricks gelernt, die ich jetzt weitergeben kann. Das macht mir großen Spaß. Und das kann ich natürlich auch Kindern beibringen.

Haben Sie denn Kinder?
Ja, ich habe Kinder, die sind heute 13, 16 und 18. Jahre. Und die wachsen so langsam aus der Kinder- und Jugendzeit raus.

Lesen Ihre Kinder auch Ihre Texte?
(Zögert). Manchmal, sie können das natürlich völlig freiwillig machen. Das sind so eine Art Zeitkapseln für später. Das ist, glaub ich, viel spannender, wenn sie dann später, wenn sie älter sind und ich vielleicht nicht mehr da bin, die Bücher haben, um zu gucken, was ich damals so gedacht und geschrieben und phantasiert habe.

Vielen Dank für das Interview und dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben.
Danke auch für Deine tollen Fragen!



Ich fand die Lesungen und auch die Interviews toll, und vielleicht wollt Ihr ja mal ein Buch von den beiden lesen.



Foto: Lina Sens (TU BS).







Dienstag, 28. Juni 2022

Tierschutz

Raubkatzen als Kuscheltiere? Ida Neugebauer (5c) über eine fragwürdige Form der Tierliebe.


Süß, aber kein Haustier.
Manchmal werden Raubkatzen wie Pumas im Auto gefunden. Man vermutet, dass sie Haustiere sein sollen. In manchen Familien sitzt der Bär am Frühstückstisch. Auch hohe Beamte wie Präsidenten usw. schmücken sich gerne mit Großkatzen, z. B. um ihre Macht zu demonstrieren oder aber sie wollen, dass die Eigenschaften des Tieres auch für ihn/sie gelten: Man ist elegant, gefährlich oder der ,,König der Tiere“. Da es in der EU erlaubt ist, Tiger, Löwen usw. - aus der Zucht, kein Wildfang - als Haustier zu halten, tun es viele, aber leider oftmals nicht artgerecht. Die Tiere haben meistens zu wenig Platz oder zu wenig Auslauf oder aber sie haben nicht genug Abwechslung.

Oftmals kommt es auch zu Aggressionen von wilden Tieren, die als Haustiere gehalten werden, denn ihr Jagdinstinkt ist ihnen nicht auszutreiben. Man sollte immer daran denken, dass es ein wildes Tier bleibt. Am Abend geht ein Puma-Besitzer mit einem knapp zwei Jahre alten Puma spazieren. Der Besitzer sagt, dass es kein Problem ist, dass der Puma in der Stadt lebt. Er behauptet, dass er ganz friedlich ist. Doch das sollte sich als falsch herausstellen, denn kurze Zeit später kommt die Nachbarin mit ihren zwei Mischlingshunden vorbei, der Puma greift den kleineren an und beißt ihn in das Hinterteil* (dem Mischlingshund ist zum Glück nicht viel passiert).

Es gibt aber auch Menschen wie Dean Schneider. Er rettet Tiere vom Schwarzmarkt oder Tiere, die unter nicht artgerechten Zuständen gehalten wurden. Er kaufte sich ein Grundstück, das umgerechnet ungefähr fünf Fußballfeldern entspricht. Auf diesem Grundstück „hält“ er Löwen, Affen, usw. Auf Instagram postet er regelmäßig Fotos.

Wir können also festhalten, dass diese Thema sehr umstritten ist. Manche Leute denken, es sei cool, so ein wildes Tier zu halten (aber sie tun es oftmals nicht artgerecht). Andere denken, es gehört verboten. Ich finde, es kommt darauf an: Manche Leute wollen nur Anerkennung oder Ruhm, andere jedoch versuchen den Tieren zu helfen.



*Quellen
https://www.youtube.com/watch?v=zhqqTZ30IMs
https://www.nationalgeographic.de/tiere/2019/02/exoten-wahn-wilde-tiere-sind-furchtbare-haustiere
https://www.youtube.com/watch?v=0QwZ1jp-KoA

Bildquelle
Gerald Friedrich, pixabay

Freitag, 24. Juni 2022

Erzählung

Detective Jody - der Fall von Lavenderfalls. Eine Fortsetzungsgeschichte von Franca Brangs, 6b. Teil 2.



Jahr: 2045
Hauptfigur: Jody Stonehill, 12 (Mädchen)
Familie: Jasmin (Mom), Maechel (Dad)
Wohnort: Lavenderfalls
Schule: Lavender-High


Klappentext: Die 12 jährige Jody Stonehill wohnt in Lavenderfalls. Eines Tages fand sie einen mysteriösen Pfad, als sie mit ihren Eltern spazieren war, doch was hat es auf sich mit diesem Pfad?

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Kapitel 2

Man glaubt es kaum aber gestern bin ich sofort eingeschlafen. Beim Frühstück erzählte ich meinen Eltern davon das ich in die Stadt – Bibliothek wollte, „Und was machst du da?“ fragte mein Mom. „Schulsachen und so.“ meinte ich nur, Mom nickte leicht und fragte ob Mel (meine Beste Freundin) auch mitkommt. „Ja bestimmt, wir haben noch nicht telefoniert“ sagte ich und stand auf, dann ging ich hoch und packte meine Sachen, danach machte ich mich auf den Weg. Ich rief Mel an und sagte das sie zur Stadt – Bibliothek kommen sollte. Später an der Stadt – Bibliothek sah ich schon Mel und ging zu ihr. „Wollen wir reingehen oder noch weiter hier draußen rumstehen ?“ fragte mich Mel, „Reingehen denke ich mal :)“ antwortete ich auf Mel‘s Frage .Drinnen suchten wir uns einen Tisch mit einem PC und dann erzählte ich Mel erst mal alles. „Also, hast du einen magischen Pfa-“ ich drückte ihr meinen Finger auf ihre Lippen und flüsterte „Pss, nicht so laut“. Dann haben wir noch recherchierten und haben uns Informationen aufgeschrieben, doch dann habe ich etwas wirklich interessantes gefunden. Wenn ich zitieren darf: „Vor 95 Jahren wurde in dieser Hütte, hinter diesem interessanten Pfad, eine Bibliothek mit sehr alten Büchern gefunden. Dazu wurde noch ein Tagebuch gefunden von einer gewissen Maria Lorgenia. Sie starb leider schon im frühen Alter von 20 Jahren. Ganz klar ein Mord doch ihre Leiche wurde nie gefunden...“ las ich uns vor.

„Woah das ist ja krass.“ sagte Mel. Ich wollte unbedingt wissen was genau passiert ist, deshalb habe ich kurz nachgedacht und schließlich hatte ich einen Plan. „Morgen um 08:00 Uhr vor meiner Haustür und komm nicht zu spät.“ sagte ich zu Mel und verließ die Bibliothek. Zuhause machte ich mir erst mal einen kühlen Eistee und setzte mich an meinen PC. „Zum Glück sind ab Mittwoch Ferien, dann habe ich mehr Zeit für den Fall.“ murmelte ich zu mir selbst. Ich verbrachte den Rest des Tages vor meinem PC um zu recherchieren. „Jody, ich bin wieder zuhause !“ rief mein Vater die Treppe hoch. Ich war ein bisschen erstaunt denn es kam mir sehr früh vor bis ich auf die Uhr schaute. „20:00 UHR!?“ ich muss wohl eingeschlafen sein. Da ich so einen Hunger hatte machte ich mir einen kleinen Snack und ging schlafen.


Fortsetzung folgt.



Donnerstag, 23. Juni 2022

Tierheim

Spenden hilft. Isona Ibanez Ventura, Cindy Gu, Romy Freiberg (5b) berichten aus dem Tierheim Braunschweig.

Wie viele verschiedene Tierarten gibt es im Tierheim? Welche sind das?
Generell wird es in Hunde, Katzen und Kleintiere eingeteilt. Sie haben aber auch zum Beispiel Schafe und andere Tiere. Insgesamt sind es ca. zehn Tierarten.

Wie viele Tiere kommen pro Jahr zu Ihnen?
Ca. 200 Hunde, 300 Katzen, 400-500 Kleintiere und ca. 1000 Wildtiere.

Warum werden so viele Tiere im Tierheim abgegeben?
Wegen Krankheit, Geldproblemen, Gefährlichkeit, schlechtem Zustand.

Wie viele Tiere werden pro Jahr vermittelt?
Es werden um die 300 bis 400 Tiere insgesamt vermittelt.

Wann wurde das Tierheim in Braunschweig gegründet?
Das erste Tierheim wurde im Jahr 1885 gegründet. Ca. 50 Jahre später kam es nach Braunschweig.

Wie können Schüler dem Tierheim helfen?
Sie können z. B. spenden.

Würde es helfen, wenn Kinder mit ihren Eltern mit einem Tierheimhund Gassi gehen?
Aktuell nicht, weil sie jetzt nur bissige Hunde haben.

Welche Tiere sind für kleine Wohnungen geeignet?
Eigentlich kann man fast alle Tiere in einer kleinen Wohnung halten, wenn sie genügend Freilauf haben. Am besten wären eine Katze oder Kleintiere.

Wie kümmern sie sich um die Tiere im Tierheim?
80% besteht aus Putzen, aber natürlich können sie zwischendurch auch mit den Tieren kuscheln oder spielen und mit den Hunden müssen sie noch Gassi gehen.

Gibt es exotische Tiere im Tierheim?
Ja, fünf Landschildkröten. Das sind Fundtiere, die man nicht so einfach abgeben darf, weil sie unter Artenschutz stehen. Außerdem haben sie Schlangen, bei denen das Gleiche gilt, und Wasserschildkröten.
Wurden auch seltene Tiere abgegeben? Wenn ja, welche?
Nein, sie nehmen keine seltene Tiere an.

Wie viel essen die Tiere pro Tag?
Sie verfüttern pro Tag ca. 40 kg.

Gibt es Insekten im Tierheim?
Sie haben ein Grundstück bekommen, wovon auf einem Teil für Insekten ein Insektenhotel und etwas für Ameisen gebaut wird.

Gibt es giftige Tiere im Tierheim?
Nein.







Freitag, 17. Juni 2022

Naturschutz

Was bedeutet eigentlich Naturschutz? Von Clara Kuhle (5c) und Emma Stiepel (5a).



Naturschutz bedeutet, dass man etwas für die Umwelt tut. Also keinen Müll in die Natur werfen, wenig Plastik verwenden und möglichst oft das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Die Natur ist nämlich das, was nicht von Menschen gemacht wurde. Was von Menschen gemacht wurde, nennt man stattdessen Kultur.

CO² ist ein Gas, das unter anderem wegen der Autoabgase immer mehr wird. Dieses Gas ist umweltschädlich und sorgt für die Erderwärmung. Das passiert so: Die Wärme, die von der Sonne ausgestrahlt wird, trifft auf die Erde und stößt sich mit einer Zickzack-Spitze wieder zurück ins All. Durch den steigenden CO²-Wert in unserer Luft bleibt die Wärme jedoch in der Erdatmosphäre. Deshalb ist die durchschnittliche Erdtemperatur bis jetzt schon um mehr als 1,2 Grad gestiegen.

Die Wälder sind sehr vielfältig und sehr wichtig, weil sie CO² in O² (Sauerstoff) umwandeln, der für uns lebenswichtig ist. Das machen sie durch Fotosynthese (kommt im Bio-Unterricht). Wenn wir den Wald zerstören, haben die Waldtiere keinen Lebensraum mehr und werden aussterben. Außerdem haben wir dann keinen Sauerstoff mehr.


Ganz viel Plastik landet in Wäldern und in Meeren. Für Tiere ist das tödlich, wenn sie es aus Versehen fressen und das nur, weil wir zu faul sind, die Umwelt zu schützen. Aber diese Tiere wollen doch auch nur leben!


Nur weil wir Menschen diesen umweltschädlichen Stoff Plastik erfunden haben und ihn einfach in die Natur werfen, sterben Tiere. Außerdem ist Plastik erst nach etwa 500 Jahren zerfallen, schwimmt aber immer noch als Mikroplastik im Meer herum.

Was kannst du für die Umwelt machen?

Man kann möglichst wenig Plastik verwenden und das Plastik, das man verwendet, immer in den Hausmüll werfen. Am besten so wenig Auto fahren wie möglich und lieber öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad benutzen.


Dienstag, 14. Juni 2022

AG am WG

UNESCO. Ida Neugebauer (5c) sprach mit den AG-Mitgliedern Danna, Mina, Vera und QuynhVy.


Die Unesco-AG mit unserer Reporterin (2. v. re. vorne),
in der Mitte die Leiterin Frau Winter

Welche Projekte hattet ihr bisher?
Wir hatten einen Wetterballon, den wir in den Himmel gelassen haben, und gerade sind wir dabei, eine Website über Fast Fashion zu erstellen.

Ist der Wetterballon schon zurück?
Ja, er ist in der Nähe von Mecklenburg Vorpommern gelandet, das stand in der Zeitung. Zwei Damen haben ihn gefunden und auseinandergebaut. Genau wissen wir nicht, was mit dem Wetterballon passiert ist.

Wie kommt ihr mit eurem derzeitigen Projekt voran, und wie geht ihr da vor?
Wir lesen viel darüber und schauen auch auf anderen Webseiten. Wir wollen auch eine Kleidertauschbörse eröffnen, und wir machen auch einen Fragebogen. Aber alles dauert seine Zeit. Fast Fashion ist ein großes Projekt.

Worum wird es in diesem Fragebogen gehen?
In dem Fragebogen wird es hauptsächlich darum gehen, wie man seine Kleidung auswählt, also, was man für ein Verhältnis zu seiner Kleidung hat, und es geht auch darum, ob man Lust hätte. bei einer Kleidertauschbörse mitzumachen.

Heute gab es ja eine große Aktion auf dem Schulhof als Solidarität mit der Ukraine. Könnt ihr mir dazu noch Genaueres erzählen oder erklären?
Wir haben es erst vorgestern von Frau Winter, unserer AG-Leiterin, erfahren. Dann haben wir erst mal im Hauptgebäude das Peace-Zeichen mit Kreide auf den Schulhof gemalt, bei dem Basketballkorb und den Containern, und danach sind wir in die Außenstelle gegangen und haben das dort auch gemacht.

Was hat es mit dem Grünem Klassenzimmer auf sich?
Wir haben vor etwas längerer Zeit das Projekt des „grünen Klassenzimmers“ angefangen. Dafür sind wir leider noch zu wenige in der AG. Aber wir haben ein paar Ideen, z. B. wollen wir Bänke mit verschiedenen Farben anmalen und nach draußen stellen und ein Sonnensegel darüber spannen, damit dort Schatten ist. Das soll im Haupthaus sein, also nicht wundern, dass das nicht in der Außenstelle ist.

Wie funktioniert ein Wetterballon?
Ein Wetterballon funktioniert, soweit ich weiß, so: Es ist quasi ein etwas kleinerer Heißluftballon wo eine Kamera dran befestigt ist, und der fliegt dann ins Weltall und macht dort coole Aufnahmen und landet dann meistens mehrere Kilometer weit entfernt. Mit dem Wetterballon kann man auch Wetterdaten sammeln.

Wie seid ihr auf das Projekt Fast Fashion gekommen, und wie kommt ihr auf diese Ideen?
Das Projekt Fast Fashion hat Frau Winter für uns ausgesucht. Sie wollte das Projekt auch machen, weil sie auf unserer Schule darauf aufmerksam machen will, dass viele Leute ihre Klamotten gar nicht tragen und dass die Produktion der Klamotten sehr umweltschädlich ist. Dazu kommt, dass die Arbeiter unterbezahlt werden. Deswegen wollen wir auch eine Kleidertauschbörse eröffnen, damit so etwas nicht mehr passiert und damit die Arbeiter mehr Lohn bekommen.

Wer sucht eigentlich eure Projekte aus?
Wir suchen die Projekte normalerweise gemeinsam aus, aber manchmal haben wir auch selber Ideen, dann schlagen wir diese Frau Winter vor. Manchmal machen wir auch ähnliche Projekte wie andere Schulen.



Samstag, 4. Juni 2022

Film- und Serientipp

Hannah Montana. Von Lona Ma.


Ich empfehle euch eine Serie bzw. einen Film namens „Hannah Montana“. Die erste Staffel erschien 2006 erstmals im amerikanischen Disney Channel. Darauf folgten drei weitere Staffeln und 2009 auch ein Film. Hier gibt es die Serie auf Disney+ und Amazon Prime Video, aber auf Disney+ könnt ihr ein Monats- (8,99 €) oder Jahresabo (89,90 €) kaufen, das viel weniger Geld kostet, als bei Prime Video.


Miley Cyrus (Hannah Montana)


In der Serie geht es um Miley Stewart (Miley Cyrus), die mit ihrem Vater Robbie Ray Stewart (Billy Ray Cyrus) und ihrem Bruder Jackson Rod Stewart (Jason Earles) in Malibu lebt. Ihre Mutter Susan Beatrice Stewart (Brook Shields) ist verstorben.

Miley scheint ein normales Mädchen zu sein, doch in Wahrheit führt sie ein Doppelleben als Popstar - Hannah Montana. Unter einer blonden Perücke und viel Makeup versteckt sie ihre wahre Identität. Sie versteckt sie, da sie auch ein ganz „normales“ Leben führen möchte, wo ihr nicht immer alle Fans hinterherrennen.

In „Hannah Montana“ geht sie mit ihrer besten Freundin Lilly Truscott (Emily Osment) und ihrem guten Freund Oliver Oscar Oken (Mitchel Musso) in die Middle- bzw. Highschool. Doch die beiden eingebildeten Mädchen Ashley Dewitt und Amber Adison, die sie von der Middle- bis zur Highschool begleiten müssen, können Miley, Lilly und Oliver nicht leiden.

Außerdem hat Miley einen Bodyguard namens Roxy Roker (Eleanor Francis Callier), die sie beim Aussuchen ihrer Perücke kennengelernt hat. Roxy handelt sehr aggressiv und beschützt Miley manchmal etwas zu viel, z. B. bei Mileys Dates, wo Roxy alles verdirbt. Doch trotz allem, hat Miley sie sehr lieb.

Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber ganz grob geht es im Film darum, dass Miley ihr Leben als Popstar und ihr „normales“ Leben langsam zu viel wird und sie nicht alles unter einen Hut kriegt. Gegen Mileys Willen bringt ihr Vater sie deshalb aufs Land in ihre Heimat Tennessee, wo sie über ihre Zukunft nachdenken soll.

Altersempfehlung
6

Für wen geeignet?
Ich empfehle „Hannah Montana“ für Leute, die gerne Serien bzw. Filme mit Comedy und viel Drama sehen und wo es auch teilweise um Freundschaft und Liebesdramen geht.

Außerdem empfehle ich euch, die Serie und den Film auf Englisch mit Untertitel zu gucken.

Ich hoffe, ihr habt Interesse an „Hannah Montana“ und schaut euch die Serie bald an!




Bildquelle: alacoolk, Hannah Montana, Lizenz CD BY-ND 2.0








Freitag, 20. Mai 2022

IGS Gifhorn

Bisher nur positive Erfahrungen. Anna-Livia Prouvier (5c) befragt Emanuela Montefranchesco, seit September Lehrerin an der IGS Gifhorn


Frau Dr. Montefrancesco unterrichtet Physik in der Sekundarstufe II sowie Naturwissenschaften in der Sekundarstufe I an der Integrierten Gesamtschule Gifhorn und ist eine von ca. 85 Lehrkräften an dieser Schule. Sie unterrichtet aktuell die Klassenstufen 5, 11 und 12. An der IGS Gifhorn gibt es circa 1100 Schüler.


Unsere Autorin vor der IGS Gifhorn

Wie lange unterrichten Sie schon?

Nicht lange. Nach meinem Studium der Ingenieurwissenschaften habe ich lange in der Automobilindustrie gearbeitet. Am Anfang dieses Schuljahres habe ich dann als sogenannte „Quereinsteigerin“ für das gymnasiale Lehramt angefangen. Ich wurde, genauso wie ihr, im September eingeschult.

Was ist der Unterschied zwischen dem Wilhelm Gymnasium und der IGS Gifhorn?
Grundsätzlich dient jede Schulform der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Bedürfnisse. Auf dem Weg zur Realisierung dieser Ziele gibt es unterschiedliche Schulformen. Die IGS bietet unterschiedliche Bildungsabschlüsse an und ist eine Form der Ganztagsschule. Die Hausaufgaben werden im Rahmen der Ganztagsbetreuung erarbeitet. Dies geschieht in einem sogenannten Lernbüro. Dort arbeiten die Kinder selbstständig an ihren Aufgaben.

Wie unterrichtet man an einer IGS?
Im Prinzip ähnlich wie in anderen Schulformen. Die Lehrpläne werden wie in jeder anderen Schule auch nach den Vorgaben des Kultusministeriums gestaltet. Auch wir an der IGS versuchen besonders differenziert und individuell zu unterrichten.

Ist es anstrengend dort zu unterrichten?
Sicherlich nicht mehr und nicht weniger als bei anderen Schulen.

Wie finden Sie die Schüler?
Bis jetzt habe ich nur positive Erfahrungen gemacht, meine Schülerinnen und Schüler sind lieb und wissbegierig.

Was sind die Regel einer IGS?
Die grundlegenden Regeln sind ähnlich beziehungsweise gleich wie an jeder anderen Schule.

Wie groß ist circa der Schulhof?
Unser Schulhof ist in drei Teilen unterteilt: Spielhof, Ballhof, und "Chill"-Hof auf einer Fläche von schätzungsweise 10000 Quadratmeter.

Hat Ihre Schule auch zwei Gebäude?

Unsere Schule besteht aus vier Gebäuden, die sich an einem Standort befinden und eine Art Campus bilden.



Meine persönliche Sicht

Aus meiner Sicht ist die Schule super groß und toll! Die vier Gebäude werden durch Gänge verbunden und die Schule ist schön.




Freitag, 13. Mai 2022

Politiker-Interview

„Ich fühle mich in der FDP am wohlsten“. Clara Kuhle (5c) und Emma Stiepel (5a) interviewten den Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle.



Wieso wollten Sie Politiker werden?
Ich habe lange ehrenamtlich Politik bei der FDP und bei den Jungen Liberalen gemacht. Am Ende Bundestagsabgeordneter zu werden, habe ich am Anfang nicht geplant.

Wieso haben Sie die FDP als Ihre Partei gewählt?
Die FDP ist die einzige Partei, die sich gleichermaßen sowohl für gesellschaftliche Freiheit als auch für die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft einsetzt. Diese Kombination hat mich bereits als Jugendlicher zur FDP geführt. Zudem hatte ich bei der FDP trotz meines jungen Alters das Gefühl, ernst genommen zu werden und das hat mir gefallen.

Was sind Ihre politischen Ziele?

Als Freie Demokraten wollen wir die Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen stärken. Für mich als Innenpolitiker bedeutet dies insbesondere, Bürgerrechte zu schützen und sich gegen unverhältnismäßige Überwachungsmaßnahmen wie Videoüberwachung im öffentlichen Raum einzusetzen.

Wie lange sind Sie schon Politiker?
Ich bin seit 2002 Mitglied der Jungen Liberalen und gehöre seit 2005 der FDP an. Im Bundestag sitze ich seit 2017.

Wie war es für Sie, als die Corona Pandemie begonnen hat und viele Maßnahmen beschlossen wurden?
Der Beginn der Corona-Pandemie ging mit den stärksten Freiheitseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik einher. Bis dahin alltägliche Dinge wie das Treffen mit Freunden waren von einem auf den anderen Tag nicht mehr möglich. Diese Einschränkungen waren für viele Menschen eine psychische Belastung. Daher war es wichtig und richtig, sich immer wieder für eine verantwortungsbewusste Lockerung der Maßnahmen je nach Infektionslage einzusetzen.

Wie fanden Sie Angela Merkel?
Angela Merkel hat sich in den 16 Jahren ihrer Kanzlerschaft um unser Land verdient gemacht. Davor habe ich großen Respekt. Manche Herausforderungen wie zum Beispiel die Digitalisierung wurden in ihrer Regierungszeit leider auf die lange Bank geschoben. Hier wollen wir als Teil der Bundesregierung nun das Tempo erhöhen.

Wie viele Reisen machen Sie ungefähr pro Jahr?
Das kommt ganz darauf an, wie viel Zeit ich habe und wie häufig ich als Parlamentarier in andere Länder reisen muss. Durch die Bundestagswahl im letzten Jahr war zum Beispiel kaum Zeit für Urlaube oder Dienstreisen.

Was tun Sie persönlich für den Klimaschutz?
Als Abgeordneter pendele ich häufig zwischen Berlin und meinem Wahlkreis Göttingen. Um dabei das Klima zu schonen, aber auch weil ich währenddessen arbeiten kann, fahre ich die Strecke ausschließlich mit der Bahn.

Was finden Sie an der Politik gut?
Für mich ist es eine große Freude, als Politiker Probleme der Menschen zu lösen und für bessere Lebensbedingungen zu sorgen. Wenn man sich lange für ein bestimmtes Projekt einsetzt und dieses dann in die Realität umsetzen kann, ist das eine großartige Bestätigung der eigenen Arbeit.

Was würden Sie als Bundeskanzler als erstes tun?
Viele Sachen, die mir immer wichtig waren, können wir als Ampel-Regierung jetzt umsetzen. Als Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen habe ich zum Beispiel lange für die Anhebung der Minijob-Grenze, die derzeit bei 450 Euro liegt, geworben. Dass die Ampel schon in den ersten 100 Tagen die Anhebung auf 520 Euro beschlossen hat, freut mich sehr.

Haben Sie Wochenende? Wie viel Zeit haben Sie mit ihrer Familie?
Da die meisten Menschen Politik im Ehrenamt machen, finden viele Partei-Veranstaltungen am Wochenende statt. Da ist es dann nicht immer leicht, Privatleben und Politik unter einen Hut zu bringen. Ich bilde mir aber ein, dass ich da einen guten Ausgleich hinbekomme.

Was ist Ihr Lieblingsort auf der Welt?
Ich fühle mich an vielen verschiedenen Orten in Norddeutschland zu Hause, in Göttingen, wo ich jetzt lebe, in der Region Braunschweig, in der ich geboren bin, und in Hamburg, wo ich studiert habe.

Müssen Männer nach dem Studium wieder zur Bundeswehr?
Nein, wir Freie Demokraten haben uns vor über zehn Jahren erfolgreich für die Aussetzung der Wehrpflicht eingesetzt. Dabei soll es bleiben. Junge Menschen sollen selbst entscheiden können, ob sie zur Bundeswehr gehen, im sozialen Bereich mithelfen, ein Auslandsjahr machen oder direkt eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren wollen.

Haben Sie ein Haustier?
Nein, da ich wenig zu Hause bin, könnte ich einem Haustier nicht in der Form gerecht werden, das es verdient hat.

Machen Sie gerne Sport?
Ich versuche, regelmäßig Sport zu machen. Erst kürzlich bin ich in Berlin den Halbmarathon mitgelaufen.

Verbrauchen Sie viel Plastik?

Ich versuche, große Plastikverpackungen zu vermeiden, und habe beim Einkaufen immer eigene Beutel dabei. Häufig ist es aber leider noch nicht vermeidbar, Plastik zu verbrauchen.

Fahren Sie ein E-Auto?
Ich fahre ein sogenanntes Hybrid-Auto, also eine Mischung aus Elektro- und Verbrenner.

Welches war Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Alles, was mit Sprachen zu tun hat.

Wieso möchte die FDP keine Impfpflicht und wieso nennen Teile der FDP das „tot“?
Ich bin selbst dreimal geimpft und werbe auch weiterhin nachdrücklich für die Impfung, weil sie uns vor schweren Corona-Verläufen schützt und zukünftige Infektionswellen zu verhindern hilft. Allerdings ist eine Impfpflicht ein erheblicher Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und bedarf daher sehr guter Gründe. Um die Interessen des Einzelnen und der Allgemeinheit in dieser Frage am besten gegeneinander abzuwägen, habe ich mich im Bundestag einem Antrag für ein verpflichtendes Beratungsgespräch und, wenn das alleine nicht hilft, für eine spätere Impfpflicht ab 50 Jahren ausgesprochen.

Was wird Die FDP tun, um die Coronazahlen in Zaum zu halten und in die Normalität zurück zu kommen?
Einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität gehen wir nun mit der Aufhebung der meisten Corona-Auflagen ab Anfang April. Dort, wo die Infektionszahlen und die Lage in den Krankenhäusern es erforderlich machen, können regional noch Einschränkungen ausgesprochen werden. Zu einer ausgewogenen Corona-Politik und dem gebotenen Weg in die Normalität gehört es aber gerade auch, dass in Schleswig-Holstein keine Kneipen mehr schließen müssen, nur weil in Bayern die Corona-Zahlen gerade wieder höher sind. Es ist daher richtig, dass die Verhängung einzelner Maßnahmen jetzt stärker auf regionaler Ebene erfolgen soll.

Würden Sie sich eher den Zielen der Grüne oder der der SPD anschließen?
Sowohl mit den Grünen als auch mit der SPD arbeiten wir in der Ampel-Regierung gut zusammen. Ich persönlich fühle mich aber in der FDP am wohlsten.



Bildquelle: K. Kuhle