Dienstag, 9. April 2024

Europawahl: PIRATENPARTEI

„Recht auf Privatsphäre, freies Wissen, freie Kommunikation, freie Kultur, transparente Verwaltung, Modernisierung des Urheberrechtes“. Martino Rossi (9m1) befragt die PIRATENPARTEI Braunschweig.


In den nächsten beiden Monaten werden wir anlässlich der Europawahl am 09. Juni 2024 Interviews mit den einzelnen Parteien auf dieser Seite veröffentlichen, um die wahlberechtigten Schüler/innen des Wilhelm-Gymnasiums bestmöglich auf die Wahl vorzubereiten. Wir veröffentlichen die Antworten der Parteien in der Reihenfolge, in der sie bei uns eingegangen sind. Viel Spaß beim Anschauen!

Für den Inhalt der Antworten sind ausschließlich die Parteien verantwortlich. Ein Bezug zu den Werten des Wilhelm-Gymnasiums ist daraus nicht ableitbar.


1. Piratenpartei
2. DIE PARTEI
3. AfD
6. ÖDP
7. FDP
8. SPD
10. CDU


 

Was sind die Grundsätze Ihrer Partei (in höchstens drei Sätzen)?

Die PIRATEN sind der festen Überzeugung, dass alle Menschen das Recht auf faire und gleiche Behandlung haben und die Gesellschaft die Rechte von Minderheiten respektieren muss. Wir werden gegen jede Art von Diskriminierung eintreten und uns Bewegungen widersetzen, die gegen die Menschenrechte handeln. Wir engagieren uns für das demokratische Fundament und die Freiheit des Internets auf europäischer und globaler Ebene.

Wie lauten die aktuell wichtigsten Ziele Ihrer Partei?

Die Piratenpartei Deutschland (PIRATEN) beschäftigt sich mit den entscheidenden Themen des 21. Jahrhunderts. Das Recht auf Privatsphäre, freies Wissen, freie Kommunikation und freie Kultur, eine transparente Verwaltung und eine Modernisierung des Urheberrechtes sind die grundlegenden Ziele der PIRATEN.

Unser wichtigstes Ziel für die diesjährige Europawahl ist es, mit 4 + x europäischen Sitzen ins Europaparlament wiedergewählt zu werden, damit wir unsere Arbeit dort fortsetzen können. Unser deutscher Abgeordneter Dr. Patrick Breyer hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere gegen die Chatkontrolle, also staatliche Hintertüren in unseren Chatprogrammen und Messengern, erfolgreich eingesetzt.

Stehen Sie der Europäischen Union eher positiv oder negativ gegenüber? Warum?

Natürlich stehen Piraten positiv zu Europa und zur Union, denn es gibt die Piratenpartei weltweit und somit auch in sehr vielen Ländern Europas. Wir haben uns sogar über die Ländergrenzen hinweg ein gemeinsames Europa-Programm (https://go.piraten-bs.de/eu2024) gegeben, um die Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Raums für Kultur, Politik und Zivilgesellschaft zu fördern und die vielfältigen Kulturen innerhalb der europäischen Union wertzuschätzen.

Was streben Sie im Bereich Bildung an?

Wir streben einen freien, universellen Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung, Wissen und Informationen in der gesamten EU an, der die persönliche Entwicklung der Menschen unabhängig von ihrem sozialen und wirtschaftlichen Hintergrund ermöglicht, für ein lebenslanges Lernen. Wir unterstützen die Digitalisierung von Bildungseinrichtungen und diese sollten verstärkt Lernressourcen nutzen, die unter freien Lizenzen ohne Kopierbeschränkungen verfügbar sind. Bildungsmedien unter freien Lizenzen für alle sind wesentlich für den barrierefreien Zugang zu Bildung, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Grenzen der EU. Denn eine gebildete und kritisch denkende Bevölkerung ist notwendig für eine funktionierende Demokratie, sozialen Zusammenhalt und Wohlstand.

Wie wollen Sie das Klima schützen?

Um eine sichere Zukunft für uns alle zu gewährleisten, wollen wir einen schnellen Übergang zu einer sauberen, kreislauforientierten Wirtschaft, die ihre Umweltauswirkungen auf Null reduziert. Umwelt und Klima machen nicht an den Grenzen halt. Auch Energie überschreitet im EU-Energiebinnenmarkt Grenzen. Wir müssen die europäische Koordination stärken, um die Energie- und Klimakrise zu überwinden. Wir wollen EU-weite Standards schaffen, die Transparenz und Überprüfbarkeit berücksichtigen, um eine effektive Umsetzung für eine gesunde Umwelt, biologische Vielfalt, nachhaltige Ressourcennutzung und fairen, gleichberechtigten Zugang zu Energie, Nahrung und Wasser zu gewährleisten und Greenwashing zu verhindern.

Halten Sie Rechtsextremismus für ein Problem? Wenn ja, wie wollen Sie Ihn bekämpfen?

Die PIRATEN Braunschweig halten den Rechtsextremismus und -populismus für die vielleicht größte Gefahr, die es derzeit für unsere freie, pluralistische und demokratische Gesellschaft gibt. Aus unserer Sicht sind daher alle Demokrat*innen aufgefordert, etwas zu tun. Es reicht nicht aus, nur Sonntagreden zu halten. Es ist wichtig, auch im privaten Umfeld, im Sportverein, in Schule und Beruf sowie im Bekanntenkreis rechtsextremistischen Positionen klar entgegen zu treten. Nie wieder ist jetzt! Wir PIRATEN Braunschweig engagieren uns zum Beispiel zusammen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren aus Braunschweig im „Bündnis gegen rechts“.

Denken Sie, dass wir eine „Festung Europa“ unbedingt verhindern sollten, wir also alle Menschen in Not aufnehmen sollten? Oder wollen Sie Menschen in Not nicht aufnehmen?

Die Piraten verurteilen die Kriminalisierung aller Menschen und Organisationen, die Schutzsuchenden helfen. Die Kriminalisierung von humanitärer Hilfe untergräbt grundsätzlich den Grundsatz der Rechtssicherheit und damit die Rechtsstaatlichkeit in der EU. Die europäische Flüchtlings- und Asylpolitik muss auf der Achtung der Menschenrechte und des Völkerrechts beruhen. Alle EU-Staaten müssen sich an die Bestimmungen der Genfer Flüchtlingskonvention und der UN-Konvention über die Rechte des Kindes halten und sind verpflichtet, Flüchtlinge und Asylbewerber zu unterstützen. Auch die EU-Grenzschutzagentur Frontex muss sich ebenso wie die Mitgliedstaaten an das Völkerrecht halten. Wir brauchen eine diskriminierungsfreie Reform des Asylsystems, die von allen Mitgliedstaaten eingehalten wird und fordern eine gemeinsame europäische Asylpolitik. Mehr dazu im gemeinsamen Wahlprogramm unter https://go.piraten-bs.de/eu2024.

Wie stehen Sie zu einem Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union?

Die Piratenpartei Deutschland verurteilt den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Auch die Piratenparteien Europas und der Welt verurteilen die Aktivitäten von Vladimir Putin aufs Schärfste. Die Ukraine soll im Geiste unserer gemeinsamen Werte in die Lage versetzt werden, mit allem, was nötig ist, die Freiheit der Menschen in der Ukraine gegenüber der russischen Aggression verteidigen zu können. Die PIRATEN bekräftigen die Ziele aus dem gemeinsamen Grundsatzprogramm, dass Verteidigungspolitik durch gemeinsames Handeln mit Partnern und Verbündeten Stabilität schafft und die Sicherheit in Europa gestärkt wird.

Einen offiziellen Beschluss zur Aufnahme der Ukraine in die EU gibt es durch die Bundespartei oder die europäischen Piraten derzeit noch nicht. Wir PIRATEN Braunschweig würden das aber sehr befürworten!

Was läuft Ihrer Meinung nach aktuell schief in der Politik und wie wollen Sie das ändern?

Ihre vorgegebene Begrenzung auf 160 Wörter reicht dafür leider nicht aus und kurze, einfache Antworten auf schwierige Fragen mögen andere Parteien geben, wir jedoch nicht - das wird der Komplexität der Frage nicht gerecht. Die Piratenpartei Deutschland wurde gegründet, weil sich unsere Gründungsmitglieder von den bestehenden Parteien nicht mehr vertreten gefühlt haben, insbesondere in Bezug auf Privatsphäre, ein freies Internet und Datenschutz. Insofern haben wir bereits etwas geändert. Wir PIRATEN sind Verfechter des Grundgesetzes und genießen die Möglichkeiten, die es uns bietet - zum Beispiel die Partizipation an der politischen Gestaltung und damit die Möglichkeit auf Veränderungen im Rahmen der FDGO!

Was wollen Sie speziell für Braunschweig im Europaparlament erreichen?

Das Europaparlament ist die politische Vertretung aller Menschen in Europa. Es kann nicht das Ziel von Abgeordneten sein, speziell für die eigene Stadt etwas erreichen zu wollen, was anderen vorenthalten würde. Es muss dagegen das Ziel sein, die EU für alle Menschen lebenswerter zu machen, frei nach unserem PIRATEN-Motto: Freiheit, Würde, Teilhabe!

Wieso sollte man Sie und nicht eine andere Partei wählen?

Jede*r Wahlberechtigte sollte die Partei wählen, die die eigenen Positionen und Menschenbilder vertritt. Wenn man mit den Zielen und den Grundsätzen der PIRATEN übereinstimmt, macht man das Kreuz auch bei den PIRATEN, damit wir die Chance haben, die Ansichten unserer Wähler*innen im Europaparlament zu vertreten.

Wenn man für eine weitere Abschottung Europas, für eine unsoziale Politik oder für die Einführung eines Überwachungsstaates in Europa plädiert, ist man bei uns aber an der falschen Adresse.

Die Europawahl ist eine wichtige Richtungswahl für uns alle, weil mittlerweile vieles, was uns in unserem Leben betrifft, im Europaparlament beschlossen wird. Es sollte sich daher jede*r gut überlegen, wem man seine Stimme geben möchte. Grundsätzlich gilt: Trau keiner Wahlwerbung, informier dich!

 

  

Bild: Wikipedia.

 

Freitag, 5. April 2024

Ehrlich Brothers

 “Jedes Mal ein magischer Moment”. Clara Kuhle (7c) und Emma Stiepel (7a) im Interview mit den Ehrlich Brothers.





Wie sind Sie zum Zaubern gekommen?


Andreas: Mit acht Jahren hab ich einen Zauberkasten zu Weihnachten geschenkt bekommen. Zuvor hatte mir mein Cousin den Tipp gegeben, dass meine Eltern den vielleicht irgendwo im Haus versteckt haben. Ich hab ihn dann tatsächlich gefunden und heimlich ein paar Kunststücke geübt. Als ich Heiligabend den Zauberkasten geschenkt bekam, konnte ich auf Anhieb einige Tricks vorführen. Meine Eltern dachten, ich sei ein Wunderkind. Irgendwann habe ich ihnen dann aber erzählt, dass ich vorher geübt hatte. 


Chris: Als jüngerer Bruder musste ich anfangs immer als „Assistentin“ herhalten, bevor ich selbst mit dem Zaubern angefangen habe. Das ging bei mir mit 16 so richtig los. Ich war auf einem Schüleraustausch in Frankreich und habe meinen Bruder gefragt, ob er ein paar Zaubertricks für mich hätte, damit es mit den französischen Mädels besser klappt.



Welchen Ihrer Zaubertricks mögen Sie am liebsten?


Chris: Da gibt es einige, aber besonders bleibt für uns immer die Illusion, bei der wir mit einem Motorrad aus einem überdimensionalen iPad fahren. Das war die letzte Illusion, die wir gemeinsam mit unserem Papa gebaut haben, bevor er starb.


Was wollten Sie werden, bevor Sie Zauberer werden wollten?


Andreas: Eigentlich wollte ich Lehrer werden. Auch mal Augenarzt. Für mich war es bis Anfang 20 klar, dass die Zauberei immer Hobby bleiben würde. Und dann hatte ich einen Auftritt bei einem Treffen von Augenärzten. Alles Professoren. Einer fragte mich nach der Show: „Sie haben gerade 80 Leute auf wunderbare Weise verzaubert. Sie machen das hauptberuflich, nicht wahr?“ Und das war ganz anders als das, was die Eltern immer gesagt haben. Im Jahr 2000, Chris hatte gerade Abi, da haben wir beschlossen, es ein Jahr lang zu probieren. Nach zwei Monaten war klar, dass wir nie wieder was anderes machen werden.


Chris: Ich habe zwischenzeitlich die Prüfung zum staatlich anerkannten Pyrotechniker absolviert, weil mich diese Materie total interessiert. Bei ausgewählten Illusionen lasse ich das immer wieder einfließen.



Wie ist es, wenn man z. B. einen neuen Trick vor Publikum zeigt?


Andreas: Das ist wahnsinnig spannend. Du kannst ein neues Kunststück noch so oft zuhause testen - ob es funktioniert, weißt Du erst, wenn Du vor einem Publikum stehst. Es kommt immer wieder vor, dass wir neue Illusionen auf der laufenden Tour ausprobieren. Dann ist die gesamte Crew angespannt, weil wir alle nicht wissen, wie die Leute reagieren. 


Chris: Da ist die Anspannung groß: Geht was schief? Klappt alles? Durchschauen die Zuschauer, wie der Trick funktioniert?


Was ist das größte Problem, das Sie jemals vor dem Publikum/Kamera hatten?


Andreas: Bei einer so großen Arena-Show mit 22 Trucks und 100 Mitarbeitern kann auch mal etwas schiefgehen. Das kommt zum Glück selten vor.


Chris: Einmal bin ich mit dem Motorrad aus dem Riesen-Ipad herausgefallen statt herauszufahren. Das ist ja ein echtes Motorrad, ein paar Hundert Kilo schwer. Da hatte ich Glück, dass das Teil nicht auf mich gefallen ist. Und einmal hatte mein Bruder einen Feuerblitz in der Hand erscheinen lassen. Den wollte er quer über die Bühne auf einen Eisblock werfen. Dabei hatte er mich aus Versehen gestreift und meine Haare fingen Feuer.

Werden Sie oft angesprochen, wenn Sie sich in die Öffentlichkeit begeben?


Andreas: Das passiert manchmal. Aber wenn ich nicht mit meinem Bruder unterwegs bin, ein Käppi trage und komplett rasiert bin, erkennen mich die wenigsten. Ich ziehe mich privat gerne zurück. Im Urlaub bin ich z. B. nicht der Typ, der auf der Strandpromenade entlang flaniert. Ich gehe lieber an einen einsamen Strand und spiele Boccia mit meinen Kids. Ich bin froh um jede Minute, in der ich ein ganz normales Familienleben zelebrieren kann.


Werden Sie öfter nach einem Selfie gefragt?


Andreas: Klar. Das gehört dazu.

Chris: Es ist ja auch toll, wenn unsere Fans uns erkennen und sich freuen, uns zu sehen. Dann erfüllen wir gerne den Wunsch nach einem Selfie.


Welche Stadt ist Ihrer Lieblingsstadt?


Chris: Immer da, wo wir gerade zu Gast sind. Nein, Scherz beiseite: Jede Stadt ist anders und hat ihren Charme. Leider bekommen wir nicht viel zu sehen, weil wir die meiste Zeit mit den Vorbereitungen der Shows in Arenen verbringen.




Woher kommen die Ideen zu den Tricks?


Andreas: Manchmal hat man so einen Flash, während man unter der Dusche steht, Auto fährt oder im Traum. Das schreibst du dann auf, auch nachts. Wir haben deshalb beide einen Notizblock neben dem Bett liegen - wenn du es nicht direkt aufschreibst, ist es am nächsten Morgen weg. 


Chris: Im nächsten Schritt skizzieren wir Entwürfe und lassen sie dann von unserem Team bauen. Wir haben einen Stab von Mitarbeitern mit Knowhow aus verschiedenen Bereichen. Konstrukteure, Elektroingenieure, Pyrotechniker, jeder weiß genau, wer was kann. Und so bleiben wir die Architekten der Illusionen.


Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht zaubern?


Andreas: So viel Zeit bleibt da ja nicht mehr. Ich bin ja Vater von drei Kids. Da gibt es immer was zu tun, zu organisieren, zu unterstützen. Und manchmal ist es ja auch schön, einfach nur Urlaub zu machen.


Chris: Und Freunde zu treffen. Das ist sehr wichtig. Vor allem treffe ich mich mit einem speziellen Schulfreund besonders gerne, mit dem ich immer Tischtennis spiele. Wir haben uns im Tischtennisverein kennengelernt und sind bis heute beste Freunde. Ich liebe Tischtennis – und das hat nichts mit Zauberei zu tun. Noch bevor ich über die Platte gucken konnte, habe ich zu Hause mit meinem Vater gespielt. Er hat immer gesagt, dass er mich nie gesehen hätte – nur meinen Schläger. Und der Ball kam immer zurück. (lacht)   




Sind Sie nervös, bevor Sie auftreten?


Chris: Nervös nicht, es beflügelt uns eher eine positive Aufgeregtheit. In den Minuten vor der Show steigt die Vorfreude, dass sich gleich der Vorhang hebt und wir von tausenden Menschen in der Arena empfangen werden. Das ist jedes Mal ein magischer Moment!


Andreas: Wir wissen genau, was es für die Menschen bedeutet, wenn sie sich ein Jahr lang auf die Show freuen. Für uns ist es vielleicht die 80. Show auf der Tour, aber für die Menschen ist es die eine Show. Dessen sind wir uns absolut bewusst. Und deshalb geben wir auf der Bühne immer alles! Wir sind einfach dankbar für den Traum, den wir leben dürfen.


Werden Sie darum gebeten, bei Feiern mit Freunden oder Familie zu zaubern?


Andreas: Früher kam das häufig vor, mittlerweile freuen sich unsere Freunde und die Familie, wenn sich mal nicht alles um die Zauberei dreht.


Chris: Bahnschienen verbiegen wir beim sonntäglichen Kaffeetrinken eher selten (lacht).


Haben Sie vor manchen Tricks Angst?


Chris: Wie heißt es so schön: Angst ist kein guter Ratgeber. Wichtig ist, dass man alles dafür tut, um bestens vorbereitet zu sein. Und das bei jeder Show von Neuem. Da kommt es auf das kleinste Detail an. 


Andreas: Natürlich haben wir Respekt davor, wenn wir 10 m hoch über die Bühne fliegen oder mit Flammenwerfern hantieren. Da sollte man nicht zu locker mit umgehen.




Bilder: Ehrlich Brothers, Touren Diamonds und Dream & Fly.



Freitag, 22. März 2024

Jugendparlament, Teil 1

Auf in den Wahlkampf! Martino Rossi (9m1) berichtet über seine Kandidatur für das 1. Braunschweiger Jugendparlament.

 

Regelmäßige Leser des WGtarier wissen wahrscheinlich, dass ich mich sehr gerne politisch engagiere. So kam es für viele wahrscheinlich auch nicht verwunderlich, mich auf der Kandidatenliste des 1. Braunschweiger Jugendparlament zu sehen. Ich führte nun wochenlang Wahlkampf, habe es letztendlich auch geschafft und darf mich nun mit Beginn der Legislaturperiode am 1. Mai „Abgeordneter der 1. Legislaturperiode des Braunschweiger Jugendparlament“ nennen. Ich werde nun in den nächsten zwei Jahren hier in der Schülerzeitung in Form eines Tagebuchs über meine Erlebnisse berichten und fange heute mit meinem ersten Eintrag mit dem Titel „Auf in den Wahlkampf!“ an. Viel Spaß beim Lesen!

 

Es war mitten im verschneiten Dezember, als ich von der Möglichkeit erfuhr, für das 1. Braunschweiger Jugendparlament zu kandidieren. Einen Monat Zeit hatte ich nun, um mir zu überlegen, ob ich das machen will oder nicht. Ich nahm mir diese Zeit und wägte Vorteile und Nachteile gegeneinander ab: Auf der einen Seite war natürlich die viele Zeit, die das in Anspruch nehmen würde, doch wollte ich schon immer aktiv mitentscheiden. Ich entschied mich dann auch recht schnell dafür, dass ich das machen und die Zeit in Kauf nehmen will. Denn mir ist es wichtig, mich für die Jugend in Braunschweig zu engagieren und wo kann man das besser als im 1. Braunschweiger Jugendparlament, sagte ich mir. So bewarb ich mich für das 1. Braunschweiger Jugendparlament!

 

Das Jugendparlament ist zwar unparteiisch, doch formierten sich ganz schnell hinter den einzelnen Kandidaten verschiedene politische Jugendorganisationen und Gruppen bildeten sich. Auch bei meinen Jusos fanden wir uns gleich zu fünf Kandidaten zusammen, die wir uns Anfang Februar mit Teilen unseres Vorstands zu einer ersten Besprechung zusammensetzten.

 

Erstmal schauten wir uns an, wie es denn bei der Konkurrenz aussieht: Wir stellten fest, dass es neben uns zwölf Kandidaten der Jungen Union gab, und wussten, dass das ein harter Kampf wird, gegen mehr als doppelt so viele Kandidaten unseres gefährlichsten Gegners anzutreten, wussten aber direkt, dass wir es schaffen können, wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Darüber hinaus gab es einen Kandidaten von der Grünen Jugend und zwei von den Jungen Liberalen sowie einen von der Linksjugend solid. Besonders schockiert zeigten wir uns darüber, dass zwei Kandidaten sogar der Jungen Alternative nahestanden, und wussten, dass wir jetzt alles geben müssten, um diese Kandidaten möglichst fern vom Jugendparlament zu halten. Denn wir waren uns alle einig, dass das Jugendparlament offener Ort einer demokratischen Debatte unter Jugendlichen werden sollte und nicht der Präsentierteller für menschenverachtende rechte Hetze von solchen widerlichen Organisationen.

 

Dann warfen wir einen Blick in die Wahlordnung und notierten uns, dass die Wahl vom 26. Februar bis zum 8. März 2024 online durchgeführt wird, wobei jeder der 18.000 Jugendlichen fünf Stimmen haben sollte und insgesamt 19 Plätze zu vergeben waren. Vor allem diese geringe Anzahl an Sitzen zeigte uns angesichts der hohen Kandidatenzahl der Jungen Union, dass wir ordentlich Wahlkampf treiben müssen, einen besseren Wahlkampf als die Gegner.

 

Anschließend erstellten wir eine Checkliste mit Fragen, die alle zu beantworten haben, mit Wahlkampfideen und mit verschiedenen Aufgaben an alle. Auch einen Zeitplan galt es zu erstellen. Wenige Tage später kam dann die Nachricht, die unseren ganzen Zeitplan durcheinander wirbeln sollte. Auf einmal sollten Fotos und Wahlprogramme innerhalb weniger Tage bei der Stadt für Wahlplakate eingereicht werden. Doch mit ganz viel Teamwork und toller Unterstützung von unserer SPD-Bezirksfotografin schafften wir es, innerhalb von wenigen Tagen ein Fotoshooting auf dem Burgplatz zu organisieren und unsere Wahlprogramme fertig zu machen, sodass wir gerade so noch wenige Stunden vor der Deadline alle angeforderten Dokumente einsenden konnten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Personen, die das für uns möglich gemacht haben!

 

Doch nun begann der Wahlkampf erst richtig: Ich war wohl der einzige der 18.000 Jugendlichen, der bis dahin noch keinen eigenen Social-Media-Account hatte. Da ich aber ganz genau wusste, dass ein solcher mir viele Stimmen einbringen kann, war es jetzt an der Zeit, einen zu erstellen. Anfangs war echtes Neuland für mich und meine Designs waren wirklich schrecklich! Doch mit der Zeit lernte ich damit umzugehen und erfuhr auch davon, dass es so etwas wie „Storys“ gibt und dass sich die User die „Storys“ am meisten angucken. Bis dahin hatte ich nur Beiträge gemacht und nur wenige Follower, aber seit diesem Moment begann meine Followerzahl rapide bis auf heute 175 zu steigen. So kann man festhalten, dass sich diese Entscheidung auf jeden Fall ausgezählt hat.

 

Aber mein Wahlkampf bestand nicht nur aus Social Media, nein, mein Schwerpunkt sollte auf dem direkten Kontakt in meiner Schule liegen: So kontaktierte ich den Fachgruppenleiter Politik-Wirtschaft, Herr Vieweg, und informierte ihn darüber, dass ich gerne Wahlkampf in der Schule betreiben würde und fragte ihn, ob er mir dabei helfen könne. Direkt zeigte er sich sehr offen und engagiert und lud mich kurzerhand in seinen PW-Leistungskurs in Jahrgang 13 ein. Dort stieß ich auf einige bekannte Gesichter von den Jusos und auf einen konstruktiven Austausch mit vielen Ideen für den Wahlkampf. Am Ende kristallisierte sich folgende Option heraus: Ich wollte eine E-Mail an die ganze Schülerschaft schreiben und über mich und meine Ziele informieren. Doch vor allem wollte ich durch die einzelnen Klassen gehen und persönlich mit den Schülerinnen und Schülern in den Austausch gehen und offen für Fragen sein.

 

Eine Woche später begann nun der Schulwahlkampf und ich machte mich für eine Woche mit digitalen Flyern und von meinem SPD-Ortsverein Östliches Ringgebiet finanzierten Gummibärchen durch auf den Weg durch die Klasse 8-13. Ich stellte meine Themen vor und warb auch für die anderen Kandidaten. Ich stellte mich den Fragen und war sehr glücklich darüber, dass ihr so interessiert an meiner Kandidatur wart und mich mit vielen guten Fragen zu gelöchert habt. Als kleines Wahlgeschenk verteilte ich zum Schluss meine Gummibärchen und „airdropte“ meinen Flyer. Wie sagte ich immer so schön: Politik ist Bestechung! Spaß beiseite, es war sehr schön, so viel Interesse und Unterstützung von der Schülerschaft zu bekommen.

 

Wenige Tage vor Ende des Wahlkampfs wartete nun noch ein ganz wichtiger Termin auf mich: die Wahlveranstaltung des Stadtschülerrats mit eingegliederter Podiumsdiskussion im Jugendzentrum hinter der Magnikirche. Ich wurde für das Podium geladen und vor Ort herzlich vom Stadtschülerrat und dem Jugendzentrum, das extra seine Pforten am Wochenende für uns öffnete, sowie dem Jugendring, der Verpflegung im hohen dreistelligen Betrag stellte, begrüßt. Ich war in der zweiten Diskussion eingeteilt und durfte mit dem Sprecher des Stadtschülerrats, dem Kandidaten der Grünen Jugend und einen freiwilligen Kandidaten aus dem Publikum auf das Podium. Was wir erreichen wollen, wo unser Lieblingsplatz in Braunschweig sei und warum man ausgerechnet uns und nicht jemand anderen wählen sollte, wurden wir u. a gefragt. Ich kam schnell in einen flüssigen Rhythmus und konnte mich genauso präsentieren, wie ich das wollte und von mir selbst erwartet habe. Ich bedanke mich bei allen verantwortlichen Akteuren für diese wunderbare Gelegenheit der Stimmgewinnung! Außerdem bedanke ich mich bei den Jusos für die finanzielle Unterstützung beim reichlichen Wahlkampfmaterial, Flyer, Sticker, Buttons, usw., die ich auf der Wahlveranstaltung fleißig verteilen konnte!

 

Mit einem Wahlkampfstand vor dem Schloss wurde es leider nichts mehr, da wir dafür frühzeitig eine Genehmigung hätten beantragen müssen. Stattdessen mussten wir die unverantwortliche Veranstaltung der Jungen Union wahrnehmen: Und damit meine ich nicht das liebliche Frühstück mit französischen Croissants auf dem Kohlmarkt, sondern den Flunkyball auf der Braunschweiger Partymeile. Flunkyball ist ein Saufspiel, dass so funktioniert: Jeder Spieler positioniert sich vor einer Flasche Bier, die er möglichst schnell nach einem Treffer seines Teams trinken muss. Abwechselnd wirft immer ein Spieler der Teams mit einem Ball auf die mittig stehende Flasche. Wird diese getroffen und fällt um, darf das Team, welches getroffen hat, trinken. So ein Spiel in Verbindung mit einer Wahl zu spielen, wo Minderjährige und unter 16-jährige wählen dürfen, ist in meinen Augen ein absolutes No-Go!

 

Aber wie sich auf der Wahlparty, wo nach langen Warten das Ergebnis bekannt gegeben wurde, herausstellte, hat ihr Kater der Jungen Union nichts gebracht. Keiner ihrer 12 Kandidaten schaffte den Einzug ins Braunschweiger Jugendparlament. Nach hektischem Suchen entdeckte ich auch mich auf Platz 8 auf der Liste und war überglücklich und erleichtert über den Einzug ins Parlament. Ich freute mich auch sehr über die weiteren guten Plätze unserer Jusos, insbesondere Platz 1 für Nele Emily Konnegen. Leider schaffte es einer unserer 5 Kandidaten nicht ins Parlament, was mir besonders leid tut. Ich sah, dass noch je ein Kandidat von Grüne Jugend und Junge Liberale eingezogen war und war sehr froh, dass wir rechte Hetze vom Parlament fern halten konnten, denn die beiden der Jungen Alternative nahestehenden Kandidaten schafften es nicht ins Braunschweiger Jugendparlament. Eine exzellente Nachricht!

 

Kurz danach bekamen wir erste Infos, was uns nun erwartet: Vier Arbeitswochenenden in der Ländlichen Heimvolksschule Mariaspring in Bovenden bei Göttingen wird es geben, in dem wir Satzung, Aufstellung, Arbeitsweise und Themen des Jugendparlaments gemeinsam in ruhiger Atmosphäre erarbeiten werden. Das Highlight ist dann natürlich die Konstituierende Sitzung am 13. Mai zwischen 17 und 20 Uhr, wo wir in Anwesenheit von unserem Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum Satzung und Vorstand bestimmen werden und wozu alle Braunschweigerinnen und Braunschweiger, natürlich vor allem ihr, die Jugendlichen, herzlich in den Ratssaal im Rathaus eingeladen sind, um von der Besuchertribüne das Geschehen verfolgen zu können. Im Mai wartet noch etwas Besonderes: Die BundesJugendKonferenz in Berlin, wo wir an der Jugendstrategie der Bundesregierung aktiv mitwirken und mit ihr in den Austausch kommen können. Ich freue mich!

 

Zuletzt wartete dann noch eine Veranstaltung auf mich, die zwar nichts mit dem Braunschweiger Jugendparlament, aber mit Jugendpolitik zu tun hatte und an der ich selbstverständlich teilnahm: die Podiumsdiskussion der politischen Jugendorganisationen in der Aula der Gaußschule. Zu Gast waren meine Jungen Sozialisten (Jusos), die Junge Union (JU), die Grüne Jugend (GJ), die Jungen Liberalen (JuLis) und die Linksjugend (solid). Viele Aussagen fand ich dort sehr seltsam und möchte sie nun hier aufzählen und wiederlegen:

- Junge Union und Junge Liberale meinten, dass wir illegale Einwanderer konsequent abschieben sollten, um die Kommunen zu entlasten, erwähnten aber im gleichen Atemzug, dass wir mehr Arbeitskräfte bräuchten: Da haben die wohl vergessen, dass keiner ohne Grund nach Deutschland kommt und deshalb generell nicht abgeschoben werden sollte. Und angesichts des demokratischen Wandels sollten wir wissen, dass wir mehr Arbeitskräfte brauchen und uns darüber freuen, dass Migranten nach so einer schrecklichen Flucht bei uns arbeiten wollen und uns somit den „Arsch retten“, was überhaupt nicht selbstverständlich ist, und ihnen nicht noch mit Abschiebungsdrohungen einen reinwürgen.

- Die Junge Union stehe angeblich aktiv gegen die AfD und spreche sich gegen jegliche Zusammenarbeit mit ihr aus. Komisch finde ich es dann, dass einer Civey-Umfrage zu entnehmen ist, dass sich 36% der Unionsmitglieder eine größere Offenheit gegenüber der AfD in Fragen der Zusammenarbeit wünschen. Mehr sage ich dazu mal nicht.

- Die Junge Liberale fantasierte, dass man Klimaschutz ohne Verbote schaffen könne. Denken die JuLis wirklich, dass die Millionär*innen (bewusst gegendert) freiwillig auf den ÖPNV umsteigen und dabei auf ihre geschätzten Luxusschlitten verzichten?

- Zu aller Krönung kritisierte die solid noch, dass politische Mandatsträger an Demos gegen Rechts teilgenommen haben. Oh, mein Gott, wie schrecklich, dass sich unser Bundestagsabgeordneter für die Demokratie einsetzt (ironisch gemeint). Wie dumm ist das denn? Wir brauchen doch schließlich jeden, um zu zeigen, dass wir mehr sind und politische Mandatsträger können die Forderungen der Straße, unsere Forderungen, doch am besten an die zuständigen Verfassungsorgane bringen.

Danke an alle Lügner für den amüsanten Abend!

 

Nun aber freue ich mich darauf, mich für Euch und alle anderen Jugendlichen in Braunschweig einsetzen zu können und bin gespannt auf meine Arbeit!

 

Mit politischen Grüßen

Martino Rossi

 

 


Mittwoch, 31. Januar 2024

Reithof

Nach der Schule zu den Pferden. Klara Bengsch, Romy Freiberg, Cindy Gu, Isona Ibanez (6b) befragen Carla Magdalena Waitz vom Reithof in Lehre bei Helmstedt.

  


Was für Tiere habt ihr?

Also wir haben Hunde, Katzen, Pferde und Hühner.

 

Wie viele Pferde habt ihr?

Auf dem Hof stehen 13 Pferde.

 

Habt ihr nur privat Pferde oder auch Schulpferde?

Wir haben keinen Betrieb oder so, also keinen Reitbetrieb, dass man hier Reitunterricht nehmen kann. Wir haben nur Privatpferde.

 

Habt ihr in eurem Stall auch Pferde von anderen Familien?

Ja, haben wir.

 

Welche Pferderassen habt ihr?

Wir haben Hannoveraner, Oldenburger, Deutsche Reitponys.

 

Wie viel Geld kostet eine Pferdeunterkunft?

Im Monat 280 €.

 

Bietet ihr Reitunterricht an?

Wir selbst nicht, aber Leute aus unserem Stall machen das mit unseren Ponys. Das sind keine Schulpferde. Man hat eine Reitbeteiligung und wenn wir uns kennen oder befreundet sind, fragen die uns, ob wir ein Pferd übrighaben. Dann funktioniert das meistens.

 

Verkauft ihr die Eier von euren Hühnern?

Nein, wenn, dann verschenken sie wir.


 


Wie ist das Leben auf den Bauernhof?

Schön, aber es ist schon anstrengend, jeden Tag nach der Schule erst mal die Pferde zu füttern.

 

Reitet ihr auch Turniere mit euren Pferden?

Ja, nicht alle, aber die meisten und meine Familie auch.

 

Wie groß ist euer größtes Pferd?

Es ist 1,80 m groß und heißt Shadow.

 

Und euer kleinstes?

Es ist 1,34 m groß.

 

Bei welchen Disziplinen reitet ihr auf Turnieren?

Hauptsächlich reiten wir Springen.

 

Baut ihr Obst oder Gemüse an?

Ja, aber nicht zum Verkaufen

 

Habt ihr einen Traktor?

Ja, auf unserem Hof haben wir einen richtig großen. Wir haben aber auch einen Betrieb mit unseren Nachbarn aus dem Nachbarsdorf. Mit denen haben wir insgesamt sechs oder sieben Traktoren.

 

Ist es sehr teuer, das ganze Futter für die Tiere zu kaufen?

Es wird teuer, immer teurer, also immer 500 € pro Bigpack, und wir brauchen ca. einen Bigpack pro Monat.

 

Wie lange muss man sich pro Tag um die Tiere kümmern?

Ich reite zwei Mal pro Tag und bin so ca. 2-3 Stunden im Stall.

 

Verkauft ihr auch manchmal Pferde?

Nur wenn es sein muss. Ich muss z. B. nächstes Jahr mein Pferd verkaufen, weil ich zu groß dafür bin.

 

Wie lange habt ihr den Hof schon?

Mein Großvater hat den Hof 1957 geerbt, aber in der Familie war er schon immer.

 

Welcher Familie gehört der Hof?

Der Hof gehört der Familie von Lüneburg.

 

Wie groß ist euer Grundstück?

200 ha.

 

Haben alle von euren Tieren Namen?

Pferde ja, Hühner können wir nicht unterscheiden.

 

Übrigens, wir gehöre zum Standesamt von Lehre, und man kann bei uns heiraten. Es haben sogar schon Lehrer vom WG bei uns geheiratet.


 

 

Freitag, 15. Dezember 2023

Lego

 „Der größte kleine Reifenhersteller der Welt“. Asena Ülkü vom Lego-Konzern antwortet Wieland Bunzmann (5a).

 

Wie ist die Geschichte von LEGO?

Das Unternehmen hat sich in den letzten achtzig Jahren doch etwas gewandelt – aus der kleinen Tischlerei ist der weltweit viertgrößte Spielzeughersteller geworden. 1932 legte Ole Kirk Kristiansen den Grundstein zur LEGO Gruppe, als er anfing, Holzspielzeug herzustellen. Das Unternehmen blieb seither immer im Familienbesitz und heute ist Kjeld Kirk Kristiansen, der Enkel des Gründers, Eigentümer der LEGO Gruppe.


Wie viele LEGO-Steine haben Sie produziert?

Wenn du alle im Jahr 2012 verkauften LEGO Steine aneinanderlegst, reichen sie mehr als 18-mal um die Erde. Was man daraus alles bauen kann! Selbst mit nur sechs Steinen mit je acht Knöpfen hat man schon 915.103.765 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.

Mittlerweile gibt es pro Erdenbürger 86 LEGO® Steine. 2012 haben wir ungefähr 400 Millionen Minifiguren hergestellt. Aneinandergereiht bilden sie eine Schlange von Billund in Dänemark bis nach Singapur in Asien. Das sind etwa 10 000 Kilometer!

Unter unseren LEGO Minifiguren tummeln sich auch ungefähr achtzig berühmte Filmcharaktere von Luke Skywalker über Harry Potter, Spider-Man, Indiana Jones und Jack Sparrow bis hin zu den Figuren aus unserer Serie zu Der Herr der Ringe.

Woher kommt der Name von LEGO?

Der Name ‚LEGO’ setzt sich aus den beiden dänischen Wörtern „leg godt" zusammen, was so viel bedeutet wie: „Spiel gut!". Das ist nicht einfach nur unser Name, wir verstehen das als unser Ideal.

Warum ist der LEGO-Stein so berühmt?

Das Einzigartige am Stein ist das Steckprinzip mit den Röhren im Stein, das für das Zusammenbauen unendlich viele Möglichkeiten eröffnet. Zum ersten Mal konnte man stabile Modelle bauen, mit denen man auch spielen konnte –um sie hinterher wieder auseinanderzunehmen und die nächste Spielwelt zu erfinden.

Und zum Schluss noch ein Fun-fact:

Seit 1962 sind unsere Modelle mobil. Jedes Jahr laufen bei uns über 500 Millionen Räder vom Band. Damit sind wir der größte kleine Reifenhersteller der Welt!

Hier kann man die LEGO-Geschichte anhand eines Zeitstrahls weiter erkunden.

 

Fotos: privat (Legomodelle unseres Autors).