Dienstag, 12. Dezember 2023

Jusos in Braunschweig

„Grunderbe, Mindestlohn, Flüchtlinge und ein Selfie.“ Martino Rossi (9m1) über seine Eindrücke vom Juso-Bundeskongress 2023.

 


Unser Autor


Ich bin nun seit über einem Jahr Mitglied der SPD und auch der Jusos, der Jugendorganisation der SPD. Doch hätte ich keinesfalls erwartet, dass ich schon nach einem Jahr auf der wichtigsten Veranstaltung der Jusos sein werde und dort zahlreiche Spitzenpolitiker meiner Partei treffen würde. Doch es sollte so sein, denn in diesem Jahr fand der Juso-Bundeskongress in Braunschweig statt, wahrscheinlich eine „Once-in-a- Lifetime-Experience“. Und dann bestand auch noch die Möglichkeit für Mitglieder des Juso-Bezirks Braunschweigs, sich als Gast anzumelden. Ich habe natürlich diese Chance ergriffen und wurde, wie auch alle anderen Bewerber angenommen. Und so kam es also, dass ich ein Selfie mit dem SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert machen konnte. Was ich noch erlebt habe, möchte ich nun mit euch teilen!

 

Vorbei an der Warteschlange

 

Am ersten Tag habe ich erst einmal die Physik-Arbeit geschrieben und ging schnell nach Hause zum Mittagessen, damit ich pünktlich zum Kongressbeginn um 15 Uhr in der Stadthalle bin. Doch als ich ankam, traute ich meinen Augen nicht. Es tat sich eine riesige Warteschlange mit mehr als 100 Leuten auf. Aber zum Glück hatte ich meine Connections und konnte fast an allen vorbeigehen, um zur Gästewarteschlange mit ca. fünf anstehenden Personen zu gelangen. Puh! Schwein gehabt! Nun aber tat sich ein nächstes Problem auf. Ich versuchte, zur Gästetribüne zu kommen, doch während ich das tat, fand ich mich auf einmal im dunklen Raum der Techniksteuerung wieder. Oops, wie konnte das passieren? Ich kam schlussendlich doch noch zu meinem Sitzplatz, musste aber trotzdem lange warten, da der Kongress erst mit 45 Minuten Verspätung begann.

 

Unsere Bezirksvorsitzende Jana Kurz begrüßte zusammen mit unserem Unterbezirksvorsitzenden Ives Bartels die Delegierten aus ganz Deutschland. Sie freuten sich wahnsinnig auf die nächsten Kongresstage und meinten, dass Braunschweig zu Unrecht nicht auf der Liste Deutschlands schönster Städte stehe. Außerdem merkten sie an, dass dieser Kongress die letzte Veranstaltung vor der Kernsanierung der Stadthalle sei und man sich deshalb austoben könne, worauf die Menge mit großem Gelächter reagierte.

 

Begrüßung durch Braunschweigs Oberbürgermeister

 

Dem entgegnete Oberbürgermeister Thorsten Kornblum, der zu Bedenken gab, dass die Halle nicht abgerissen, sondern nur saniert werde und man deswegen bitte nicht die Wände runterreißen solle. Och menno, Spielverderber Torsten, wir dürfen nicht die Tapeten abreißen! Doch bis auf diesen Spaß am Rande ging es in seiner Rede auch noch um Politik, denn er bekannte sich ganz klar für ein junges Europa, was ich und der ganze Kongress sehr zu schätzen wusste. Das führte dazu, dass unser Oberbürgermeister unter tosendem Applaus die Halle verließ.

 

Abschied der scheidenden Bundesvorsitzenden

 

Bevor die scheidende Bundesvorsitzende der Jungen Sozialisten, Jessica Rosenthal, ihren Rechenschaftsbericht über Videobotschaft ablegte, da sie bald ein Baby bekommt, mahnte der Vorstand an, dass es ein Alkoholverbot in der Halle gibt, was eine Premiere bei den Jusos ist, und auch, dass am Samstagnachmittag nicht die Bundesliga gestreamt werden soll, da sonst das WLAN abstürzen würde. Ich hörte aus gut informierten Kreisen, dass beide Wünsche nicht erfüllt wurden. Nun war aber Jessica dran. In ihrer Rede ging es um die 4-Tage-Woche, das Deutschlandticket und die Abschaffung der Schuldenbremse, ein Angriff auf Christian Lindner. Dementsprechend reagierten die Jusos mit Standing Ovations für Jessica Rosenthal.

Außerdem lud uns unsere Bezirksvorsitzende während des Rechenschaftsberichtes dazu ein, nach unten in die zweite Reihe zu kommen. Was kurios war: Ich saß nun auf einmal auf einem Platz, wo ein Schild mit der Aufschrift Bundesvorstand war. Ich war nun also im Bundesvorstand der Jusos … . Außerdem ist verrückt gewesen, dass ich nun direkt hinter einem Kandidaten für den Bundesvorsitz, Philipp Türmer, saß.

 

Sarah Mohameds Bewerbungsrede für den Bundesvorsitz: „feministisch die Welt befreien“

 

Als nächstes auf der Tagesordnung stand die Wahl des Bundesvorsitzenden. Doch bevor gewählt wurde, wurde erstmal geredet. Den Auftakt machte die Kandidatin Sarah Mohamed aus NRW: Sie begann gleich mit ihrer Lebensgeschichte, ohne die Halle zu begrüßen (fragwürdig): Sie sei im Ruhrgebiet unter Hartz-IV aufgewachsen und habe schon in der Kindheit erlebt, wie hart das Leben ohne genügend Geld sei, und wie schlimm es sei, Rassismuserfahrungen zu machen. Daher wolle sie „die erste Juso-Bundesvorsitzende „of colour“ werden.“ Inhaltliche Schwerpunkte lagen demnach bei weniger Abschiebungen und mehr Rechte für Frauen, denn „sie will sich nicht mehr von Mackern vorschreiben lassen, wie sie zu sein habe“, und forderte daher dazu auf, „feministisch die Welt zu befreien.“ Außerdem forderte sie mehr Sozialleistungen und kritisierte die Union scharf, da diese immer weiter nach rechts rücke. Mit ihr würden die Jusos deutlich kritischer und linker werden! Im Anschluss an ihre Rede bekam Sarah stehende Ovationen.

 

Mitreißende Bewerbungsrede von Philipp Türmer

 

Neuer Bundesvorsitzender: Philipp Türmer


Im Anschluss kam Philipp Türmer, der zweite Kandidat, zu Wort: Er erzählte zu Beginn von einer bewegenden Geschichte aus einem Wahlkampf: Er wohne in Offenbach und sei daher eines Tages bei einem SPD-Wahlkampfstand in seiner Stadt aktiv gewesen. Gegenüber dem SPD- Stand sei allerdings der Stand der AfD gewesen. Nach einiger Zeit sei eine Person der Jungen Alternative, der Jugendorganisation der AfD, herüber gekommen und habe zu Philipp gemeint, dass es ihn und seine ganzen Mitstreiter nicht mehr geben werde, wenn sie an die Macht kämen.

Das war für mich extrem schockierend, da das Mitglied der JA damit sozusagen die Auslöschung von Demokraten gefordert hat, was in gewisser Weise dem Nazi-Regime gleichkäme. Doch ich jedenfalls, und so auch Philipp, lasse mich von solchen haltlosen Bedrohungen nicht einschüchtern und werde weiter politisch engagiert sein.

 

Olaf Scholz in seiner „Burg“ soll den Kurs ändern

 

Inhaltlich setzte sich Philipp den Kampf gegen die AfD als Ziel und äußerte Kritik an Olaf Scholz‘ abgeschotteter Politik: „Lieber Olaf, falls dich in deiner Burg noch irgendetwas erreicht. Falls du dich daran erinnerst, für welche Partei du angetreten bist: Ändere deinen Kurs!“ Außerdem forderte er von Olaf, dass „er den Kampf gegen Armut endlich zur Chefsache mache“, sonst würden die Jusos ihm nächstes Jahr nicht beim Wahlkampf zur Seite stehen. Außerdem machte er darauf aufmerksam, „dass das Versagen in der Arbeits- und Sozialpolitik fatal ist“ und es die AfD von Wahlerfolg zu Wahlerfolg treibt.

 

„Gelbe Null“ raus aus dem Finanzministerium

 

Des Weiteren forderte er einen Abschiebungsstopp, und er forderte den Kanzler dazu auf, wieder sozialdemokratische Politik zu machen und nicht zu versuchen, die Stimmen der AfD zu bekommen, da „die Rechten uns niemals wählen werden!“ Außerdem regt ihn die Machthaberei der FDP auf. Er fragte, welche Partei eigentlich den Kanzler stelle, und forderte dazu auf, „sich nicht mehr von dieser Kleinstpartei treiben zu lassen.“ Weiter forderte er, „endlich diese gottlose Schuldenbremse zu kippen“, und gab folgenden, in meinen Augen legendären, Satz von sich: „Es gibt keine grüne Null, bis endlich diese gelbe Null aus dem Finanzministerium verschwindet.“

Seine Rede war der Hammer. Er brach fast in Tränen aus, so überzeugt war er, und nahm dabei die ganze Halle mit. Mein absoluter Favorit und auch der der ganzen Halle, was den minutenlangen stehenden Ovationen zu entnehmen war.

 

Und es sollte so sein: Nach dem Abendessen wurde Philipp Türmer mit 54 % der Stimmen zum neuen Juso-Bundesvorsitzenden gewählt. Glückwunsch Philipp, du hast es dir redlich verdient! Im Anschluss wurden viele Blumensträuße verteilt und es wurde auch viel gekuschelt. Doch ich war dort nicht mehr vor Ort, da ich, um am nächsten Tag wieder fit zu sein, schon früher gegangen war. Das hieß, dass ich auch die Wahl von Nora A. Simon zur neuen Bundesgeschäftsführerin nicht mehr mitbekam, nachdem ihre beiden Konkurrentinnen kurzfristig zurückgezogen haben. Bevor ich allerdings ging, brachte ich als Helfer dem Präsidium das Abendessen.

 

Angespannte Stimmung

 

Doch am nächsten Tag merkte man die angespannte Stimmung in der Stadthalle, da die Jusos nach der ersten Kampfabstimmung über den Bundesvorsitz seit Jahrzehnten so gespalten wie noch nie in ihren beiden Flügeln waren. Denn die Tradis um Philipp Türmer standen als Gewinner da und das NWLZ (Netzwerk Linkes Zentrum) um Sarah Mohamed und insbesondere NRW als die großen Verlierer. Ich zähle mich zu den Tradis und war daher überglücklich, doch wenn wir nicht einen Bruch der Jusos riskieren wollten, mussten wir Frieden schließen. Doch das sollte über den ganzen Kongress nur so halb funktionieren. Dennoch ist gut zu heißen, dass wir nicht wie unsere Mutterpartei, die SPD, in der ich auch Mitglied bin, auseinandergebrochen sind.

 

Bewerbungsreden für Europaparlamentsliste

 

Der Tag begann nun wieder um gut 30 Minuten zu spät, doch mit einem großen Highlight. Die Spitzenkandidatinnen der Jusos für die Europawahl sollten gewählt werden und zur Wahl stand neben Delara Burghardt, die schon im Europaparlament sitzt, auch die Braunschweiger Europakandidatin Manon Luther. Ihre Wahl wäre besonders wichtig auch für Braunschweig, da es realistisch gesehen die einzige Möglichkeit wäre, seit etwaigen Wahlperioden wieder eine oder einen Braunschweiger Abgeordnete oder Abgeordneten im Europäischen Parlament zu haben, da wir nach dem Listenberechnungsschlüssel der Parteien immer auf Platz 33 landen würden und eine Partei damit weit über 30% erhalten müsste, was in der aktuellen politischen Situation so gut wie ausgeschlossen ist. So aber würden die Jusos auf die SPD Druck machen, dass Delara und Manon einen guten Listenplatz erhalten, was unserer Stadt sozusagen den Einzug garantieren würde. Delara hielt als Erste ihre Rede und bekam dafür großen Applaus.

 

Manon Luther aus Braunschweig: Reiche besteuern und Asylrecht schützen

 

Doch da Manon aus Braunschweig stammt, widme ich mich jetzt ihrer Rede ausführlich. Sie machte darauf aufmerksam, dass „ein verdammter Ruck durch das Land gehen muss. Wir brauchen keine Schönwetter-Demokraten, die mit der AfD sympathisieren.“ Diese Kritik richtete sich an die Union, die hier und da in der Kommunalpolitik zu eng mit der AfD kooperiere. Außerdem monierte sie, „dass das Lager der Desinteressierten immer größer werde.“ Sie verstehe nicht, „warum diese Menschen nicht wählen gehen, um Nazis zu verhindern. Wir müssen diesen Menschen wieder den Glauben an die Sozialdemokratie zurückgeben.“ Außerdem richtete sich ihre Kritik dagegen, dass die reichsten 20 Prozent in Europa mehr besitzen als der Rest. Das müsse ihrer Meinung nach durch eine Vermögenssteuer ausgeglichen werden und sie akzeptiere in dieser Angelegenheit „auch keinen Stillstand in der SPD.“ Außerdem bereite ihr „die von Kanzler Scholz und den Ministerpräsidenten jüngst verschärfte Asylpolitik schlaflose Nächte.“ Auch sie bekam großen Applaus, vor allem natürlich aus der Braunschweiger Delegation.

Gegenwind für Parteivorsitzende Saskia Esken

SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken

Kurz danach kam Saskia in den Saal und über ihren Auftritt ist eigentlich alles gesagt, wenn wir uns die anschließende Aussprache zwischen ihr und den Jusos anschauen. In dieser erinnerte Philipp Türmer, „dass er damals (als sie zur Parteivorsitzenden gewählt wurde) so etwas wie Aufbruch in dieser Partei gespürt habe. Er fragte sich, wo dieser Aufbruch geblieben ist. Außerdem finde er die Mindestlohnerhöhung von nur 41 Prozent „lachhaft und es ist eine Schande, dass wir (SPD) das haben durchgehen lassen.“ Er kritisierte, dass die SPD nur noch ein ganz kleiner Stachel im Fleisch des Bundeskanzler sei und forderte, dass das mehr werde. Esken verteidigte sich und merkte an, dass nicht die Migration, sondern die Ungleichheit im Land das Problem sei. Außerdem versuchte sie sich mit der Bürgergeld- und Wohngelderhöhung sowie der Kindergrundsicherung aus dem Schlamassel zu holen. Auf die anderen Fragen antworte sie erst gar nicht. Daher konnte sie nicht den Kongress hinter sich versammeln. Ganz im Gegenteil, während ihrer Rede hielten viele Kongressmitglieder das Spiegelcover mit dem Zitat von Olaf Scholz „Wir müssen im großen Stil abschieben!“ hoch – aber mit einem durchgestrichenen „abschieben“ durch „den Klimawandel bekämpfen“ ersetzt. Damit wurde zurecht scharfe Kritik am Kanzler geübt und auch daran, wie Saskia Esken versuchte, das nicht zu Relativierende zu relativieren.

 

Ovationen für Hubertus Heil: „Eingriff in die Realität und nicht die Weltresolution“

 

Am Nachmittag dann kam Hubertus Heil. Er begann seine Rede humorvoll: „Mein Name ist Hubertus Heil und will mit euch über Arbeit sprechen.“ Er bekam viel Beifall dafür, dass er forderte, dass öffentliche Aufträge bald nur noch an tarifgebundene Unternehmen gehen sollen und dass es im Paketdienst bald bessere Bedingungen für Arbeitnehmer geben soll. Außerdem stört es ihn, dass die CDU sein Bürgergeld halb zunichte gemacht hat. Er meinte aber auch, dass die Jusos sich nicht streiten, sondern vertragen sollten. In der abschließenden Debatte gab es keine Kritik an ihm, ja sogar Dank. Er sagte aber, „dass er nicht hier sei, nur um netten Applaus zu bekommen. Die schärfste Waffe der Sozialdemokratie ist der Eingriff in die Realität und nicht die Weltresolution.“ Er erinnert sich außerdem daran, dass er als Juso Anfang der 90er-Jahre die Verschärfung des Asylrechts erdulden musste. Das hätte ihm damals das Herz zerrissen, doch „wenn man etwas falsch findet, dann kämpft man in der SPD für Veränderungen und tritt nicht aus.“ Und damit punkte er gewaltig bei uns und bekam dafür auch stehende Ovationen. Respekt, Hubertus!

 

Vor dem Abendessen bekam ich für meine Arbeit als Helfer einen tollen Juso-Pulli, eine Juso-Tasche, eine Juso-Flasche, ein Juso-Notizbuch und ein großes Dankeschön!

 

Doch Kevins Rede kam nicht mehr vor dem Abendessen, da er sich verspätet hatte. Doch nach der Mahlzeit kam die Redezeit. Doch erstmal nicht von Kevin Kühnert, sondern von den Kandidaten für den stellvertretenden Bundesvorsitz. Was dabei positiv aufzufassen war, ist, dass im Gegensatz zu der Jungen Union bei uns die Mehrheit der Kandidaten einen Migrationshintergrund hatte.

 

Forderung an Kevin Kühnert: mehr Druck auf Scholz

 

Nun kam aber Kevin mit seiner Rede: In dieser überzeugte er damit, dass „er Kritik an der Ampelregierung teilweise für gerechtfertigt sehe. Ihr habt auch an einigen Stellen recht. Dass wir zufrieden geworden sind in dieser Koalition und uns zu oft verstecken hinter Argumenten.“ Er meinte, dass man „etwas mehr Hummeln im Hintern brauche“ und er hofft, dass die Jusos etwas dazu beitragen können. Für diese Rede bekam er wie Hubertus auch stehende Ovationen. Trotzdem forderten wir von ihm, lauter gegen Scholz zu werden und sich wieder mehr an seine gute Zeit bei den Jusos zu erinnern. Und was unglaublich war, ist, dass, nachdem mich mein Sitznachbar davon überzeugt hatte, ich ein Selfie mit Kevin Kühnert machen konnte. Ich fasse es immer noch nicht!


Ausklang mit Umarmung und der Internationalen

Der nächste Tag hatte etwas ganz Großes zu bieten. Im Rahmen der Beratung eines Antrags lagen sich ein Jude und eine Muslimin in den Armen. Das war ein ganz klares und goldrichtiges Bekenntnis der Jusos pro Israel.

Jude und Muslima im Dialog


Bevor sich der BuKo dem Ende zuneigte, ließ Philipp den BuKo Revue passieren. Er meinte, dass es zwar viel Streit gegeben hat, nun aber die Zeit für Versöhnung gekommen ist. Recht hat er!

 

Anschließend kam noch der Verabschiedungsreigen. Die langjährige Bundesgeschäftsführungen Katharina Andres, meist nur liebevoll Kati genannt, wurde extrem rührend und emotional verabschiedet. Kati konnte sich die Tränen nicht verkneifen und freute sich sehr über die zahlreichen Geschenke.

 

Nun war noch der Bundesvorstand dran, der sich für die grandiose Ausrichtung vom Bezirk und vom Unterbezirk Braunschweig bedanket. Und, wie jedes Mal, erklang zum krönenden Abschluss die Internationale, deren Refrain verlauten ließ: Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht! Dieser Refrain trifft meiner Meinung nach das Ziel, das die Welt haben sollte, auf den Punkt.

 

Zum Schluss noch ein paar allgemeine Dinge zum Kongress: Es gab sehr, sehr, sehr viel Anträge, welche auch den Großteil des Kongresses ausmachten – von Grunderbe über Abschaffung der Schuldenbremse bis zu „Keine Festung Europa!“ war alles dabei. Letztendlich schafften wir trotzdem nur die Hälfte von dem, was wir uns vorgenommen hatten. Das ist aber eigentlich auch immer so. Außerdem hatte ich mit meinem Sitznachbarn immer einen kleinen Gag: Wenn es laut wurde, fragte er: „Was ist denn da los?“ und ich entgegnete dann: „NRW!“

 

Alles in allem war es für mich, wie schon erwartet, eine „Once-in-a-Lifetime-Experience“, eine wunderschöne „Once-in-a-Lifetime-Experience“!



Fotos: M. R.



 

Samstag, 2. Dezember 2023

Sportlerinterview

„Den Sport noch einmal genießen“. Clara Kuhle (7c) und Emma Stiepel (7a) befragen den in Spanien spielenden Basketballer Maximilian Kuhle.

 

 

Seit wann wollten Sie Basketballer werden?

Ich glaube, das erste Mal so richtig mit zwölf Jahren. Mit Zwölf wusste ich, dass ich das gerne machen möchte.


Warum sind Sie in Spanien?

Ich bin in Spanien, weil ich hier Basketball spiele. Ich spiele bei dem Verein C. B. Daimiel in der Liga EBA. Das ist eine kleine Stadt in der Nähe von Madrid und ich spiele hier Basketball beruflich.

 


Wie lange spielen Sie schon Basketball?

Ich spiele jetzt Basketball seit 21 Jahren.

 

Was war Ihr größter Sieg?

Ich würde sagen, das war, als wir 2010 mit dem ASC Göttingen aus der 2. Regionalliga in die 1. Regionalliga aufgestiegen sind.

 

Welche Regel würden Sie gerne ändern und wie?

Ich würde ändern, dass es nicht mehr so leicht technische Fouls gibt. Technisches Foul ist, wenn man sich beim Schiedsrichter beschwert. Dann kriegt die andere Mannschaft einen Freiwurf und da ich mich ganz gerne mal beschwere, fände ich es gut, wenn die Regel ein bisschen gelockert wird.

 

Was macht Ihnen am Basketball am meisten Spaß?

Mir macht am meisten Spaß der Wettbewerb, dass es immer um etwas geht, dass man alles geben muss, um den Sieg zu holen, und dass man damit belohnt wird mit einem positiven Gefühl unter seinen Mitspielen.



Wie groß ist ein durchschnittlicher Basketballspieler?

Oh, das kann man nicht sagen. Ich glaube, die Größen unter den Basketballern variieren stark, und das ist abhängig von der Position. Ich spiele zum Beispiel Position 1, also Aufbauspieler. Die sind in der Regel die kleinsten, meistens so zwischen 1,80 m und 1,95 m. Ich bin 1,84 m. Dann gibt es aber auch viele Spieler, die sehr groß sind, also je größer die Positio, und dann geht es wirklich bis 2,10 m, 2,20 m, also der Schnitt ist dann wahrscheinlich irgendwo dazwischen, ich würde sagen so bei 1,93 m, 1,95 m.

 

Wie finden Sie es das Deutschland Basketballweltmeister ist?

Ich finde das wirklich unfassbar, zumal ich, weil ich gegen viele von den Spielern, die in der Mannschaft spielen, auch schon früher als Jugendlicher gespielt habe. Das heißt, ich habe auch eine persönliche Beziehung zu manchen von den Spielern und hab die ganze Karriere verfolgt von der Mannschaft, die da jetzt Weltmeister geworden ist, und deswegen ist das für mich auch ein richtig tolles Ereignis gewesen und ich freue mich wirklich sehr darüber.

 

Welche Spielernummer haben Sie?

Ich habe die 3.

 

Was für Ziele haben Sie noch?

Also, ich bin jetzt schon, sage ich mal, relativ am Ende meiner Karriere und deswegen ist mein größtes Ziel, die letzten Jahre im Basketball zu genießen und die Erfahrung im Ausland in Spanien einfach mitzunehmen und ja einfach den Sport noch einmal zu genießen und ein schönes Ende meiner Karriere in den nächsten Jahren zu finden.



Fotos: Maximilian Kuhle

 

 

Montag, 20. November 2023

Nahostkrieg

„Sorge um die palästinensische Zivilbevölkerung“. Der Deutsch-Palästinensische Verein Braunschweig antwortet auf die Fragen von Martino Rossi (9m1).


Da es sich um ein komplexes Thema handelt, versuchen wir, mehrere Seiten des Konflikts darzustellen. Hier finden sich weitere Texte:

Meinung: „Israel muss dieselbe Solidarität wie der Ukraine entgegengebracht werden“

Nahostkrieg: „Die Hamas will keinen Frieden“ 


Was waren Ihre ersten Gedanken nach dem Terrorangriff der Hamas?

Wir positionieren uns gegen jegliche Gewalt gegenüber Zivilisten. Wenn Zivilisten und Unbeteiligte sterben - egal auf welche Seite - ist es immer schrecklich.

Die ersten Gedanken waren Angst und Sorge um die schutzlose palästinensische Zivilbevölkerung wegen möglicher kollektiver Racheakte.

Diese Angst war leider im Nachhinein auch begründet, zuletzt bestätigt durch die furchtbaren Massaker der letzten fünf Wochen mit mehr als 11.000 Todesopfern und mehr als 32.000 Verletzten, wovon 70 % Kinder und Frauen sind. Hinzukommen eine noch unbekannte Zahl an Verschütteten und Vermissten, die massive Zerstörung der Infrastruktur und mehr als eine Million Flüchtlinge.

 

Wie stehen Sie zu folgender Aussage: „Die Hamas hat einen Terrorangriff auf Israel gestartet!“

Das Problem besteht nicht seit dem 07.10.2023, sondern vielmehr seit der Gründung des Staats Israel im Jahre 1948 nach dem Völkermord an Juden durch die Deutschen. Die Rechte der indigenen Bevölkerung in Palästina werden seitdem durch die brutale Besatzungsmacht massiv missachtet.

Um die Thematik zu verstehen und dazu Stellung nehmen zu können, sollte man die ganze Geschichte seit der Gründung des Staats Israels kennen. Ich empfehle Ihnen z. B. das Buch des israelischen Historikers Prof. Ilan Pappe „Die ethnische Säuberung Palästinas“ zu lesen.

 

Auf Ihrem Internetauftritt bekennen Sie sich zu Solidarität mit Gaza. Solidarisieren Sie sich auch mit der Hamas oder nur mit der Bevölkerung?

Wir solidarisieren uns mit unseren Familien, mit den hilflosen Frauen und den Kindern. Wir solidarisieren uns mit der dort lebenden, stark unter der erbarmungslosen, israelischen Offensive leidenden Zivilbevölkerung und fordern ihre Freiheit und das Ende der Belagerung und brutalen Besatzung des palästinensischen Volks.

 

Sollte es mehr humanitäre Hilfe für Gaza geben und sollte man das Risiko hinnehmen, dass damit auch Waffen, die Israel schaden würden, nach Gaza kommen würden?

Ja, auf jeden Fall sollte es mehr humanitäre Hilfe für Gaza geben.

Sauberes Trinkwasser, Nahrung, Strom, medizinische Versorgung und Bewegungsfreiheit sind Grundrechte jedes Menschen und sollten unabhängig von kriegerischer Auseinandersetzung jedem Menschen zugänglich sein. Außerdem wird durch die vollständige Blockade des Gazastreifens durch Israel, was übrigens eine kollektive Bestrafung der Bevölkerung in Gaza darstellt und damit eindeutig gegen das Völkerrecht verstößt, alle Hilfsgüter durch Israel kontrolliert.

 

Wer ist Ihrer Meinung nach Schuld am Krieg?

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, sagte am 24.10.2023: „Die Hamas-Angriffe gegen Israel seien nicht im Vakuum passiert“.

Sie sind Folge einer jahrelangen Unterdrückung, Belagerung, Enteignung und Erniedrigung des palästinensischen Volkes, getrieben von nationalreligiösen Ideologen einer rassistischen Besatzungsmacht. Der israelische Verteidigungsminister nannte die Menschen in Gaza „menschliche Tiere“.

Durch Nichtumsetzung von UN-Resolutionen bezüglich Palästina (u. a. 181, 242, 338) wurde Israel in seiner Besatzung bestätigt und damit eine friedliche Lösung des Problems torpediert.

 

Wie soll der Krieg ausgehen?

Wir hoffen, dass dieser schreckliche Krieg dazu beiträgt, die grenzenlose Ignoranz der westlichen Regierungen bzw. der westlichen Medien gegenüber dem andauernden Leid der Palästinenser zu beenden und eine gerechte Lösung gefunden wird.

 

Sollten sich die in Braunschweig lebenden Muslime mit Israel solidarisieren?

Amnesty International hat Israel in einem Bericht im Februar 2022 der Apartheid beschuldigt.

„Israel behandle Palästinenser wie eine minderwertige ethnische Gruppe“, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

Auch in anderen Konflikten (z. B. im Ukrainekonflikt) solidarisieren sich alle freiheitsliebenden Menschen immer mit den Unterdrückten, unabhängig von ihrer Religion, Hautfarbe oder Ethnie, und nicht mit dem Aggressor. Davon heben sich die in Braunschweig lebenden Muslime nicht ab.

 

Alljährlich gibt es Krawalle auf dem Tempelberg, welche islamistische Terrororganisationen als Anlass für völkerrechtswidrige Angriffe auf Israel nimmt. Wie will man in Zukunft mit diesem Problem umgehen?

Für die heiligen Stätten in Jerusalem sollte eine Übereinkunft aller betroffenen Religionsgemeinschaken gefunden werden, die wirksam Provokationen und Gewalt verhindern soll und alle Religionen gleichermaßen respektiert.

 

Nur durch die Unterstützung des Irans konnten Hamas und Hisbollah so stark werden? Wieso hat man nicht früher etwas dagegen getan und wie will man solches in ZukunC verhindern?

Der Ursprung des Konfliktes liegt in der völkerrechtswidrigen israelischen Besatzung und Unterdrückung der Palästinenser. Dass andere Akteure mitspielen wollen, ist nicht spezifisch für diesen Konflikt und soll nicht von der Ursache ablenken.

 

Was fordern Sie von der Politik, was den Nahost-Konflikt angeht?

Deutschland und die Weltgemeinschaft müssen sich für einen gerechten Frieden einsetzen und sich nicht blind und einseitig auf die Seite Israels stellen.

 

Auf pro-palästinensischen Demos wurde zuletzt die Ausrufung eines Kalifats in unserem eher unreligiösen bis christlichen Staat gefordert. Was wollen Sie dagegen unternehmen?

Damit haben wir nichts zu tun. Wir setzen uns nur für Palästina ein.

 

In Ihrem Logo ist die deutsche mit der palästinensischen Flagge nicht nur über Gaza und dem Westjordanland vereint, sondern auch über dem Staatsgebiet von Israel. Können Sie uns erklären, wie das gemeint ist?

Bis zur Festlegung der Grenzen von Israel und Palästina, bezieht sich die Karte auf das historische Palästina von 1917.

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Anmerkung der Redaktion:

Zur letzten Antwort hatten wir eine Nachfrage gestellt, die nach Erscheinen des Artikel so beantwortet wurde:

Sie schreiben „das historische Palästina von 1917“. Heißt dies, dass Sie das Existenzrecht Israels auf dem jetzigen Staatsgebiet (Gaza und Westbank ausgenommen) bestreiten?

Das Thema Existenzrecht Israels ist von palästinensischer Seite bereits offiziell geklärt. Die palästinensische Befreiungsorganisation PLO - als von der UN seit 1974 anerkannter Repräsentant des palästinensischen Volkes - hat im Rahmen des Oslo-Friedensprozess 1988 das Existenzrecht Israel anerkannt sowie 1998 die geforderte Streichung israel- und judenfeindlicher Passagen aus ihrer Charta mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit des Nationalrats beschlossen. Der im Gegenzug ausgerufene, von 138 UN-Mitgliedstaaten anerkannte palästinensische Staat wurde bisher von Israel (aber auf den meisten Ländern Westeuropas und Nordamerikas) nicht anerkannt.

Das fehlende Verständnis Israels für ein Existenzrecht eines palästinensischen Staates zeigt sich aktuell umso mehr in der extrem rechten Regierungskoalition, die u. a. für eine Umsiedlung von Palästinensern ist, aber auch im freien Schalten und Walten radikaler, bewaffneter Siedler in der Westbank (teils unter Schutz der israelischen Armee oder Polizei).

Bis zur Festlegung der Grenzen von Israel und Palästina, bezieht sich die Karte unseres Logos auf das historische Palästina von 1917 (mit damals eigener Währung und Briefmarken).

 

Wir veröffentlichen die Antworten des DPV ungekürzt. Es handelt sich nicht um die Meinung der Redaktion.


 



Nahostkrieg

„Die Hamas will keinen Frieden“. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Braunschweig antwortet auf Fragen von Martino Rossi (9m1).


Da es sich um ein komplexes Thema handelt, versuchen wir, mehrere Seiten des Konflikts darzustellen. Hier finden sich weitere Texte:

 

Wieso ist die Hamas der Aggressor? Was ist das Ziel der Hamas?

Die Hamas hat Israel am 07. Oktober 2023 ohne Grund mit einem Terrorangriff überfallen; sie ist damit der Aggressor.

Die Hamas (und in ähnlicher Weise der Islamische Jihad) hat das erklärte Ziel, den Staat Israel auszulöschen. So steht es in ihrer Charta und das ist nicht als Regierungswechsel gedacht, sondern als Vernichtung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur. Die Mobilisierung dafür, mit antisemitischer Indoktrination bereits in den Schulen, dient ihr gleichzeitig für die Sicherung ihrer diktatorischen Herrschaft in Gaza selbst.

 

Was ist eigentlich das Ziel Israels?

Nach der Sicherung des eigenen Territoriums und der Vertreibung der eingedrungenen Terroristen ist es das Ziel der IDF (Israeli Defense Forces), die politischen und militärischen Strukturen der Hamas (und des Islamischen Jihad) zu zerstören, damit ein solcher Terrorangriff (und Raketenbeschuss) sich nicht wiederholen kann. Darüber hinaus ist es das Ziel, Informationen über den Verbleib der von der Hamas Entführten zu erhalten und ggf. zu befreien.


Wie stehen Sie zu humanitärer Hilfe für Gaza?

Die Hamas wurde – vor über 15 Jahren – gewählt von den Menschen in Gaza und hat als Souverän in Gaza alleinig die Verantwortung für die Menschen dort.

Die Hamas hat in den vergangenen Jahren Milliarden an Hilfsmitteln u. a. aus Katar, aber eben auch über Umwege aus der EU und Deutschland erhalten. Dieses Geld ist nicht in den Aufbau ziviler Infrastruktur, Elektrizität, Wasserversorgung oder Bildung geflossen, sondern in den Aufbau von Terrorinfrastruktur, Waffen, Raketen, Terrortunnel – und hat den luxuriösen Lebensstil von Hamas-Führern und durch „Terror-Renten“ inhaftierte, verurteilte Terroristen und deren Familien finanziert. Jetzt von Israel den Unterhalt ziviler Infrastruktur zu fordern, nachdem das Land von der Hamas terroristisch überfallen wurde, ist absurd.

Gibt es einen Krieg in der Geschichte oder auf der Welt, bei dem die eine Kriegspartei der anderen die zivile Infrastruktur betrieben hat? Nein. Warum fordert man das also jetzt von Israel? Das ist ein doppelter Standard. Und doch hat Israel die Wasserversorgung für den Süden von Gaza wieder freigegeben und lässt aktuell Hilfslieferungen über Ägypten zu.

Der Grenzübergang Kerem Shalom, über den normalerweise Hilfsgüter nach Gaza geliefert wurden, wurde von der Hamas selbst zerstört. Allein die Möglichkeit der Versorgung von Israel aus ist also erschwert. Auch das ist Kalkül der Hamas. Es gibt ein weiteres Land, das an Gaza grenzt: Ägypten. Ägypten kann sich für Hilfslieferungen einsetzen. Man sollte das von Ägypten fordern und nicht von Israel, also dem Land, dessen Kinder gerade von der Hamas abgeschlachtet wurden. Ägypten hat jedoch als Reaktion seine Grenze nach Gaza komplett abgeriegelt und aktuell noch verstärkt. Israel fordert allein, dass Hilfslieferungen streng kontrolliert werden, damit Waffenschmuggel verhindert wird.

 

Welche Pläne gibt es für unterschiedliche Ausgangsszenarien des Krieges?

Diesbezüglich können wir keine Aussage machen.

 

Wie steht es um die Juden in Braunschweig? Gab es mehr antisemitische Vorfälle? Wenn ja, wie viele und vielleicht auch welche?

Siehe hierzu bitte: NDR.

 

Wie bewerten muslimische Verbände in Braunschweig den Krieg?

Hierzu bitten wir, sich an die entsprechenden Stellen direkt zu wenden.

 

Gibt es Planungen, dass sich in Braunschweig Juden und Muslime zusammentun und sich gemeinsam gegen die Hamas und für ein friedliches Zusammenleben beider Religionen positionieren?

Es gab am 12.10. und am 07.11.2024 Kundgebungen der Solidarität mit Israel, gegen Terror und Antisemitismus. Bei beiden waren auf jeden Fall auch Vertreter der iranischen Community unterstützend anwesend (selber vermutlich vor dem Mullah-Regime in Teheran geflüchtet), vielleicht waren auch Vertreter anderer muslimischer Gruppen dabei. Leider konnten wir für die Kundgebung am 12.10. keinen muslimischen Vertreter als Redner gewinnen.

 

Alljährlich gibt es Krawalle auf dem Tempelberg, welche islamistische Terrororganisationen als Anlass für völkerrechtswidrige Angriffe auf Israel nimmt. Wie will man in Zukunft mit diesem Problem umgehen?

Hierzu können wir keinen Kommentar abgeben; das liegt in der Zuständigkeit und der Entscheidung der israelischen Regierung.

 

Was fordern Sie von der Politik, was den Nahost-Konflikt angeht?

Hierauf kann es von uns keine umfassende Antwort geben und mit der Formulierung von Forderungen muss man sehr sorgsam umgehen.

Israel ist der einzige demokratische Staat westlicher Prägung in der gesamten Region, der unsere freiheitlichen Werte, Frauenrechte, Rechte der LGBQT Community achtet und schützt. In Israel leben neben Jüdinnen und Juden, arabische Israelis, Beduinen, Drusen und viele Menschen anderer kulturellen und ethnischen Herkunft zusammen. Bei dem feigen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 07.10.2023 sind neben jüdischen Israelis und sogenannten Doppelstaatlern auch arabische Israelis und Menschen anderer Nationalitäten, wie z. B. Thailand, ermordet worden. Der Terrorangriff war auch Ausdruck des Hasses auf die demokratisch-liberale Lebensweise in Israel und der Menschen, die dort leben, ungeachtet ihrer Herkunft oder Religion. Und letztlich bedroht der Terror auch unsere westlichen Demokratien und unser Verständnis einer offenen und selbstbestimmten Gesellschaft, die Vielfalt zulässt und den anderen achtet.

Entscheidend ist, dass der Terror gegen Israel, von welcher Seite auch immer, eindeutig und ohne jegliche Relativierung verurteilt wird und das Existenzrecht Israels endlich von allen Staaten, insbesondere auch von den arabischen und muslimischen Staaten, als selbstverständlich uneingeschränkt anerkannt wird, ohne dass dieses immer wieder erwähnt werden muss. Wichtig ist sicherlich auch, die palästinensischen Kräfte gezielt zu stärken und zu unterstützen, die ehrlich eine friedliche Koexistenz zweier demokratischer Staaten anstreben.

 

Welche Maßnahmen ergreifen Sie zum Schutz der Juden in Braunschweig? Was fordern Sie diesbezüglich von Politik und Schulen?

Das Schutzmonopol für jüdische Einrichtungen und Jüdinnen und Juden liegt zunächst grundsätzlich beim deutschen Staat. Die Zivilgesellschaft, zu der wir alle gehören, hat jedoch die Verantwortung, sich gegen jegliche antisemitische Äußerungen und Entwicklungen zur Wehr zu setzen, dagegen aufzustehen und mit den Jüdinnen und Juden in diesem Land und weltweit solidarisch zu sein. Neben Antisemitismus von rechts ist, besonders laut gerade in diesen Tagen der israelbezogene Antisemitismus, wie er sich in Äußerungen wie „from the river to the sea“ zeigt; hinter dieser Äußerung verbirgt sich nichts Anderes als der Ruf nach Auslöschung des Staates Israel und von Jüdinnen und Juden. Wesentlich ist auch, dass wir als Zivilgesellschaft keine Täter-Opfer-Umkehr zulassen bzw. auf entsprechende Narrative hereinfallen. Tatsache ist, dass die Hamas einen Terrorangriff auf Israel verübt hat – die Hamas ist der Täter – und Israel sich aktuell völkerrechtskonform verteidigt. Die Hamas trägt auch die alleinige Verantwortung für die schwierige humanitäre Situation in Gaza. Die Hamas will keinen Frieden, keine 2-Staatenlösung und insbesondere auch keinen demokratisch-liberal freiheitlichen Palästinenserstaat, der vielleicht in Koexistenz mit Israel bestehen könnte.



Samstag, 18. November 2023

Lehrerinterview

Schätze aus alten Zeiten. Jakob Fischer, Kaspar Bertram, Thore Schmid und Karl Schöll (5d) befragen Herrn Duwe.

 

Welche Fächer unterrichten Sie?
Ich unterrichte Geschichte und Latein.

Wieso unterrichten Sie genau diese Fächer?
Das sind die Fächer, die ich studiert habe, die mich damals ganz besonders interessiert haben. Beide Fächer haben ja gemeinsam, dass sie sich aus alten Zeiten zusammensetzen.

Wollten Sie schon als Kind Lehrer werden oder etwas Anderes beruflich tun?
Ich war lange sehr unentschlossen, was ich machen wollte. Ich hatte an vielen verschiedenen Dingen Interesse. Mein Traum war immer, Archäologe zu werden wie Indianer Jones und da die Schätze der alten Zeiten aufzuspüren. Ich bin aber froh, dass mein jetziger Job auch etwas damit zu tun hat.

Waren Sie als Kind schon auf dem WG?
Nein, ich komme ursprünglich aus der Gegend von Göttingen und bin dann für meine erste Stelle an der Schule nach Braunschweig gezogen.

Wie lange arbeiten Sie schon am WG?
Ich glaube seit Mai 2003. Das heißt, ich bin inzwischen schon 20 Jahre am WG.

Was gefällt ihnen hier?
Viele Dinge. Ich mag die schönen alten Gebäude, aber ich mag ganz besonders die kluge, interessierte und bunte Schülerschaft, nette Kollegen und eine sehr professionelle Schulleitung.

Und was gefällt Ihnen nicht so gut?
Manchmal würde ich es schön finden, wenn wir noch mehr Raum hätten, um auf dem Schulhof zu spielen, Räume, wo man schön sitzen kann, um gemeinsam eben Unterricht zu machen oder eben seine Freizeit zu gestalten.

Waren Ihre Eltern schon Lehrer/in?
Nein. Die waren im Rathaus (kichert).

Waren Sie schon vor dem WG an einer Schule Lehrer und wenn ja, an welcher und wie lange?
Ich bin direkt zur Ausbildung im Referendariat ans Wilhelm Gymnasium gekommen und da hat es mir dann so gut gefallen, dass ich tatsächlich ganz gerne geblieben bin.

Was haben Sie studiert?
Meine beiden Fächer, ursprünglich Latein und Geschichte und ein Stück weit auch Archäologie.

Was ist Ihre Lieblingsfarbe?
Orange und bei Kleidungsstücken Schwarz.

Was ist Ihr Lieblingstier?
Ein Eichhörnchen, und zwar das orangene.

Was machen Sie in ihrer Freizeit?
Ich unternehme sehr viel mit meinen Kindern. Das kostet viel Zeit und wenn ich mal Zeit für mich habe, fahre ich sehr gerne Fahrrad, gehe schwimmen oder baden, und ich tauche gerne.

Wir haben gehört, dass Sie in Rom studiert haben. Was fanden Sie dort besonders gut?
Das war ein Jahr. Das war ein ganz außergewöhnliches Jahr. Da habe ich einerseits meine Fächer studiert, aber ich hatte auch viel Zeit, Archäologisches und Kunstgeschichte und ganz, ganz viele Museen und Altertümer zu besuchen, auch alte Dinge selbst auszugraben. Und es war eine ganz wundervolle Zeit in einem anderen Land mit ganz vielen netten Leuten um mich herum, die mir ganz viel Spaß gemacht hat.


Herr Duwe, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Müllsammelaktion

 Jakob Elias Fischer (5d) ruft dazu auf, Müll zu sammeln.





Montag, 6. November 2023

Meinung

 „Israel muss dieselbe Solidarität wie der Ukraine entgegengebracht werden!“ Martino Rossi (9m1) über den Israel-Palästina-Krieg.



Da es sich um ein komplexes Thema handelt, versuchen wir, mehrere Seiten darzustellen. Hier finden sich weitere Texte:




Ich erinnere mich noch genau an den 6. Oktober. Es war ein ganz normaler Abend und als ich mich schlafen gelegt habe, hätte ich keinesfalls geahnt, dass ich am nächsten Morgen beim ersten Tageslicht von so vielen schrecklichen Bildern vom Terrorangriff der Hamas an Israel überfallen werde. Ich war einfach nur schockiert und voller Sorge, dass es jetzt einen weiteren großen Krieg auf unserer Welt gibt. Meine Gedanken waren bei allen Juden in Deutschland und der Welt sowie bei allen Israelis und meine Trauer bei all den Opfern und Geiseln. Ich hoffte, dass die israelische Armee die Palästinenser, die bei ihrem völkerrechtswidrigen Angriff in israelisches Territorium vorgedrungen sind, schnell wieder in ihr Gebiet „zurückdrücken“ würden. Doch es sollte nicht sein: Und so befindet sich nun schon seit genau einem Monat ganz Israel und Palästina im Kriegszustand.

Der frühere Führer der Palästinenser war ein Verbündeter von Hitler


„Wie konnte das passieren?“, dachte ich mir jeden Tag. Ich begann zu recherchieren und was dabei herausgekommen war, möchte ich hier darstellen:

Nach dem Ersten Weltkrieg war das damalige Palästina eine britische Kolonie, indem vorwiegend Palästinenser lebten, aber auch Juden. Es konnte sich niemand vorstellen, dass im nächsten Jahrhundert dort so viel Chaos herrschen würde. Doch es kamen immer mehr Juden in die Region, die z. B. vor dem Terror der Nazis aus Deutschland geflohen waren. Adolf Hitlers Regime unterdrückte die Juden auf eine grausame Art, die nie mehr zur Anwendung kommen darf. Jedenfalls wurde die Stimmung jetzt unruhiger in diesem kleinen Land, da sich die Palästinenser angegriffen fühlten. Doch dazu hatten Sie eigentlich gar keinen Grund, da die Juden sie in keiner Weise angreifen oder ihren Lebensraum klauen wollten. Im Gegenteil: Sie suchten nur nach einem friedlichen Platz zum Leben.

Nach dem völkerrechtswidrigen Vernichten der über sechs Millionen Juden vom deutschen „Führer“ in schrecklichen Konzentrationslagern, was übrigens vom damaligen Führer der Palästinenser Mohamed Amin al-Husseini, Großmufti von Jerusalem, gelobt wurde, kamen die Überlebenden zurecht aus Angst nach Israel.

David Ben Guriom ruft den Staat Israel aus --> Arabische Staaten erklären den Krieg


Das führte nun dazu, dass in Palästina nun zwei Bevölkerungsgruppen lebten, die beide den Wunsch nach einem eigenen Staat hatten. Daraufhin legte die UN einen fairen Teilungsplan vor, nach dem beide Gruppen ungefähr die Hälfte des Territoriums erhalten hätten, wobei Jerusalem keiner Gruppe zugesprochen war. Es hätte alles so schön werden können, doch leider verhielten sich die Palästinenser stur und egoistisch und wollten diesen Pakt nicht annehmen. Dass das nicht schon genug gewesen wäre, erklärten die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak dem Land Israel dem Krieg, nachdem es kurz zuvor vom Ministerpräsidenten David Ben Guriom auf Grundlage des UN-Vertrags ausgerufen worden war. Dies war der erste von vielen Fehlern der Araber. Sie überschritten also die Grenzen, doch die israelische Armee gewann den Krieg mit Gebietsgewinnen. Die Palästinenser kritisierten dies, doch sind sie nicht selbst dran schuld gewesen, weil sie den Krieg angefangen haben? Sie hatten ihr eigenes Land und haben es sich selbst kaputtgemacht.

Der Sechstagekrieg


Als Nächstes folgte der Sechstagekrieg, der zwar von Israel begonnen, aber von Ägypten durch die Blockade der Seestraße von Tiran für Israelis ausgelöst wurde. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der UN-Friedenstruppen von der nördlichen Grenze Israels erzwungen, die diese sicherten. Des Weiteren stellte Ägypten auch noch 1 000 Panzer und 100 000 Soldaten an die Grenzen Israels. Der Angriff, bei dem es erneut Gebietsgewinne für Israel gab, war also nur zur rechtmäßigen Prävention und zum rechtmäßigen Schutz des eigenen Territoriums, und damit waren auch die Gebietsgewinne rechtens, da es die Schuld von Ägypten und damit auch der Palästinenser war. Israel zeigte sich nun vorbildlich, da sie am 19. Juni 1967 einen Friedensvertrag mit Ägypten und Syrien schlossen.

„Der Jom-Kippur-Krieg zeigte einmal mehr die Grausamkeit der Palästinenser!“


Was dann passierte, zeigte einmal mehr die Grausamkeit der Palästinenser. Ausgerechnet am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, griff eine arabische Militärkoalition aus Ägypten und Syrien, das sind genau die Länder, die sechs Jahre vorher einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen haben, in dem sie Israel als Staat anerkannten, die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen, die Israel seit dem Sechstagekrieg gehörten, an. Aber Israel schaffte es, sich zu behaupten, und gab Ägypten sechs Jahre später eine erneute Chance, indem es am 26. März 1979 den zweiten Friedensvertrag mit Ägypten unterzeichnete.

Auch der Libanonkrieg war nicht ohne Grund


1982 folgte der Libanonkrieg. Dieser Krieg wurde zwar von Israel angefangen und es gab durch die Jahre zuvor auch eigentlich keine Gründe dafür, doch es war schlicht und weg eine Reaktion auf den erzwungenen Abzug der UN-Blauhelme von 1967, seit dem die Nordgrenze Israels unsicher war und ständig die Gefahr eines Angriffs der Terrororganisation Hisbollah bestand. Israel eroberte zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons und richtete dort eine Sicherheitszone ein. Die Angriffe der Hisbollah auf Nordisrael konnten aber nicht verhindert werden. Der 25. Mai 2000 war nun der Tag, wo die israelische Armee ihren Fehler anerkannte und ihre Armee aus Südlibanon zurückzog. Doch dieser eine vermeintliche Fehler Israels ist im Verhältnis zu den vielen Fehlern von Palästina gar nichts.

Die erste und zweite Intifada


Am 8. Dezember 1987 startete die erste Intifada, ein gewaltsamer Aufstand der Palästinensischen Befreiungsorganisation im Gazastreifen und im Westjordanland. Die PLO verfolgte das Ziel der Gründung eines eigenen Staates auf einem Territorium, das sie durch zahlreiche Fehler ihrer Mitstreiter nicht mehr unter Kontrolle hatten. Der Gewaltausbruch nahm allerdings erst 1991 ab. Dass israelische Soldaten palästinensische Kinder vor ihren eigenen Landsleuten schützten, wie auf einem Foto der FAZ zu sehen ist, als diese anfingen, Steine und Flaschen zu schleudern, zeigt einmal mehr die Menschlichkeit Israels und die Unmenschlichkeit der Gegenseite. 1993 brachten die Osloer Verträge vorzeitig Ruhe. Doch 2000 kam es zur zweiten Intifada der Palästinenser, einem Aufstand mit Gewalt und Straßenschlachten, die bis 2005 andauerte.

Wenn Privatpersonen einen Krieg führen


Es folgte aber der nächste Schicksalsschlag: der 33-Tage-Krieg zwischen Israel und Libanon im Jahr 2006. Anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee lösten den Krieg aus. Die israelische Luftwaffe sah keine andere Möglichkeit mehr, ihre eigene Bevölkerung zu schützen, als die Miliz aus der Luft zu bombardieren und eine Seeblockade zu errichten. Daraufhin beschoss die Hisbollah mit Raketen den Norden Israels. Das führte zu einer Bodenoffensive der israelischen Armee. Selbst die libanesische Regierung forderte die Hisbollah auf, sofort mit dem Krieg aufzuhören, der ihr Land kleiner machte, was zeigt, dass die Hisbollah schuld war, und rief die UN zu Hilfe, die durch eine Resolution die beiden Kriegsparteien am 14. August 2006 zum Waffenstillstand bringen konnte.

Vom Waffenstillstand zum Völkermord


Es dauerte acht lange Jahre, bis die israelische Armee als Reaktion auf die Angriffe der seit Kurzem in Gaza regierenden Hamas mit einer Militäroperation reagierte. Am 26. Juli 2014 wurde eine unbefristete Waffenruhe geschlossen. Doch am 07. Oktober 2023 wurde diese von der Hamas gebrochen, indem sie innerhalb kürzester Zeit auf grausame Weise und ohne Grund mehr als 1200 Israelis ermordete und über 200 Geiseln nahm. Das wurde nur möglich, weil der Iran die Hamas jahrelang aufgerüstet hatte. Und ein Land, das mit einem Land zusammenarbeitet, dass Frauen unterdrückt und Journalisten ermordet, kann kein gutes sein.

„Wir haben jahrelang indirekt die Hamas unterstützt!“


Allerdings tragen wahrscheinlich auch die EU sowie die UN und damit auch Deutschland eine gewisse Mitschuld am Überfall der Hamas auf Israel. Denn man unterstützte die Menschen und Einrichtungen wie Schulen vor Ort. Doch, wie sich nun herausstellt und wie Jan Fleischhauer am Samstag in seiner Kolumne im Focus humorvoll ausdrückte, unterstützten wir damit indirekt die Hamas: „Was der kleine Palästinenser in der mit deutschem Steuergeld finanzierten Schule lernt? Dass erst Frieden auf Erden herrsche, wenn der letzte Jude und der letzte Christ vom Erdboden verschwunden seien, auf dass Allahs Sonne für immer über die Gläubigen scheine, Inschallah.“

Man sollte also genau darüber nachdenken, für was die Gelder, die für die unschuldigen Menschen in Gaza gedacht sind, in Wirklichkeit verwendet wurden und werden. Natürlich müssen wir die Menschen in Gaza unterstützen, denn sie tragen keine Schuld am Verbrechen der Hamas, doch müssen wir auch sichergehen können, dass die Gelder auch wirklich bei den Menschen und nicht bei der Hamas ankommen und wir damit nicht indirekt Israel in den Rücken fallen.

„Stellt euch doch bitte auf die Seite eurer Leute und nicht auf die der Hamas!“


Wenn wir schon darüber reden, wie die Hamas mit ihrer eigenen Bevölkerung umgeht, können wir mal darüber reden, dass sie der Bevölkerung nicht nur die Milliarden wegnehmen, womit sie laut Jan Fleischhauer „ein neues Singapur hätten errichten können“, sondern ihre Bevölkerung auch als menschliche Schutzschilder benutzen. Sie bauen Kommandozentralen in Schulen und Krankenhäusern, zwingen ihre Bevölkerung, in Gaza-Stadt zu bleiben, obwohl die israelische Armee sie aus Rücksichtnahme dazu aufgefordert hat in den Süden zu gehen, damit bei ihren Angriffen keine Zivilperson zu Schade kommt.

Deshalb mein Appell an alle Muslime in unserem Land: Stellt euch doch bitte auf die Seite eurer Leute und nicht auf die der Hamas, ganz getreu der Forderung von Nele Polatschek in der Süddeutschen Zeitung: „Free Palestine from Hamas!“. Denn wenn Palästina keine Raketen mehr auf Israel abschießt, wird es Israel auch nicht mehr auf Palästina tun. So könnten Juden und Muslime endlich in Frieden zusammenleben, wie es sich die beiden Zentralräte der Religionen in Deutschland schon seit langem wünschen.

„Zeigt, dass ihr mit der Resolution der UN nicht einverstanden seid!“


Man könnte nun mutmaßen, dass ich fertig wäre, doch weil das hier eine Schülerzeitung ist, möchte ich mich noch zu der Situation in unserer Schule äußern: Als Russland einen Angriff auf die Ukraine gestartet hatte, haben wir uns als Schule solidarisch gezeigt und die UNESCO-AG hat federführend mehrere Aktionen für die Ukraine gestartet. An die UNESCO-AG gerichtet: Ich weiß, dass die UN-Resolution so etwas nicht vorsieht, da sie ganz klar pro-palästinensisch geschrieben worden ist, was für mich ein Skandal ist, aber es ist ganz klar und eindeutig, dass sich die UN hier auf die falsche Seite, nämlich die der Terroristen, stellt und sich weigert, den Terror der Hamas klar zu benennen. Zeigt, dass ihr damit nicht einverstanden seid und plant wieder so eine tolle Aktion wie damals für die Ukraine. Denn: Israel muss dieselbe Solidarität wie der Ukraine entgegengebracht werden! Ich glaube an euch!

„Menschlichkeit!“


Nun noch eine kleine Geschichte aus meiner Klasse: Zuletzt hatte ich eine Diskussion mit einem Jungen aus unserer Klasse. Er war auf der Seite der Hamas und ich habe versucht ihn davon überzeugen, dass sie einen Völkermord an Israel begeht. Er fragte mich dann, was meine Quelle war, und nahm mir die Antwort vorweg: „Die deutschen Medien, he, he.“

Als ich ihn daraufhin fragte, was seine Quelle sei, entgegnete er mir: „TikTok.“ Er erzählte mir von einem Video, wo unser Bundeskanzler Olaf Scholz angeblich auf dem Boden liege und über Tote in Gaza lache und er meinte auch, dass die Rakete auf das Krankenhaus in Gaza keine fehlgeleitete Rakete der Hamas, sondern ein Angriff der Vereinigten Staaten von Amerika sei.

Nun ja, es schockierte mich, wie man so leichtgläubig sein kann, um so einen Müll zu glauben und gleichzeitig meint, dass TikTok seriöser als die Tagesschau wäre. Sein Weltbild konnte ich nicht durchdringen, ich kann nur an alle anderen appellieren: Es gibt auch ganz viel Gutes auf TikTok, doch es gibt halt auch den Müll, wo so ein Schrott erzählt wird. Wenn es um Nachrichten geht, informiert euch doch bitte bei seriösen Medien, sprich ARD, ZDF, FAZ, SZ, Spiegel, Focus, etc. Und schlussendlich kann ich versichern: Die Rakete war eine fehlgeleitete Rakete der Hamas und unser Bundeskanzler hat auch nicht auf dem Boden gelegen und über Tote gelacht, da er etwas besitzt, was leider aktuell viele Leute nicht besitzen: Menschlichkeit!

In diesem Sinne: Hoffen wir, dass zwischen Juden und Muslimen schon bald so etwas wie Menschlichkeit einkehrt und wir irgendwann alle in Frieden auf dieser Welt leben können!


Hinweis: Demnächst wird in unserer Schülerzeitung ein Interview mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft erscheinen!

Freitag, 22. September 2023

Polizei

„Jeder Tag ist anders.“ Ronald Alexander Saitov (6c) befragt einen Polizeihauptkommissar* aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen.



Warum wollten Sie Polizist werden?

Ich wollte eigentlich zur Bundeswehr, da ich immer für den Staat arbeiten und nützlich sein wollte. Jedoch hatte ich es nicht geschafft. Dann gab es eine gute Möglichkeit, beim Polizeikommissariat anzufangen und dort den Beruf erlernen.

Seit wann hatten Sie diesen Berufswunsch erkannt?
Seit meinem 16. Lebensjahr wollte ich etwas Gutes und Nützliches für den Staat und für die Mitbürger tun. Deswegen ging ich zuerst zu Bundeswehr und dann führe mich der Weg zu Polizei.

Welche Vor- und Nachteile gibt es, wenn man bei der Polizei arbeitet?
Die Vorteile sind, dass dieser Job nie langweilig wird. Man hat auch viel Spaß, Spannung und viel Abwechselung durch neue Situationen. Jeder Tag ist anders. Jedes Mal hat man neue Situationen, bei denen man unterschiedlich handeln bzw. reagieren soll. Es gibt aber auch Nachteile bei diesem Job. Die Polizei arbeitet rund um die Uhr. Somit müssen Polizisten stets einsatzbereit sein. Man arbeitet zwar acht Stunden am Tag, jedoch im Schichtdienst. Das heißt, man hat Frühschicht, Spätschicht und Nachtschicht. Ich habe zum Beispiel im Monat nur ein Wochenende frei. Das bedeutet nicht, dass ich gar keine freien Tage habe. Ich habe ab und zu mal in der Woche einen Tag oder zwei Tage frei. Jedoch habe ich in einem Monat nur ein ganzes richtiges und festes Wochenende.

Unter welchen Umständen dürfen Sie einen Menschen durchsuchen?
Hm … gute Frage. Es gibt zum Beispiel in den Städten oder in bestimmten Gebieten so genannte Verbotszonen. Dort kann die Polizei jemanden unter bestimmten Umständen durchsuchen, ob man gefährliche Stoffe oder Waffen besitzt. Das dient zum Zwecke der Sicherheit der anderen Menschen.

Unter welchen Umständen dürfen Sie einen Menschen verhaften?
Verhaften kann die Polizei jemanden, wenn es einen Haftbefehl dafür gibt und wenn jemand auf der frischen Tat ertappt bzw. erwischt wird. Auch kann die Polizei jemanden verhaften, wenn im Rahmen der Ermittlung dem Verdächtigen die Flucht verhindert werden muss.

Was dürfen Polizisten nicht?
Die Polizei darf alles im Rahmen des Gesetzes, wenn es richtig begründet ist. Ein Polizist darf keine Straftaten begehen und muss somit ein Vorbild für alle anderen sein.

Wird jeder Polizeieinsatz dokumentiert?
Ja. eigentlich schon. Normalerweise wird es immer protokolliert und dokumentiert. Das ist notwendig, damit man sich später an den bestimmten Vorgang und an bestimmte Einzelheiten erinnern kann. Auch zum Zwecke der Nachweise muss jeder Einsatz dokumentiert werden. Selbstverständlich, wenn man einer Oma beim Straßenüberqueren hilft, wird ein solcher Vorgang nicht protokolliert. Ansonsten ist die Dokumentation eine Pflicht.

Was können Sie denjenigen, die Polizisten werden möchten, empfehlen?
Gute Frage. Man darf kein Mist in der Jugend machen. Man muss Empathiefähigkeit besitzen, und man muss Menschen mögen. Wichtig ist auch, sportlich zu sein und über sehr gute Deutschkenntnisse zu verfügen. Das bedeutet: seht gut in der Sprache, Grammatik, Rechtsschreibung sein. Schreiben muss man bei der Polizei sehr viel. Sprache wird somit zum Hauptinstrument. Auch muss man die Fähigkeit haben, Ängste überwinden zu können und Kontrolle zu behalten.


*Zum Schutz der Person verzichten wir auf eine Namensnennung und nähere Angaben.

Bildquelle: Pexels.

Samstag, 2. September 2023

Mobilität

Klimafreundlicher Nahverkehr. Martino Rossi (9m1) über die Mobilität der Zukunft.



Mobilität ist eines der wichtigsten Themen der Menschheit. Die Suche nach dem besten Mittel, um von A nach B zu kommen, begann schon bei den ersten Menschen. Erst einmal kam man auf keine bessere Idee, als zu Fuß zu gehen, doch irgendwann entwickelte man das Rad. Es machte einen selbst zwar nicht schneller, doch es vereinfachte den Transport von Dingen maßgeblich. Dieses Rad wurde nun immer weiterentwickelt und über mehrere Zwischenstationen kam die Menschheit zu der Vielzahl von Verkehrsmitteln, die wir heute neben unseren Füßen haben. Das Fahrrad, der ÖPNV, das Auto und viele mehr.

Doch nun stehen wir wieder vor einer Wende, denn der Klimawandel sorgt dafür, dass viele Verkehrsmittel, wie z. B. das Auto, nicht mehr geeignet sind, wenn wir noch lange auf dieser Welt leben wollen. Und deshalb müssen wir uns überlegen, wie wir die Lücken schließen können und wie die Mobilität der Zukunft aussehen soll!

Zuerst stellt sich die Frage: Wie schaffen wir es, das Auto klimafreundlich zu gestalten oder durch andere Verkehrsmittel zu ersetzen? Die Antwort darauf ist das E-Auto, doch langfristig nicht in seiner jetzigen Form. Denn der Umwelt tut es nicht gut, wenn jeder ein Auto besitzt, auch nicht ein E-Auto. Deswegen gilt es, alle Technologien und Ideen für die Zukunft zu bündeln, um das perfekte Auto zu schaffen. Das Auto muss eine Art selbstfahrendes Taxi sein, dass von jedem und jeder genutzt werden kann. Dadurch, dass alle Autos verbunden sind, gibt es keine Unfälle mehr und Künstliche Intelligenz hält sich auch an alle Verkehrsregeln. Wenn sich die gesamte Bevölkerung ein paar Autos teilt, bedeutet dass auch, dass die meisten Parkplätze zu grünen Oasen mit zahlreichen Spiel- und Erholungsmöglichkeiten transformiert werden können, was dafür sorgt, dass viel mehr umweltschädliches CO2 aufgenommen werden kann.

Doch das Rad muss in Zukunft lukrativer als das Auto sein, denn auch die Produktion eines E-Autos ist noch deutlich umweltschädlicher, und es ist wichtig, dass sich die Gesellschaft sportlich betätigt. Denn eine fitte Gesellschaft ist wichtig für den Fortschritt unseres Landes, da es so viel weniger Übergewicht oder durch Unsportlichkeit entstehende Krankheiten geben würde, die Arbeit verhindern könnten. Doch für gesellschaftlichen Fortschritt brauchen wir viele schlaue Köpfe und tüchtige Menschen, die unser Land voranbringen können. Deswegen gilt es, in Braunschweig über eine autofreie Altstadt nachzudenken. Dadurch wäre es nämlich nur Radfahrern möglich, zügig in der Altstadt einzukaufen, und der Anreiz für die Fortbewegung mit dem Fahrrad statt mit dem Auto wäre geschaffen und damit auch ein weiterer Schritt zum bestmöglichen Schutz unseres Planeten. Ein weiteres starkes Argument ist eines, das wir schon aus dem letzten Absatz kennen. Durch das Wegfallen von Autostraßen könnten viele Grünoasen entstehen, da Fahrräder nicht so viel Platz brauchen wie Autos. Und auch das würde wieder zu einer besseren Umwelt beitragen.

Doch auch der Öffentliche Personennahverkehr muss mehr Anreize bieten als das Auto: Denn mit dem ÖPNV teilen sich mehr Leute ein Fahrzeug als beim Auto und das bedeutet, es ist besser für die Umwelt. Deshalb müssen die Preise für den ÖPNV billiger sein als für das Auto. Denn wenn dies nicht der Fall ist, werden wir es nicht schaffen, die Leute für den ÖPNV zu begeistern. In aller Begeisterung für den ÖPNV dürfen wir aber nicht vergessen, dass das Fahrrad das Verkehrsmittel Nr. 1 bleiben muss, denn es ist das umweltfreundlichste. Das bedeutet, dass auch der ÖPNV nicht die Altstadt befahren sollte, denn sonst würde das Fahrrad den Anreiz „Einziges Verkehrsmittel der Altstadt“ verlieren und somit von den Bürgerinnen und Bürgern nicht am häufigsten genutzt werden.

Nur ein Problem hat die Idee, nur mit dem Fahrrad in die Altstadt zu können: Alte und beeinträchtigte Menschen können sich meist nicht mit dem Fahrrad fortbewegen. Und deshalb muss dafür eine klimafreundliche Lösung geschaffen werden. Und die ist ein kleiner selbstfahrender Mini-Shuttle mit klimafreundlichem Antrieb. Doch um die Sicherheit für Fahrradfahrer und Fußgänger zu bewahren, müssen diese Fahrzeuge auf 20 km/h begrenzt werden. So ist sichergestellt, dass alle in die Altstadt können, aber auch die Sicherheit für die Fahrradfahrer und Fußgänger bewahrt wird.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Mobilität der Zukunft sollte das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel sehen, den ÖPNV aber durch niedrigere Ticketpreise als bei den selbstfahrenden Taxis der Zukunft reizender als diese gestalten. Um das Fahrrad trotzdem als vorteilhaftestes Verkehrsmittel zu etablieren, muss die Altstadt Auto- und ÖPNV-frei sein, um u. a auch reichlich grüne Oasen bieten zu können. Alles zusammen schafft klimafreundliche Mobilität!


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