Für eigene Ideen. Anna Wichner stellt die Schulzeitungs-AG WGtarier vor.
Sonntag, 31. Januar 2021
Samstag, 30. Januar 2021
Wechsel ans WG
Eine große Herausforderung. Aina und Anna über ihren Start am WG während der Pandemie
Anna: Ja. Also ursprünglich wollten wir ja in die Aula. Das konnte aber wegen Corona nicht stattfinden.
Aina: Was habt ihr stattdessen gemacht?
Anna: Zum Abschluss hatten wir geplant, vor unserer Familie, ein Stück über Till Eulenspiegel aufzuführen. Als wir das Stück aufgeführt hatten, merkten wir, dass alle Kinder aus den anderen Klassen aus den Klassenzimmern geguckt haben. Das war merkwürdig. Im selben Moment schossen hunderte von Papierfliegern aus den Fenstern auf den Schulhof! Das sah so schön aus! Dann hatten wir noch eine Überraschung für unsere Klassenlehrerin. Jeder aus unserer Klasse hat eine Seite für ein Buch gestaltet. (Da Aina und ich in einer Klasse waren, hat sie natürlich dasselbe erlebt.)
Aina: Also ich war traurig weil ich danach mit manchen vielleicht keinen Kontakt mehr habe. Aber ich war auch sehr aufgeregt, weil ich nach den Sommerferien in eine größere Schule und Klasse gehen würde. Ich vermisse meine Klassenlehrerin Frau Iden sehr und hoffe ich sehe sie bald wieder.
Aina: Warum hast du dich für diese Schule, das WG, entschieden?
Anna: Weil sich viele Kinder aus meiner alten Klasse und Schule auch für diese Schule entschieden haben. Und ich wollte natürlich mit ihnen wieder zusammen sein. Und das hat ja dann auch geklappt. Ich habe mich außerdem für diese Schule entschieden, weil es ein Gymnasium ist und mir sehr empfohlen wurde. Und ich finde es eigentlich sehr schön hier.
Aina: Bei mir war es genauso. Ich wollte mit alten Klassenkameraden zusammen sei, und es ist einfach eine tolle Schule. Ich war auch einmal kurz davor, mich für die Gauß zu entscheiden. Aber weil da nicht so viele Freunde waren, habe ich mich doch für das WG entschieden.
Anna: Ich wusste schon, dass es anders sein wird und nicht wie all die Jahre vor uns. Das hat mich schon ein bisschen traurig gemacht, da ich mich auf eine normale Einschulung gefreut hatte. Also Masken in der Kirche. Es war schön, nach den langen Sommerferien seine Freunde wieder zu sehen. Dann sind wir etwas später in die Aula gegangen, und es wurde aufgerufen, wer in eine Klasse kommt. Dann gab es eine Probestunde, in der wir eigentlich nur Hygienepläne bekommen haben.
Anna: Am Anfang war es ziemlich schwer, weil es hier dann noch so Einbahnstraßenregeln und 1-Meter-Abstandregeln in der Klasse gab. Aber wir konnten zumindest auf dem Platz unsere Masken abnehmen. Was wir jetzt auch nicht mehr können. Es ist schwer, mit jemanden auf dem Schulhof normal zu reden. Freundschaften zu schließen, ist auch nicht grade leicht. Aber ich sehe das Ganze einfach als eine große Herausforderung, die keine 5. Klasse je vor uns hatte.
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| Aina. |
Aina: Ja, die Regeln wegen Corona waren am Anfang sehr streng. Viele haben sich auch verschlimmert, weil die Zahlen gestiegen sind, und wie wahrscheinlich jeder, hoffe ich, dass das alles bald zu Ende ist. Damit wir endlich normal auf diese Schule gehen können.
Aina: Ich hatte immer so ein bisschen Probleme mit neuen Freundschaften. Mit Abstand und Maske ist es eine sehr große Herausforderung. Aber ich habe es schon irgendwie geschafft, Freunde zu finden. Denn wenn es wahre Freunde sind, findet man sie schon.
Anna: Bei mir war es etwas leichter als bei dir. Denn ich hatte schon etwas ältere Freunde, die schon am WG waren. Dadurch war es leichter für mich, jemanden zu finden. Dann hat man sich immer so gegenseitig vorgestellt.
Aina: Eigentlich nicht. Ich habe kein Handy, also kann ich nicht im Klassen-Chat mitmachen. Mit einer alten Klassenkameradin bin ich beim Tennis. Aber das ist ja im Moment geschlossen. Ich hoffe, es macht bald wieder auf. Hier gibt es ja in den Parallelklassen auch noch bekannte Mitschüler. Zu manchen werde ich wahrscheinlich kein Kontakt mehr haben, aber zu den meisten schon.
Anna: Ich habe ein Handy und bin auch mit im Klassen-Chat. Wir unterhalten uns oft über aktuelle Themen. Und über das, was man halt in einen Klassen-Chat schreibt. Ich habe auch noch fast zu allen so Kontakt. Manche aus meiner vorherigen Klasse haben aber auch kein Handy und sind auch nicht am WG. Zu denen habe ich halt keinen Kontakt mehr.
Aina: Die Regeln sind streng, aber das muss halt so sein. Wir wollen ja nicht noch mehr Infizierte. Es ist so, wie sie es machen, ok.
Anna: Durch Corona kennen wir die normalen Regeln ja auch gar nicht richtig. Oder sie sind selbst verständlich. Auf dem Klettergerüst nicht schubsen ist ja klar. Deshalb sind die Corona Regeln einfach wichtiger. Wir sind in der ersten Woche fünf Seiten mit Regeln durchgegangen. Es war nicht schön, aber keine dieser Regeln war überflüssig.
Aina: Hättest du es schöner gefunden, wenn Corona früher oder später gekommen wäre?
Anna: Wir wissen ja alle nicht, wie lange das alles noch dauert. Wäre es früher gekommen, als ich z. B. in der 3. Klasse war, wäre es nicht sehr schön gewesen. Ich hänge nämlich sehr an der Grundschule. Wäre es ein Jahr später passiert, wäre es schöner. Dann hätte ich eine schöne Aus- und Einschulung gehabt. Es wäre für mich halt einfach sinnvoller gewesen.
Aina: Wie schon gesagt, wäre früher nicht schön gewesen. Später schon eher. Aber ich sag mal so, irgendwann ist es auch wieder vorbei. Dann haben wir es hinter uns, und verschieben kann man es sowieso nicht.
Aina: Ich fand Corona schon immer doof. Schon klar: schulfrei. Aber es sterben tausende Menschen dadurch, und da tröstet mich kein schulfrei.
Anna: Ich versuche die Dinge oft positiv zu sehen. Natürlich gibt es keine Entschuldigung für die Infizierten und Familien, die ihre Liebsten verlieren. Aber Corona hilft uns zumindest mit dem Klimawandel. New York und Paris sind halb so schmutzig wie vorher. Und verlängerte Ferien. Aber das ist ja eigentlich Quarantäne. Ich lebe aber am Rand der Stadt, und da dürfen wir halt auch mal raus.
Montag, 21. Dezember 2020
Pro Innenstadt
Gutscheine retten Läden. Anna Lenja Epp über die Initiative des Kurses ev. Religion in Jg. 11.
Normalerweise gehören kleine Unternehmen fest zum Stadtbild. Ob Restaurants, Cafés oder Boutiquen: Diese Betriebe prägen eine Stadt und tragen zu ihrer Einzigartigkeit bei. Ohne die lokalen Einzelhändler*innen gäbe es überall nur die gleichen großen Ketten und unzählige Onlineshops.
Doch durch die aktuelle Lage stehen viele schöne kleine Läden an ihrem Limit. Sie müssen um ihre Existenz bangen und wissen nicht, ob es sie nach dieser Krise noch geben wird. Auch in Braunschweig ist ungewiss, wie die Innenstadt am Ende der Corona-Krise aussehen wird. Es scheint unwahrscheinlich, dass einfach alles so bleiben wird, wie es vorher war. Sicherlich werden einige Unternehmen nicht mehr existieren. Um zu verhindern, dass noch mehr Geschäfte schließen müssen, haben wir, ein Religionskurs des elften Jahrgangs am Wilhelm-Gymnasium, uns etwas einfallen lassen:
Statt zusehen zu müssen, wie sich die Innenstadt langsam
auflöst, wollen wir den gefährdeten Läden unter die Arme greifen. Hierzu haben
wir ein Projekt auf die Beine gestellt, indem wir unter anderem Plakate und
Flyer gestaltet haben, die in der Stadt verteilt wurden. Auch Zeitung und Radio
haben bereits darüber berichtet.
Mithilfe dieses Projektes könnt ihr bei eurem Lieblingsgeschäft
Gutscheine kaufen und ihm damit helfen. Dafür kooperieren wir mit den
entsprechenden Betrieben und dem gemeinnützigen Portal www.braunschweig-help.de, auf dem man Gutscheine erwerben kann, die
den Läden sofort Geld in die Hand geben.
Die erwähnten Gutscheine könnt ihr einlösen, wenn sich der
Einzelhandel wieder etwas erholt hat, es geht also nichts verloren. Das
jeweilige Unternehmen hat dank der Gutscheine dann zumindest kurzfristig mehr
Geld zur Verfügung, erhält sozusagen eine Art Mini-Kredit.
Obwohl das erstmal recht unbedeutend erscheint, können wir
Geschäften gemeinsam helfen. Wenn in einem Laden, auf dessen Homepage oder über
braunschweig-help.de beispielsweise 80 Kund*innen Gutscheine im Wert von je 25 €
kaufen, hat der entsprechende Betrieb 2.000 € mehr zur Verfügung. Ein solcher
Geldbetrag deckt zwar noch lange nicht alle Kosten eines Unternehmens, kann
aber einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Letztendlich wird es die Summe
kleiner und größerer Beträge sein, die den Erfolg bestimmt.
Deshalb ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich
von dem Projekt erfahren. Dazu könnt auch ihr beitragen, indem ihr euren
Familienmitgliedern und Freund*innen davon erzählt und sie zum Mitmachen
aufruft. Auch wenn leider ein Restrisiko für die Kund*innen besteht, wird
dasselbe für alle Beteiligten mit jedem Gutschein geringer.
Insgesamt gibt das Projekt Hoffnung darauf, dass wir uns nach der Corona-Krise wieder auf eine lebendige Innenstadt und Stadtviertel mit vielfältigem Angebot freuen dürfen.
Freitag, 4. Dezember 2020
Schulbeginn
Schule früher, ja oder nein? Anna von Braunschweig hat Schüler*innen aus dem Jg. 6 zu ihrer Meinung gefragt.
Frieda Lässig (6c):
„Beides hätte Vor- und Nachteile. Am Morgen zum Beispiel hätte ich etwas mehr Zeit, wäre allerdings genauso müde wie sonst auch. Außerdem würde ich dann ja auch später wieder nach Hause kommen. Und früh aufstehen finde ich nicht so schlimm. Auf jeden Fall wäre es sehr viel Durcheinander. Ich habe keine feste Meinung.
Rebecca Manfrin (6c):
„Viele Grundschulen beginnen um 8 Uhr. Eine Idee für weiterführende Schulen wäre: Mein kleiner Bruder ist noch in der Grundschule und kann sich viel mehr Zeit lassen unter anderem für Aufstehen, Anziehen, Essen, Hausaufgaben überprüfen, Ranzen packen usw. Ich dagegen muss mich immer sputen. Ich fände Schulbeginn um 8 Uhr viel besser.
Carolina Wengst (6c):
„Wenn man den Schulbeginn verspätet, verspätet sich auch der Schulschluss. Doch zwischen Schulschluss, Hausaufgaben und Hobbys ist sowieso schon zu wenig Zeit. Deswegen bin ich für den frühen Schulbeginn bzw. dass er so bleibt.
Magdalena Jakob (6c):
Ich finde, dass die Schule etwas später anfangen sollte (etwa 20 min), denn ich muss immer sehr früh aufstehen, damit ich pünktlich komme.
Maren Rabätje (6c):
Ich finde es gut, wenn es früher beginnt, denn wenn es später beginnen würde, würde es auch später enden. Man hat weniger Zeit für Freunde Hobbys etc.
Gabriela Barros (6c):
Ich bin dagegen, dass die Schule so früh beginnt, weil ich zum Beispiel immer früh aufstehen und zu Fuß zur Schule gehen muss. Das macht mich sehr müde, und ich kann nicht mehr. Ich fände es besser, wenn die Schule erst um 9 Uhr beginnen würde.
Ruth Love Dadji (6c):
Mir ist es egal, wann die Schule beginnt. Hauptsache, nicht zu früh und nicht zu spät. Wenn die Schule später beginnt, hat man nicht mehr so viel Zeit für Freunde.
Isabella Marie Cuber (6a):
Ich finde, dass die Schule genauso wie jetzt anfangen sollte (um 07:40), weil ich sonst immer viel zu früh oder viel zu spät kommen würde (mit dem Bus). Ich bin für den frühen Unterrichtsanfang.
Greta de Rosa (6a):
Also ein Nachteil des frühen Schulbeginns ist, dass wir früher aufstehen müssen. Wir habe auch kaum Zeit zum Frühstücken, weil wir uns wegen der Zeit beeilen müssen, und ohne Frühstück kann man sich in der Schule auch kaum konzentrieren! Ein Vorteil ist aber, dass wir viel selbstständiger sein werden, weil wir durch das frühe Aufstehen disziplinierter werden.
Montag, 16. November 2020
Diskriminierung
Nicht auslachen – egal wen. Lona Ma berichtet über ihre Erfahrung mit Diskriminierung
Auf meiner alten Schule waren ein paar Jungs, die über mich gelästert haben. Immer wenn sie mich sahen, haben sie ganz übertriebenen „Ni Hao!“ gesagt, dazu eine Verbeugung gemacht und mich ausgelacht. ,,Ni Hao“ heißt „hallo“ auf Chinesisch.
Es gab noch andere Chinesen auf unserer Schule, aber sie haben das NUR bei mir gemacht. Ich habe mich natürlich nicht so gut gefühlt, und am nächsten Tag habe ich gedacht: ,,Diese blöden Jungs schon wieder!
Ich habe sie immer wieder ignoriert, doch eines Tages hatte
es mich so genervt, dass ich rief: ,,Ey, könnt ihr nicht mal aufhör‘n, euch die
ganze Zeit über mich lustig zu machen?“
Eigentlich ist ,,hallo“ kein Schimpfwort und
auch keine Beleidigung, aber die Jungs haben wirklich dabei gelacht und mit dem
Finger auf mich gezeigt.
Es ist wichtig, dass man sich nicht über andere
lustig macht. Und schon gar nicht darüber, dass jemand aus einem anderen Land kommt.
Außerdem komme ich nicht mal aus China, sondern wurde in Deutschland geboren,
aber vielleicht haben die Jungs mich nur ausgelacht, weil ich so aussehe, als
wäre ich in China geboren. Trotzdem sollte man sich nicht über Ausländer und
andere lustig machen!
Sonntag, 8. November 2020
Corona: Kommentar
Mehr Solidarität! Louis Ostrowski über steigende Fallzahlen und das Verhalten einzelner
Die Infektionszahlen steigen, in den Nachrichten wird von über 20 000
Neuinfektionen in 24 Stunden berichtet. Die Maßnahmen werden immer mehr
ausgeweitet, mittlerweile ist wieder ein Teil-Lockdown da.
In diesem ganzen Jahr wurde durch die Politik mehr als oft wiederholt, dass wir Kontakte meiden, uns an die AHA-Regeln halten sollen und dass wir alle für einander verantwortlich sind. Wie kann es dann dazu kommen, dass die Infektionen fast exponentiell ansteigen?
Auch in meinem Umfeld hat sich seit Corona alles geändert, und zwar
nicht gerade ins Positive. Im Sommer hat dann jeder ein fast normales Leben
gelebt, und Corona war schon fast vergessen. Jetzt ist ein Teil-Lockdown da,
und der Staat zahlt Corona-sofort-Hilfen, damit kleine Geschäfte wenigstens
eine kleine Chance haben, den Teil-Lockdown zu überleben.
Große Veranstaltungen und Massenversammlungen wie aus dem Sommer sieht
man so gut wie gar nicht mehr. Das meiste ist verboten. In meinem Umfeld gibt
sich wirklich jeder größte Mühe, alles so gut wie möglich zu machen.
Dann aber sehe ich zu meinen Nachbarn hinüber, welche frisch eingezogen
erstmal eine Einweihungsparty mit über zehn Personen feiern. Seitdem feiern sie
wirklich jeden Abend mit immer neuen fremden Personen.
Ich kenne so viele Menschen, die sich wirklich viel Mühe im Bezug zu
Corona geben, und wegen solchen Menschen werden dann die eingeschränkt, welche
sich größte Mühe geben?
Die Nachbarn feiern weiterhin unbeirrt. Das heißt, dass fremde Menschen
über die Freiheit anderer Menschen entscheiden (im Bezug auf den Lockdown).
Verhalten sich diese Personen in irgendeiner Form noch demokratisch oder
solidarisch?
Den meisten Einfluss haben Personen wie meine Nachbarn. Ich finde es traurig, dass die Vernunft, die meistens in der Öffentlichkeit gezeigt wird, an Haustür abgelegt wird wie die Schuhe.
Bildquelle: https://www.zusammengegencorona.de/informieren/ (Bundesgesundheitsministerium)
Samstag, 7. November 2020
Fünfter Klimastreik in Braunschweig
Der 25.09. Ein Bericht von Anna Lenja Epp zum fünften globalen Klimastreik
24. September 2020. Nun sitze ich also hier. Es ist 19.20
Uhr am 24. September 202
0. Ein Tag vor dem fünften globalen Klimastreik der
Fridays-for-Future-Bewegung. Nahezu alle Punkte auf meiner To-Do-Liste sind
abgehakt und trotzdem fühle ich mich merkwürdig gestresst. Außerdem beschleicht
mich das komische Gefühl, etwas vergessen zu haben. Unruhig sehe ich erneut auf
meine Liste: Nein, alles erledigt.
Aus dem Lautsprecher meines CD-Players dröhnt irgendwelche Filmmusik, was die Atmosphäre in meinem Zimmer zusätzlich dramatisiert.
Mein Handy blinkt auf. Es ist eine Nachricht aus dem Orga-Team. Ein Sharepic, genauer gesagt. „Globaler Klimastreik 25.09., 16.00Uhr, Schlossplatz Braunschweig“ heißt es darauf. Eine Erinnerung an die morgige Demo. Ich hätte sie auch so nicht vergessen können. Ein letztes Mal gehe ich die Liste der Dinge durch, die ich morgen bei der Demo dabeihaben muss:
• Mein total zugestickertes Megaphon, um mir Gehör zu verschaffen,
• Absperrband, um den Schlossplatz coronakonform abzusperren,
• einen Zollstock, um gegebenenfalls Abstände nachzumessen
• und natürlich mein Demoplakat, das mich schon seit über einem Jahr auf alle Demos begleitet. Ob es stürmt oder schneit (obwohl es bisher auf keiner der Demos, auf der ich war, geschneit hat, ist wohl selbsterklärend), mein Demoplakat ist immer dabei. Dementsprechend sieht es leider mittlerweile auch schon aus. Die Farbe ist verlaufen, der mit Tusche aufgepinselte Baum leicht verwischt. Trotzdem ist die Botschaft noch klar zu erkennen: Geld ist nicht alles!
Alles ist gepackt und steht bereit. Nur der Zollstock hatte bisher noch gefehlt. Doch auch dieser befindet sich jetzt zusammen mit dem Absperrband in einem Jutebeutel. Der nächste Tag kann kommen. Und trotzdem bleibt meine Aufregung auf dem gleichen Level wie vor dem Listen-Check. Da ich erst seit Januar dieses Jahres Teil der braunschweigischen Ortsgruppe von Fridays for Future bin, ist dies abgesehen vom 24.04., der ja als Lifestream stattgefunden hat, mein erster globaler Streik. Da ist meine Aufregung wohl einigermaßen verständlich.
Nicht einmal 24 Stunden später stehe ich, immer noch aufgeregt, mit allem, was ich dabeihaben muss, auf dem Schlossplatz. Zusätzlich zu mir sind bereits zwei andere Aktivistinnen da und die Band hat begonnen, sich einzuspielen. Es ist kurz nach 14 Uhr am 25. September 2020, wir haben noch etwa zwei Stunden Zeit, dann soll die Demo beginnen. Während wir langsam immer mehr Leute werden, schleppen wir Stehtische durch die Gegend und bauen sie auf. An ihnen sollen später Briefe an Politiker*innen geschrieben werden können. Daneben tragen wir kleinere Tische, an denen Windräder und Drachen gebastelt werden sollen. Damit sich die Menge nicht allzu sehr vermischt, stellen wir dazwischen Absperrgitter. Auch das Absperrband ist bereits auf dem Boden festgeklebt. Es ist 16.00 Uhr, die Demo beginnt.
Nachdem die freiwilligen Ordner*innen mit ihren Aufgaben vertraut gemacht worden sind, eröffnet unser Versammlungsleiter die Demo mit einer kurzen Sicherheitseinweisung. Danach spielt die Band ihr erstes Set und ich wusele durch die Menge, um festzustellen, ob ich irgendwem unter die Arme greifen kann. Schließlich lande ich bei Sprühflaschen, die mit Desinfektionsmittel befüllt und beschriftet werden müssen, um die Bastelunterlagen und Stifte an unseren Aktionspunkten desinfizieren zu können. Anschließend suche ich den Wissenschaftler, der nach der Band eine Rede halten wollte. Ich stelle erleichtert fest, dass er bereits neben der Bühne steht und wartet. Nach ihm wird es eine Motivationsrede von einer Aktivistin aus unseren Reihen geben, anschließend werden sich die zwei Demozüge (es gibt eine Lauf- und eine Fahrraddemo) langsam auf den Weg machen.
Schließlich ist es 17.15 Uhr. Die Laufdemo ist bereits losgelaufen, wir Fahrradfahrende haben uns auf der Südseite des Schlossplatzes aufgestellt. Wir müssen langsam losfahren. Endlich sind alle da und wir setzen uns in Bewegung. Zuerst geht es auf die Georg-Eckert-Straße, damit wir genug Platz haben. Wir fahren die Museumsstraße entlang und biegen in die Parkstraße ein. Von da aus gelangen wir auf die Jasperallee, wo uns unser Frontbanner entgegenblickt. Die Laufdemo hat den Schlossplatz von der anderen Richtung aus verlassen und ist über den Steinweg und am Theater vorbei ebenfalls auf die Jasperallee gelangt. Hier laufen wir uns nun auf den verschiedenen Straßenseiten entgegen, zwischen uns die Baumreihen. Gemeinsam machen wir ordentlich Lärm. Ich rufe Demosprüche wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ in mein Megaphon. Es hallt aus der Menge zurück. Von den vielen verschiedenen Demosprüchen, die durch die Luft fliegen, ist einzeln nicht sonderlich viel zu verstehen, doch insgesamt ist mehr als deutlich, was wir meinen. Der Moment ist schnell vorbei, wir fahren weiter.
Unser Weg führt uns einmal quer durch die ganze Stadt, am Kohlekraftwerk vorbei und wieder zurück. Während wir daran vorbeifahren, werden wir nochmal lauter und rufen „Nie, nie, nie wieder Kohle“ und „Apfelsaft statt Kohlekraft“. Der letzte Spruch ist eigentlich ein Scherz. Bei irgendeiner Demo hat ihn ein noch etwas kleineres Kind gerufen und jemand hat ihn übernommen. Seitdem schallt er auf so ziemlich jeder Demo über den Schlossplatz und durch die Straßen.
Schließlich sind wir wieder vor dem Schloss. Der andere Demozug ist noch unterwegs, kommt aber kurze Zeit später an. Es wird noch eine Rede von unserem Arbeitskreis Forderungen gehalten, dann klingt die Demonstration langsam aus. Ich sitze in einem Pavillon, wo Demonstrant*innen sich gegen eine Spende Buttons mit unserem Logo mitnehmen können. Immer mehr Leute gehen und lassen den leeren Schlossplatz zurück.
Die anderen aus dem Orga-Team und ich beginnen, alles aufzuräumen, was wir vorher aufgebaut haben. Die Demo ist vorbei, der Tag geht zu Ende.
Mittlerweile ist es knapp 20.00 Uhr. Ich fahre erschöpft aber zufrieden nach Hause. Meine Aufregung legt sich. Der Tag war lang, doch ich finde, dass sich der ganze Aufwand definitiv gelohnt hat. Jetzt muss nur noch die Energiewende klappen.
Freitag, 14. Februar 2020
Fridays for Future - Abschluss der Interviewreihe
Als ich die Idee für diese Interviewreihe hatte, waren Menschen auf der ganzen Welt, wie auch in Deutschland, bei Demonstrationen im Rahmen der Fridays-for-Future-Bewegung aktiv. Viele Tausend Schülerinnen und Schüler gingen freitags auf die Straße, um in Gemeinschaft auf das Problem des Klimawandels aufmerksam zu machen und sich zu engagieren.
Die damals 15 Jahre alte Greta Thunberg setzte die Demonstrationen in Gang, als sie sich das erste Mal am Freitag, den 20. August 2018, vor das schwedische Reichstagsgebäude in Stockholm setzte, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Mit der Botschaft „Schulstreik fürs Klima“ sorgte sie weltweit für Aufmerksamkeit. Anschließend wurde ihr Anliegen durch die Medien weiterverbreitet. Schon bald begannen erste größere Demonstrationen auch in Deutschland. In Braunschweig fand auf dem Schlossplatz die erste Fridays-for-Future-Demonstration im Februar 2019 statt. Aber nicht nur Schülerinnen und Schüler beteiligten sich an den Demonstrationen, sondern auch Studentinnen und Studenten und bald auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter dem Motto „Scientists for Future“.
Doch wie stellen sich Mitglieder von Fridays-for-Future-Demonstrationen, Politiker oder die Umweltbeauftragte unserer Schule Klimaschutz/Umweltschutz in Zukunft vor? Was unternehmen Sie vielleicht heute schon, um die Umwelt zu schützen oder den Klimawandel einzudämmen?
Das erste Interview habe ich mit Christoph Bratmann, Vorsitzender des Schulausschusses im Stadtrat in Braunschweig, geführt. Aus seiner Sicht könne jeder etwas für den Umweltschutz tun, keiner sei dabei aus der Verantwortung zu nehmen. Doch er beteuert auch, dass das ganze Problem nur global zu lösen sei: „Global betrachtet hängt vieles an den USA, China und Indien“. Trotzdem seien die Europäer nicht aus der Verantwortung. In Braunschweig seien viele Entscheidungen in die richtige Richtung getroffen worden, indem sich die Löwenstadt zum Beispiel zur Umgestaltung von 16 Hektar Fläche für Wildbienen ausgesprochen hat. Herr Bratmann nutze, sofern möglich, auf Dienstfahrten öfters Alternativen zum Auto.
Für die zweite Interviewpartnerin Antje E. Kapsch, Lehrerin und Mitwirkende für Umweltschutz an unserer Schule, sind in der Zukunft vor allen Dingen Projekte im Bereich der nachhaltigen Bildung sowie die Verringerung des Ressourcenverbrauchs wichtig. Sie selber beteiligt sich bereits jetzt an Projekten für mehr Umwelt/-Klimaschutz. Im Rahmen des Projektes „WeGo for future - tomorrow is now“ engagiert sie sich unter anderem an unserer Schule. Die Repair-AG unserer Schule erwähnte sie ebenfalls als eine gute Möglichkeit für mehr Ressourcenschutz. In Zukunft würde sie sich vor allen Dingen einen geringeren Ressourcenverbrauch sowie eine frühe nachhaltige Bildung wünschen.
Aus der Sicht von Moritz von Bachmann, Co-Organisator der Fridays-for-Future-Demonstrationen in Braunschweig, sei zunächst erst einmal die Politik in der Pflicht. Gesetze und Initiativen könnten laut Moritz viel zum Umweltschutz beitragen. Er wünscht sich in Zukunft von Politikern weniger Pseudo-Klimaschutz, anstatt echte Veränderungen anzuregen. Für Moritz von Bachmann ist die Reduzierung von Treibhausgasen ein fester Bestandteil seiner Lebensweise geworden, indem er zum Beispiel Second-Hand-Kleidung kauft oder das Verkehrsmittel für seinen Schulweg verändert hat.
Zum Schluss möchte ich den Appell von Volker Ovelgönne, Direktor des WG, nennen, der an die Schülerschaft ein Statement per E-Mail zu den Fridays-for-Future-Demonstrationen abgegeben hat. Er stellte heraus, dass die Folgen des Klimawandels vor allem uns als Schülerinnen und Schüler als die „Generation Z“ betreffen.
Aus meiner Sicht hat die Interviewreihe unterstrichen, wie wichtig das Thema Umweltschutz in der Gesellschaft geworden ist. Dabei haben die Fridays-for Future-Demonstrationen den Gedanken zunächst verbreitet und anschließend in der Gesellschaft gestärkt. Es steht für die meisten Menschen heutzutage außer Frage, sich zum Beispiel mit dem eigenen CO2-Fußabdruck beschäftigen und in Zukunft Veränderungen an der eigenen Lebensweise vorzunehmen.
Mir selbst ist durch die mediale Aufmerksamkeit zum Thema bewusst geworden, wie viel jeder einzelne Mensch täglich durch vermeintlich „normale“ Tätigkeiten, wie zum Beispiel den Weg zur Schule oder zur Arbeit oder die eigene Ernährung, die Auswirkungen auf das Klima/die Umwelt, sowohl ins Positive als auch ins Negative verändern kann. Nun wird es spannend werden, welche Ideen zur Eindämmung des Klimawandels sich umsetzen bzw. weiterführen lassen.
Wichtig ist für mich der Gedanke geworden: Jeder von uns kann etwas zu Veränderungen für unsere künftige Umwelt/das zukünftige Klima beitragen, ganz im Sinne des folgenden Zitats:
„Sei du selbst die Veränderung, die du dirwünschst für diese Welt.“
Mahatma Gandhi
Dienstag, 14. Januar 2020
Essay: Klimakrise
Mein Name ist Iman Sibai. Ich gehe in die zehnte Klasse und werde bald 16.
Unsere Generation ist besonders. Wir haben draußen gespielt, bis die Straßenlaternen angegangen sind. Wir wussten, wie man Kassetten richtig benutzt und hatten gleichzeitig CDs im Regal. Wir kennen noch die original Kinderserien der 90er, bevor sie animiert wurden. Wir sind die letzten Teenies, die ohne digitale, neumodische Geräte aufgewachsen sind und mit Telefonzellen umgehen können, und die ersten, die ein Smartphone benutzen.
Mein kleiner Bruder und ich wurden gleich erzogen, haben aber jeder eine komplett andere Kindheit gehabt.

Ist das nicht unglaublich? Trotz, dass mein Bruder nur sechs Jahre jünger ist, kennt er viele Dinge nicht, mit denen ich aufgewachsen bin. Einfach nur, weil sich die Digitalität und Technik in diesen sechs Jahren gravierend und mit großen Schritten gewandelt hat.
Aber wie wird das in 15 Jahren mit meinen eigenen Kindern sein? Klar, der technische Fortschritt wird sich noch sehr viel weiter gewandelt haben. Darüber mache ich mir aber weniger Sorgen. Die Frage, über die ich mir eher den Kopf zerbreche, ist: Wie werden meine Kinder den weiter fortschreitenden Klimawandel erleben? Wie werden sie aufwachsen, wenn wir den Klimawandel jetzt nicht stoppen?
Der Klimawandel ist im Moment ein stark diskutiertes und allgegenwärtiges Thema. Wir sind so begeistert vom Wandel der Technik, dass wir manchmal den Klimawandel aus den Augen verlieren. Das Klima verändert sich drastisch, das Eis in der Antarktis schmilzt, der Meeresspiegel steigt, Tierarten sterben aus, Mikroplastik schleicht sich in unsere Konsumgüter, der Regenwald am Amazonas wird zerstört, der Winter bleibt aus, Australien brennt, wir aber schenken lieber einem brennenden Gebäude unsere Aufmerksamkeit und das Kapital zum schnellen Wiederaufbau – wie zum Beispiel Notre Dame in Paris.
Politiker diskutieren, aber bringt das viele Reden letztendlich auch etwas? Wohl kaum können bloße Worte die Welt retten, anstatt dass wir aber etwas dagegen tun, versuchen Forscher herauszufinden, auf welchen Planeten noch wir überleben können. Was bringt uns das? Wir müssen lernen, Probleme zu lösen und sie nicht einfach beiseite zu schieben, als würde es sie nicht geben.
Ich habe Angst davor, Kinder unter solchen Bedingungen auf die Welt zu bringen. Es tut mir im Herzen weh, mir vorzustellen, dass ich meinen Kindern später, wenn sie draußen spielen wollen, nicht sagen werde: „Vergiss deinen Schal nicht, es ist kalt draußen, du erkältest dich“, sondern stattdessen: „Setz deine Sauerstoffmaske auf, du kannst sonst nicht atmen und stirbst an einem zu hohen CO2-Gehalt in der Luft.“
Wird eine solche Welt für die nächsten Generationen Normalität sein? Werden wir dann im voll ausgestatteten Ledersessel sitzen und unseren Enkeln erzählen, wie schön es früher war, frische Luft zu atmen?
Auch wenn es übertrieben klingen mag, lasst uns übertreiben! Vielleicht kommt es erst so in unseren Köpfen an. Wir wissen schließlich nicht, was in der Zukunft geschehen wird. Keiner von uns. Vor allem, wenn wir so weitermachen wie bisher, wird jede noch so wahnsinnig klingende Vorstellung eintreten. Schließlich hat ja auch vor 30 Jahren niemand den Klimawandel vorhersehen können.
Vielleicht schaffe ich es, dass Ihr diesen Artikel zu Ende lest. Vielleicht schaffe ich es auch, Euch zum Nachdenken anzuregen. Aber werde ich es schaffen, dass Ihr Euch wirklich heute vornehmt, etwas an Eurer eigenen Lebensweise zu ändern?
Für viele erscheint es anfangs schwierig, ein riesiges, ernstzunehmendes Problem anzugehen. So schwierig, dass wir verzweifeln, lieber gar nichts tun oder uns doch wieder mit anderen Dingen beschäftigen. Damit die Welt und am Ende wir eine Chance haben, müssen wir alle uns selbst verändern. Dafür sollten wir nicht nur während der Schulzeit mit einem To-Go-Becher und dem neuesten Handy in der Hand protestieren gehen und von Politikern Maßnahmen fordern. Dabei vergessen wir oft, dass auch wir längst vieles tun können. Wir müssen aufrichtig und ehrlich versuchen, uns zu informieren, so viel wie möglich umzukrempeln und zu lernen, auf Gewohnheiten zu verzichten. Jeder kleinste Schritt wird dazu beitragen, die Erde, unser Zuhause, zu schützen.
Wir tragen die Verantwortung für unsere Nachkommen. Wir müssen handeln, und zwar genau jetzt. Denn ich wünsche mir, Urururgroßmutter von Kindern zu sein, die genauso unbeschwert auf der Erde leben können wie wir.
Sonntag, 5. Januar 2020
Essay: dontdoinstagram
Als ich acht war klopftest du ganz leise, gar schüchtern an meine Tür. Nach einem Sportwettkampf stand eine fremde Frau vor mir und sagte: „Kind, iss mal mehr. Das sieht doch nicht mehr schön aus.“
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Ich war verwirrt.
Mit 13 branntest du rigoros mein Haus herunter, mir blieb ein einziger Trümmerhaufen.
Ich sah diese Lücke überall auf Instagram, thigh gap heißt sie also. Werde ich mal so aussehen wie sie? Ich sehnte mich nach Veränderung. Es fiel mir nicht schwer einen Trainingsplan zu erstellen, denn semiprofessionelle Influencer*innen posten täglich ihre Workouts, die wirklich und auf jeden Fall bei jedem Körper Wunder verschaffen werden.
Na dann los.
Gescheitert.
Sag mir, wäre ich hübscher, nochmal 10 kg leichter, 5 cm größer und meine Haare 30 cm länger, wärst du geblieben?
Mit 16 erkannte ich dass ich dich wohl nie kriegen werde, dass ich nie wie die Mädchen im Internet aussehen werde, dass mein Körper mein einziges Zuhause ist und dass ihn zu lieben und zu akzeptieren die wichtigste Aufgabe meines Lebens ist und dass ich mein eigenes Ideal bin. Entfolgt bin ich allen, bis auf einigen, mir vertrauten Personen. Nicht, weil ich sie nicht immer noch wunderschön und interessant finde, nicht, weil ich glaube, sie verdienen keine Followers, nicht, weil ich konventionell attraktive Frauen und Männer diskreditieren möchte, sondern bloß, weil es mir nicht gut tut, mich mit Content zu konfrontieren, der mir vor Augen führt, was mir alles fehlt, von was ich zu viel habe, und dass ich dich nie kriegen werde.
Du, liebe Bikinifigur, sitzt mir wie der Schalk im Nacken, nur dass du so gar nicht amüsant bist und lieb schon gar nicht. Du kommst nicht alleine, nein, du kommst mit deiner ganzen Bande. Das Schubladendenken, dein Verbündeter. Der Standard, dein bester Freund. Gut ist, wer in diesem Strom lebt. Aber daran ist so gar nichts gut. Wie furchtbar zu denken, du wärst alleine auf dieser Welt. Es gibt dich in allen Formen und Farben und davon ist jede individuelle Bikinifigur unvergleichlich schön. Wer von einem Strom eingesogen wird, verliert irgendwann seine Individualität. Schneller als gedacht, untergegangen und weggespült.
Also lasst uns auf uns vertrauen, unseren Weg, unser Gefühl. Lasst uns lernen, dass unseren Körper zu lieben und akzeptieren doch das ist, was uns manchmal fehlt. Wenn das geschafft ist, dann setzen wir uns gemeinsam ganz ungefiltert an den Strand, lassen unsere Problemzonen Problemzonen sein und trinken eine kalte Limonade.
Freitag, 20. Dezember 2019
Weihnachtsgottesdienst 2019
„Alle Jahre wieder“, so begann auch in diesem Jahr wieder der Weihnachtsgottesdienst in der Magnikirche.
Für Humor sorgte dann das Vorspiel der streitenden Adventskerzen von Schülern aus der 5. Klasse. Jede Kerze wollte dabei die erste sein, die angezündet wird. Doch bei der Entscheidung taten sie sich schwer. Am Ende stritten sie die ganze Adventszeit und vergaßen beinahe den Heiligen Abend.
Das SR-Team sammelte auch in diesem Jahr wieder Spenden für bedürftige Menschen. Das gesammelte Geld wird zur einen Hälfte an die Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS-Kinderdörfer gespendet werden.
Anschließend präsentierten Schüler des 7. Jahrgangs ihre im Religionsunterricht erarbeiteten Fürbitten. Sie appellierten dabei dafür, dass Kriege, Verfolgung von Menschen mit anderer Hautfarbe, Zerstörung der Welt und Mobbing ein Ende haben sollten. Vor dem gemeinsamen Vater unser und dem Segens sang der Lehrerchor, durch die Kirche schreitend, Adeste fideles.

Am Ende des Gottesdienstes dankte der Schulleiter, Herr Ovelgönne, den Organisatorinnen Frau Schultalbers und Frau Meiners, den WG Cantorum 5/6 unter Leitung von Frau Gildner sowie allen Schülern und Lehrern, die an der Gestaltung des Gottesdienstes mitgewirkt haben, und wünschte allen nach diesem ereignisreichen halben Jahr schöne und erholsame Weihnachtsferien.
Dem können wir uns nur anschließen! Wie wünschen allen Schülern, Lehrern und Eltern sowie unseren Lesern frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2020!
Fotos: Jan-Marten Kleine Besten und Louis Ostrowski
Freitag, 6. Dezember 2019
Glosse: Mensa
Menü 1 Kartoffel-Gemüse-Auflauf (verkocht)
Menü 2 Currywurst mit weichen Pommes
Dienstag
Menü 1 Hamburger mit weichen Fritten
Menü 2 Penne-Hack-Auflauf (halbe Portion)
Mittwoch
Menü 1 Currywurst mit harten Pommes
Menü 2 Harter Milchreis mit Zimt und Zucker
Donnerstag
Menü 1 Spagetti (besonders al dente) mit fader und pappiger Tomatensoße
Menü 2 Penne-Hack-Auflauf (halbe Portion)
Freitag
Menü 1 Harte Kartoffelpuffer mit Apfelmus (mit Klumpen)
* Abgelaufene Apfelschorle gibt es immer.
Diese Satire basiert auf echten Erfahrungen. Von Louis Ostrowski.
Foto: Screenshot der Mensa-Website.
Umfrage folgt.
Donnerstag, 5. Dezember 2019
Fridays for Future: Interview mit Moritz von Bachmann
Teil 1: Interview mit Christoph Bratmann, Vorsitzender des Schulausschusses der Stadt Braunschweig
Teil 2: Interview mit Antje Kapsch, Mitwirkung im Bereich Umweltbildung am WG
Teil 3: Interview mit Moritz von Bachmann, Organisator von Fridays for Future am WG
Was sind deine Aufgaben bei den Fridays-for-Future-Demonstrationen (im Hinblick auch auf die Vorbereitung)?
Seitdem ich angefangen habe, im Organisationsteam mitzuwirken, habe ich schon einiges gemacht und ich bin jetzt aus der Mobilisierungsarbeit in die Arbeit mit der Regionalpolitik eingestiegen. Dort führe ich die einzelnen Gespräche mit den einzelnen Ratsfraktionen durch, in denen wir Forderungen für Braunschweig mit formuliert haben. Ansonsten bin ich im Demo-Organisationsteam.
Es ist immer so ein bisschen diese Aussage, dass Schüler lieber in die Schule gehen sollten, später dann schnell Umweltingenieure werden und dann das Klima retten sollten. Ich sehe das Ganze so, dass dringend Handlungsbedarf ist, die Politik aktuell diese Forderungen nicht in die Tat umsetzt und dass stattdessen durch Demonstrationen sehr viel passieren kann und dies auch priorisiert werden sollte.
Wie ist aus deiner Sicht der Klimawandel in der Zukunft zu stoppen?
Ich habe das Gefühl, dass sehr viel auf Wachstum ausgelegt ist, und ich merke das beispielsweise in meiner Klasse, dass zu dieser Saison alle neue Anziehsachen haben und jedes Jahr ein neues Handy, und man wird von den Eltern mit dem SUV vor die Tür gefahren. Gleichzeitig ist natürlich auch die Ernährung ein Aspekt. Unsere Landwirtschaft setzt dabei sehr auf den Einsatz von Chemikalien und möchte alles sehr schnell wachsen lassen, und es gibt sehr viel Tierhaltung, wo für die Futteranbauflächen sehr viele Emissionen verursacht. Ich würde mir mehr nachhaltigeres Leben wünschen, mit den Hauptpunkten: auf die Ernährung zu achten, esse ich jetzt jeden Trag eine Banane vom anderen Ende der Welt, und wie kann ich meine Mobilität nachhaltiger gestalten.
Wie bist du für das Thema Klimaschutz/Umweltschutz sensibilisiert worden?
Ich bin mir dabei gar nicht mehr so sicher! Durch die Schule auf jeden Fall gar nicht so, eher in Reportagen oder Dokumentationen, in denen es um „Klimawandel“ ging, aber ich glaube auch, dass durch die „Fridays-for-Future-Bewegung“ ganz viele Menschen sich damit befasst haben und so auch ich. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen mitzudemonstrieren.
Wie viel Zeit setzt du pro Woche in die Vorbereitung und Ausführung der Demonstrationen?
Das war in der Zeit, in der ich aktiv bin, sehr unterschiedlich. Vor dem 26.08.2019 in Aachen war es tatsächlich jede freie Minute, die ich hatte. Jetzt habe ich auch sehr, sehr viel Arbeit da reingesteckt. Diese Arbeit hat sich auch ausgezahlt, worüber ich auch sehr froh bin. Ansonsten haben wir die Plenumstreffen und das Arbeitskreistreffen, die jeweils zwei Stunden dauern, aber ich besuche diese nicht regelmäßig, aber es sind schon so ca. zehn Stunden pro Woche.
Was tust du in deinem Alltag für die Reduzierung von Treibhausgasen?
Ich achte vor allen Dingen darauf, viel mit dem Fahrrad zu fahren. Früher habe ich mich immer im Winter mit dem Auto zur Schule fahren lassen. Aber es sind eigentlich nur zehn Minuten, deshalb fahre ich jetzt immer mit dem Fahrrad. Ich habe ein bisschen Spaß daran gefunden, wenn ich neue Kleidung brauche, diese second hand zu kaufen oder auf Kleidertauschpartys zu bekommen. Des Weiteren ernähre ich mich vegan und achte ein wenig auf Biosiegel und inspiriere auch andere Menschen, dies auch zu tun.
Was möchte Fridays for Future aus deiner Sicht hauptsächlich in der Zukunft erreichen, und bis wann soll dieses Ziel erreicht werden?
Der IPPC-Klimabericht Bericht von 2018 sagt, dass es bis 2030 noch die Möglichkeit gibt, den Klimawandel aufzuhalten, mittlerweile sind es knapp 8,5 Jahre, die die Wissenschaft als Periode bezeichnet, in der es noch Handlungsmöglichkeiten gibt.
Was sollte die Politik nach den Forderungen von Fridays for Future mehr für den Umweltschutz/Klimaschutz tun?
Es wurde ja gerade das Klimapaket der Bundesregierung beschlossen. Darin wird vor allen Dingen im Emissionshandel sehr stark mit der Wirtschaft zusammengearbeitet, was potentiell erst einmal nicht schlecht ist. Es ist allerdings das Problem, dass durch Lobbyismus, wie z. B. die Initiative „Neue soziale Marktwirtschaft“, verstärkt Desinformationen weitergegeben werden. Durch die Lobbyismus-Arbeit möchten Politiker oftmals wiedergewählt werden und machen daher oft eher Pseudo- Klimaschutz als realen Klimaschutz.
Was würdest du Schülern im Hinblick auf den Umweltschutz/Klimaschutz mit auf den Weg geben bzw. was würdest du dir wünschen?
Ich würde mir wünschen, dass man sich im Unterricht mit dem Thema Klimawandel auseinandersetzt bzw. mit der Klimakrise, wie wir sie jetzt schon bezeichnen können. Vielleicht könnte man sich als Schüler selbst mit dem Thema noch etwas mehr befassen und darauf achten, wo ich oder mein Umfeld Emissionen einsparen kann.
Mittwoch, 6. November 2019
Fridays for Future: Interview mit Antje Elisabeth Kapsch
Teil 1: Interview mit Christoph Bratmann, Vorsitzender des Schulausschusses der Stadt Braunschweig
Teil 2: Interview mit Antje Kapsch, Mitwirkung im Bereich Umweltbildung am WG
Teil 3: Interview mit Moritz von Bachmann, Organisator von Fridays for Future am WG
Was unternimmt unsere Schule momentan für den Umweltschutz/Klimaschutz?
Unsere Schule engagiert sich in vielerlei Art und Weise für den Klima- und Umweltschutz. Exemplarisch sei da verwiesen auf
- die Aktivitäten zur Mülltrennung,
- die Maßnahmen zur Strom- bzw. Energieeinsparung inklusive der Solarzellen auf dem Dach („Energiesparfuchs/Abfallfuchs“),
- das Schulprogramm mit der Umwelt-Agenda,
- die Bewerbungsphase als UNESCO-Schule mit der Klima-AG,
- die Repair-AG,
- die Fachgruppe Kunst mit ihrem vierfachen Preis beim Wettbewerb „Upcycling Accessoires“ im Rahmen der Europäischen Woche zur Abfallvermeidung
- und die curriculare, pädagogische Arbeit der Kolleginnen und Kollegen zum Thema Nachhaltigkeit und Umwelt in allen so verschiedenen Fächern
In welchen Bereichen könnten z. B. Schüler/-innen oder Lehrkräfte aus Ihrer Sicht selbst mehr für den Umweltschutz/Klimaschutz in unserer Schule tun?
Erst einmal kann jeder selbst auf sich und seine Handlungsweisen in seinem Leben und seinem Alltag blicken. Viele erste kleine Schritte wie z. B. Reduktion von Energieverbrauch in verschiedensten Formen, Vermeidung von Einweg-Verpackungen, Reduktion der Plastik-Nutzung insgesamt, Reflexion und eben auch die Änderung des eigenen mobilen Verhaltens, Einkauf von wirklich nachhaltigen Waren (die nicht unbedingt fair-trade oder Bio sein müssen) u. v. a. m. können größere Schritte in den Folgehandlungen er- bzw. bewirken. Das gilt insbesondere dafür, dass viele Menschen in einer Gemeinschaft zusammen einfacher und gleichzeitig solche identischen, neuen, oft nur ungewohnten und mitunter auch „unbequemen“ Wege beschreiten (können). Ich denke auch, dass wir in der Gemeinschaft eine Menge bewirken können, da wage ich aber noch keinen Blick in die Zukunft.
Werden Sie als Umweltbeauftragte der Schule auf das Thema „Fridays for Future“ angesprochen?
Auf dieses eben auch kontrovers diskutierte Thema werde ich angesprochen. 23 000 deutschsprachige Wissenschaftler der Initiative „scientists for future“ unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihrem Anliegen und formulieren:
„Zurzeit demonstrieren regelmäßig viele junge Menschen für Klimaschutz und den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erklären wir auf Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse: Diese Anliegen sind berechtigt und gut begründet. Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus.“ (Quelle: https://www.scientists4future.org/ stellungnahme/ stellungnahme-de/ [11.06.2019])
Ein besonderes Schlüsselerlebnis erfolgte auf einer Studien-Exkursion durch Italien im Jahr 2000, in deren Rahmen wir als Studenten die Schönheit und Einzigartigkeit mariner Lebensräume auf den Liparischen Inseln und auf Sizilien kennenlernen durften, um in einer Führung vor Ort gleichzeitig über die marine Verklappung von Restschlämmen aus der Aluminium-Herstellung und die akute Thunfisch-Überfischung selbst in den Schutzgebieten zu erfahren. Seitdem esse ich keine Muscheln mehr und (ver-)meide Thunfisch auf dem Teller. Die globale Weltmeer-Plastik-Problematik, über die wir Erdkundelehrer im Erdkundeunterricht schon seit vielen Jahren unbeachtet berichteten, stellt da sicher nur die Spitze des Eisberges der Folgen des „Anthropozäns“ dar.
- nachhaltige Bildung bzw. nachhaltiges Lernen als Befähigung der nächsten Generation mit dem von uns aufgebürdeten „Rucksack“ erfolgreich und konstruktiv handelnd umgehen zu können,
- Reduktion von Ressourcenverbrauch
WIR haben nur diese EINE Erde. Die (großräumige) Zerstörung von (komplexen) Ökosystemen ist irreversibel.
Merken Sie an Freitagen, dass viele Schüler/-innen wegen „Fridays for Future“ Demonstrationen mitmachen?
Ich nehme das medial und auch in der Schule deutlich wahr. Auch mein großer Sohn nimmt an den Demonstrationen teil.
Haben Sie einen Leitsatz oder eine Vision, die Sie den Schülern/-innen zu dem Thema mit auf den Weg geben möchten?
„Nachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“
(Quelle: „Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung“, 1987)
Was unternehmen Sie selber bereits für den Klimaschutz/Umweltschutz?
Das fängt z. B. im privaten Bereich an: Wir bauten ein energieeffizientes Haus mit Solarthermie und wassersparenden Wasserhähnen usw., besitzen nur ein Auto aber fünf Fahrräder, nutzen dienstlich möglichst die Bahn und vermeiden private Flüge, fahren im Sommer-Urlaub (mit dem PKW) in ein nachhaltiges Hotel, gehen im Harz Skilanglaufen – fahren nicht in die Alpen zum alpinen Skifahren oder Rodeln, kaufen regional-nachhaltige Produkte, trennen Müll, versuchen den Ressourcenverbrauch zu verringern indem wir Einweg-Verpackungen vermeiden, mähen den Rasen ganz ohne Mähroboter und deutlich seltener, haben im Garten einen noch weiter auszubauenden Insekten-Bereich, beleuchten unseren Garten nicht in der Dunkelheit. In den Bereichen Konsum bzw. Online-Versandhandel und Textilprodukte werden zukünftige „Baustellen“ hinsichtlich nachhaltigem Handeln in unserem Hause liegen.
Nicht zuletzt engagiere ich mich auch in meinem Beruf intensiv in der Auseinandersetzung mit und Bewältigung der Problematik von Umwelt und Nachhaltigkeit.




























