Donnerstag, 12. Juli 2012

Genauer hingeschaut bei: H&M

"Traue dich, du selbst zu sein“ - ein Werbeslogan von H&M. Doch was ist da wirklich dran? Joelle Finette und Lisa Simon haben sich im Rahmen der Fair-Trade-AG mit H&M beschäftigt
 
Ein ehemaliger Mitarbeiter erzählt, dass all diese Werbeslogans nicht wahr sind: „wenn du bleibst, wie du bist, hast du verloren, außer man ist jemand, der sich alles gefallen lässt“.
H&M hat den Anspruch, ein guter Arbeitgeber zu sein, aber warum sind hunderte Arbeiter in kambodschanischen Betrieben, die Produkte für H&M herstellen, zusammengebrochen? Sie klagten über einen komischen Geruch. Anscheinend muss jeder „arbeiten bis zum Umfallen“.
H&M dagegen meint, die Mitarbeiter gerecht zu entlohnen, gute Arbeitszeiten zu garantieren, und es solle Gewerkschaftsfreiheit geben. Trotzdem fragt man sich, warum H&M keine konkreten Aussagen dazu macht. Alles, was in dem Bericht „Arbeitsbedingungen“(http://about.hm.com/de, Arbeiten bei H&M) geschrieben wurde, sagt nicht aus, dass es auch wirklich so ist.
Ein Beispiel: „Das gesamte Unternehmen soll von einer grundlegenden Achtung für jeden Einzelnen geprägt sein“. Ehemalige Arbeiter berichten, dass sie nicht gerecht entlohnt wurden, dies stellt einen Widerspruch zu der Äußerung von H&M dar.
Es wird auch berichtet, dass Mitarbeitern alle Türen offen stünden, doch es bleibt bei Klamotten aufbügeln, Kartons schleppen und Kleider auf Bügel hängen. Ist das eine Zukunft? Nein, zumal man immer flexibel sein muss, um auf Abruf arbeiten zu können. Somit ist ein weiterer Job nicht planbar. Zudem kommt noch, dass H&M vorgeworfen wird, seine Mitarbeiter auszubeuten, und es wird auch über Kinderarbeit bei der Herstellung spekuliert. Doch H&M weist alles von sich und legt einen Nachhaltigkeitsbericht vor, in dem nichts von alledem steht.


Wie kommt es, dass ein T-Shirt nur 4,95€ kostet?
  • Produktionskosten: 1,35 Euro (davon Rohstoffkosten: 0,40 Euro)
  • Frachtkosten: 0,06 Euro
  • Lohn-, Verwaltungs-, Miet- und Nebenkosten: 2,10 Euro
  • Gesamtkosten: 3,51 Euro
Zieht man von 4,95 Euro die Mehrwertsteuer ab, dann bleiben 4,16 Euro Nettopreis. Der Gewinn pro Shirt liegt also bei etwa 0,65 Euro.
Da so viele Menschen dieses T-Shirt kaufen, rentiert sich der günstige Preis.


Quellen:

Mittwoch, 11. Juli 2012

Spannend und lustig: Hanni und Nanni 2

Svenja-Felicita Bendfeldt hat sich die Fortsetzung der Verfilmung von Enid Blytons Jugendbuchklassiker angesehen

Als ein neues Schuljahr beginnt, fahren die Zwillinge mit ihrer Cousine Lilly nach Lindenhof. Es scheint alles in Ordnung, doch was die Zwillinge nicht wissen, ist, dass sich in der Zwischenzeit ihre Eltern getrennt haben. Außerdem erzählt ihnen eine Freundin, das dieses Jahr eine echte Prinzessin nach Lindenhof kommen soll! Ihre Cousine Lilly vermutet, dass es Daniela ist, die mit Chauffeur und viel rosa Gepäck auftaucht. Außerdem übernimmt die Französischlehrerin für kurze Zeit die Schulleitung, da die Direktorin wegen einer Familienangelegenheit kurz weg muss, was in Chaos ausartet.
Es wird sehr spannend, als Nanni entführt wird, da jemand die Prinzessin entführen will und Hanni wichtige Beweismaterialien sieht und weg muss. Doch die Entführer haben sich getäuscht, denn sie haben ja Nanni entführt, die nichts weiß.
Doch am Ende wird alles gut, und es gibt ein großes Fest mit der Sängerin Lafee, und die Eltern der Zwillinge vertragen sich auch wieder.
Ich persönlich fand den Film spannend und lustig, ich würde ihm aber nur die Note 2+ geben, da es manchmal eher um nebensächliche Dinge geht.


Hauptdarsteller: Jana Münster, Sophia Münster, Heino Ferch
Deutschland 2012
Laufzeit: 90 Min.
FSK: ohne Altersbeschränkung
Regie: Julia von Heinz

Toiletten der Außenstelle?

Sieht nicht gut aus! Das meinen auch einige Schüler aus anderen Klassen. Karolina Kownacka und Rebecca Rugo berichten

Isabell, 11, 6d: „Eklig! Die Türen haben eine widerliche Farbe. Und in den Ecken sind immer irgendwelche Spinnenweben!“
 Sarah, 12, 6e: „Ekelig! Schmutzig und so dreckig!“
Carlos, 12, 6e: „Sche***! Größere Toiletten wären besser!“



Wir glauben, dass keiner die Toiletten mag, und haben deshalb Herrn Bormann, den Leiter der Außenstelle, zu diesem Thema befragt:

WGtarier:
Wie finden sie die Schülertoiletten?

Herr Bormann: Furchtbar, schrecklich, widerlich. Natürlich machen das die Lehrer nicht. Ich kann mir das nicht vorstellen, wie die Schüler das schaffen können.

WGtarier: Was meinen Sie zu dem Verhalten der Schüler auf den Toiletten?

Herr Bormann: Die meisten verhalten sich eigentlich ganz okay, doch ein kleiner Teil der Schüler meint, das sie deswegen vielleicht „cool“ sind. Wenn sie allein sind, dann tun sie auch solche Dinge.

WGtarier: Was würden sie verändern, damit es nicht so dreckig wird?

Herr Bormann: Vielleicht werden die Toiletten bald renoviert. Die Eltern sollten mit den Kindern reden und erklären, wie man sich verhalten soll.

Vielleicht werden die Toiletten bald erneuert. Wir hoffen,dass die Kinder, die immer die Toiletten beschmutzen, es endlich verstanden haben, dass das nicht schön ist
. Es ist einfach nur gemein für die anderen Mitschüler.

Freitag, 6. Juli 2012

Widersteh den Mächtigen: Antigone

Friederike Steifensand über das Engagement von WG-Schülern für Sophokles’ Widerstandsklassiker
In der Aula herrscht Stille, als das Klavier unter der Hand Tizian Raschpichlers erklingt. Am 5. Juni zeigte der Theaterkurs unter der Leitung von Sören Conrad in der Aula des WG seine Interpretation der „Antigone“ von Sophokles. Von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt wie Jutta Paul, Robin Heydenreich und Anette Feldmann genoss die altsprachliche Schülerschaft mit großer Begeisterung die professionelle und bis ins Detail durchdachte Umsetzung des Mythos.
In der Tragödie Sophokles’ „Antigone“ wird die Antinomie zweier gleichberechtigter Prinzipien, die Verletzung des Rechtes des Staates und der Familie/des Göttlichen, dargestellt. Polyneikes, der Bruder Antigones bleibt unbestattet am Ort des Zweikampfes mit seinem gleichfalls getöteten Bruder Eteokles liegen. Dennoch begräbt ihn Antigone (gespielt von Anna Krause, 11. Jg.) alleine, ohne die erbetene Hilfe ihrer Schwester Ismene (Vanessa Niemitz, 10. Jg). Auf Befehl Kreons legt man den toten Körper wieder frei, und bei einem Wiederholungsversuch wird die Täterin gestellt. Kreon (Benjamin Diethelm, 11. Jg.) verurteilt Antigone zum Tode. Eindrucksvoll ist an dieser Stelle die theatralische Leistung: die trotzige und dennoch hochmütige Antigone, überzeugt von ihrer Auffassung, das göttliche Gesetz über das des Staates anzusehen gegen den ebenfalls hochmütigen und von sich und seinen Gesetzten überzeugten Kreon.
Das Zusammenstoßen dieser ähnlichen und doch so unterschiedlichen Charaktere wurde sehr gut von den Akteuren interpretiert und dargestellt. Antigones Verlobter, Kreons Sohn Haimon (York Steifensand, 11. Jg.), versucht vergeblich, den Vater zur Zurücknahme seines Richterspruches zu bewegen. Man führt Antigone zur Hinrichtung in ein Felsengrab. Der blinde Seher Teresias (Jens-Erik Möhle, Abitur 2012) versucht, Kreon zur Besinnung zu bringen, doch dies gelingt ihm erst mit der Prophezeiung unvermeidlichen Unglücks. Kreon will nun eigenhändig Antigone befreien und Polyneikes bestatten. Sein Entschluss kommt jedoch zu spät. Antigone hat sich in der Grabkammer erhängt, und Haimon hat sich an ihrer Seite entleibt.
Herausragendes schauspielerisches Talent und tolles Engagement bewiesen mit großer Begeisterung: Arne Hilgendag (11. Jg.) als Wächter, Franziska Bormann und Mailin Hadamke (beide 11. Jg.) als die Weisen und Cedrik Schiebe (11. Jg.) als Souffleur.
Und wieder einmal zeigte sich, dass ein antikes Theaterstück noch immer zeitgemäß ist, beispielsweise an den politischen Problemen einer Diktatur (Kreons Herrschaft) oder der Emanzipation der Frau (Antigone).

Die Darsteller (von links nach rechts): Cedrik Schiebe, Anna Krause, Benjamin Diethelm, York Steifensand, Arne Hilgendag, Jens-Erik Möhle, Vanessa Niemitz, Mailin Hadamke, Franziska Bormann mit Spielleiter Sören Conrad

Donnerstag, 5. Juli 2012

Alles Manga oder was?

Jeder hat bestimmt schon einen Manga-Comic gesehen. Karolina Kownacka erklärt, was Manga eigentlich ist, und Alina Appel hat für uns die Manga-AG besucht.
Das Wort Manga kommt aus dem Japanischen und bedeutet „schnell gezeichnete Karikatur“. Heutzutage benutzt man den Begriff für japanische Comics, die in Japan massenweise Fans haben und hauptsächlich von Jugendlichen gelesen werden. Sie werden schwarz-weiß oder farbig in Taschenbuchform gedruckt und – wie alle japanischen Bücher – von rechts nach links gelesen. Typische Merkmale der Mangas sind große Augen und die Anwendung des Kindchenschemas, d. h. die Proportionen werden „verniedlicht“. Einige Mangas werden verfilmt, und es entstehen Serien, die „Anime“ genannt werden (abgeleitet von „animierten Serien“). Die ersten Mangas entstanden in der späten Edo-Zeit (1603-1868) und waren kleine Skizzen, die in insgesamt 15 Bänden veröffentlicht wurden, und kurze Geschichten, die nicht zusammenhängend waren erzählten. Der erste Manga, so wie wir ihn kennen, wurde von Osamu Tezuka gezeichnet, einem Künstler, der noch heute als „Manga no Kami-Sama“ (Manga-Gott) gilt. Sein bekanntestes Werk ist „Astro Boy“. Es gibt viele Fans, die ganze Reihen von Taschenbüchern bei sich zu Hause haben, oftmals mehrere Teile einer Serie. Einige kaufen oder nähen sich ihr eigenes „Cosplay“ (von: costume play). Sie verkleiden sich wie ihr Lieblingsheld aus einem Manga/Anime und verhalten sich auch entsprechend wie dieser. Es gibt regelmäßig Treffen, auf denen sich die Cosplayer treffen können und viele Fanartikel und neue Freunde finden können
 
In der Manga-AG lernt man Mangas zu zeichnen und auch aus Manga Comics sie abzuzeichnen. Als ich dort war, haben wir Manga-Comics bekommen, und die AG-Teilnehmer zeichneten manche Szenen ab. So auch Karolina, die in der AG Mitglied ist. Ich bin herumgegangen und habe zugeschaut, wie gezeichnet wurde. Oder ich habe sie selbst angeschaut und gelesen. Außerdem werden Manga-Comics rückwärts gelesen. Also von rechts nach links. Die Manga-AG ist im Vergleich zu anderen AGs sehr still, das liegt daran, dass dort eben nur gezeichnet wird. Die AG ist etwas für alle, die Spaß am Zeichnen haben, Stille und Mangas mögen. Die AG-Leiter sind ausschließlich Schüler (derzeit: Nour Jamshidi, Klasse 10), denn ich glaube nicht, dass Lehrer so etwas zeichnen können.

Zwei Mangas von Lisa Etzold, die die Manga-AG bis zum letzten Jahr geleitet hat. Mehr Mangas von Lisa gibt es hier.
 

Donnerstag, 14. Juni 2012

Die letzte Wächterin

Ein Muss für Fantasy-Fans. Yana Solodova hat „Die letzte Wächterin“ von Carina Bargmann gelesen
Carina Bargmanns zweites Buch „Die letzte Wächterin“ (nach „Sayuri“ von 2010) spielt in der heutigen Zeit, doch die Welt ist in zwei „Welten“ geteilt: in die Schattenwelt, die die Vergangenheit der anderen Welt spiegelt, und die Lichtwelt, diese wiederum in drei „Ebenen“ (Zwergenwelt, Elfenwelt und Menschenwelt).
Es geht in diesem Buch um die Wächterin Lea, die erst nach sechzehn Jahren von den anderen Wächterinnen gefunden wird und in einer Verschwörung gegen den Senat und die Wächter landet. Ihre Schwester Mia wird als recht normales Mädchen mit hinein gezogen. Mia wird von einem Bewohner der Schattenwelt gerettet, kommt mit zu ihm und erfährt viel über den Zeitstrom, die Ebenen, die Wächterinnen und eine Verschwörung gegen Lea und die Elfischen Wächter. Sie beschließt, Lea zu retten.
Lea rettet inzwischen einen Verbannten des Senats, Devanon. Mia findet heraus, warum Lea nicht gefunden werden konnte und wer die Verschwörung angefangen hat. Am Ende ...
Es ist ein guter Fantasy-Roman, der Carina Bargmann wieder viele Fans einbringen wird. Mir gefällt der Roman, weil er von der Freundschaft zwischen zwei verschiedenen Wesen und dem Konflikt um ein zu lüftendes Geheimnis handelt. Fantasy-Fans sollten dieses Buch lesen.

Carina Bargmann, Jahrgang 1991, hat schon als Zehnjährige mit dem Schreiben angefangen. Mit fünfzehn hatte sie bereits zwei große Fantasyromane verfasst und wurde wenig später als Nachwuchstalent entdeckt. Neben dem Schreiben interessiert sie sich für asiatische Kultur. (Quelle: http://www.arena-verlag.de/helden/carina-bargmann)
Carina Bargmann machte 2011 am Wilhelm-Gymnasium ihr Abitur und studiert Psychologie in Bremen.
















Preis: 16,99 Euro
Arena Verlag (2012)
392 Seiten (gebunden)
ab 11 Jahren

Montag, 11. Juni 2012

Von wegen tote Sprache!

Adrian Döring berichtet vom sehr vitalen Griechisch-Vorlesewettbewerb am WG. 
 Am fünften Juni 2012 fand in der Aula des Wilhelm-Gymnasiums der 2. Griechisch-Vorlesewettbewerb statt. Doch in diesem Jahr gab es ein Novum! Zum ersten Mal war auch eine andere Schule beteiligt: das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium aus Hannover.
Auf der mit Säulennachbildungen und Vasen dekorierten Bühne wurde, nach einer musikalischen Einleitung von Tizian Raschpichler, zuerst von den Jahrgangszweitbesten ein Überblick und dann eine deutsche Übersetzung des zu lesenden Textes vorgestellt. Dann traten die Jahrgangsbesten der beiden Schulen gegeneinander an. In der Jahrgangsstufe 7, wo es um Herakles, der sich an der Weggabelung zwischen Laster und Tugend entscheiden muss, ging, waren dies Leonard Meschter vom Wilhelm-Gymnasium und Samuel Sonderhoff vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium. Wobei Leonard Meschter durch das Lesen mit verstellten Stimmen eine weitere Dimension in den Vortrag brachte, die der Aufmerksamkeit für den Text allerdings manchmal abträglich war.
Im achten Jahrgang traten Lukas Diethelm (WG) und Katharina Kudravzev (KWRG) gegeneinander an. Sie lasen die Szene aus den Irrfahrten des Odysseus, wo der seines Augenlichts beraubte Kyklop Polyphem erkennt, dass ihn „Niemand“ betrogen hat.
Im Jahrgang 9 wurde von Stefanie Leonhard (WG) und Fiona Klenke (KWRG) Herodot gelesen. Nun stand die Jury vor einer schweren Entscheidung, da alle Teilnehmer sehr überzeugende Leistungen gebracht und sehr flüssig gelesen hatten.

Mit ihrer Lesung eines Texts von Herodot belegte
Stefanie Leonhard vom WG den 1. Platz in Jahrgang 9
Um die Zeit bis zur Jury-Entscheidung zu überbrücken, animierte Frau Thiele die Zuschauer zu einem griechischen Volkstanz. Auf der leer geräumten Bühne bildeten dann circa drei Dutzend Schüler und Lehrer einen Kreis, um diesen Rundtanz zu tanzen. Allerdings wurde der Kreis immer enger, und der Tanz musste aufgrund des allgemeinen Gewühls beendet werden. Später gab es noch die Gelegenheit, einen Sirtaki zu tanzen, bis schließlich die Jury wieder erschien und ihre Entscheidung verkündete.
Im siebenten Jahrgang war Samuel Sonderhoff der glückliche Gewinner, während im achten Jahrgang Katharina Kudravzev (alle KWRG) vor Lukas Diethelm (WG) den ersten Platz belegte. Nur in Jahrgang 9 konnte das WG einen Erfolg vorweisen, wenn man von der allgemein gelungenen Veranstaltung absieht, da hier Stefanie Leonhard den Sieg davontrug. Die Jury betonte allerdings, dass die Entscheidungen denkbar knapp ausgefallen waren – was auch für die Entscheidung über den Gesamtsieg gilt, den Samuel Sonderhoff davontrug.
In seiner Rede gab der Juryvorsitzende Robert Gieseler freimütig zu, dass er in diesem Alter nicht zu solchen Leistungen fähig gewesen wäre.
Nach der Siegerehrung gab es die Gelegenheit, sich an dem von Eltern bereitgestellten Buffet zu laben. Außerdem konnte man Holzschnitte erwerben, die von Herrn Heydenreichs Kunstklassen zu Sophokles' „Antigone“ erstellt worden waren.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Das Haus der Krokodile

„Haus des Grauens“ würde besser passen. Svenja Bendfeldt und Paula Ebner haben sich den Film „Das Haus der Krokodile“ angesehen.
 
Viktor zieht mit seiner Familie in die alte Wohnung seines Onkels. Kurz nach dem Einzug wollen die Eltern verreisen. Viktor bleibt mit seinen Schwestern Cora und Louise zurück. In einem Geheimfach findet er ein altes Tagebuch. Das von einem vor 40 Jahren gestorbenen Mädchens – seiner Großcousine. Allerdings ist das Tagebuch nicht beschriftet, sondern bemalt. In dem Tagebuch befindet sich ein Rätsel. Viktor versucht es zu lösen und gerät dabei nicht nur einmal in große Gefahr.

Der Film ist sehr spannend. Viktor hört z. B. Geräusche und sieht im Spiegel einen Einbrecher. Beim ersten Mal entwischt er; beim zweiten Mal schiebt sich die Hand des Einbrechers aus dem Wandteppich; beim dritten Mal ... – „Haus des Grauens“ würde als Titel besser passen.

Aber der Film ist auch sehr traurig, da der Tod von Cäcilie Laroche sehr detailliert und anschaulich dargestellt und beschrieben wird.

Der Film ist übrigens schon einmal als Serie verfilmt worden. Den Jungen, der damals Viktor gespielt hat, sieht man heute als Vater von Viktor (gespielt von Tommy Ohrner).

Regie: Cyrill Boss
Darsteller (u. a.): Kristo Ferkic als Viktor Laroche, Joanna Ferkic als Cora Laroche, Vjessna Ferkic als Louise Laroche, Elena Oechner als Cäcilie Laroche.
Deutschland 2012
Laufzeit: 90 Min
FSK: ab 6 Jahren (wir meinen, besser wäre ab 12)

Donnerstag, 31. Mai 2012

Los, Los! Esst, Esst: Singha

Der WGtarier testet – nicht nur vegetarisch. 

Zielgruppe: Hungernde Schüler
Testobjekt: Imbisse, Bistros, Cafés
Zeit: 45 min (inklusive Fußweg, Bestellen, Essen …)
Budget: 3€

Heute: Singha – Singapure Food
(Am Magnitor 6, Braunschweig)
 
Der winzige singapurische Imbiss gleich am Eingang des Magniviertels punktet mit einem exotischen Ambiente, das einen den stressigen Schulalltag vergessen lässt. Das Essen ist kräftig und ungewöhnlich gewürzt, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist, uns aber sehr gut gefallen hat. Leider sind die Gerichte, die man für weniger als 3 € bekommt (etwa die Reispfanne) etwas eintönig. Dafür sind die Portionen so sättigend, dass niemand befürchten muss, nicht satt zu werden. Wir empfehlen euch daher, zu zweit ein etwas aufwendigeres Essen zu wählen und dieses zu teilen, dann werdet ihr immer noch satt, und es ist deutlich abwechslungsreicher.


Preis-Leistungs-Verhältnis: *****
Geschmack: ***
Ambiente: ****
Gesamteindruck: ***

www.singha-food.de
Vera Neef und Linda Fliss



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Donnerstag, 10. Mai 2012

Los, Los! Esst, Esst: Crêperie

Der WGtarier testet – nicht nur vegetarisch. 

Zielgruppe: Hungernde Schüler
Testobjekt: Imbisse, Bistros, Cafés
Zeit: 45 min (inklusive Fußweg, Bestellen, Essen …)
Budget: 3€

Heute: Crêperie
(Ölschlägern 17, Braunschweig)

Die kleine Crêperie gleich gegenüber der Magnikirche bietet eine große Auswahl an Crêpes in vielen verschiedenen Variationen, sowohl süße (ab 1,50€) als auch herzhafte (ab 3€). Die Räumlichkeit ist recht klein mit einigen kleinen Tischen darin und zarten aufgemalten Ornamenten auf Decke und Wänden. Dieses Ambiente wird vervollständigt durch dezente, aber wohl bekannte Musik im Hintergrund. Allerdings kommt man auch schnell über 3€, wenn man wirklich satt werden möchte. Alles in allem eine nette Gelegenheit für die Mittagspause.


Preis-Leistungs-Verhältnis: ***
Geschmack: ****
Ambiente: *****
Gesamteindruck: ****

Vera Neef und Linda Fliss



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Donnerstag, 19. April 2012

Möge das Glück euch immer hold sein!

Pünktlich zu Beginn der Osterferien ist einer der meist erwarteten Filme 2012 angelaufen: „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“. Tim Kneisel ist der Frage nachgegangen, ob der Hype berechtigt ist.
„Die Tribute von Panem“ spielt in einer postapokalyptischen Zukunft. Panem ist ein Land auf dem heutigen Gebiet der USA, das in zwölf Distrikte aufgeteilt ist. Jeder dieser Distrikte hat ein Spezialgebiet wie Industrie, Technologie oder Landwirtschaft und beliefert das Kapitol, in dem die Elite lebt. Um die Distrikte an einen verlorenen Freiheitskrieg zu erinnern, werden jedes Jahr in jedem Distrikt zwei Jugendliche ausgelost, die in einem mehrtägigen Kampf um Leben und Tod in der Wildnis gegeneinander antreten müssen. Diese sogenannten Hungerspiele werden live im Fernsehen übertragen, damit sich die Bewohner des Kapitols daran ergötzen können und die Bewohner der Distrikte nicht den Mut aufbringen können, eine weitere Revolution zu starten. Die Hauptfigur der Geschichte ist Katniss Everdeen, die sich als Tribut freiwillig meldet, als ihre kleine Schwester ausgelost wird, und ihr das Versprechen gibt, die Spiele für sie zu gewinnen.
Gemäß der Handlung und der Buchvorlage konzentriert sich der Film stark auf die Charaktere. Damit dies gelingt, braucht man natürlich gute Darsteller, von denen es hier glücklicherweise genug gibt. Alle Nebenrollen und Tribute sind passend besetzt und überzeugen, auch wenn man oft nicht viel von ihnen sieht. Stanley Tucci als herrlich überdrehter Moderator und Wes Bentley als kalkulierender Regisseur der Hungerspiele liefern hervorragende Leistungen ab. Auch Donald Sutherland als Präsident des Unrechtsstaates spielt gut, wird allerdings erst in den kommenden zwei Teilen mehr davon zeigen können. Nur der desillusionierte Trainer der Tribute, der jedes Jahr erneut Jugendliche auf ihren Tod vorbereiten muss, überzeugt zu Beginn nicht ganz, auch wenn das vermutlich teilweise an der deutschen Synchronisation liegt. Aber am wichtigsten ist in dieser Handlung natürlich die Hauptrolle, gespielt von Jennifer Lawrence. Sie zeigt mehr als deutlich, warum sie bereits für einen Oscar nominiert war (2011 für Winter’s Bone) und mehrere internationale Nachwuchspreise gewonnen hat. Sowohl in den Actionszenen als auch in den sanften Momenten spielt sie ihre Rolle überzeugend und mitreißend.
Regie, Kamera und Schnitt tun ihr Übriges, um die Atmosphäre zu unterstreichen. Zu Beginn wird leider etwas zu stark von verwackelter Handkamera Gebrauch gemacht, was recht nervig ist, später aber wird dieses Stilmittel besser verwendet und vermittelt das Chaos in der Arena an die Zuschauer. Der Soundtrack begleitet die Handlung und die Gefühlswelt der Protagonistin, fällt aber als eigenes Werk nicht unbedingt auf, wohingegen der Tonschnitt stellenweise die Atmosphäre des Filmes so gut transportiert, dass eine Oscarnominierung in dieser Kategorie nicht überraschen würde.
Bemerkenswert ist, dass es sich bei „Die Tribute von Panem“ auch um eine außergewöhnlich gute Buchverfilmung handelt. Es gibt selbstverständlich Änderungen, die nötig sind, um die Geschichte in einem anderen Medium zu erzählen (zum Beispiel wird uns der Regieraum der Spiele gezeigt und wir sehen ab und zu die Reaktionen der Zuschauer in den Distrikten), aber diese sind immer nachvollziehbar und gut geschrieben und durchdacht. Kürzungen fallen kaum auf und auch Kinogänger, die das Buch nicht gelesen haben, können die Handlung nachvollziehen.
Man kann „Die Tribute von Panem“ schon jetzt als einen der besten Filme dieses Jahres bezeichnen. Er zeigt in jeder Sekunde, dass er den immer wieder vorkommenden Vergleich mit Twilight nicht verdient, denn selbst die Fans dieser Filmreihe werden zugeben, dass es sich dabei im Vergleich zur Panem-Reihe um eine recht flache Liebesgeschichte handelt. „Die Tribute von Panem“ hat bereits den Rekord für die höchsten Einnahmen einer Nicht-Fortsetzung aus Mitternachtspremieren eingefahren und die Verfilmung der beiden weiteren Teile ist so gut wie sicher.

Länge: 142 Minuten

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Mittwoch, 7. März 2012

„Keiner geht verloren!“ Impressionen vom Tag der offenen Tür - Einblicke ins WG

Wieder einmal stand am Wilhelm Gymnasium der Tag der offenen Tür ins Haus. Eine Veranstaltung von enormer Wichtigkeit für unsere Schule. Und auch in diesem Jahr erwartete die sehr zahlreich erschienenen Besucher ein buntes Programm. Von Adrian Döring.
Wegen des großen Andrangs war die Organisation eine echte Mammutaufgabe, die aber zur Zufriedenheit aller gelöst werden konnte. Wie in den letzten Jahren wurden auch diesmal Kinder und Eltern getrennt mit Informationen versorgt.
Den Mittelpunkt des Infoprogramms für die Eltern bildete die Rede des Schulleiters Gerhard Thamm van Balen in der Aula, die zweimal, um 18 und 19 Uhr, stattfand. In dieser 50-minütigen Rede ging er auf die Struktur und Ziele der Schulausbildung am WG ein und zitierte dazu mehrfach aus dem Leitbild der Schule, um den Eltern das Konzept des Wilhelm-Gymnasiums zu verdeutlichen. Er erwähnte dabei auch die gute Ausstattung der Schule und ging auf die Erfolge des Wilhelm-Gymnasiums ein, das einer Meinung nach sehr gute Zahlen vorweisenkann. Von 160 Abiturienten, so Thamm van Balen, hätten 157 die Hochschulreife und drei eine sehr gute Fachhochschulreife erlangt.  
Doch er stand an diesem Abend nicht allein auf der Bühne, sondern hatte sich Verstärkung geholt: in Gestalt von Frau Sabine Campe, die an diesem Abend den Schulelternrat als Bindeglied zwischen Schülern und Lehrkörper vorstellte, von Markus Wabbelals Vertreter des Fördervereins und von Arne Hildendag und Dennis Fila als Vertretung der Schülergremien des Wilhelm-Gymnasiums.
Anhand von Bildern, die auf der Skifreizeit aufgenommen wurden, erklärte Thamm van Bahlen das Konzept und den „Lebensweg“, der die Schüler am Wilhelm-Gymnasium erwartet. Er verglich den Lernprozess sehr anschaulich mit dem Skifahren lernen.
Auch hob er das sehr enge „Miteinander“ von Schülern, Lehrern und Eltern hervor sowiedie besondere Solidarität der Schüler untereinander. „Es geht keiner verloren!“, sagte Thamm van Balen. Er stellte zudem das neue Projekt „Chorklasse“ vor und ließ es sich nicht nehmen, die komplette Liste der Arbeitsgemeinschaften an die Aulawand zuprojizieren, weniger zu informativen Zwecken, denn es waren so viele, dass man sie aus dem hinteren Teil der Aula schon nicht mehr erkennen konnte, sondern um den Besuchern die Vielfalt der Arbeitsgemeinschaften vor Augen zu führen. Abschließend erwähnte er, dass es durch die Kooperation mit der Gausschule das größte Oberstufen-Kursangebot in Braunschweig gebe.
Eingerahmt wurde die Rede durch Musikbeiträge von Henrike Moorman an der Orgel und Tizian Raschpichler am Flügel.
Doch auch außerhalb der Aula wurde viel geboten: 
In den Chemieräumen durften die Kinder einigen zum Teil spektakulären Showexperimenten beiwohnen, bei denen zum Beispiel ein Gummibärchen mit einer enormen Leuchtkraft im „Badesalz“ im wahrsten Sinne des Wortes „Baden“ ging. Außerdem wurden in Stickstoff gehaltene Blumen an der Tischkante zerschlagen oder eine Flüssigkeit wechselte auf unerklärliche Weise die Farbe. Doch die Experimente, die die Kinder zu fesseln schienen, wurden nicht von den Lehrern, sondern von einigen Schülern ausgeführt.
Auch im Fachbereich Physik wurden Experimente von Jugendlichen für Kinder präsentiert. Es wurde das Implodieren einer mit Wasser gefüllten Getränkedose durch Erhitzen und schlagartiges Abkühlen gezeigt und anschließend erklärt.
Im Erdkunderaum konnten sich die jungen Besucher über den Klimawandel und den Treibhauseffekt informieren.
Im Biologieraum erklärte Janine Heider anhand einer Puppe die Mund-zu-Mund-Beatmung, während andere Kinder den menschlichen Körper im Modell auseinandernehmen durften.
Vor allem der Raum, in dem sich die alten Sprachen vorstellten, war sehr stark frequentiert. Die Kinder konnten dort eine römische Schriftrolle basteln oder als Einführung in das griechische Alphabet ihren Namen auf Tonscherben schreiben. Natürlich gab es noch sehr viele andere Aktionen, über die zu berichten es wert gewesen wäre. Doch das würde den Rahmen dieses Berichts sprengen.
Insgesamt konnte das Wilhelm-Gymnasium mit seinem vollen Haus durchaus zufrieden sein und kann sich sicherlich auf gute Anmeldezahlen freuen. Die Besucher bewerteten, soweit sich erfahren ließ, die Gesamtpräsentation jedenfalls als gut.
Man kann nur allen danken, die sich in irgendeiner Form in diese Veranstaltung eingebracht haben.

Dienstag, 28. Februar 2012

Spannung, Spaß und Schummelei

Am 20. Februar fand das Rosenmontagsturnier statt, das die SV jährlich für die 5. und 6. Klassen organisiert. Unsere Autorin Alina Appel war da und berichtet für uns.
Spannende Spiele, Spaß und tolle Kostüme als Zwerg oder als Fußballfan bekam man am Rosenmontag in der Sporthalle der Außenstelle zu sehen. Hier wurde angefeuert und gejubelt, aber auch geschrieen, wenn ein Gegner mal unfair spielte. Und damit das nicht passierte, passten drei Schüler aus den höheren Jahrgängen auf und spielten Schiedsrichter. Aber trotz der Schiedsrichter wurde geschummelt.
Am Ende gewann die Klasse 6d mit drei Siegen, und die 6c wurde, ebenfalls mit drei Siegen, Zweiter. Die 6a wurde Dritter mit zwei Siegen, und die 6e wurde mit einem Sieg Vierter. Auf den letzten Platz kam die Klasse 6b, die leider keinen Sieg davontrug. Dafür gewann die Klasse 6b den Kostümwettbewerb mit einem Jungen-/Mädchen-Rollentausch.

Das sagen die Beteiligten:
Herr Upit, Klassenlehrer 6d: ,,Ich finde es gut, dass die Schüler die Möglichkeit haben, Spaß zu haben und an einem Wettbewerb teil zunehmen. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass sich viele bei den Verkleidungen Mühe gegeben haben und dazu beitragen, dass es unvergessliche 90 Minuten werden und dass eine tolle Stimmung hochkommt, sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern. Ich finde außerdem, dass sowohl alle Kostüme als auch alle Ideen gut sind.“
Judith Rakebrand, 6d: ,,Ich finde es gut, aber auch unnötig, da ich sowohl unser Kostümmotto („Aufbrezeln“) als auch das Verkleiden allgemein nicht so sehr mag. Außerdem schummelt die 6c.“
Paula Franziska Ebner, 5a: ,,Ich fand es sehr gut; aber unfair, dass manche Klassen geschummelt haben und dass die 5d gewonnen hat und nicht die 5b.“


Samstag, 25. Februar 2012

Übersehen? – Diese Filme aus 2011 lohnen sich nachgeholt zu werden!


Das Kinojahr 2012 hat sich bereits warmgelaufen, die Golden Globes, die Goldene Kamera und die Oscars wurden verliehen. Tim Kneisel nutzt diese Gelegenheit und blickt zurück auf das Kinojahr 2011 und auf Filme, die bei den großen Preisverleihungen weniger große Beachtung bekommen, es aber trotzdem verdienen, nachgeholt zu werden.
Source Code
Der Hubschrauberpilot Colter Stevens (Jake Gyllenhal) wacht in einem Zug auf, einer Frau gegenübersitzend, die er nie zuvor gesehen hat. Völlig desorientiert sieht er sich um, versucht herauszufinden, wie er hergekommen ist – als der Zug mitsamt allen Fahrgästen durch eine Bombe in die Luft gesprengt wird. Stevens findet sich daraufhin in einer Kapsel wieder und ihm wird erzählt, dass er im Source Code sitzt, einem geheimen Militärprojekt, mit dessen Hilfe er die letzten Minuten des Lebens Verstorbenen nachempfinden kann. Er wird wieder und wieder in den Körper des gleichen Mannes geschickt, um Hinweise auf die Identität des Bombenlegers zu finden und weitere Anschläge zu verhindern. Dabei verliebt er sich in die Frau, die ihm gegenübersitzt, und versucht einen Weg zu finden, sie zu retten – aber ist das überhaupt möglich, wenn er doch nur geschehene Dinge nacherlebt?
Source Code beschäftigt sich mit Parallelwelten und erreicht dabei ein ähnliches Maß an Realitätszweifeln beim Publikum wie Matrix oder Inception. Der Film lockte vergleichsweise wenige Menschen in die Kinos, verdient aber eigentlich deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Planet der Affen: Prevolution
In einer Forschungseinrichtung führt der Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) auf der Suche nach einem Medikament gegen Alzheimer Tierversuche an Affen durch. Bei Caesar, einem Schimpansen, den er bei sich zu Hause aufzieht, zeigt das Medikament eine besonders starke Wirkung. Caesars Intelligenz steigert sich über das Normale hinaus. Als er entdeckt, wie die Menschen mit anderen Affen seiner Art umgehen, beginnt er, ihnen das Medikament zu verabreichen und eine Revolte der Affen gegen die Menschen anzuzetteln.
Der entscheidende Grund, sich diesen Film anzusehen, ist Andy Serkis, der die heimliche Hauptrolle im Film spielt, nämlich die des Schimpansen Caesar. Durch die Motion-Capture-Technologie, bei der das Schauspiel eines Menschen auf ein computergeneriertes Modell übertragen werden kann, erweckt Serkis die Rolle von Caesar genau so großartig zum Leben, wie er das bereits bei Gollum aus „Herr der Ringe“ und bei zahlreichen anderen Filmen getan hat. „Planet der Affen: Prevolution“ zeigt nicht zuletzt durch diese Technologie die Emotionen der Affen, ohne sie sprechen lassen zu müssen. So ist ein großartiger und sehr unterhaltsamer Science Fiction-Film entstanden.


Der ganz große Traum
„Der ganz große Traum“ erzählt die Geschichte der Einführung des Fußballs in Deutschland. Konrad Koch (Daniel Brühl) unterrichtet am Martino-Katharineum Englisch. Um den Zusammenhalt zwischen den Jungen seiner Klasse zu stärken, spielt er mit ihnen außerhalb der Unterrichtszeiten ein Spiel, das er bei seinem Aufenthalt in Großbritannien kennen gelernt hat. Bei den stark patriotisch geprägten Altphilologen stößt er mit dieser „englischen Krankheit“ allerdings nicht gerade auf Gegenliebe.
Auch für Nicht-Fußballfans ist „Der ganz große Traum“ ein unterhaltsamer und witziger Film. Er wurde in unserer Region gedreht und die schauspielerische Leistung – auch seitens der jüngeren Darsteller – ist sehr überzeugend. In der deutschen Filmlandschaft stellt der Film neben all den romantischen Komödien in jedem Fall eine willkommene Abwechslung dar.


Life in a Day
Produziert vom hochkarätigen Hollywood-Regisseur Ridley Scott und unter Regie von Kevin Macdonald ist „Life in a day“ ein einzigartiges Filmprojekt. Über YouTube wurden Menschen auf der ganzen Welt aufgefordert, am 24. Juli 2010 ihr Leben zu filmen. Von den Produktionsgeldern wurden auch in Ländern, deren Bevölkerung ärmer ist, den Menschen Kameras zur Verfügung gestellt, um das Leben auf der Erde umfassend abzudecken. Ein vielköpfiges Team hat das Material wochenlang gesichtet und dann zu einem Film zusammengefügt. In eineinhalb Stunden erleben wir einen Tag auf der Erde aus der Sicht von Menschen überall auf dem Planeten. „Life in a day“ kann kostenlos auf YouTube angesehen werden.



Die drei Musketiere
Dieser Film ist allein schon dadurch etwas Besonderes, dass er eine groß angelegte, mit internationalen Stars besetzte deutsche Actionfilmproduktion ist (unter anderem Logan Lerman aus Percy Jackson, Orlando Bloom aus Fluch der Karibik und Christoph Waltz aus Inglourious Basterds). Gedreht wurde ausschließlich in Deutschland, und doch sind selbst Szenen, die in Venedig spielen, glaubhaft gelungen. „Die drei Musketiere“ ist eine sehr freie und actionreiche Nacherzählung des Romans von Alexandre Dumas, und auch wenn sie stellenweise ziemlich übertreibt, wie zum Beispiel im Luftschiffkampf gegen Ende des Filmes oder bei einem Angriff auf den Tower of London, ist sie ein gelungener Actionfilm – denn gerade solche Übertreibungen machen dieses Genre ja unter anderem aus. Orlando Bloom darf auch mal eine böse Rolle spielen und schlägt sich nicht allzu schlecht, nur Christoph Waltz bleibt aufgrund seiner Rolle etwas hinter seinen Fähigkeiten zurück.

Sonntag, 8. Januar 2012

Leben oder Studieren? – Das ist hier die Frage

Laura Wittwer, Abi '09, schon zu Schulzeiten beim WGtarier engagiert, gewährt uns einen Einblick in ihr Studium.
Mit jeder Menge lebendiger Erinnerungen an gute, alte Zeiten, an gute, alte Freunde geht es für viele nach dem Abitur in die große, weite Welt – oder zumindest in eine andere Stadt. Man kommt in der neuen WG, vielleicht auch in der ersten eigenen Wohnung an. Man hängt sich Fotos auf mit denjenigen Menschen, mit denen man seit Jahren, teilweise Jahrzehnten seinen Schultag verbracht hat, mit denen man die ersten Partys gefeiert hat, auf Klassenfahrt, Studienfahrt und Abifahrt war, mit denen man, kurzum, sein Leben geteilt hat. – Und dann geht es aufgeregt und zumeist ein wenig wehmütig zurück in die Realität oder: ab zum Studieren.

Diejenigen, die nach dreizehn Jahren Schule mehr oder minder gleich in die nächste Bildungsinstitution gestolpert sind, packte Mitte Oktober meist ein ziemlich großer Schreck: Wie? Lernen? Jetzt, schon wieder? – oder Bachelor? Master? Module? Credit Points? Wahlbereich? Allgemeine Berufsqualifizierende Kompetenzen? Da ich mich bewusst für ein Fach entschieden habe, das mir viel Spaß machen wird, stellten sich mir vor allem die Fragen zweiter Kategorie. Zu sagen ist natürlich, dass sich Studienfächer enorm voneinander unterscheiden, geschweige denn Studienstandorte, sodass meine Erfahrungen wirklich sehr subjektiv sind: Ich habe 2009 mein Abitur am WG gemacht, bin gleich zum kommenden Wintersemester an die Universität Hamburg gegangen, um dort Germanistik und (im Nebenfach) Anglistik zu studieren. Mittlerweile bin ich also im fünften Semester, das ich allerdings nicht in Hamburg, sondern am University College in London verbringe.

Nur vorweg gesagt: „Studium“ als Synonym für „Freiheit“ gilt schon lange nicht mehr. So mögen Teile unserer Elterngeneration getrost gefühlte zwei Jahrzehnte studiert haben – schminkt es euch ab, willkommen in der supereffektiven und zeitlich gerafften Bachelor-Master-Welt.

Ich persönlich hatte mich auf literaturbegeisterte Kommilitonen gefreut, auf angeregte Diskussionen und auf viel, viel geistigen Input. Und es kam anders, – und ich sage nicht schlechter – nur anders, als ich es erwartet hatte. In der Orientierungseinheit, einer vorgelagerten Woche vor dem Studium, lernte ich viele meiner neuen Mitstudenten kennen. Und diese waren weniger literaturbegeistert als verhinderte Bewerber für „Medien- und Kommunikationswissenschaften“, die sich nicht anders zu helfen wussten, als ein verwandtes Fach zu nehmen, aber trotzdem später „irgendwas mit Medien“ machen möchten.

Auch die Sache mit dem geistigen Input und den angeregten Diskussionen kam anders als vermutet: Klausuren beispielsweise, wie ich sie aus meinem Deutsch-LK kannte, gab es nun nicht mehr. Klausuren hieß ab dann stumpfes Auswendiglernen von Reimschemata, Namen von Werken und Autoren, literaturwissenschaftlicher Terminologie – bar jeglicher Notwendigkeit. Nur nebenbei: Wir Bachelorstudenten nennen diese Lerntechnik „Bulimielernen“ – fein aufessen, was einem vorgesetzt wird, und es dann hübsch und pünktlich zur Klausur aufs Aufgabenblatt erbrechen. Vor meinem strikten Stundenplan-Baukasten-System mit Seminaren, Vorlesungen, Tutorien und Schlüsselkompetenzen in Modulen kam ich mir darüber hinaus weniger wie eine mündige Studentin vor als wie ein Kindergartenkind vor einem Legokasten. Inmitten all dieser skurrilen Erlebnisse in der Uni realisiert man dann auch früher oder später, dass – sofern man alleine wohnt – der Kühlschrank nicht von selbst einkaufen geht und auch die Wäsche nicht freiwillig in die Waschmaschine wandert. Man versucht (bestenfalls) Freunde zu finden, die neue Stadt zu erkunden – kurz ein neues Leben aufzubauen und dabei den Kontakt zum alten Leben zu halten.

In meinen Augen hat der Bachelor (zumindest für Geisteswissenschaftler) letztendlich weniger widrige Umstände beseitigt, als er sie neugeschaffen hat. Daher ist es wichtig, wie es viele Studenten tun, gegen das System aufzubegehren, Lösungsvorschläge zu erarbeiten, damit wieder in angemessenerem und pädagogisch sinnvollerem Rahmen studiert werden kann. Aber noch wichtiger ist es, nicht im Selbstmitleid zu versinken. Wir sind nun einmal die Versuchskaninchen eines mittelmäßig ausgereiften Studiensystems, das Deutschland aus dem angelsächsischen Raum übernommen hat. (Dieser tendiert im Übrigen gerade dazu, das System wieder zu lockern und teilweise abzuschaffen.) Und es gibt Lichtblicke: In höheren Semestern hört das Bulimielernen nämlich tröstlicherweise auf und man beginnt, Hausarbeiten über selbstgewählte Themen zu schreiben. Man lernt, welche Themenkomplexe, welche Dozenten und welche Freundeskreise zum eigenen Charakter und zu den eigenen Interessen passen. Man kommt an – in der Stadt, in der Universität und im Fachbereich. Zwar sitzt dir immer noch Mister Bachelor im Nacken, der dir permanent einflüstert, dass die Noten stimmen müssen, um einen Masterstudienplatz zu bekommen. Aber mit Eigeninitiative und Interesse lässt sich ein Weg finden, der sich zwar innerhalb des vorbestimmten Bachelorstudiums befindet, aber sich um einige Regeln herumschlängelt – sogar an einer Massenuniversität. Und wer es schafft, nur ein bisschen davon wegzukommen, lediglich für die nächste stressige Prüfung statt aus eigenem Interesse zu lernen, kann sogar das tun, was unsere Eltern einmal getan haben: das Studium in vollen Zügen genießen.

Freitag, 23. Dezember 2011

No Mans Land!

Das Staatstheater Braunschweig zeigt „No Mans Land“. Nastja Tolmatschow und Stefanie Leonhard waren im Haus III und haben sich das Stück angesehen.
Roel Adam's „No Mans Land“ handelt von Nele (gespielt von Lysann Schläfke), die wegen der Trennung ihrer Eltern sauer ist Ihr Vater (Holger Foest) hat die Familie verlassen, um mit einer Bäuerin auf dem Land zu leben und ihre Mutter (Nina EL Karsheh) betrinkt sich nun ständig. Eines Tages bekommt sie versehentlich eine Datei, das Programm Anubis, von ihrem Vater gesendet und öffnet sie trotz seiner Warnungen.
Darin begegnet ihr Kisho (ebenfalls Holger Foest), ein geheimnisvoller Junge, der von seiner Liebe zu ihr spricht und sie dazu verführt, Prinzessin Zelda zu werden. Nele folgt ihm, lässt alles hinter sich und fragt sich nach einiger Zeit: In welcher Realität lebt sie? Ist sie tatsächlich Prinzessin Zelda?
Durch die Gefühle und die starke Ausdrucksfähigkeit der Schauspieler ist es dem Zuschauer möglich, sich gut in die Personen hineinzuversetzen. Außerdem verleihen die modernen, außergewöhnlichen Bühnenbilder dem Stück „das gewisse Etwas“ und machen es schließlich zu einem echten Highlight.

75 Minuten, ab 12 Jahren.
Termine hier.




Montag, 12. Dezember 2011

Liebe gegen Liebe

Finja Juschkat und Julia Duschek haben sich Friedrich Schillers „Kabale und Liebe“ in der heftig diskutierten Inszenierung von Daniela Löffner angesehen – eine Fassung, die nicht zuletzt durch ihre Modernität besticht. 
„Begeisterung und Empörung“, „Löffner-Inszenierung polarisiert“, „Spielzeit-Start spaltet das Publikum“. Diese und ähnliche Überschriften waren in regionalen Zeitungen nach der Premiere zu lesen. Ausschlaggebend für die lauten Buh-Rufe und die verärgerten, den Ausgang suchenden Besucher war die Schlüsselszene. Eine Szene, die sichtlich schockt. Die aber auch schocken soll.
War es im Original nur ein durch von Wurm (Oliver Simon) erzwungener Liebesbrief von Luise (Rika Weniger) an den Hofmarschall Kalb (Sven Hönig), der Ferdinand (Philipp Grimm) und sie endgültig auseinanderbringen sollte, wird daraus in Löffners Inszenierung ein sexueller Missbrauch, bei dem Luise von Hofmarschall Kalb, der von der Bürgerlichen angewidert ist, vergewaltigt wird. Dies alles in Anwesenheit Wurms, der das Geschehen masturbierend mit der Polaroid-Kamera dokumentiert.
Es ist das zeitlose Thema „Machtmissbrauch“, welches in Gestalt des machtgierigen Ministers Walter (Moritz Dürr) aufgegriffen wird, wenn dieser in der zugespitzten Darstellung seinen Sohn Ferdinand während des Erziehungstrainings dazu zwingt, einen „Kinderchor, Demonstrationszug und Schwangere“ skrupellos zu erschießen. Nicht nur zu Zeiten Schillers aktuell, sondern auch noch heute, wird an dieser Stelle die Auffassung vermittelt, dass Verantwortung eine unerlässliche Folge aus Macht und Reichtum ist.
Hierbei und inmitten des Ganzen befindet sich außerdem die zunächst intrigant wirkende Lady Milford (Theresa Langer), die lieber unbemerkt von Innen her das Geschehen steuert. Während alle bis auf Ferdinand in Juwelen und Schmuck baden und im Exzess ihres Bestrebens nach Reichtum gar nichts mehr mitbekommen, lässt sie sich auf die Nähe eines Mannes, den sie verabscheut, ein, um politisch Gutes zu tun. Dabei erweckt sie den Anschein einer Hoffnungsträgerin, die letztendlich aber an ihrer Liebe zu Ferdinand scheitert.
Ferner vertritt Hofmarschall Kalb, der bei seinen Auftritten geradezu von Kameramännern und Fotografen umzingelt wird, zweifellos die Dekadenz und den Luxus in der Inszenierung, wobei er sich durch die öffentliche Aufmerksamkeit erst lebendig zu fühlen scheint.
Auf der anderen Seite gibt es die bürgerliche Familie, bei der es fast so chaotisch zugeht, wie im normalen Alltag. Vor allem Luises Vater Miller (Hans Werner-Leupelt) sorgt für angenehme Witze zwischendurch. Von Anfang an sympathisiert man mit ihnen, denn dort existieren noch Werte, Moral und Glaube.
Die allgegenwärtige Macht einer göttlichen, das menschliche Geschick lenkenden Instanz wird dabei in dem abstrahierten Bühnenbild abgebildet. Die Figuren bewegen sich in einem geschlossenen Zirkel, in dem keine Veränderung möglich ist und der einzige Ausgang oben und damit der Himmel bzw. der Tod ist.
Es ist das Spannungsfeld zwei verschiedener Arten von Liebe. Der Liebe zu einem Menschen und zu den eigenen Eltern, die in Schillers Stück unvereinbar sind und für Konfliktpotential sorgen – „Liebe gegen Liebe“, so nennt es Löffner selbst.
Folglich müssen also Luise und Ferdinand, durch dessen ungebremste Eifersucht und sein Unvermögen, im Leben eine gemeinsame Freiheit zu finden, sterben, sodass beide Väter am Ende allein dastehen. Nicht zuletzt ist vielleicht dies ein Aufruf zu mehr gegenseitiger Akzeptanz, war doch das Scheitern Luises und Ferdinands Beziehung auch der Erziehung ihrer Väter geschuldet. Vielleicht auch ein Appell zur gegenseitigen Vergebung.

Kabale und  Liebe auf den Seiten des Staatstheaters
Kabale und Liebe
Kabale und Liebe - Bilder
Kabale und Liebe - Video 

 – Luise und Ferdinand

Samstag, 10. Dezember 2011

Innenansicht

Naturstrom kennt jeder, aber wo kommt er überhaupt her? Unser Autor Hans-Christian Brakebusch war auf einem Naturstrom-Produzenten: einem Windrad
Zehn Mutige hatten sich in Baddeckenstedt versammelt, genauer, einem Windpark der Baddeckenstedter Wind GmbH & Co. KG mit insgesamt acht Windrädern. Als erstes wurden die Windräder, die bestiegen werden sollten, ausgeschaltet. Alle Teilnehmer wurden mit Seilen gesichert. Dann ging es für mich los: Ich fuhr in einem engen, sehr langsamen Aufzug in die Höhe. 102 Meter. Die letzten Meter musste ich an einer dünnen Leiter hochklettern. Obwohl ich gesichert war und unter einem zur Sicherheit ein Auffangnetz war, wurde mir ganz mulmig.
Auf den letzten Metern wurde es richtig eng, und ich hätte mir fast den Kopf an einem Kabel gestoßen. Dann kam die letzte Plattform vor der Generatorkapsel. Jetzt war nur noch eine kleine Leiter zu überwinden und wir waren ganz oben. 108 Meter über dem Boden.
Die Kapsel war größer, als ich gedacht hatte, doch sie war ganz schön vollgestopft mit Geräten, unter anderem mit dem Generator, der den Strom produziert. Außerdem schwankte sie wie ein Schiff hin und her, denn draußen war es sehr windig, was ich auch bemerkte, als ich oben heraus sah.
Die Leute, die unten standen, waren klein wie Ameisen, und die Aussicht war überwältigend, doch der Himmel war stark bewölkt, und es fing bald an zu regnen. Also machten wir uns wieder auf den Weg nach unten.
Nachdem alle unten angekommen waren, wurde das Windrad wieder angeschaltet. Als es anfing, sich zu drehen, wurde es richtig laut im Turm. Das Windrad lief auf voller Leistung, das heißt, es produzierte 2 MW.

  

 

Samstag, 19. November 2011

Best new website this year? Amen.

Der Web-Test: Tim Kneisel hat Interessantes im Netz erspäht.
Wenn einem etwas gefallen hat, sei es ein Restaurantbesuch, ein Film oder ein Urlaubsort, möchte man das Erlebnis oft weiterempfehlen. Häufig scheitert es aber daran, dass man auf Bewertungsportalen einen Text schreiben soll – wozu man dann doch nicht unbedingt Lust hat.
Bei Amen kann man alles mit wenigen Klicks in einem einzigen Satz bewerten. Das führt natürlich zu Übertreibung und undifferenzierten Meinungen (man kann nicht den Zimmerservice des Hotels loben, das Essen aber tadeln), bei einer großen Menge von Bewertungen ist das Portal für eine erste oder generell einfache Meinungsbildung aber eine gute Hilfe.
Wie funktioniert die Bewertung? Auf der Startseite von Amen können wir zunächst auswählen, ob wir eine Person, einen Ort oder einen Gegenstand bewerten wollen. Dann können wir das Thema unserer Bewertung benennen – beispielsweise „Leonardo DaVinci“. Als nächstes dürfen wir zwischen den vorgegebenen Behauptungen „The Best“ und „The Worst“ wählen. Danach geben wir eine Kategorie an, zum Beispiel „Erfinder“ (beziehungsweise in diesem Fall „inventor“, da es Amen bisher nur auf Englisch gibt), abschließend schreiben wir einen Satzbaustein wie „Ever“, „This Year“ oder „born in Italy“.
Wenn wir die Bewertung abgegeben haben, kommen wir zu einer Liste der nach Meinung der anderen Amen-Benutzer besten Erfinder aller Zeiten und können so sehen, dass Leonardo da Vinci zwischen Albert Einstein und Steve Jobs auf dem zweiten Platz liegt.

Wie es in den meisten sozialen Netzwerken möglich ist, können wir auch hier anderen Benutzern folgen, um ihre Bewertungen auf unserer Startseite zu sehen. Wir haben außerdem die Möglichkeit, den Bewertungen entweder mit „Amen“ zuzustimmen oder sie mit „Hell no!“ zu verneinen und dann zum Beispiel anzugeben, dass unserer Meinung nach „Inception“ und nicht „2001: Odyssee im Weltraum“ der beste Film aller Zeiten ist.
Dass man mit Amen auch Spaß haben kann, zeigen Themen wie „The Best german saying ever“, unter dem man Sätze wie „You are walking me animally on the cookie“ oder „Everything has an end but the sausage has two” finden kann. Oder auch das Ranking der „besten Wege“ mit Antworten wie „Mehr-weg“, „Um-weg“, „Heim-weg“ oder „Ich-bin-dann-mal-weg“ .
Amen ist zurzeit in der Entwicklung, deshalb fehlt momentan auch noch eine Suchfunktion. Eine App für Smartphones wird zwar ebenfalls entwickelt, ist aber noch nicht mit anderen Apps verknüpft.
Das Portal hat die Chance, sich zu einem wirklich tollen und hilfreichen Service zu entwickeln. Man könnte zum Beispiel über sein Smartphone nach dem besten Restaurant in der Umgebung suchen und sich den Weg dorthin augenblicklich mittels Google Maps anzeigen lassen, oder nach guten Liedern des eigenen Lieblingsgenres suchen und diese dann gleich kaufen. Bisher ist Amen jedoch noch nicht viel mehr, als ein Zeitvertreib.
Wer nun Lust bekommen hat, Amen einfach selbst einmal auszuprobieren, kann sich unter getamen.com registrieren und gleich mit Bewerten loslegen.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Mittwoch, 28. September 2011

„Fenster“ ist kein deutsches Wort.

Prof. Dr. Kuhlmann spricht über „Römer und Germanen“.
Benjamin Diethelm berichtet.

Am Freitag, 16.09.2011, referierte Prof. Dr. Peter Kuhlmann, Professor für Lateinische Philologie und Fachdidaktik der Alten Sprachen an der Georg-August-Universität Göttingen, am WG. Zuhörer waren die Lateinschüler der Oberstufe, außerdem einige andere Klassen, ehemalige und aktuelle Lehrer und einige Eltern. Sein Thema war der kulturelle und sprachliche Austausch zwischen den Römern und den Germanen.
Kuhlmann referierte eine Stunde lang über den Austausch von Wörtern. Zum Beispiel kannten die Germanen bei ihrer Bauweise keine Fenster, hatten daher auch kein Wort dafür und nannten die entsprechenden Öffnungen, als sie begannen, sich an der römischen Bauweise zu orientieren, nach lat. fenestra. Auch das Kochen schien nicht unbedingt ihre Stärke zu sein – die Kochgewohnheiten und die dazugehörigen Wörter übernahmen sie von den Römern, zum Beispiel die Wörter für Pflaume (prunum), Kirsche (cerasum) oder Küche (coquina).
Kuhlmann sprach aber auch über Lautverschiebungen. Die Lateiner unter uns werden sich wahrscheinlich wundern, aber das deutsche Wort haben stammt nicht von lat. habere – daraus hat sich wohl eher geben gebildet – sondern von capere.
Zeitformen kannten die Germanen nur wenige. Es gab nur ein Präsens und eine Vergangenheitsform, ähnlich dem Präteritum. Das stieß bei Bibelübersetzungen aus dem Lateinischen auf Probleme, weil man keine Vorzeitigkeit („Nachdem Jesus ein Gebet an den Herrn gerichtet hatte, teilte er das Brot mit seinen Jüngern“) darstellen konnte – es fehlte das Plusquamperfekt. Das wurde dann gebildet aus dem, was man hatte: man nahm die Vergangenheitsform von sein bzw. haben und das Partizip.
Präpositionen gab es auch kaum – man bildete sie aus dem, was man hatte. Wer hinter weil gerne einen Hauptsatz setzt („Ich mag Gummibärchen, weil sie sind so schön süß“), bekommt dafür Ärger mit seinem Deutschlehrer, liegt aber sprachhistorisch nicht völlig falsch. Weil war ursprünglich keine Konjunktion, sondern eine alte Version unseres Wortes Weile. Dieser Fehler wird wohl schon gemacht, seit weil zu einer Konjunktion geworden ist.
Danach informierte Kuhlmann noch über das Lateinstudium, das – im Gegensatz zu anderen Studienfächern – direkt auf das in der Schule Gelernte aufbaut. Nach dem Studium kann man z. B. Lehrer oder Bibliothekar oder als Archäologe arbeiten. Sören Conrad, Lehrer für Latein und Griechisch am WG, auf dessen Initiative der Vortrag zurückgeht, fragte im Anschluss, wer unter den Zuhörern in der fast vollen Aula sich vorstellen könne, Latein zu studieren. Dafür fand sich allerdings niemand. Was nicht ist, kann ja noch werden…

Sonntag, 25. September 2011

Theater: Nathans Kinder

Klischees im Kampf der Religionen. Henrike Sprengel hat für uns die Schauspielpremiere von „Nathans Kinder“ besucht.

Wie wohl die Kinderverfilmung von Lessings „Nathan der Weise“ aussehen wird, haben wir uns gefragt. Die Antwort, die uns heute gegeben wurde, ist eine klare: vereinfacht und verfälscht. Für Kinder ab neun Jahren sollte die Aufführung des Staatstheaters Braunschweig im Haus III die aufklärerische Geschichte des weisen Juden Nathan erzählen, der eine Christin adoptierte und sie liebte wie sein eigenes Kind, obwohl ihm durch Christen seine Familie zerstört worden war. Die Geschichte von Nathan, der die Welt mit klaren Augen sah.

Auf die Bühne stürmten ein zorniger Saladin, ein geldgeiler Nathan und ein ausgesprochen theatralischer Bischof. Sie alle schrien, stürmten und prügelten, lachten, spielten und verbündeten sich. Die Figuren des dramatischen Gedichts traten auf und zeigten das Verständnis ihrer Rolle, wie es Regisseur Sebastian Wirnitzer vorgesehen hat. Vier weitere Schlüsselfiguren, nämlich Daja, Sittah, Al-Hafi und der Mönch Bonafides, wurden gänzlich außer Acht gelassen. So führten Saladin und der Bischof selbst Botengänge aus, Recha war von Daja unbeeinflusst und die Frage der Abstammung von Recha und dem Tempelherrn blieb lediglich eine Hypothese.
Die Klischees der jeweiligen Charaktere wurden erfüllt, aber Klischees waren keine Eigenschaften von Nathan, Saladin und Recha, die Lessing ihnen zugeteilt hätte. Letztlich kam das Stück, das durchaus sehr lustige Szenen enthielt, doch noch zu dem Ende, dass alle Menschen gleich sind, egal welche Religion sie mit sich bringen – da alle Religion gleich sind, auch wenn das einige Menschen noch anders sehen mögen.

So forderten die jungen Leute in dem Stück zur Handlung auf. Recha selbst verlangte von den Repräsentanten der drei großen Weltreligionen sogar, ihr zu sagen, welche davon die Richtige sei. Die schauspielerische Leistung der Akteure war gut, die Deutung der Figuren aber manchmal fragwürdig, das Bühnenbild (Vinzenz Gertler) oft verwirrend.

Die Einleitung des Stückes, in der die drei Hauptdarsteller in einem kleinen Video nackt aus dem Wasser sprangen und von Gott ihre Kleidung (die ihre Religion definierte) zugeteilt bekamen, und der ständige Begleiter Gewalt lassen aber zu dem Schluss kommen, dass dieses Stück definitiv nicht für Kinder ab neun Jahren geeignet ist, auch wenn es zum eigenständigen Handeln und Denken anregt.

Foto oben:
Marko Werner als der Jude Nathan (links) und Nina El Karsheh als Sultan (rechts) ringen mit dem Bischoff, dargestellt von Holger Foest


Wertung:

Montag, 12. September 2011

Bust it!

Adbusters nennen sie sich, sie sind Aktivisten und Spaßguerilla, sie machen, was sie wollen – Steckt etwas dahinter? Felix Jung stellt sie vor.

Werbung? Werbung hier, Werbung da. Werbung durchzieht unseren Alltag. Sie ist allgegenwärtig. Sie beeinflusst uns, unbewusst, wenige Menschen wissen um die tatsächliche Wirkung der Reklame. Werbung manipuliert nicht allein Individuen – sie beeinflusst die Gesellschaft. Kindliche Verhaltensweisen bei Erwachsenen werden propagiert, Kinder werden „ermächtigt“ und so zu Konsumisten.
Durch Werbung und Branding wird die Gesellschaft auf Konsum ausgerichtet. Ich kaufe, also bin ich. Kindlicher Eigennutz und private Freiheit treten an die Stelle von Staatsbürgertum, öffentliche Mitbestimmung und reale Freiheit. Was tun, um die Infantilisierung der Gesellschaft zu beenden, Bürger demokratisch zu ermächtigen und die Definition der Identität allein durch Konsum und Markenanhängerschaft durch eine aus eigenem, selbstständigen Denken heraus entstandene zu ersetzen?
Eine Methode heißt Adbusters. Adbusters sind eine Gruppierung, die sich der Konsumkritik verschrieben hat. Sie zeigen die unwirklichen Versprechungen und markenbindenden Identitätsvorlagen auf und treiben sie ins Absurde, sie beenden die überall vorherrschende visuelle Dominanz der Anzeigen und geben dem Bürger ein Stück öffentliche Macht zurück. Adbusters verfremden Plakate, sie führen Proteste und öffentliche Aktionen durch, sie sind präsent im Internet, nutzen soziale Medien zur Verbreitung ihrer kritischen Ansicht der Konsumgesellschaft gegenüber. Adbusters sind weltweit aktiv, sie sprechen Englisch, Deutsch oder Japanisch. Sie sind verzweigt und fühlen sich mächtig.
Ihr Ziel ist die öffentliche Aufmerksamkeit.
Doch können Adbusters etwas bewirken? Können sie den gierenden Konsumkapitalismus der heutigen Zeit wieder auf einen Kapitalismus zurückführen, der über ein menschliches Ethos verfügt und der reale statt durch ihn selbst generierte Bedürfnisse befriedigt? Die demokratische Macht stärken und die Allgegenwärtigkeit der Reklame beenden?
Sie können Anstöße erzeugen. Die Macht der Adbusters liegt nicht in der unmittelbaren Zerstörung oder Veränderung von Anzeigen, sie liegt allein im Aufmerksammachen, darin, der breiten Öffentlichkeit die Widersprüchlichkeiten und Auswüchse unseres kapitalistischen Systems aufzuzeigen. Denn nur, wenn große Teile der Gesellschaft beginnen, sich gegen Manipulation und Infantilisierung, gegen Branding und Markenidentität zu wehren, nur dann besteht eine realistische Chance, den Kapitalismus wieder auf seine ursprünglichen Bahnen zu lenken.

adbusters.org
schoenfaerben-jetzt.de