Freitag, 17. Juni 2016

Frau Rödel geht

Die Welt von oben betrachten. Anke Rödel geht nach 34 Jahren WG in Pension – Kübra Arnitali hätte da noch ein paar Fragen

Wie lange sind Sie am WG?
Seit 1982. Schon seit 34 Jahren.

Wollten Sie schon immer Lehrerin werden?
Ja, es war auch früher mein Traum. Schon als ich noch in eurem jetzigen Alter war, wusste ich, dass Lehrerin werden wollte. Nur die genaue Fachrichtung wusste ich noch nicht.

In welchen Jahrgängen unterrichten Sie am liebsten? Warum?
Am liebsten unterrichte ich in der Oberstufe beziehungsweise in den Jahrgängen von zehn bis zwölf. Die Schüler können sich dann im Fach Philosophie besser beteiligen und besser argumentieren, da sie mehr Lebenserfahrungen haben, auf die sie zurückgreifen können

Was glauben Sie, war Ihr größter Erfolg beziehungsweise Ihre schönste Erkenntnis am WG?
Als meinen größten Erfolg nehme ich wahr, dass ich mich in den 90-er Jahren für die Ganztagsschule eingesetzt habe und das erste Konzept dafür geschrieben habe und das WG seit 1997 offene Ganztagsschule ist; also jetzt schon seit fast zwanzig Jahren.
Meine schönste Erkenntnis besteht darin, dass intensive Gespräche mit den Schüler/innen viele Lebens- und Sinnfragen betreffen, und ich hoffe, dass ich in diesen Gesprächen bestimmte Wertvorstellungen überzeugend darstellen konnte, die die Schüler/innen möglicherweise bewegt haben.

Haben Sie den Auftrag der Schulfinanzen gerne übernommen?
Eigentlich bin ich in diese Aufgabe „hineingerutscht“.
Aber in der Rückschau war es eine spannende Aufgabe, denn ich konnte viele Entscheidungen mit beeinflussen und durch viele Anschaffungen Gutes für die Schule bewirken. Anfangs ging es ja nur um die Beschaffung von zusätzlichen Unterrichtsmaterialien; später dann auch um Anschaffungen von Möbeln, technischen Geräten usw. und später dann sogar um Gelder für Verträge mit außerschulischen Fachleuten, die uns zum Beispiel im Bereich der Arbeitsgemeinschaften unterstützen.

Sie verlassen bald das WG und haben vieles ins Positive verändert. Haben Sie noch andere Absichten für Ihre Zukunft?
Ich will noch gerne reisen und möglichst viel von der Welt entdecken. Ich freue mich darauf, weniger Stress zu haben, meine Zeit freier einteilen zu können und nicht mehr so früh aufstehen zu müssen.

Was werden Sie am meisten an der Schule vermissen?
Ich werde definitiv das gemeinsame Arbeiten mit den Schülern vermissen.

Womit beschäftigen Sie sich gerne in Ihrer Freizeit?
Ich verbringe gerne Zeit in meinem Garten und mag die Gartenarbeit, ich lese gerne und hoffentlich werde ich bald Zeit haben, wieder Klavier zu spielen.

Dürften Sie eine Zeitreise durchführen, ginge die Zeitreise in die Vergangenheit oder Zukunft?
Die Zeitreise ginge in die Zukunft, um zu sehen, wie sich die Schule entwickelt und verändert hat.


Hätten Sie die Fähigkeit, ein Tier zu sein, welches wären Sie und warum?
Ich wäre am liebsten ein Vogel, um die Welt von oben zu betrachten und die Menschen mit meinem Gesang zu beeindrucken.

Fotos: Redaktion

Sonntag, 12. Juni 2016

Ohne Worte: Frau Alimy

Mariam Alimy kam 2015 nach Braunschweig. Aus Hannover. Dort wurde sie 1987 geboren. Dort studierte sie. Dort machte sie ihr Referendariat. Dann kam sie in die Fremde: ins blaugelbe Harzvorland. Allerdings nicht ganz unerfahren, was Auslandsaufenthalte angeht. Ein halbes Jahr in den USA: Texas. Ein Jahr in London. Dort versuchte sie unter anderem, in einem Callcenter den Leuten Küchen aufzuschwatzen. Irgendwo musste das Geld fürs College herkommen. Die Kunden rächten sich manchmal durch Auflegen. Nach dieser abrupt beendeten Karriere in der freien Wirtschaft war Mariam Alimy auch als wissenschaftliche Hilfskraft an der Uni Hannover tätig. Die Entscheidung für Braunschweig war dann nach dem Referendariat „spontan“. Sie hat es bisher nicht bereut, wenngleich ihr in der zweiten Woche am Bahnhof das Fahrrad geklaut und kurz darauf am Auto der Außenspiegel abgefahren wurde. In der Schule drohen weniger Gefahren. Von einem Interview ohne Worte einmal abgesehen.


Wie gefällt Ihnen die Schule?
















Wie würden Sie aussehen, wenn Sie eine Arbeit vergessen hätten?















Wie würden Sie schauen, wenn Ihr Tablet kaputt wäre?

















Wie würden Sie schauen, wenn Ihre Haare nicht sitzen würden?
















Wie würden Sie aussehen, wenn Sie eine Millionen Euro gewinnen würden?
Wie sehen Sie am liebsten aus?














 Wie finden Sie den Fußballverein Eintracht Braunschweig?


Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?










Wie gefällt Ihnen die Stadt Braunschweig?













Fragen: Ridvan Kahveci und Jan-Marten Kleine-Besten
Fotos: Redaktion


Griechisches Theater

Janina Haeßer als Eurydike
„Komm heute Nacht, ich habe dir ein Angebot zu machen“. Justina Dai und Valea Elß zur Aufführung von „Orpheus in der Unterwelt“ der AG Griechisches Theater

Orpheus und Eurydike sind gerade frisch verheiratet. Doch jemand stört schon fünf Stunden nach der Hochzeit das Eheglück: Hades, der Gott der Unterwelt, der Eurydike unbedingt für sich beanspruchen möchte.
Er erscheint der frischverheirateten Frau erst als Stimme, die nur sie hören kann, und später, als sie allein ist, in Menschengestalt. „Komm heute Nacht […], ich habe dir ein Angebot zu machen“, raunt er ihr zu und verschwindet wieder. Erschrocken erzählt Eurydike ihrem Orpheus von Hades. Dieser will ihr zuerst nicht glauben. Als er jedoch sieht, dass Eurydike es anscheinend ernst meint, rät er seiner Frau davon ab, sich das Angebot überhaupt anzuhören. Doch diese missachtet die Warnungen ihres Mannes und kommt zum vereinbarten Treffpunkt, wo sie prompt von Hades in die Unterwelt entführt wird. Jetzt müssen Orpheus und Helena sich in die Unterwelt aufmachen, aus der noch nie jemand lebend wieder herausgekommen ist. Und es kommt auf jede einzelne Sekunde an, denn Hades hat vor, Eurydike in einem schmerzhaften Ritual zu seiner Dienerin zu machen.

Jonas Day als Orpheus
Am Eingang zur Unterwelt treffen die beiden unerwartet auf den germanischen Halbgott Loki, der voller Überraschungen steckt und sie oft mithilfe seiner Zauberkräfte aus kniffligen Situationen befreit. Während die drei durch die Unterwelt reisen, treffen sie auf eine reizbare Fährfrau namens Chare, den Geist Kassandra und den Dämonen Medea. Hades bemerkt jedoch die Eindringlinge, und als diese bei ihm und Eurydike angekommen sind, unterbreitet er ihnen ein Angebot: Sie dürfen mit Eurydike aus der Unterwelt fliehen, wenn sie es schaffen, diese während der gesamten Reise nicht einmal anzusehen. Loki jedoch tötet er, aus Angst vor dessen Macht. Später kommt heraus, dass Loki aufgrund seiner Unsterblichkeit gar nicht tot ist und sich schwört, Hades zu vernichten. Auf der Rückreise treffen Orpheus, Helena und Eurydike wieder auf Kassandra und Medea, die Helena dazu bringen, sich nach Eurydike umzudrehen. Schon kommt Hades und entführt Eurydike erneut. Orpheus ist sauer auf Helena und macht sich auf zurück zu Hades, um sich selbst als Diener anzubieten. Inzwischen hat der Gott der Unterwelt schon mit dem Ritual begonnen. Am Ende der Aufführung schaffen es Orpheus und Eurydike, zusammen mit Helena aus der Unterwelt zu entfliehen. Hades beschließt die Aufführung mit einem lustigen Ende: Von nun an wird er wohl ohne Eurydike leben müssen. Ein bisschen offen blieb das Ende allerdings auch, denn ob Loki Hades wirklich irgendwann vernichtet hat, wurde nicht gezeigt.
Leonhard Meschter (Hades) schnappt sich Eurydike
Besonders Hades, gespielt von Leonard Meschter, stach mit seinen schauspielerischen Leistungen hervor. Sein besonderes Merkmal war die obszöne Zungenbewegung, mit der seine Gier verdeutlicht werden sollte. Zudem hat Leonard Meschter das Stück selbst geschrieben, aber die antike Geschichte umgeschrieben: Eingefügt sind beispielsweise aktuelle Schimpfwörter der Jugend („Scheiße“) und Loki aus den Avenger-Filmen. Dieses lockern das Stück nicht nur auf, sie brachten zudem sogar das Publikum zum Lachen. Besonders verkörpert wurden die lustigen Szenen von der Dämonin Medea, gespielt von Dunja Fest, die einiges an Schauspielerfahrung mitbringt, was sich an ihrem selbstsicheren Auftreten und ihrer Überzeugungskraft zeigte: schon am Anfang, als sie lautstark das Publikum ermahnte, die „Zauberspiegel“ (Handys) und „Blitze“ (bei Fotoaufnahmen) zu unterlassen.
Chor-Gesang und Klavierstücke, zum Teil selbst komponiert, zum Teil aus dem Musical „Phantom der Oper“, unterstützen die Aufführung. Insgesamt wurden ernste Geschichte und Komik zugleich über die Bühne gebracht. Mit dem Stück nahm die AG sogar in der Brunsviga an der Schultheaterwoche teil. Das Publikum war begeistert!

Beteiligte
Orpheus: Jonas Day
Eurydike: Janina Haeßer
Hades: Leonard Meschter
Helena: Clara Brakebusch
Loki: Bente Gaumert
Chare: Deborah Diethelm
Kassandra: Elisabeth Hirschler
Medea: Dunja Fest
Chor: Lucia Kortemeier, Bastian Hartig, Johann Steifensand, Clara Brakebusch, Dunja Fest, Bente Gaumert, Elisabeth Hirschler
Spielleitung: Sören Conrad

Am Flügel: Jannis Osterburg
Technik: Simon Damm, Vincent Biemer, Isabell Pflug
Autor: Leonard Meschter


Fotos: Redaktion

Freitag, 3. Juni 2016

Mein erster Schultag


Mein erster Schultag am WG. Ein Erlebnisbericht von Franka Häußler
Als wir alle in der großen Aula saßen, wurden nacheinander unsere Namen aufgerufen. Schließlich wurde mein Name aufgerufen, und ich ging schüchtern zur Bühne. Dort sollte ich mich an den Rand der Bühne stellen. Als dann alle meine neuen Klassenkameraden auf der Bühne waren, wollte ich sie mir genau anschauen, leider kam es dazu nicht, denn unglücklicher Weise stolperte ich und fiel sozusagen von der Bühne. Hoffentlich nicht genau dann, als das Foto gemacht wurde, dachte ich (wie ich später aber feststellen musste, leider doch).
Einschulungsfeier der 5a (2014) mit Klassenlehrerin und Schulleiter
Auf dem Schulhof wurde uns dann nochmal vieles erklärt, ganz besonders die Mülltonen, damit wir auch ja nichts in den falschen Mülleimer werfen. In der Klasse durften wir uns dann einen Platz aussuchen, ich ergatterte einen Tisch neben meiner Freundin Iman, die ich aus den Ferien kannte. Einige meiner Mitschüler waren schon damit beschäftigt, ihre neuen Schulsachen auszupacken. Wo ich ein bisschen Panik bekam, weil meine Mutter meinte, ich bräuchte ihn heute noch nicht, und ihn so im Auto gelassen hatte. Als ich noch darüber nachdachte, was ich ohne meinen Schulranzen tun sollte, kam meine neue Klassenlehrerin herein, und in der Hand hatte sie MEINEN RANZEN, sie kam auf mich zu und fragte mich, ob er mir gehörte. Als ich meinen Ranzen dann bei mir hatte, begann der Unterricht, obwohl Unterricht, ich weiß ja nicht, denn der richtige Unterricht ging erst ein paar Tage später los.


Dienstag, 31. Mai 2016

Zukunftstag 2016

Eine Umfrage und ein Erlebnisbericht

Sinnvoll, aber kaum Bezug zum Berufswunsch. Justina Dai und Valea Elß befragten 142 Schüler der fünften und achten Klassen zu ihren Erfahrungen mit dem Zukunftstag

Wohin geht ihr?
Klasse 5
Klasse 8


Wie sinnvoll ist der Tag?
Klasse 5

Klasse 8
Einfluss auf den Berufswunsch?
Klasse 5
Klasse 8


Spannend. Jan-Marten Kleine-Besten über seine Erfahrungen im Bio-Markt

Der 24.5.2016 in Wolfsburg. Ich schwinge mich auf meinen Roller und fahre von meinen Großeltern aus ca. einen Kilometer zum Bio-Markt in Wolfsburg. Punkt 8:30 Uhr bin ich da, parke meine Roller und betrete den Bio-Mark Schäferische Scheune in Wolfsburg. Freundlich werde ich von der Mitarbeiterin Frau Schubert empfangen. Sie gibt mir eine passende Arbeitsausrüstung. Anschließend führt sie mich zur Käseteke, wo ich in alles eingewiesen werde. Es ist ein besonderer Tag. Alle Käse müssen neu eingepackt werden. Ich darf auch selbst Hand anlegen: Käse auspacken und neu einpacken. Zwei Stunden lang. Dann lege ich wie alle Miterbeiter eine 15-minütige Pause ein. Danach geht es noch einmal eine Stunde an der Käsetheke weiter.
Am Ende holt mich wieder Frau Schubert wieder ab und zeigt mir noch den ganzen Laden. Zuerst das Lager, was ganz schön groß war. Anschließend noch die Pfandabgabestelle, wo sie mir erklärt, wieso die großen Discounter oft keine Pfandflaschen haben: Es würde nämlich viel Geld kosten, die Mitarbeiter in der Getränkerückabe zu bezahlen. Danach der Gemüsebereich.
Damit endete leider schon mein spannender Zukunftstag 2016. Ich gab noch meine Arbeitskleidung ab und bedankte mich.
Mir persönlich hat der Zukunftstag sehr gefallen. Ich finde, mir wurde alles sehr gut und genau erklärt. So konnte ich viele Fragen klären und habe viel Neues erfahren. Ich persönlich kann nur empfehlen, den Zukunftstag im Bio-Markt Schäferische Scheune in Wolfsburg-Fallersleben zu machen.



Mein erstes Jahr am WG I


Der erste Schultag oder Die heilige Pizza. Iman Sibai

Hallo, mein Name ist Iman Sibai, ich gehe in die 6a und wurde 2014 auf dem Wilhelm-Gymnasium eingeschult. Alle meine Freunde gingen auf andere Schulen, deswegen war ich total aufgeregt. Ob ich wohl neue Freunde finde, nette Lehrer und Mitschüler habe, über diese Frage dachte ich sehr lange nach …
Heute bin ich froh darüber, dass ich mich für das WG entschieden habe: Meine Klasse ist nett, meine Klassenlehrerin sehr lustig, das Essen in der Mensa ist ,,hervorragend“ – und jeden Tag passiert etwas Lustiges! Meine interessantesten Erlebnisse stelle ich hier vor.

Unsere Autorin Iman Sibai
Gleich nach dem Gottesdienst in der Kirche ging ich mit meinen Eltern und meiner Oma rüber zur Aula im Haupthaus. Die Aula war sehr groß, größer als die in meiner alten Schule. Ich hoffte sooooo sehr, dass ich in die 5a käme, weil ich auch schon in der Grundschule in die A-Klasse ging. Aber bevor ich erfahren konnte, in welche Klasse ich komme, sang der Schulchor uns etwas vor. Welches Lied es war, weiß ich nicht mehr, weil ich hochkonzentiert die Namen auf dem Portal an der rechten Seite der Aula anstarren musste (ich weiß auch nicht mehr warum, aber lustig waren die schon, zum Beispiel O. Pömpel).
Endlich stand der Direktor der Schule, Herr Thamm van Balen, vorne, begrüßte alle und sagte die Namen auf, die in die neue 5a einer gewissen Frau Huhn kommen sollten. Ich war sehr aufgeregt und freute mich sehr, als Herr Thamm van Balen meinen Namen sagte! Ich ging nach vorne, Herr Thamm van Balen schüttelte meine Hand und sagte: ,,Herzlich willkommen!“ Ich sagte nichts, so nervös war ich. Meine Nervosität stand mir wohl im Gesicht geschrieben, denn er fügte noch hinzu. ,,Na, alles gut?“ ich nickte nur, und Herr Thamm van Balen ging weiter, um den anderen neuen Klassenkameraden auch alles Gute zu wünschen. Dann hatte Herr Thamm van Balen jedem die Hand gegeben und wir machten uns auf den Weg zur Außenstelle.
Mein neues Klassenzimmer war einfach zu finden: den Schuleingang rein, rechts abbiegen, dann links die Treppen hoch, dann nur noch links und schon waren wir – meine neuen Mitschüler und Mitschülerinnen, meine neue Klassenlehrerin Frau Huhn, meine neuen Patenschüler Paul Klie, Amin Amiraslanow und Leon Kluge und ich – da. Jeder durfte sich aussuchen, wo er sitzen wollte, also saß ich neben einer meiner neuen Mitschülerinnen, die ich schon aus den Ferien kannte. Ihr Name ist Franka. Während des ganzen Unterrichts mussten wir die ganze Zeit quatschen, sodass wir fast nichts mitbekamen. Als wir uns alle vorstellten (wir fanden heraus, dass es viele ,,Leseratten“ und ,,Musikanten“ in unserer Klasse gab), planten die Patenschüler, um die Schule besser kennenzulernen, eine Rallye, die sehr viel Spaß machte!

Imans Klasse: die 5a (2015)
Wie gesagt, meine neue Klasse war sehr nett und ruhig. Auch meine Klassenlehrerin Frau Huhn war dieser Meinung. Zumindest WAR: Irgendwann verwandelten sich Frau Huhns Worte ,,Also, so etwas habe ich noch nie erlebt! Wie leise ihr doch seid! Und gestritten habt ihr euch auch noch gar nicht!“ zu ,,Das halte ich nicht mehr aus! Ständig seid ihr am Quasseln! Wenn draußen irgendjemand rumschreit, wissen immer alle sofort, dass ihr das seid! Und ausgerechnet ich habe die lauteste Klasse erwischt!“
Das verstehe ich nicht. Frau Huhn müsste sich doch freuen, wenn wir uns so schnell einleben können!

Am ersten richtigen Schultag hatten wir erstmal Sport mit Herrn de Boer, Mathe mit Frau Niehues, unserer Klassenlehrerinvertreterin, und Englisch mit Frau Dohrn. Zum Glück waren alle Kinder da, doch nach der 5. Stunde, wo wir Englisch hatten, kam nach der Fünf-Minuten-Pause Frau Rottluff, die Sozialpädagogin, zu uns und erzählte, was sie an unserer Schule so macht. Plötzlich sagte jemand: ,,Taner fehlt!“ Er sprach ,,Taner“ noch nicht einmal aus, da kam die gesuchte Person schon durch die Tür. Aber er war nicht allein: In seiner Hand hielt er eine ganz normale Salami-Pizza von der Mensa, doch er tat so, als müsse er gerade auf einem samtroten Kissen die heilige Pizza zur Queen bringen (naja, heilig ist sie ja nicht, aber für Taner schon, weil er gern isst!). Frau Dohrn war entsetzt. Sie fragte: ,,Taner, wann willst du denn die Pizza essen?!“ Frau Rottluff verdrehte die Augen, während Taner versuchte, seine Pizza in seine Tasche zu stopfen, und meinte, als gäbe es natürlich keine bessere Lösung: ,,Nach der Stunde natürlich.“ ,,Aber dann ist die Pizza doch kalt!“ Da antwortete er lässig: ,,Ist mir doch egal, dann esse ich sie trotzdem. Dann ist sie halt kalt.“
Ehrlich gesagt, kann ich Taner verstehen, denn ich hatte früher in der Grundschule auch keine Kantine. Entweder, man hatte etwas zu Essen und zu Trinken mit, oder man musste warten, bis man von den Eltern die Brotbox vorbeigebracht bekam. Nicht mal einen Joghurt oder einen Kakao konnte man kaufen. Heute kann man wenigstens, wenn man gerade anfängt, erbärmlich zu verhungern, in der Kantine einen Donut mit rosa Zuckerguss bestellen!


Sonntag, 29. Mai 2016

Mottotage 2016


Mehr oder weniger verrückt. Justina Dai und Valea Elß befragten 39 Schüler des 12. Jahrgangs zu den Mottotagen 2016

Laute Musik, bunte Kostüme … die Mottotage am WG sind in vollem Gange. Die Abiturienten suchen sich täglich ein Motto aus und kommen verkleidet in die Schule, mal als Filmfigur, als feine Leute oder Grundschulkinder – die Zwölftklässler lassen sich immer etwas Neues, mehr oder weniger Verrücktes einfallen. Wenn die Pausenklingel ertönt, wird im Remter sofort die Musik laut aufgedreht und getanzt. Jedes Jahr vor den Osterferien wird in den Pausen gefeiert. Auch jüngere Schüler lassen sich diese Feier ungern entgehen, immerhin gibt es die lauten, bunten Party’s nur einmal im Jahr.








 

 Fotos: Johanna Vierling

Freitag, 13. Mai 2016

Theaterlabor Wolfenbüttel


Geschichte gegen Vorurteile. Moritz von Bachmann berichtet aus dem Theaterlabor Wolfenbüttel

Seit fünf Jahren, also bereits zehn Mal, gibt es in den Osterferien und Herbstferien unter der Leitung von Katharina Linau im Lessingtheater Wolfenbüttel einen Theater-Workshop für Kinder. Ich nehme seit den letzten zweieinhalb Jahren mit Freunden, die ich beim ersten Mal kennengelernt habe, teil.
Wir haben immer sehr viel Spaß und am letzten Tag eine lustige Aufführung. In diesen Osterferien ging es um das Thema Vorurteile, Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Zusammen mit einer Sprachlernklasse der Fachhochschule Wolfenbüttel wurde das Thema ergründet. Am ersten Tag war ich sehr gespannt auf die Kinder, die diesmal teilnehmen. Was ich sehr schade fand, ist, dass bei diesem Thema leider nur meine Stammfreunde und natürlich die Sprachlernklasse dabei waren. Bei anderen Themen wie zum Beispiel „Das doppelte Lottchen“ oder „Future I “ waren nämlich immer sehr viele Kinder dabei.
Das Lessingtheater Wolfenbüttel

Am ersten Tag haben wir uns erstmal alle kennengelernt und ein paar Spiele zum Namenmerken und zu Theaterprinzipien gespielt. Außerdem wurden die Gruppen eingeteilt. Schade war, dass die 9- bis 17-jährigen Sprachlerner alle keine Lust auf die Schreibgruppe hatten und alle bis auf einen zum Tanz wollten. Also waren wir nur vier in der Schreib- und Theatergruppe, meine Freunde ein ehrgeiziger Sprachlerner und ich. Er war ein Serbe und hat mir auch ein paar serbische Wörter beigebracht wie zum Beispiel „Sdravo“, was soviel wie „Hallo“ bedeutet.
An den weiteren Tagen haben wir geschrieben, geprobt, uns die Sachen der anderen Gruppe angesehen, etwas über die Herkunft der Sprachlerner erfahren und das ein oder andere Wort aus ihrer Sprache aufgeschnappt.
Wir hatten dann auch eine tolle Aufführung z. B. mit meiner Geschichte gegenüber Vorurteilen vor tiefen Seen, der emotionalen Tanzaufführung und mit viel Applaus.
Der nächste Theater-Workshop findet im Herbst statt. Das Thema steht noch nicht fest, aber bestimmt wird es wieder sehr toll. Es gibt dann wieder drei Gruppen: Tanz, Theater und Bühnenbild.



Freitag, 22. April 2016

Umfrage: Patenschüler


Helfer und Vorbilder. Atif Ridvan Kahveci und Jan-Marten Kleine-Besten haben im 5. Jahrgang 39 Schülerinnen und Schüler zu den Patenschülern befragt
 







Dienstag, 19. April 2016

WGfactory


Kommt zur Schülerfirma! Justina Dai und Valea Elß im Gespräch mit Alia Atassi

Wie bist du zu der Idee gekommen, eine Schülerfirma zu gründen?
Eigentlich war das Frau Lorenz. Wir hatten halt viele Anfragen auf mehrere Produkte, sodass sie auf die Idee gekommen ist, eine Schülerfirma zu gründen.

Es war bestimmt viel Aufwand , so viel zu organisieren. Findest du, dass es sich gelohnt hat?
Auf jeden Fall!Weißt du, für mich ist es schon mehr eine Art Hobby.

Kommt das Geschäft gut an?
Hmm … eine gute Frage. Ich glaube schon, da uns viele Schüler nach neuen Produkten gefragt haben.

Es wurde von einiger Zeit mal bei euch eingebrochen. Was sagst du dazu?
Es ist natürlich doof. Leider wurde der Täter nie geschnappt, aber wie sagt man so schön: aus Fehlern lernt man.

Was war euch bei der Produktion der Kleidung besonders wichtig?
Besonders wichtig war uns die Qualität, also das die Produkte lange halten. Dafür nehmen wir Fairtrade-Produkte. Fairtrade heißt, dass die Näherinnen bzw. Näher für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt war uns das Design.

Seit wann gibt es die Schülerfirma?
Warte mal, da war ich in der 10. Klasse, also seit 2013.

Drei Mitglieder der WGfactory: Hanna Lorenz, Alia Atassi u. Franziska Rentsch
Wie viele Mitglieder sind in der Schülerfirma?
Da muss ich erst einmal überlegen ... acht Mitglieder.

Wer kann sich anmelden?
Die Schülerfirma ist eine AG, freiwillig und für jeden, am besten wäre es, wenn man sich ab der 7. oder 8. Klasse anmeldet. Wir haben jedoch auch zwei Sechstklässlerinnen.

Erzähle von einem für dich besonderen Erlebnis in der Schülerfirma!
Als wir das allererste Produkt bestellt haben, das war so ein besonderer Moment, der Beginn mit den T-Shirts auch. Toll ist es immer, zu sehen, wie die Leute deine Kleidung tragen, deine selbsterstellten Sachen benutzen.

Was sind deine Aufgaben als Leiterin?
Organisation. Ich muss sehen, was wir brauchen, und wenn jemand eine Frage hat, bin ich der erste Ansprechpartner. Ich muss die ganze Zeit den Überblick behalten.

Was für Aktionen habt ihr schon gemacht?
Den Schulplaner, den Lehrerplaner, T-Shirts, Pullover und jetzt steht auch die Produktion der Jogging-Hosen und Collagejacken an.

Die Produktion z. B. von einem neuen Schulplaner steht an. Wie läuft das ab?
Zuerst schauen wir uns den alten Planer an und überlegen, was wir verändern wollen. Wir notieren dies und klären anschließend große Fragen und Kleinigkeiten mit der Firma, mit welcher wir die Produkte herstellen. Wir machen dies mit E-Mails oder gehen dorthin. Zum Schluss gestalten wir das Cover. Dieses Jahr machen wir dies in Form eines Wettbewerbs, bei dem jeder mitmachen kann. Es reicht schon eine Idee oder eine Skizze.

Möchtest Du unseren Lesern noch etwas mitteilen?
Ja, ich möchte einen Aufruf starten! Bitte kommt in die AG Schülerfirma! Es ist praktisch, man hat Spaß, und man lernt außerdem noch etwas fürs Leben. Besucht uns auch auf unserer Internetwebside www.wgfactory.de und auf Facebook und Instagramm!


Montag, 18. April 2016

Die 6c auf Kika


Die beste Klasse Deutschlands, wir (die 6c) waren dabei! Ein Bericht von Peter Peiner

Kika-Moderator Malte Arkona
Die 6c wurde von der Sendung „Die beste Klasse Deutschlands“ angenommen, da wir ein perfektes Bewerbungsvideo abgeschickt haben.
Die Abfahrt war am 09.02.16 morgens in der 4. Stunde um 11:30, und die Ankunft war um 17:00 in Köln in der Jugendherberge. Am nächsten Morgen ging es dann zum Studio, das war ziemlich eigenartig, denn auf dem Gelände wurde früher die RTL-Serie „Hinter Gittern - der Frauenknast“ gedreht. Das bedeutet, dass Gitter an den Fenstern und an den Türen war und vor der Toilette eine Art Scanner und draußen in der Einfahrt Gittertore. Dafür war das Studio ziemlich cool, zwar sehr klein, aber nett.
Die Aufnahme war spannend, ziemlich ungewöhnlich, aber toll. Wir hatten eine spitze erste Reihe (das heißt, dass zwei Leute die Fragen beantworten mussten) aus Johannis und Renee und einen perfekten Experten-Joker Hannah.Wir hatten zwei Aufgaben zu bewältigen, eins für unsere Klasse und eins für die Gegner. Das waren zum Beispiel kleine Experimente wie entzündliches Deodorant oder anderes. Mehr darf vor der Aufführung nicht verraten werden.
Bei uns hat Hannah sehr gute Dienste geleistet (danke!).
Wie es ausgegangen ist, erfahrt ihr, wenn ihr euch die Folge anseht! Die Ausstrahlung der neuen Folge der „Besten Klasse Deutschlands“ beginnt am 18. April auf KIKA. Unseren Auftritt könnt ihr am 5. Mai sehen.


Screenshot: http://www.kika.de/die-beste-klasse-deutschlands/index.html

Freitag, 8. April 2016

Hausaufgaben in Klasse 5


Mathe ganz weit vorne. Jan-Marten Kleine-Besten hat 39 Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs zum Thema Hausaufgaben befragt.












Mitarbeit: Ridvan Kahveci

Legende: Y-Achse = Anzahl der Schülerinnen und Schüler

Flüchtlingshilfe der 8m1


Flüchtlinge willkommen heißen. Valea Elß im Gespräch mit Jonas Bröring, Klasse 8m1

Was hältst Du von der aktuellen Lage (in Bezug auf die vielen Asylsuchenden)?
Ich glaube, dass die Zahl der Asylsuchenden nur so groß ist, weil man sich nicht richtig um die Probleme, vor denen sie fliehen, kümmert. Wir sollten das ändern, aber solange die Situation noch ist, wie sie ist, sollten wir versuchen, die Flüchtlinge bei uns aufzunehmen und hier willkommen zu heißen.

Welche Aktionen hat Deine Klasse gemacht?
Wir haben in der Klasse Sachen gesammelt, die wir nicht mehr brauchten, und sie auf einem Flohmarkt verkauft. Mit dem Erlös haben wir dem Remenhof, wo jugendliche Flüchtlinge dauerhaft untergebracht sind, Dinge zum Deutschlernen, die dort gefehlt haben, gespendet. Außerdem haben wir als Klasse Kleidung gesammelt, um sie bei der DRK Kaufbar zu spenden. Dort werden Flüchtlinge damit ausgestattet.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch für Flüchtlinge einzusetzen?
Herr Rolirad kam mit der Idee zu uns. Dann haben wir als Klasse überlegt, wie wir Flüchtlingen hier in Braunschweig helfen können.

Jonas Bröring
Was hat Dich bewegt/motiviert mitzumachen?
Ich denke, dass wir die Flüchtlinge hier aufnehmen sollten. Da es auch einige, wie in Braunschweig die Bragida, gibt, die das anders sehen, denke ich, dass wir den Flüchtlingen zeigen sollten, dass nicht alle so denken. Indem man sie hier willkommen heißt und ihnen hilft.

Welche von den durchgeführten Aktionen hat Dir am besten gefallen und warum?
Die Flohmarktaktion, weil wir da das Gefühl hatten, aktiv mitgeholfen zu haben, die Flüchtlinge hier willkommen zu heißen.

Was hältst du von den Flüchtlingen, die Du bei Eurem Besuch beim Remenhof kennengelernt habt?
Als wir unsere Spenden nachmittags vorbeigebracht haben, hatte ich keine Zeit und konnte deshalb nicht mitkommen.

Plant ihr noch weitere Aktionen? Wenn ja, welche?
Wir überlegen momentan, ob und welche Aktionen wir als Klasse noch durchführen wollen.

Was würdest Du Dir für die Zukunft (in Bezug auf die Flüchtlinge/für die Flüchtlinge) wünschen?
Dass man sie hier willkommen heißt und bestmöglich versucht, ihnen zu helfen, hier klarzukommen und sich hier wohlzufühlen.

Hat sich Deine Sichtweise auf Flüchtlinge wegen der aktuellen Ereignissen (z. B. die Silvesternacht) verändert?
Nein, nicht wirklich.

Dienstag, 23. Februar 2016

Digitales Klassenzimmer


Ein Gewinn für das selbständige Lernen. Valea Elß berichtet von der Präsentation des Digitalen Klassenzimmers.

Im Frühjahr 2015 kam bei einigen Schülern der damaligen 9ms im Biologieunterricht eine Frage auf: Was ist denn jetzt mit Ebola?
Daraufhin stellte die Klasse ein Projekt auf die Beine, bewarb sich bei dem bundesweiten Wettbewerb „Ideen bewegen“ der Initiative „Digitale Bildung neu denken“ und gewann den ersten Preis: ein „Digitales Klassenzimmer“. Dieses wurde am 21.01.2016 feierlich eröffnet.
Herr Thamm van Balen begrüßte die Gäste und dankte allen, die das Projekt unterstützt oder bei seiner Umsetzung geholfen hatten. „Die Geschichte des „Fliegenden Klassenzimmers“ von Erich Kästner beschreibt, wie Schüler eines Internats die Schule verlassen, um Neues zu entdecken“, erzählte er. „Und was damals ein „Fliegendes Klassenzimmer“ war, ist heute ein „Digitales Klassenzimmer“ – Form und Inhalt völlig neuen Lernens. Dies ermöglicht uns umfassendes, selbstständiges Lernen auf hohem Niveau“, meinte der Schulleiter.
Hr. Thamm van Balen, Hr. Nowak und Hr. Thomsen (v. r.) mit Schülern der Gewinnerklasse
Anschließend erzählten die Schüler etwas über ihr Projekt, wie sie im Biologieunterricht auf die Frage gestoßen waren, „ was denn jetzt mit Ebola sei“. „Zuerst haben wir Leitfragen aufgestellt, mit denen wir arbeiten konnten“; erzählte eine Schülerin.  Danach hätten sie Recherchen angestellt, berichtete eine Mitschülerin. Einen Blog mit Videos, Bildern, Kurzfilmen und Artikeln habe es auch gegeben. Prognosen wurden aufgestellt, und dann wurde ein Bewerbungsvideo für den Wettbewerb gedreht. Dieses wurde anschließend auch gezeigt. „Es zeigt eine spezielle Art des Lernens“, meinte Herr Dr. Nowak später dazu.
Auch die Firma Samsung, die das digitale Klassenzimmer finanziert hat, äußerte sich begeistert zu dem Projekt: „Wir haben das Projekt auf unserer jährlichen didacta, der größten Messe für Bildungswissenschaften in Europa, präsentiert, da wir gerne Lehrprojekte fördern wollen“, erzählte ein Mitarbeiter.
Später durften die Schülerinnen und Schüler mithilfe des Programms „Geo-Gebra“ verdeutlichen, wie sie die einzelnen Leitfragen ausgewertet hatten.
Die Einbindung in Medien war während des Projekts ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung von beispielsweise Graphen und Diagrammen. Das meinten auch die Schüler.
„Wenn jemand mit einer Aufgabe schon fertig ist, könnte der Lehrer ohne Umstände dies allen zeigen. Außerdem kann der Fachlehrer entscheiden welche Programme geöffnet werden können“, nannte ein Schüler die positiven Aspekte der neuen Medien. Eine Mitschülerin ergänzte, dass das Tablet wie eine digitale Schultasche sei. Durch das Ersetzen der Bücher sei diese um einiges leichter geworden.
Die Einbindung von Technik in den Unterricht, so der allgemeine Tenor, ist ein wichtiger Fortschritt des Lernens.


Der Aufwand hat sich gelohnt. Valea Elß im Gespräch mit Herrn Thomsen zum Digitalen Klassenzimmer 

Wer ist auf die Idee gekommen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen?
Durch die Themen im Bereich Biologie ist bei einigen Schülern die Frage aufgekommen „Was ist denn jetzt mit Ebola?“, da dies im Jahre 2014 ein sehr großes Thema war. Außerdem hatten wir das Angebot bekommen, an einem Wettbewerb teilzunehmen.

Gab es Probleme bei der Umsetzung dieses Projekts?
Die Zeit war natürlich ein Problem, ansonsten hat alles gut geklappt.

Hätten Sie gedacht, dass Sie es mit Ihrem Projekt so weit bringen?
Man weiß natürlich nie, ob man gewinnt, aber wir waren gut vorbereitet und hatten also gute Chancen.

Für was wird Ihnen das „Digitale Klassenzimmer nützlich sein?
In Biologie ist das „Digitale Klassenzimmer“ sehr nützlich, zum Beispiel, um Versuche zu protokollieren.

Wie finden Sie diesen Fortschritt im Allgemeinen?
Ich finde es gut, es ist eine tolle Abwechslung. Der Vorteile dabei sind außerdem, dass die Schüler schon mit den Tablets vertraut sind. Diesbezüglich müssen wir ihnen es nicht erst beibringen.

Wer wird das „Digitale Klassenzimmer“ nutzen?
Zunächst einmal diese Klasse (die damalige 9ms). Viele Lehrer wollen jetzt eine Fortbildung machen, damit auch sie zukünftig so unterrichten können.

Was enthält das „Digitale Klassenzimmer“?
Tablets, Computer, einen Drucker und natürlich die digitale Schultafel.

Denken Sie, der Aufwand hat sich gelohnt?
Ja, auf jeden Fall. Wir haben viel erreicht.


Freitag, 19. Februar 2016

WG-Geschichten VI


Schüler wird Lehrer und Lehrerin wird Schülerin. Jeannette Gellrich über ein besonderes Erlebnis am WG

Felix Jung, langjähriger WGtarier-Redakteur und IT-Experte
Graue Wände, Regale mit alten, speckigen Büchern vollgestopft und zwei staubige Sofas ... So sah die Bücherei in der Außenstelle aus, als ich sie vor einigen Jahren übernahm. Nicht gerade einladend, dachte ich mir und wusste, wenn sich hier Schülerinnen und Schüler wohlfühlen sollen, muss renoviert werden.
Mit tatkräftiger Unterstützung begann ich mit der Renovierung. Gemeinsam mit Frau Düerkop, einer Mutter unserer Schule, und dem neuen Bücherei-Team wurden alle Bücher aussortiert. Danach musste der Raum leer geräumt werden, damit die Maler dem Raum einen neuen Anstrich verpassen konnten. Also wurden die verbliebenen Bücher in den Keller geschleppt. Nachdem der Raum frisch in hellen Farben erstrahlte, wurden alle Bücher wieder nach oben geholt.
Der Förderverein unterstützte uns, so dass wir viele aktuelle Bücher neu kaufen konnten. Doch das war nicht alles. Nun sollte auch das Ausleihsystem erneuert werden: weg von dem alten umständlichen Karteikartensystem, hin zum Iserv-Bibliotheksmodul. Ich hatte viele Vorbehalte, aber einer unserer Schüler, Felix Jung, ließ nicht locker und überzeugte mich letztendlich von den Vorzügen. Mit Leichtigkeit besorgte und installierte er alles.
Doch dann kam das Schwierigste: Ich musste lernen, mit dem Modul zu arbeiten. Und so wurde ich zur Schülerin und Felix zu meinem Lehrer. „Alles kein Problem“, sagte er, und es folgten stundenlange Einweisungen bei denen seine Finger über die Tastatur sausten, Fenster auf- und zugeklickt wurden … Mir wird heute noch schwindelig, wenn ich daran denke. Und immer wenn ich stolz behauptete, allein zurechtzukommen und Felix weg war, traten neue Probleme auf. Aber Felix verlor nie die Geduld, beantwortete meine verzweifelten E-Mails oder kam sofort in die Außenstelle gesaust. Und irgendwann hatte er es geschafft. Ich beherrschte das Modul so weit, dass ich mein Team einarbeiten konnte.
Wir benutzen das Modul nunmehr seit einigen Jahren und das Bücherei-Team kommt prima damit zurecht. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit, da wir als Team zusammengearbeitet und viel erreicht haben.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank aussprechen an: Frau Düerkop, den Förderverin des WGs, Felix Jung und vor allem allen Schülerinnen und Schülern, die sich in den vergangen Jahren im Bücherei-Team engagiert haben.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Interview: Tsuzumi Namikawa

Drei Stunden Üben am Tag. Die preisgekrönte Pianistin Tsuzumi Namikawa im Gespräch mit Valea Elß.

Tsuzumi Namikawa besucht die zwölfte Klasse am WG und hat beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ 2014 einen ersten Preis bekommen. Jetzt zählt sie zu den besten jungen Klavierspielerinnen Deutschlands. Sie gibt auch Konzerte, wie auf Veranstaltungen, in der Schule, an Musikschultagen und beim „Tastentaumel“, einem Klavierfestival im Braunschweiger Land. Außerdem spielt sie im Duo mit einer Schülerin der Gaußschule.

Seit wann spielst du Klavier?
Seit ich fünf bin, also seit 13 Jahren.

Wie bist du auf das Instrument gekommen?
Wir hatten ein E-piano zu Hause stehen, da meine Mutter das Instrument sehr mochte und auch für drei Monate Unterricht hatte.

Wie oft übst du am Tag?
Ich übe drei Stunden am Tag, am Wochenende noch mehr, da ich dort keine Schule und mehr Zeit habe.

Hast du ein Vorbild ?
Ja, ich finde Hélène Grimaud toll.

Spielst du lieber etwas Schnelles oder Klassik?
Ich spiele generell nur Klassik.

Hast du ein Lieblingslied von den Stücken, die du spielst?
Ich mag alle Lieder, Bach oder auch Beethoven spiele ich sehr gern.

Was für Tipps würdest du jemandem geben, der mit Klavier anfängt?
Man muss natürlich Lust haben und viel üben, aber ein guter Lehrer ist auch sehr wichtig.

Möchtest du in deiner späteren Berufslaufbahn etwas mit dem Klavier oder Musik generell zu tun haben?
Ja, auf jeden Fall möchte ich mich später ganz intensiv mit der Musik und dem Klavier beschäftigen. Allerdings hat man als Pianistin nicht sehr viele Chancen, denn die Konkurrenz ist stark. Aber natürlich soll es viel mit dem Klavier zu tun haben, die Musikhochschule ist mein Ziel.

Hast du schon mal ein anderes Instrument gespielt oder spielst du ein anderes Instrument?
Ich wollte mal, Geige hätte mich interessiert, aber nein, ich spiele kein anderes Instrument.

Was machst du außer Klavierspielen an Hobbys?
Pokémon interessieren mich, aber ansonsten nimmt die Schule sehr viel Platz ein.

Wo hast du das Klavierspielen gelernt?
Zuerst in Japan, dann fünf bis sechs Jahre in München in einer Musikschule, schließlich hier bei einem Lehrer, der auch bei einer Musikschule Unterricht macht, allerdings nehme ich nicht von der Musikschule aus Unterricht, sondern privat. Eine Schülerin von der Gaußschule, mit der ich auch Duos spiele, nimmt ebenfalls bei ihm Unterricht.

Wie hast du dich gefühlt, als du von deinem Erfolg bei „Jugend musiziert“ erfahren hast?
Natürlich freut man sich riesig, aber man sollte nicht nur an den Preis denken, sondern auch einfach Spaß haben.

Gab es jemanden, der dich motiviert hat, bei „Jugend musiziert“ mitzumachen?
Eigentlich nicht, ich habe schon vor meinem Erfolg jedes Mal mitgemacht. Aber es ist natürlich wichtig, dass viele Leute hinter dir stehen, wie bei mir meine Familie und auch die Schule. Viel Unterstützung ist wichtig.

Wie läuft „Jugend musiziert“ ab?
Es gibt mehrere Etappen, wie bei der Mathe-Olympiade, bei denen du immer wieder weiterzukommen versuchst. Außerdem gibt es Ebenen, die Regional-, Bundes- und Landesebene.
Man schickt Stücke ein und muss vorspielen, die Juroren bewerten das dann und vergeben Punkte, zum Beispiel für musikalische Gestaltung. Man hat für das Vorspiel 20 Minuten

Wie lange hast du in Japan gelebt und was bedeutet Dir die japanische Kultur?
Ich habe neun Jahre in Japan gelebt. Japan ist meine Heimat, auch wenn ich das Land nur einmal im Jahr besuchen kann. Ich denke und besitze japanische Werte und Moral und lege auch viel Werte darauf (Höflichkeit, Freundlichkeit und so weiter). Dennoch hatte ich keine großen Schwierigkeiten, als wir nach Deutschland gezogen sind, obwohl die Kulturen durchaus sehr unterschiedlich sind.

 Fotos: privat