„Das Haus der Musik ist in seiner jetzigen Form ein Schlag ins Gesicht aller Braunschweiger Steuerzahler*innen!“ Martino Rossi (11c) zu einem kommunalen Skandal.
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| Hier soll es rein: in das ehemalige Karstadt-Kaufhaus am Gewandhaus. |
In
Braunschweig braucht es eine neue Musikschule – so viel ist klar! Denn die
aktuelle Lösung ist aufgrund der zwei weit auseinander liegenden Standorte und
deren Gebäudezuständen keine Option für die Zukunft mehr. Es braucht eine
Musikschule, die zentral an einem Standort liegt, einen modernen Konzertsaal
aufweist, der bisher fehlt, und einen „Dritten Ort“* für alle Menschen in
dieser Stadt bietet, der offen zugänglich, niedrigschwellig und konsumfrei ist.
Doch
das, was die Stadt sich jetzt als Lösung ausgedacht hat, ist nicht tragbar und
ein kommunaler Skandal. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Braunschweiger
Steuerzahler*innen – jedenfalls in seiner jetzigen, miserablen Form. Die
gesamten Baukosten betragen 120 Mio. Euro. Davon bezahlt die Stadt 49 %, New
Yorker 51%. Das Haus der Musik soll von einem Stiftungskuratorium verwaltet
werden, indem New Yorker eine absolute Mehrheit haben würde. Wenn man die
Baukosten dazu als einzigen Posten miteinbezieht, klingt das fair.
So
verkauft es die Stadt, aber so ist es massiv verkürzt, denn: Erstens müssen
jegliche Mehrkosten von der Stadt getragen werden und zweitens kauft die Stadt
das Grundstück für 10 Mio. Euro von einer Tochterfirma New Yorkers und
überlässt es dann kostenfrei dem Gesamtkonzern. Dass die Stadt bei so einer
üblen Masche mitmacht, ist ein kommunaler Skandal. Natürlich ist das Haus der
Musik wichtig – aber nicht zu diesem Preis. Es ist keine Lösung, sich als Stadt
so erpressen zu lassen.
Die
Mehrheitsverhältnisse im Stiftungskuratorium müssten bereinigt dieser Posten
eigentlich bei 59 % für die Stadt und 41 % für New Yorker liegen. Ich fordere
die Stadt auf, diese Mehrheitsverhältnisse einzufordern und der unverschämten
Erpressung New Yorkers nicht zu verfallen.
Ein
anderer wichtiger Punkt ist die Gestaltung des Hauses der Musik, die sich im
laufenden Prozess immer weiter verschlechtert hat. Das Haus der Musik braucht
einen echten „Dritten Ort“, der konsumfrei, niedrigschwellig und offen
zugänglich ist. Dieser „Dritte Ort“ fehlt in den Planungen – er ist einem
Luxus-Café zum Opfer gefallen. Das passiert, wenn man Milliardären die Planung
überlässt. Aber das darf nicht so sein.
Und
auch der riesige Konzertsaal für 2000 Menschen sollte längst nicht gesetzt
sein. Die Musikschule braucht einen neuen Konzertsaal. Doch wie zahlreiche
Musikschüler*innen berichten, ist längst keiner in dieser Größe von Nöten.
Diese Dimension des Konzertsaals ist und bleibt ein Prestige-Projekt der Firma
New Yorker.
Außerdem
ist zu erwähnen, dass, so perplex es auch ist, die Stadt sogar noch die Räume
für die Musikschule, in die sie selbst investiert, teuer von New Yorker mieten
muss. Wie man sich als Stadt so dermaßen abziehen kann, erschließt sich mir
nicht.
Was
aus meiner Sicht klar ist: Die Stadt darf sich nicht erpressen lassen! Es
braucht eine Musikschule für alle – nicht für wenige! Die Stadt muss die
Mehrheit im Stiftungskuratorium besitzen und tragfähige Entscheidungen treffen!
* In
der „Bedarfs- und Potenzialanalyse“ von 2023 heißt es zum „Dritten Ort“: „Öffnung
und Belebung des Gebäudes und Quartiers, Ganztagsbespielung und
Niedrigschwelligkeit, Erschließung neuer Zielgruppen, Verstärkung soziale
Interaktion und Zugehörigkeit.“
Foto: By TeWeBs - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=153091102

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