Sonntag, 12. April 2026

Haus der Musik

„Das Haus der Musik ist in seiner jetzigen Form ein Schlag ins Gesicht aller Braunschweiger Steuerzahler*innen!“ Martino Rossi (11c) zu einem kommunalen Skandal.

Hier soll es rein: in das ehemalige Karstadt-Kaufhaus am Gewandhaus.

In Braunschweig braucht es eine neue Musikschule – so viel ist klar! Denn die aktuelle Lösung ist aufgrund der zwei weit auseinander liegenden Standorte und deren Gebäudezuständen keine Option für die Zukunft mehr. Es braucht eine Musikschule, die zentral an einem Standort liegt, einen modernen Konzertsaal aufweist, der bisher fehlt, und einen „Dritten Ort“* für alle Menschen in dieser Stadt bietet, der offen zugänglich, niedrigschwellig und konsumfrei ist.

Doch das, was die Stadt sich jetzt als Lösung ausgedacht hat, ist nicht tragbar und ein kommunaler Skandal. Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Braunschweiger Steuerzahler*innen – jedenfalls in seiner jetzigen, miserablen Form. Die gesamten Baukosten betragen 120 Mio. Euro. Davon bezahlt die Stadt 49 %, New Yorker 51%. Das Haus der Musik soll von einem Stiftungskuratorium verwaltet werden, indem New Yorker eine absolute Mehrheit haben würde. Wenn man die Baukosten dazu als einzigen Posten miteinbezieht, klingt das fair.

So verkauft es die Stadt, aber so ist es massiv verkürzt, denn: Erstens müssen jegliche Mehrkosten von der Stadt getragen werden und zweitens kauft die Stadt das Grundstück für 10 Mio. Euro von einer Tochterfirma New Yorkers und überlässt es dann kostenfrei dem Gesamtkonzern. Dass die Stadt bei so einer üblen Masche mitmacht, ist ein kommunaler Skandal. Natürlich ist das Haus der Musik wichtig – aber nicht zu diesem Preis. Es ist keine Lösung, sich als Stadt so erpressen zu lassen.

Die Mehrheitsverhältnisse im Stiftungskuratorium müssten bereinigt dieser Posten eigentlich bei 59 % für die Stadt und 41 % für New Yorker liegen. Ich fordere die Stadt auf, diese Mehrheitsverhältnisse einzufordern und der unverschämten Erpressung New Yorkers nicht zu verfallen.

Ein anderer wichtiger Punkt ist die Gestaltung des Hauses der Musik, die sich im laufenden Prozess immer weiter verschlechtert hat. Das Haus der Musik braucht einen echten „Dritten Ort“, der konsumfrei, niedrigschwellig und offen zugänglich ist. Dieser „Dritte Ort“ fehlt in den Planungen – er ist einem Luxus-Café zum Opfer gefallen. Das passiert, wenn man Milliardären die Planung überlässt. Aber das darf nicht so sein.

Und auch der riesige Konzertsaal für 2000 Menschen sollte längst nicht gesetzt sein. Die Musikschule braucht einen neuen Konzertsaal. Doch wie zahlreiche Musikschüler*innen berichten, ist längst keiner in dieser Größe von Nöten. Diese Dimension des Konzertsaals ist und bleibt ein Prestige-Projekt der Firma New Yorker.

Außerdem ist zu erwähnen, dass, so perplex es auch ist, die Stadt sogar noch die Räume für die Musikschule, in die sie selbst investiert, teuer von New Yorker mieten muss. Wie man sich als Stadt so dermaßen abziehen kann, erschließt sich mir nicht.

Was aus meiner Sicht klar ist: Die Stadt darf sich nicht erpressen lassen! Es braucht eine Musikschule für alle – nicht für wenige! Die Stadt muss die Mehrheit im Stiftungskuratorium besitzen und tragfähige Entscheidungen treffen!

 

* In der „Bedarfs- und Potenzialanalyse“ von 2023 heißt es zum „Dritten Ort“: „Öffnung und Belebung des Gebäudes und Quartiers, Ganztagsbespielung und Niedrigschwelligkeit, Erschließung neuer Zielgruppen, Verstärkung soziale Interaktion und Zugehörigkeit.“


Foto: By TeWeBs - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=153091102


 

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