Im Ramadan entwickelte Fähigkeiten und Gewohnheiten beibehalten. Gemeinsames Iftar am WG. Ein Bericht von Rukayya Mostafa (6a) und Interviews mit Gästen von Ayham Haj Hammadeh (6a).
Am 16. März fand im Remter des WGs das dritte gemeinsame Iftar statt. Das Programm begann mit einer Einleitung des Schuldirektors, Herrn Bartsch. Während seines Vortrags wurde noch einmal deutlich, wie vielfältig die Gruppe der Teilnehmenden war, denn auf Nachfrage stellte sich heraus, dass etwa die Hälfte der Besucher nicht dem Islam angehörte.
Anschließend
lauschten die Zuhörer gespannt einem Vortrag über den Ramadan. Sicherlich
konnten dabei viele etwas dazulernen.
Zum
Beispiel, dass „Iftar“ ein arabischer Begriff ist. So nennt man das
Fastenbrechen im Monat Ramadan, nachdem man von Sonnenaufgang bis
Sonnenuntergang gefastet hat. Vor Sonnenaufgang kann man aufstehen und ein
Frühstück (Suhur) einnehmen. Muslime verrichten danach das Morgengebet (Fajr)
und beginnen anschließend mit dem Fasten. Das bedeutet, dass man in dieser Zeit
weder isst noch trinkt und sich noch stärker auf seinen Glauben konzentriert.
Das
ist jedoch bei Weitem nicht alles, denn man versucht ebenfalls, Taqwa
(Gottesbewusstsein, Gottesfurcht und Achtsamkeit gegenüber Gott) zu erlangen.
Nach dem Ramadan bemüht man sich natürlich, die in diesem gesegneten Monat
entwickelten Fähigkeiten und Gewohnheiten beizubehalten. Das Ende des Ramadan
wird durch das Īd al-Fiṭr (Fest des Fastenbrechens oder oft auch „Zuckerfest“
genannt) gekennzeichnet. Hierbei kommen Familie und Freunde zusammen und feiern
gemeinsam mit der muslimischen Gemeinschaft.
Beim
gemeinsamen Iftar beehrte uns des weiteren Anette Rueß vom Sozialreferat der
Stadt Braunschweig mit einem interessanten, aber auch traurigen Vortrag über
ihre Arbeit im Bereich der Kinderarmut. Die Besucher verfolgten den Vortrag
gespannt.
Im Anschluss gab es noch eine Fragerunde, und danach konnte das Fastenbrechen beginnen: Die Lehrer standen an den Essensausgaben und verteilten den bereits hungrigen Besuchern Tas Kebab, einen türkischen Fleischeintopf, der – so wie im letzten Jahr – vom Restaurant Urfa zubereitet wurde.
Pünktlich zum Abendgebet war es an der Zeit, das Fasten zu brechen. So wie der Prophet Muhammad es vorlebte, brachen die meisten ihr Fasten mit einer Dattel und/oder Wasser. Dr. Sadiqu Al-Mousllie, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Zentralrats der Muslime in Deutschland, kündigte den Adhan, den Gebetsruf, an. Alle lauschten den schönen Worten respektvoll.
Nachdem der Adhan verklungen war, begaben sich die Besucher zum leckere Buffet. Als Nachtisch gab es ein vielfältiges Kuchenbuffet, welches von den anwesenden Schüler/innen vorbereitet wurde. Auch hier konnte man die Diversität der Veranstaltung gut erkennen, da es viele verschiedene Desserts gab, zum Beispiel Atayef (aus Syrien), Schokoladenkuchen und viele weitere Spezialitäten.
Als
Verbesserungsvorschlag könnte man beim nächsten Mal noch einen Gebetsraum oder eine
Ecke für diejenigen, die das Abendgebet (Maghrib) verrichten wollen, zur
Verfügung stellen. So haben viele ihr Gebet im Flur verrichtet. Trotzdem war
die Stimmung sehr gut und es war den ganzen Abend über eine angenehme
Atmosphäre.
Organisator
der Feier war Burak Öztürk, Lehrer am WG. Sein Fazit für das Iftar war:
„Insgesamt
bin ich mit dem gesamten Abend sehr zufrieden gewesen. Neben dem Vortrag über
Kinderarmut von Frau Rueß war ich besonders beeindruckt von der Stimmung
während der gesamten Veranstaltung. Es war ja zu sehen, dass sehr viele
Menschen anwesend waren, die nicht muslimisch sind. Ich habe einen sehr
rücksichts- und verständnisvollen Umgang, aber auch eine gelassene und
fröhliche Stimmung innerhalb der Schulgemeinschaft beobachtet, was mich sehr
erfreut hat. Aus meiner Sicht war das ein rundum gelungener Abend!“
Auch
der Schuldirektor Wolfram Bartsch war anwesend:
„Unsere
gemeinsame Iftar-Feier war auch in diesem Jahr wieder eine gesellige, fröhliche
und zugleich lehrreiche Veranstaltung. Ich fand es interessant von
Schüler*innen zu hören, welche Traditionen im Ramadan in vielen Familien
unserer Schulgemeinschaft gepflegt werden. Spannend aber auch etwas beklemmend
fand ich den Bericht von Frau Rueß zu ihrer Arbeit im Sozialreferat der Stadt
Braunschweig und insbesondere zum Bereich Kinderarmut. Es war interessant zu
erfahren, welche Unterstützung Betroffene, Gefährdete und Ratsuchende dort
bekommen. Beim gemeinsamen Fastenbrechen in unserem Remter hat mir die
familiäre Atmosphäre gefallen und die Verbundenheit mit unserer
Schulgemeinschaft, die dort zu spüren war. Es hat mich gefreut, dass neben
vielen muslimischen Familien auch zahlreiche Mitschüler*innen, Eltern,
Kolleg*innen, Ehemalige und Freund*innen dabei waren, die ansonsten keinen
Bezug zum islamischen Fasten haben. Der Abend war ein Ausdruck einer
vielfältigen, aufgeschlossenen und aneinander interessierten Schulgemeinschaft.“
Stimmen
von Gästen
Warum
bist du zu dieser Veranstaltung gekommen?
Aktor
(5b): Weil ich es cool finde.
Tom
(6a): Ich hatte hierzu Lust, ich wollte es ausprobieren.
Zyan
(5c): Ich bin Muslim und finde es gut, dass wir in einem christlichem Land ein
muslimisches Fest in einer Schule feiern können. Darum wollte ich ausprobieren,
wie das hier ist. Und ja, es war super.
Zain
Haj Hammadeh: Ich bin gekommen, damit mein Kind nicht alleine hingehen muss.
Und
was fandest du gut?
Aktor:
Dass es sehr viel Spaß gemacht hat. Und die Veranstaltung davor in der Aula war
auch toll.
Tom:
Alles, es gab nichts, was ich schlecht fand.
Olli
Bock (Toms Vater): Weil wir letztes Jahr schon hier waren. Das ist eine total
tolle Veranstaltung. Nette Leute hier, nettes Beisammensein, viele Kulturen.
Zyan
(5c): Ich finde es super, wie die Stadt Braunschweig dieses Projekt über Armut macht.
Zain
Haj Hammadeh: Ich finde es toll, dass viele Kinder gekommen sind, um über eine
andere Kultur etwas zu erfahren.
Olli
Bock: Die Vorträge auf jeden Fall, auch der über Kinderarmut. Das war sehr
interessant zu sehen. Das glauben die meisten Kinder ja nicht, die in diesem
Wohlstand leben. Wir haben ja Luxus. Das sehen viele gar nicht, das ist für die
normal. Ich sage unserem Sohn immer, es ist nicht normal, dass wir jeden Tag
einen vollen Teller haben. Das ist ihm hier auch mal klar worden.
Fandest
du das Essen lecker?
Zyan
(5c): Ja, das war gut. Es war auch von einem guten Restaurant.
Fotos: Ayham







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