Samstag, 24. Februar 2018

App-Test: Sprachenlernen






Keine Lust mehr auf Vokabelkarten und -hefte? Justina Dai und Valea Elß testen und vergleichen Apps zum Sprachenlernen.

Folge 2: Memrise

Unsere persönliche Bewertung: 4,9 Sterne (von 5)


Kosten: Es gibt eine sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Version (z. B. 7,11 Euro).
Vorteile der kostenpflichtigen Version gegenüber der kostenlosen: Sprechfunktion
  • Mit anderen Nutzern chatten
  • Offline-Modus
  • unbegrenzter Zugang zu allen Lernspielen
  • Gezielte Wiederholung von Problemwörtern
  • Bemerken von Schwächen
  • Videos von Muttersprachlern
  • Unbegrenzte Nutzung aller Level


Korrektheit (geschätzt): 99 %


Sprachen
  • Englisch (UK)
  • Englisch (US)
  • Französisch
  • Spanisch
  • Italienisch
  • Russisch
  • Chinesisch
  • Japanisch
  • Koreanisch
  • Türkisch
  • und viele mehr …





Funktionen

  • verschiedene Lektionen mit sinnvollen Themen
  • sowohl Anfänger- als auch Fortgeschrittenen-Niveau möglich
  • regelmäßige Wiederholungen der Vokabeln
  • Anzeige von sowohl sinnlicher als auch wörtlicher Übersetzung
  • Bilder, um das Gelernte besser im Kopf zu behalten (Funktion nur mit Wlan verfügbar)
  • Aussprache anhören möglich
  • spielerisches Erlernen durch Hintergrundgeschichte und das Sammeln von Punkten
  • Anzeige, wie gut man die Vokabeln bereits beherrscht
  • sobald die Lektion abgeschlossen ist, Internetverbindung nutzbar
  • Unterteilung in Level
  • verfügbare Bestenliste
  • Anzeige von Problemwörtern
  • gesetztes Ziel
  • Wiederholung der Vokabel bei falscher Eingabe
  • Anzeige aller erlernten Wörter
  • Einstellen einer Erinnerung ans Lernen

Aufgaben
  • Auswählen der richtigen Lösung durch Hören/Lesen
  • Tippen der richtigen Lösung (mit Tipp, falls gewünscht)
  • Ordnen der Wörter in die richtige Reihenfolge

Unsere Bewertung:
Die App beinhaltet sehr viele Funktionen und ist sehr verlässlich. Mithilfe einer fiktiven Agentengeschichte wird das Lernen von Vokabeln zum spannenden Spiel. Durch ergänzende Bilder kann man sich die Vokabeln leicht einprägen. Das Sammeln von Punkten, die Geschichte und die täglichen Erinnerungen motivieren schnell zum Lernen.
Ergänzt wird jede einzelne Vokabel durch das Bild einer kleinen Blume. Jedes Mal, wenn man die richtige Übersetzung der jeweiligen Vokabel richtig auswählt, wächst die Blume. So lässt sich schnell erkennen, welche Vokabeln einem leicht fallen und welche nicht.
Die Vokabeln sind sinnvoll und helfen beim Erlernen der Sprache. Es gibt sowohl ein Anfänger- als auch ein Fortgeschrittenen-Niveau, welches sich allerdings immer noch mit dem Grundvokabular befasst. Zum Erlernen einer neuen Sprache und dem Vertiefen einer bereits bekannten Sprache ist die App geeignet, obwohl die Vokabeln nur auf dem Grundvokabular basieren.Grammatische Einheiten gibt es nicht, die App eignet sich ausschließlich zum Lernen von Vokabeln. Wir können die App jedem empfehlen, der Vokabeln einer bereits bekannten Sprache wieder auffrischen, beziehungsweise das Vokabular einer neuen Sprachenlernen will. Nach zwei bis drei Lektionen endet jedoch der kostenlose Zugang. Ab diesem Zeitpunkt muss die Nutzung bezahlt werden. Da die kostenpflichtige Version im Vergleich zur kostenlosen sehr viele Vorteile hat (siehe oben), ist es nach unserer Einschätzung allerdings lohnenswert, ein wenig Geld in die App zu investieren.



Mittwoch, 24. Januar 2018

Recyclingfirma Elpro

Einer kommt mit zwei Handys im Fahrradkorb, der andere mit fünf alten Waschmaschinen. Jan-Marten Kleine-Besten berichtet vom Weg seiner alten Computermaus in der Firma ELPRO Umweltservice Braunschweig und befragt Marianne von Bormann, seit der Firmenneugründung am 31. Mai 2016 ELPRO-Geschäftsführerin


ELPRO-Annahmestelle, Hannoversche Straße 66A.
Die Reise meiner Computermaus auf dem Recyclinghof
Habt ihr euch eigentlich schon einmal gefragt, wo eure kaputte Computermaus oder andere alte oder defekte Elektrogeräte landen? Egal, wie groß ein altes Elektronikgerät ist, es sollte nicht in die normale Restabfalltonne gelangen. Denn in allen Elektronikgeräten sind seltene Metalle verbaut, wie zum Beispiel Silber, Wolfram oder Gold. In einem modernen Smartphone, welches ein Durchschnittsgewicht von 140 Gramm hat, sind ungefähr 1,4 Gramm dieser seltenen Komponenten eingebaut. In Zeiten immer knapper werdender Ressourcen werden Metalle und Kunststoffe von Recyclingunternehmen, wie zum Beispiel der Firma ELPRO aus Braunschweig, aus den Geräten entnommen und die giftigen Bestandteile, wie zum Beispiel Batterien, entfernt und getrennt entsorgt. Ich habe mir selbst ein Bild von diesem Recyclingprozess bei der Firma ELPRO in der Hannoverschen Straße Braunschweig gemacht und möchte euch in diesem Artikel mit auf eine Reise in diese Welt mitnehmen. Ich habe mich dafür an einem Samstagmorgen mit einer defekten Computermaus unter dem Arm mit der Chefin, Mariann von Bormann, verabredet.
Kabel: Rohstoffe, nichts für den Hausmüll.
1. Zunächst wurde meine defekte Computermaus an der Annahmestelle von einem freundlichen Mitarbeiter entgegengenommen. An dieser Stelle werden Geräte in verschiedene Sorten grob vorsortiert, zum Beispiel Waschmaschinen in „weiße Ware“ oder Toaster in den Behälter Haushaltskleingeräte. Bei Geräten, die Batterien oder Akkus enthalten, werden diese entfernt und in getrennten Boxen gesammelt. An diesem Standort könnt ihr auch nur eure alten Batterien oder Akkus unkompliziert und kostenlos abgeben, da auch diese nicht in den normalen Restmüll gelangen sollten. Denn sie enthalten wertvolle Rohstoffe und außerdem Gifte, die nicht ins Grundwasser gelangen dürfen.
Arbeitsplatz zum Entfernen des Kabels meiner Computermaus.
2. Als Nächstes wurden die Einzelteile meiner Computermaus von einem feuerroten Gabelstapler abgeholt und in einer anderen Halle in einen großen Trichter geschüttet. Ich war ganz erstaunt, als ich meine PC-Maus dann auf einem Laufband vor meinen Augen entlanglaufen sah. Die einzelnen Geräte werden an diesem Platz unter einer großen Dunstabzugshaube aufgeschraubt, und die schwarzen Kunststoffteile werden entfernt. Das Laufband bewegt sich weiter zu zwei Tischen, wo nacheinander alle Stofffraktionen, wie um Beispiel Glas, aus den Geräten entnommen und in viele Gitterboxen befördert werden, die in der ganzen Halle verteilt sind.
Gehäuse meiner Computermaus, gelagert für das weitere Recycling.
3. Vor der nächsten Halle konnte ich blaue Fässer sehen. Frau von Bormann erklärte mir, dass darin die chemischen Substanzen, zum Beispiel FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) aus Kühlgeräten, gelagert werden. Auf einem angrenzenden etwas erhöht liegenden Hof lagern viele einzeln sortierte Wertstoffe, die von anderen Unternehmen aufgekauft werden und wieder in neue Produkte verbaut werden. Kunststoffe, wie das oft in Elektrogeräten verbaute Polypropylen, werden zu sogenanntem Recyclat, also kleinen Plastikkügelchen geformt und zum Beispiel zu neuen Blumentöpfen verarbeitet. Metalle wie Aluminium werden bei einem hohen Preis für derzeit etwa 1,80 Euro pro Kilogramm an Metallgießwerke verkauft und anschließend wieder zu neuen Metallprodukten gefertigt.
Klein, aber Wertstoff.
Die Firma ELPRO recycelt nicht nur meine Computermaus oder andere Elektrogeräte, sondern auch Produkte von großen Automobilherstellern oder anderen Firmen. Auch die grasgrünen Transformatoren, die in Elektroumspannwerken verbaut sind, werden bei ELPRO recycelt. Ich war überrascht, dass aus einem solchen Transformator im Verlauf des Recyclingkreislaufs zum Beispiel eine Cola-Flasche entstehen kann.
Demontagehalle.  
Mich hat es fasziniert, was aus alten Elektrogeräten entstehen kann. So können pro Jahr in ganz Deutschland 16,5 Mio. Tonnen an Stahl und Eisen dem weiteren Recycling in einem Stahlwerk zugeführt werden oder 300.000 kg Gold, das entspricht 11 % der Welt-Gold-Produktion. Anders als bei Kunststoffen oder Papier verändert sich die Qualität von Metallen beim Recycling nicht und dieser Kreislauf kann unendlich lange funktionieren, solange der Letztnutzer sein Gerät zum Recyclinghof in seiner Region oder Kommune bringt, damit die Zahl der jährlich 40 Mio. Tonnen im Restabfall landenden Wertstoffe in Deutschland sinkt. Dieser Kreislauf des Recyclings kann nur funktionieren, wenn jeder seine alten Elektronikgeräte zu Sammelstellen bringt. Mir hat der Besuch bei der Firma ELPRO Umweltsercive GmbH gezeigt, wie wichtig das Recycling von alten Elektronikgeräten ist und wie viele Ressourcen ansonsten verschwendet werden. Ich bedanke mich bei Frau von Bormann und allen Mitarbeitern für die Unterstützung für diesen Artikel.


*

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Ich bin hier quasi die, die alles leitet, die dafür sorgt, dass Material auf den Hof kommt. Als Geschäftsführerin ist man letztendlich für alles verantwortlich. Man muss natürlich überlegen, wo steht man in fünf Jahren, wie kann man die Firma in die Zukunft führen. Grober Alltag ist hauptsächlich der Einkauf, aber auch die Zahlen, was verdienen wir im Moment, passt das, passt das nicht, und wenn es nicht passt, wie kann ich das ändern. Das kann man nicht immer selber beeinflussen. Manchmal kommen von außen neue Gesetze oder das Material ist weniger wert, als es vorher war, dann muss man sich überlegen, wie man darauf regiert.
ELPRO-Geschäftsführerin Marianne von Bormann

Was war Ihr Hauptgrund, warum Sie bei der Firma ELPRO Braunschweig angefangen haben?
Ich habe schon mal eine Firma aus der Insolvenz geführt. Das ist meine Hauptaufgabe, zu schauen, dass es dieser Firma wieder gut geht.

Was war Ihr schönster Tag bei der Firma ELPRO?
Mein schönster Tag war eigentlich unsere erste Weihnachtsfeier. Da waren wir schon knapp sieben Monate im Betrieb letztes Jahr, hatten noch nicht so viel Geld übrig, aber ich habe gedacht, dass man sich trotzdem zusammensetzt, und ich würde sagen, das war sehr gelungen, die Leute hatten viel Spaß und das Essen war gut.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?
Zum einen gefällt es mir, dass ich was für die Umwelt mache. Es ist auch sehr abwechslungsreich, weil wir so viele Sachen bekommen und man so vieles Verschiedene muss. Kein Tag ist wie der andere. Es kommen auch manchmal ganz seltsame Sachen hier an, wo man gar nicht weiß, was man mit denen machen soll. Manche Leute denken einfach nicht nach, denen ist es einfach egal, wie schlimm das jetzt für einen Mitarbeiter ist, der muss das dann nämlich ausräumen, der arme Mensch. Und man kann sich vorstellen, wie das riecht: ein Käse, der seit drei Wochen in einem Kühlschrank liegt.Das Faszinierende ist einfach, dass, ich sage mal, aus ein alter Fernseher zum Teil zu einer Cola-Flasche wird. Und so ist das bei allen Dingen, die wir hier machen. Die meisten Sachen werden ganz andere Sachen am Ende des Tages.

Wodurch zeichnet sich die Firma ELPRO am meisten aus?
Es ist noch ein sehr kleiner Betrieb mit dreißig Mitarbeitern. Wir hören oft, dass das alles sehr unkompliziert ist, wir bekommen auch oft Lob, dass die Mitarbeiter dort vorne sehr nett sein. Das ist kein großer Konzern, wo alles so ein bisschen anonym läuft.

Wie kann ich als Privatperson meinen Elektronikabfall bei Ihnen abgeben?
Das ist ziemlich simpel. Während der Annahmezeit steht da immer jemand, und wenn man sagt, ich will zum Beispiel nach der Arbeit so um 19:00 Uhr meine Sachen los werden, dann kann man sie hier auch in die Gitterboxen reinlegen. Wobei man leider sagen muss, dort wird auch viel geklaut, das können wir leider nicht verhindern.
Sogenannte ,weiße Ware'.
Wie ist das Einzugsgebiet der Firma ELPRO?
Das Einzugsgebiet der Firma ELPRO ist zweigeteilt, ich sage mal, die private Warenannahme ist mehr oder und minder auf Braunschweig beschränkt. Manche Leute, die hier zum Baumarkt fahren, nehmen dann ihr Altgeräte mit. Es kann auch mal sein, dass jemand aus Peine kommt oder aus Wolfenbüttel. Wir holen aber auch ab, hauptsächlich so plus minus im Kreis von 100 km. Weil wir von Volkswagen den E-Schrott machen, holen wir den aber auch von Audi in Ingolstadt ab. Außerdem haben wir noch die Abteilung Industrieller Rückbau, das ist deutschlandweit. Unser letzter großer Auftrag war zum Beispiel in Karlsruhe. Privat kommt aber niemand aus Düsseldorf zu uns und bringt seinen Toaster hierher.

Wie groß ist der Umsatz der Firma ELPRO?
Letztes Jahr war für uns nur so ein kleines Rumpfjahr, von sieben Monaten. Da hatten wir ungefähr eine Millionen, und wir denken, dass wir dieses Jahr so auf zwei Millionen Umsatz kommen.

Wie viel Umsatz und dadurch Gewinn hat Ihre Firma in der letzten Zeit?
Also ich muss ganz ehrlich sagen, wir sind jetzt noch in unserer Konsolidierungsphase. Letztes Jahr hatten wir einen Gewinn von 40.000. Dieses Jahr ist ein ziemlich kompliziertes Jahr. So wird es nicht viel mehr sein.
Aufbereitete Wertstoffe als Rohstoff für neue Produkte.
Wie könnte das Elektronikrecycling bei der Firma ELPRO in Zukunft aussehen?
Also ich denke, dass wir uns als Erstbehandler darauf konzentrieren werden, die Schadstoffe rauszuholen, damit dann die nächsten Aufbereitungsanlagen keine Schwierigkeiten haben. Damit sich das Quecksilber nicht im ganzen Schredder verbreitet. Außerdem der Industrielle Rückbau. Wir sind in Deutschland ja gerade dabei, die Energieversorgung umzubauen. In diesem Rahmen werden viele alte Anlagen abgebaut. Das ist quasi das zweite Standbein der Firma ELPRO.
Werden die Aufgaben des Menschen in Zukunft eher wichtiger oder nehmen sie eher ab?
Ich würde sagen sowohl als auch. Es wird immer Aufgaben geben, wo es sich einfach nicht lohnt, Maschinen für zu entwickeln. Der Mensch wird immer ein Teil sein, aber die Sortiermaschinen werden immer präziser und schneller.

Spürt man durch die Digitalisierung in eine Veränderung in Ihren Aufgabenbereichen?
Jetzt nicht unbedingt Digitalisierung, aber wir machen mittlerweile vieles über den Computer, z. B. wenn wir von gefährlichen Abfällen reden, da braucht man einen Entsorgungsnachweis. Das geht heute alles über Computer. Man hat immer noch Papiere, aber letztendlich schreibt man per Internet, es ist zur Abholung da, die Spedition schreibt, ich habe es abgeholt, und wir schreiben, wir haben es empfangen.Was wir eher merken, ist die Schnelllebigkeit. Also wir merken, dass die Geräte immer jünger werden. Heute hat kein Mensch mehr 20 Jahre den gleichen Fernseher oder die gleiche Waschmaschine, den gleichen Computer schon überhaupt nicht, den kann man meistens nach fünf Jahren schon wegschmeißen. Früher hat man einen Föhn vielleicht noch repariert, heute wirft man ihn weg und kauft bei Tchibo einen neuen für zehn Euro. Kein Mensch repariert seinen Föhn mehr oder seinen Toaster.

Warum hat die Firma ELPRO Ihren Standort in Braunschweig?
Das hat historische Gründe, der Gründer von ELPRO lebt halt hier und hat in Braunschweig seine Firma gegründet. Und wir haben hier an der Hannoverschen Straße zwei Vorteile: Wir sind nah an der Autobahn, also die Leute kommen schnell zu uns, und natürlich ist es auch praktisch, dass das Bauhaus um die Ecke ist, denn wenn man sich einen neuen Rasenmäher kauft, kann am gleich den alten hier abgeben.
Demontage von Fernsehern.
Kann man ungefähr einen Prozentsatz ausmachen, wie dass recycelte Material verteilt ist in Privathaushalten und Geschäftskunden?
Das haben wir so nie erfasst. Aber es ist wohl ganz gemischt. Es kommen hier Leute mit ihrem Fahrrad an und haben vorne zwei Handys drin, und es kommt hier einer her, der hat seinen Keller ausgeräumt und kommt jetzt mit fünf Waschmaschinen an, die er da Jahrzehnte einfach in den Keller geschmissen hat, also das ist ganz unterschiedlich.

Wie sieht die Historie der Firma ELPRO aus?
Da bin ich ein bisschen die falsche Person, weil ich erst sein anderthalb Jahren hier bin. Es gab in der Hansestraße 2011 einen Schredder. Man dachte, es sei eine gute Idee, von der händischen Zerlegung wegzukommen, hin zur industriellen Zerlegung. Diese Investition hat aber nicht so funktioniert wie gedacht, war also mit ein Grund für die Insolvenz, und ist deswegen auch stillgelegt worden. So wurde alles, was in der Hansestraße stand, in die Türkei verkauft.
Anfang der 90er ging das hier mal los mit kleinem Equipment, und dann hat man 2011, weil die Geschäfte sehr gut liefen, mit industrieller Aufbereitung angefangen. Aber solche Investitionen sind sehr teuer, und das ist für einen kleinen mittelständigen Betrieb sehr schwierig, und dann braucht es auch relativ lange, bis es so funktioniert. Eine Küche kannst du so kaufen und dann funktioniert sie, weil das schon seit 20 Jahren gebaut wird. Im ganzen Bereich Recycling aber verändert sich sehr viel, und es gibt viele unterschiedliche Maschinen, die noch nicht ausgereift sind. Also das, würde ich sagen, war ein großer Einschnitt, diese Investition in den Schredder.

Fotos: Jan-Marten Kleine-Besten; privat.







Freitag, 19. Januar 2018

App-Test

Keine Lust mehr auf Vokabelkarten und -hefte? In den nächsten Wochen testen und vergleichen Justina Dai und Valea Elß verschiedene Apps zum Sprachenlernen.


Folge 1: Duolingo (für Android und iOS)


Unsere persönliche Bewertung: 4,9 Sterne (von 5)

Kosten: Es gibt sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Version, bei welcher verschiedene Abos von einem, sechs oder zwölf Monaten möglich sind. Die kostenlose Version ist meiner Meinung nach jedoch völlig ausreichend.
Der einzige Nachteil bei der kostenlosen Version: Die Lektionen sind nur mit WLAN verfügbar.


Korrektheit (geschätzt): 95%

                                               Sprachen

                                      Für Deutschsprachige
                                             - Englisch
                                             - Spanisch
                                             - Französisch

                                      Für Englischsprachige

Französisch
Portugiesisch
Chinesisch
Japanisch
Koreanisch
Dänisch
Türkisch
Esperanto
Norwegisch
Ukrainisch
Russisch
Polnisch
Walisisch
Hebräisch
Vietnamesisch
Ungarisch
Griechisch
Rumänisch
                                             Niederländisch
                                                  Swahili
                    … und weitere Angebote für anderssprachige

Funktionen
verschiedene Lektionen mit sinnvollen Themen
regelmäßige Wiederholung der Lektionen
Eingabe des persönlichen Tagesziels
Anzeige, wie gut man die Sprache bereits beherrscht
Erstellung eines Profils
Verbindung zu Freunden
Bildung von Lerngruppen möglich
Sammlung von Coins
Progress sharing möglich
Große Vielfalt an grundsätzlichen Themen

Aufgaben
Übersetzungen zuordnen
Wörter in die richtige Reihenfolge bringen
hören und schreiben
Übersetzungen schreiben
nachsprechen

Unsere Bewertung: Ich selbst nutze die App Duolingo nun schon seit langer Zeit für verschiedene Sprachen. Aus diesem Grund kann ich die App jedem empfehlen, der seinen Wortschatz in grundsätzlichen Themenbereichen enorm vergrößern möchte. Dies erreicht man bei Duolingo spielend. Durch Benachrichtigungen wird man an das tägliche Üben erinnert. Nach einigen Tagen werden ebenfalls sogenannte „schwache Wörter“ angezeigt, also Ausdrücke oder Wörter, die man sich laut der App schlecht merken kann, und können in einer Wiederholungslektion aufgefrischt werden. Die App ist allerdings eine Vokabel-App und sorgt somit zwar für einen sehr großen Wortschatz in verschiedenen Bereichen, jedoch nicht für die Grammatikkenntnisse. Wer also lieber Grammatik anstelle von Vokabeln trainieren möchte, sollte sich deshalb besser eine andere App installieren (Empfehlungen folgen). Für alle, die Vokabeln lernen möchten, ist Duolingo ideal und man wird, sofern man den gesamten Kurs mit ein wenig Disziplin bearbeitet, mit einem riesigen Wortschatz belohnt. Dieser bezieht sich allerdings oft nur auf grundsätzliche Vokabeln. Erfahrene Englisch-Lerner könnten deshalb nicht den erwünschten Fortschritt erreichen. Für Wiederholungen und das Ausprobieren anderer Sprachen lohnt es sich dennoch, diese App zu installieren.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Arvid Gollwitzer am CERN

Ein Praktikum am CERN, wo der Aufbau der Materie untersucht wird. Arvid Gollwitzer wurde als einer von 30 Schülern unter 2000 internationalen Bewerbern für ein Praktikum am CERN ausgewählt. Dem WGtarier berichtet er davon.

Daten zum CERN
  • 22 Mitgliedstaaten sind beteiligt
  • 3.2000 Mitarbeiter: das größte Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik
  • Über 10.000 Gastwissenschaftler aus 85 Nationen forschen/forschten am CERN
  • Jahresbudget: rund eine Milliarde Euro
  • Energiekosten: rund 71 Millionen Euro pro Jahr
  • Large Hadron Collider: mit 27 km Länge der größte Teilchenbeschleuniger der Welt
  • Bei Kollisionen der beschleunigten Teilchen entstehen Temperaturen, die 1.000.000.000 mal größer sind als im Inneren der Sonne
  • 2012 Entdeckung des Higgs-Bosons, das populärwissenschaftlich als Gottesteilchen bezeichnet wird, weil das sogenannte Higgs-Feld anderen Elementarteilchen, die es durchqueren überhaupt erst Masse verleiht. Das ist die Voraussetzung für die Entstehung von Materie, also von Sonnen, Planeten, Lebenwesen, kurz, allem, was es gibt.


Der Large Hadron Collider.
Was ist das CERN?
Das CERN ist die Europäische Organisation für Kernforschung mit 22 Mitgliedsstaaten (Conseil européen pour la recherche nucléaire) mit internationaler Bedeutung. Im Vordergrund steht Grundlagenforschung, dabei ist es das Ziel, mithilfe großer Teilchenbeschleuniger den Aufbau von Materie besser zu verstehen.
Der zurzeit größte und international bedeutendste Teilchenbeschleuniger ist der Large Hadron Collider (LHC).
In Bezug auf die Energie und Anzahl der Kollisionen ist er der weltweit leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger.
Im Wesentlichen besteht der LHC aus einem ca. 27 km langen, unterirdisch in der Schweiz und Frankreich verlegten Beschleunigerring. Die Analyse von Teilchenkollisionen geschieht durch mehrere Detektoren am Beschleunigerring.
In diesem Zusammenhang zeichnet sich das CERN z. B. durch die Entwicklung des World Wide Web oder bedeutende Entdeckungen wie das Higgs-Boson aus. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Teilchen des Standardmodells, das letztendlich für Gravitation verantwortlich sein soll. Durch den LHC konnte dieses Teilchen experimentell nachgewiesen werden.


Hier gab Peter Higgs die Entdeckung des Higgs-Bosons bekannt.
Wie kommt man zu der Möglichkeit, an einem Workshop am CERN teilzunehmen?
Voraussetzung für eine Teilnahme ist ein umfangreiches Engagement im Bereich der Astro-/Teilchenphysik. Das „Netzwerk Teilchenwelt“ bietet Workshops und Projektwochen für Jugendliche aus dem Mitgliedsländern des CERN an. Dabei werden aus allen Bewerbern meist rund 30 Kandidaten - ein bis zwei pro Land - mit den überzeugendsten Bewerbungen ausgewählt. Für eine solche Bewerbung sind bisherige Erfolge im MINT-Bereich und die erfolgreiche Teilnahme an Qualifikationsprogrammen des Netzwerks Teilchenwelt entscheidend.

Welche Aktivitäten gab es? Wie sah das Programm in etwa aus?
Das Programm bestand im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zu Beginn standen Führungen und die Besichtigung wichtiger Forschungsprojekte-und Standorte wie der „Antimatter Factory“ (Herstellung und Aufbewahrung von „Antiteilchen“) oder des Synchrocyclotrons, dem ersten Teilchenbeschleuniger am CERN (inzwischen nicht mehr in Betrieb) im Vordergrund.
Synchrocyclotron.
Im zweiten Teil hatte ich die Möglichkeit, durch Vorlesungen, Vorträge und persönliche Gespräche einen Einblick in konkrete Forschungsprojekte und die Arbeit am CERN generell zu erhalten. Ein ganz besonderer Punkt war dabei das Gespräch mit bereits langjährigen Forschern und Mitarbeitern, was einen sehr umfangreichen und detaillierten Einblick in deren Forschung ermöglichte.
Dadurch waren z. B. Besuche des Antiproton Decelerators zur langfristigen Lagerung von Antimaterie), der Magnettesthalle, dort werden Elektromagnete für den LHC getestet und des Compact Muon Solenoid (CMS; einer der vier Detektoren am LHC) möglich.
Antiproton Decelerator.
Lagerung von Antimaterie.
Compact Muon Solenoid, einer der Detektoren am LHC.
CMS Kontrollraum.
Eines der spannendsten Projekte dabei war die Bestrahlung von Tumoren mit Antiprotonen. Dieses Verfahren wird bisher noch an Zellkulturen getestet, soll später jedoch den großen Vorteil bieten, einen Tumor mit deutlich geringerer Beschädigung des umliegenden Gewebes behandeln zu können.
Die gesamte Zeit am CERN war eine sehr wertvolle Erfahrung. Durch diesen ersten Aufenthalt am CERN hatte ich die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und einen umfangreichen Einblick in den international bedeutendsten Standort für Grundlagenforschung zu erhalten.

Wie geht es weiter?
Dieser Workshop war keineswegs ein einmaliges Engagement. Neben dem Aufenthalt am CERN nehme ich bereits an einer Vielzahl von Auswahlverfahren, Angeboten des MINT-EC und Wettbewerben teil. Nach diesem Workshop gibt es die Möglichkeit, noch an einer Projektwoche am CERN teilzunehmen.
Alle diese Aktivitäten liefern die Grundlage für eine Bewerbung an der Universität Cambridge.

Arvid Gollwitzer, einer von zwei Teilnehmern aus Deutschland.
















Fotos: A. G.

Freitag, 8. Dezember 2017

Der neue Chef

Carpe diem!“ Justina Dai und Valea Elß im Gespräch mit Volker Ovelgönne, dem neuen Schulleiter des WG

Der neue Schulleiter des WG.
Wenn Sie einem Schüler nur einen einzigen Rat für das Leben geben dürften, welcher wäre das?
Achte auf deine Mitmenschen, aber folge deinen eigenen Ideen und deinem Herzen.
Man darf beim Erfüllen seiner eigenen Wünsche schließlich nicht die Umwelt missachten.
Wenn man beispielsweise den Wunsch hat, reich zu werden, ist es nicht gut, es einfach so umzusetzen, ohne dabei auf seine Umwelt und seine Mitmenschen zu achten.
Anders herum sind wir in einer Gesellschaft mit vielen Erwartungen, viel Druck und vielen Ideen. Und wenn das Innere in einem Menschen einem im ungünstigsten Fall zuwider läuft, ist das fatal.
Deswegen muss man auch immer auf das hören, was man selbst möchte, aber man lebt in einer Gesellschaft. - Also: Achte auf deine Mitmenschen, aber folge deinem eigenen Instinkt dabei, folge deinem Herzen.

Was war in Ihrer eigenen Schulzeit Ihr Lieblingsfach?
Meine beiden Lieblingsfächer waren Englisch und Latein. Das sind auch die Fächer, die ich dann in Münster studiert habe, als damals in Klasse 11 für mich klar war, dass ich Lehrer werden will.

Welche Eigenschaften sollte Ihrer Meinung nach ein/e gute/r Lehrer/in besitzen?
Kompetenz, Einfühlsamkeit, Engagement und Gerechtigkeitssinn. Andere Dinge wie Humor, Leidenschaft für den Beruf und Begeisterungsfähigkeit sind da untergeordnet.

Volker Ovelgönne mit Frau und Kindern.
Was war bis jetzt Ihr bestes Urlaubsziel und wohin würden Sie gerne einmal reisen?
Vier Urlaubszeile muss ich an dieser Stelle nennen. Das sind Australien, die Malediven, Neuseeland und Hawaii. In Südamerika war ich allerdings noch nicht, da würde ich gerne mal einen Freund in Rio de Janeiro besuchen. Und, na gut, in der Antarktis und in Grönland war ich auch noch nicht. Ansonsten sind meine Frau und ich sehr viel gereist. Mit den Kindern haben wir jetzt natürlich andere Reisezeile, wie zum Beispiel die Nordseeinseln oder auch die Berge.
Das einschneidendste Erlebnis war wahrscheinlich das Schnorcheln auf den Malediven, da wir dort einem Walhai begegnet sind. Ich glaube, das werde ich niemals vergessen. Oder auch das Klettern um vier Uhr morgens auf den Ayers Rock. Neuseeland kennen zu lernen, war auch sehr schön, mit all den völlig tiefenentspannten Menschen, keinerlei Gefahr, keine gefährlichen Tiere, im Unterschied zu Australien, wo es eine ganze Menge davon gibt.

Was fasziniert Sie besonders an dieser Schule?
Die breit gefächerte Schülerschaft, das super-engagierte Kollegium und dieser spannende Spagat zwischen Tradition, den alten Sprachen und der Neuausrichtung mit MINT-Excellence, der Hochbegabtenförderung, den modernen Fremdsprachen natürlich und der Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen Technologien, vor allem der Digitalisierung. Gerade erst habe ich mich mit einem Fachlehrer über seine Ideen ausgetauscht, wie man in einer Klasse Tablets nutzen kann.
Ich bin der Meinung, dass man nur ein kleines Feuer entfachen, einen Funken starten muss, und dann sehen die anderen vielleicht das leuchtende Glimmern des Feuers und bemerken, dass sie sich das ebenfalls vorstellen können. So wie bei den Tablets in der Schule. Zuerst bekommen die anderen Lehrer mit, wie nützlich die Tablets sein können, und anschließend die Eltern, und gemeinsam wächst der Wunsch danach, den Unterricht weiterzuentwickeln.
Es geht dabei nicht darum, mit Elektronik zu spielen, sondern um zu sehen, dass wir heutzutage mit Wissen ganz andere Sachen beschaffen und mit Präsentationen umgehen können als vor einigen, vor wenigen Jahren sogar.
Wenn wir im Unterricht das Bedürfnis haben, die neuen Technologien einzusetzen, sind wir an der richtigen Stelle und können es umsetzen und nicht umgekehrt.

Eine Lieblingsbeschäftigung neben Fußball.
Was ist ihr Lieblingsbuch/ Lieblingsfilm?
Ich habe eine ganze Reihe von Lieblingsfilmen. Unterhaltsam und amüsant ist Shakespeare in Love, eine ganz tolle Komödie, dann Much Ado About Nothing, eine Verfilmung von Shakespeare. Filme wie Fluch der Karibik, finde ich auch gut, denn der erste Teil ist einfach großartiges Popcorn-Kino. Aber auch Matrix war damals bahnbrechend.
Und mein Lieblingsbuch: Die Entdeckung der Langsamkeit von Sten Naldony, da sich dort alles um Geschwindigkeit dreht und ich mich selbst manchmal dabei ertappe, dass ich manchmal viel zu hochtourig bin und den Fokus auf die Ästhetik der Langsamkeit beim Lesen zurückgewinne. Das finde ich faszinierend.

Wenn sie allein auf einer einsamen Insel gestrandet wären, welche drei Gegenstände hätten Sie am liebsten bei sich?
Natürlich hätte ich auf einer einsamen Insel gerne meine Frau und meine beiden Söhne dabei, aber hier geht es ja um Gegenstände. Also: einen Fußball, eine Gitarre und Shakespeares Gesamtwerk.

Welche Superkraft hätten Sie am liebsten?
Vielleicht hätte ich gerne Spidermans Fähigkeit, schnell von einem Ort zum anderen zu kommen.
Oder Supermans Fähigkeit, weit zu schauen, also einen Weitblick zu haben, die Perspektive zu wechseln, nicht nur in einem Wahrnehmungsraum zu bleiben, sondern die weiter entfernten Dinge auch von einem anderen Standpunkt aus sehen zu können. In die Zukunft zu sehen, wäre natürlich auch toll.

Auf Kursfahrt in Schottland, 2007.
Welche berühmte Persönlichkeit – egal ob tot oder lebendig – würden Sie am liebsten einmal treffen? Und warum?
Als erstes Marcus Tullius Cicero, weil er ein unglaublich vielseitiger Mann war, der einige Dinge durchdacht hat, von denen wir heute noch zehren. Außerdem würde ich gerne einmal Leonardo da Vinci treffen, weil dieser vielleicht in vielerlei Hinsicht das begnadetste Allround-Genie war. Deshalb wäre es bestimmt schön, einen solchen Mann einmal kennen zu lernen.
Eine weitere Persönlichkeit wäre Martin Luther King, weil er Vorstellungen und Ideen hatte, welche für die Menschheit, gerade für die Menschen, die sich nicht wirklich auf der Sonnenseite des Lebens befanden, ein Auge gehabt hat und sich für deren Belange eingesetzt hat.
William Shakespeare würde ich auch gerne einmal treffen, weil er in einer bewegten Zeit lebte und als Autor, Schauspieler und Theaterbesitzer drei völlig unterschiedliche Dinge beherrschte und zudem die Zeit, in der er lebte, in so wunderbare Stücke verwandelt hat. Was er alles geschafft hat, finde ich sehr spannend und reizvoll.
Niccolò Paganini, der Teufelsgeiger, wäre bestimmt auch ein Treffen wert, weil bei ihm Genie und Wahnsinn ganz dicht beieinander lagen und seine Virtuosität auf der Geige mich fasziniert. Im Bereich Sport vielleicht gerne Usain Bolt, um herauszufinden, ob er wirklich so cool ist.

Was ist Ihrer Meinung nach die genialste Erfindung der Zeit?
Der Buchdruck, weil das Wissen dadurch neue Bahnen brechen konnte, was ohne den Buchdruck nicht so wäre, wie es heute ist. In logischer nächster Konsequenz natürlich danach das Internet, weil es das, was es damals gab, im positiven Sinne fortsetzt.
Ich bin zwar kein Physiker, aber die Glühbirne finde ich natürlich auch wichtig, genauso wie das Telefon, das Rad natürlich auch und die Dampfmaschine. Aber der Buchdruck ist am genialsten.
Erst gestern habe ich mit meinen Kindern das Vorwort von Jürgen Klopp im Buch „Tom und der Zauberfußball“ gelesen.
Seine Frau ist zusammen mit jemand anderem die Autorin des Buches und im Vorwort spricht Klopp auch von seinen eigenen Hobbys und Leidenschaften. Das ist natürlich hauptsächlich der Fußball, aber auch das Lesen, weil einen das Lesen in fremde Welten entführt, und man kann eintauchen und betritt das Reich der unendlichen Fantasie. Das ist einfach großartig, denn das Reich der Fantasie wird einem erst durch das Buch geöffnet, nicht durch einen Film. Allein wegen des Buchdrucks ist das Lesen überhaupt möglich geworden.

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?
Der Umgang mit Menschen. Am Lehrerberuf schätze ich zwei Dinge: Das eine ist der Umgang mit Menschen und das andere die Beschäftigung mit der Materie, die ich spannend finde. Vor allem rund um die Sprachen. Latein und Englisch, Inhalte und Sprachmittlung, das ist faszinierend, auf der einen Seite sich zu Hause damit zu beschäftigen, und auf der anderen Seite zu überlegen, wie man es anderen vermitteln kann.
Meine Eltern waren ebenfalls beide Lehrer und ich habe als Student in einem Schuhladen gearbeitet. Nach zwei Tagen war die Monotonie unerträglich. Ich wurde wahnsinnig. Deshalb liebe ich den Lehrerjob so sehr, denn man arbeitet mit völlig unterschiedlichen Menschen, hat Herausforderungen und Schwierigkeiten, aber es sind immer Menschen da.

Als er ein kleiner Junge war.
Was fanden Sie an Ihrer eigenen Schulzeit besonders gut/schlecht?
Nicht so gut gefallen haben mir die Vokabeltests. Besonders gut fand ich die Begeisterung meines Tutors für sein Fach. Er hat genau diesen Funken in seinen Schülern entfacht, den ich für sehr wichtig halte. Ein Funke beginnt und entfacht etwas in den Schülern. Genauso wie bei uns die AGs oder die Projektwoche. Das sind alles Funken, die etwas entfachen. Und Lehrkräfte haben Leidenschaften, die sie teilen und auch Schüler haben das.

Gibt es noch etwas, dass Sie sagen möchten?
Ich bin erleichtert und froh, dass es überhaupt nicht lange gedauert hat, bis mir die Arbeit hier am Wilhelm-Gymnasium angefangen hat, Spaß zu machen. Ich dachte, es würde deutlich länger dauern, da vieles mir Unbekanntes und Fremdes auf mich einprasselte, vielleicht etwas, dem ich nicht gewachsen bin. Doch die Aufnahme durch die Schüler sowohl bei den Vorstellungsrunden als auch im Klassenraum oder im Remter, haben mich schon sehr früh hier wohlfühlen lassen. Hinzu kommt das sehr nette, kommunikative und engagierte Kollegium und auch die Schulleitungsrunde, mit welcher ich sehr intensiv zusammenarbeite. So soll es weitergehen!

Wie würden Sie sich in drei Worten selbst beschreiben?
Nur drei Wörter? Das ist schwierig! Vielleicht irgendetwas wie aufgeschlossen, definitiv kommunikativ! Kommunikativ, weil ich es liebe, mich mit anderen zu treffen und es immer eine schöne Erfahrung ist, neue Menschen kennenzulernen. Aufgeschlossen, weil ich für neue Ideen immer offen bin. Und abschließend noch leicht humanistisch, weil mir der Mensch im Mittelpunkt ganz, ganz wichtig ist! Noch einmal kurz zusammengefasst: Aufgeschlossen, kommunikativ, humanistisch.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Ach, das sind all die grundsätzlichen Sachen. Also im schulischen Kontext wäre das „Audiatur et altera pars.“ Das ist Latein und heißt übersetzt: „Auch die andere Seite soll gehört werden.“ Für mich bedeutet es, dass wenn es Überlegungen oder Ideen gibt, nicht nur eine Seite angehört werden sollte. Es ist immer wichtig, gerade bei einem Konflikt, sich beide Seiten anzuhören! Oder auch „Carpe diem“ - „Nutze den Tag“!

Durch und durch Familienmensch .
Was war der schönste Tag Ihres Lebens?

Ich befürchte, dass es wirklich die typischen Klassiker sind. Mein schönster Moment war die Geburt unserer beiden Kinder – Christian und Niklas. Natürlich sehr eng gefolgt von der Hochzeit! Aber es gibt natürlich noch ganz viele weitere schöne Momente in meinem Leben, die ich genossen habe und unvergesslich waren!

Dienstag, 5. Dezember 2017

Austauschfahrten am WG

Am liebsten einmal in die USA. Justina Dai und Valea Elß haben die Klassen 10m1 und 10ms1 sowie die Seminarfachkurse sf1, sf6, und sf8 in Jg. 11 befragt.















Freitag, 3. November 2017

Interview mit Fr. Rech







In die Zukunft schauen. Die Tradition nicht vergessen. Stella Harmeling, Johannes Kling und Kira Steller befragten die stellvertretende Schulleiterin, Maria Rech

Frau Rech hat zwei erwachsene Kinder, ist seit 2004 am WG und unterrichtet Englisch und Erdkunde.

Spielen Sie ein Instrument?
Ich spiele Flöte, Akkordeon und Klavier. Angefangen habe ich mit Flöte, dann Akkordeon und später Klavier.

Was machen Sie in ihrer Freizeit?
Ich lese und wandere gerne, mache Sport, schwimme gerne, treffe mich mit Verwandten oder fahre Rad bzw. Ski. An langen Wochenenden fahre ich in den Harz.

Haben Sie Haustiere?
Nein, Haustiere habe ich nicht.

Wieso unterrichten Sie Erdkunde und Englisch?

Ich unterrichte Erdkunde, weil ich immer gern verreist bin. Irgendwann wollte ich aber wissen, wo ich war, und wenn man im Ausland ist, lernt man viele Sprachen und Sprachen mochte ich.

Waren Sie vorher auf einer anderen Schule?
Ich war vorher in Peine auf einer Schule, dann wollte ich aber wieder in die Großstadt. Ich unterrichtete an der Raabe-Schule, dann bin ich ans WG.

Was ist ihnen an der Schule wichtig?
Alles. Genauer gesagt ist wichtig, dass wir in die Zukunft schauen, unsere Tradition aber nicht vergessen!


Foto: Red.